CP+ 2015 – Ein kurzer Überblick

Auch ich melde mich hier dieses Jahr zum ersten Mal und versuche in diesem Rahmen, die Geschehnisse der letzten Tage auf der CP+ in Yokohama zusammenzufassen. Ich war zwar nicht vor Ort, jedoch gab es über das Internet die Möglichkeiten, die Neuigkeiten zu verfolgen.

Die CP+ unterscheidet sich deutlich von der CES, da der Schwerpunkt der CP+ auf Kameras und Fotografie liegt, die CES hingegen hat doch einen deutlichen Schwerpunkt auch auf Unterhaltungselektronik. Aufgrund dieses Unterschiedes werden auf der CES tendenziell eher Einsteigerkameras und auf der CP+ eher Profikameras und -objektive vorgestellt.

Und nun zu einer Aufstellung der wichtigsten Neuheiten:

Canon EOS 5Ds und 5Ds R sind zwei neue 50! (fünfzig) Megapixel Kameras, die auf dem Gehäuse der Canon 5D Mark III basieren. Diese sind somit die zur Zeit höchstauflösenden Kameras mit einem Sensor in Kleinbildgröße (24mm x 36mm) – höhere Auflösungen sind ohne Tricks nur mit größeren Sensoren von Mittelformatkameras erreichbar. Mit 61 Autofokus Punkten zur automatischen Scharfstellung sind diese Kameras für Sport geeignet, jedoch wird der Schwerpunkt aufgrund der hohen Auflösung eher auf Studiofotografie sowie Architektur und Landschaften liegen. Beide Kameras haben einige Neuerungen, auf deren Effektivität ich bereits gespannt bin, sie sind für mich jedoch nicht direkt interessant, da ich die Auflösung nicht benötige, eher von guter Lichtempfindlichkeit abhängig bin, und die besten Kameras bei wenig Licht noch immer 1DX und 5D Mark III sind. Mit Preisen zwischen 3500 und 4000€ sind diese Kameras auch nicht für jeden leistbar.

Dazu brachte Canon das EF 11-24/4L Objektiv heraus. Dieses Objektiv ist das weitwinkeligste Kleinbildobjektiv, das verfügbar ist, und keine fisheyeähnlichen Verzerrungen zeigt, sondern ein gerade zeichnendes Bild liefert (rectilinear). Sein Preis wird in der 3000€ Klasse liegen.

Auch zwei neue Spiegelreflexkameras für Fotoamateure wurden vorgestellt. Die Canon EOS 750D und 760D sind zwei Spiegelreflexkameras mit 24 Megapixel Auflösung (APS-C Sensorgröße) in den Preisklassen von 700 und 750€. Diese zeigen bereits einige Ähnlichkeiten zu den früheren semiprofessionellen Kameras, so wurde teilweise das obere Infodisplay übernommen. Insgesamt sind es also durchaus interessante Kameras.

Nikon brachte die D810A heraus. Das A steht dabei für Astrofotografie. Diese ist eine speziell modifizierte Version der D810, die besonders empfindlich auf Hα Licht ist. Hα ist das tiefrote Licht (656nm) leuchtender Wasserstoffwolken. Das Auge ist für dieses Licht nur wenig empfindlich, in der Astrofotografie ist man jedoch stark davon abhängig da es eine dominante Lichtform darstellt. Auf erste Tests, wie sich diese jedoch gegen die Canon Astrokameras schlägt, ist jedoch abzuwarten. Vorteil gegenüber den Canon Kameras ist, dass die D810 neuer ist, höhere Auflösung bietet und die erste Astrokamera mit Vollformatsensor ist. Für Letzteres ist jedoch unklar, ob es sich als Vorteil darstellt, da wenige Objektive und Teleskope perfekte Sternabbildung bis zum Kleinbildrand bieten.

Und als krönender Abschluss der Neuheiten Tour: Objektivhersteller Sigma stellte ein neues 24mm/1,4 der Art Serie vor. Diese lichtstarke Festbrennweite für Kleinbildsensoren erweitert die Reihe der lichtstarken Linsen der Art Serie in den Weitwinkelbereich. Sowohl der Preis als auch die optische Leistung soll im Bereich der Geschwisterobjektive liegen. Dies wäre sehr interessant, da die Sigma Art Serie bisher bei allen Tests ausgezeichnete Abbildungsleistungen erbrachen. Wenn Sigma nun nur noch ihre Probleme mit der Autofokusgenauigkeit in den Griff bekommt, dann stellt diese Objektivreihe eine interessante Alternative zu den Originalherstellern dar, da auch der Preis nicht zu hoch liegt. Ich bin also auf die ersten Test bereits gespannt.

aus Apetlon, Michael Abraham für LDAMiAb.com