Warum ich meinen Kollegen verstehe und trotzdem meinem System treu bleibe

Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass ich kein Canon "Fanboy" bin, sondern durchaus auch offen für andere Systeme. Mein Freund und Kollege Lukas Albert hat vor kurzem zwei ausgezeichnete Artikel über seinen Systemwechsel zu Fuji verfasst. Hier sind die Links zu Teil 1 und Teil 2. Er hatte gute Gründe zu wechseln. Ich bleibe hingegen (noch) im Canon SLR System.

 

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Ich möchte zuerst einmal mit meiner Kritik an Canon beginnen:

Mein treues 50mm Objektiv und ich haben schon vieles miteinander erlebt, doch leider ist die Gauss-Typ Konstruktion der Optik nicht mehr am aktuellen Stand der Technik.

Mein treues 50mm Objektiv und ich haben schon vieles miteinander erlebt, doch leider ist die Gauss-Typ Konstruktion der Optik nicht mehr am aktuellen Stand der Technik.

Die Konkurrenz ist groß, und heute kann sich keiner mehr leisten zurückzubleiben. Das betrifft Canons hauseigene Sensoren merklich, da die in anderen SLRs verbauten Sony Sensoren in Tests teilweise deutlich bessere Leistung erbringen. Wie man immer wieder lesen kann, liegt das sicher nicht an den Ideen der Entwickler, da es auch in dieser Hinsicht von Zeit zu Zeit interessante Patente zu sehen gibt. Zum anderen nagt an mir, dass es für manche Objektive noch immer keine Neuauflage gibt. Das betrifft meiner Meinung nach vor allem die 50mm Festbrennweiten. Diese sind für mich besonders wichtige und lichtstarke Linsen, die einen sehr natürlichen Bildausschnitt zeigen. Dabei sind vor allem die beiden hochwertigen Modelle bereits seit 7 (1.2 L) und 22 (1.4) Jahren unverändert am Markt, und kaum noch in der Lage, mit der Leistung moderner Objektive mitzuhalten. 

Das ist zwar alles nicht von Vorteil, trotzdem gibt es für mich triftige Gründe, bei Canon zu bleiben:

Das Herzstück der SLR - der Spiegel der das vom Objektiv kommende Licht zum Sucher umleitet. Die Gravuren auf der Mattscheibe sind deutlich erkennbar.

Das Herzstück der SLR - der Spiegel der das vom Objektiv kommende Licht zum Sucher umleitet. Die Gravuren auf der Mattscheibe sind deutlich erkennbar.

Im Gegenteil zu allen spiegellosen Systemkameras kann ich an SLRs ohne Stromverbrauch das Bild im Sucher sehen, wie es vom Bildausschnitt im fertigen Foto erscheint. Die von mir bevorzugten Vollformat-Kameras bieten dabei ein schönes großes Sucherbild, mit dem das Arbeiten an der Kamera leicht fällt. Außerdem liegen diese Geräte sehr gut in meinen nicht zu kleinen Händen - gerade dies ist für mich ein großer Vorteil. Zusätzlich ist die Bildqualität der Canon 5D/6D Kameras noch immer ausgezeichnet, und das auch bei wenig Licht. Dies ist der nächste wichtige Punkt - bei wenig Licht kann ich meine Canon SLRs noch sehr gut halten, und komme so auch bei längeren Belichtungszeiten aus der Hand noch gut zurecht. Leichtere Kamera-Objektiv Kombinationen kann ich teils nur schwer so stabil halten wie mein etabliertes System. Zudem besitze ich ausgezeichnete Canon Zoomobjektive, die auch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten hervorragende Leistung erbringen. Das sind insgesamt gute Gründe, mein System weiterzuverwenden, und dies wird sich nicht so schnell ändern. Meine Ausrüstung passt einfach zu meiner Art zu fotografieren und zu meinen wichtigsten Aufträgen. Einen zukünftigen Wechsel auf die Sony Kameras kann ich dank entsprechender Adapter für Canon Objektive langfristig nicht ausschließen - hier ist Canon gefragt, nicht nachzulassen, sondern aufzuschließen, und weiterhin im Vergleich zur Konkurrenz gute Produkte zu erzeugen.

Wenn ich mit einem SLR System gut eingespielt bin, schaffe ich es auch, bei längeren Belichtungszeiten noch brauchbare Fotos zu machen. Hier eine Blüte bei 70mm Brennweite und 1/30 Sekunden Belichtungszeit - die Faustregel besagt, dass ich eine Belichtungszeit von 1/70 Sekunden oder kürzer benötigt hätte, um ein scharfes Foto zu machen. Das ist der Lichtunterschied einer Blende oder in anderen Worten die doppelte Lichtmenge beim aufgenommenen Foto.

Wenn ich mit einem SLR System gut eingespielt bin, schaffe ich es auch, bei längeren Belichtungszeiten noch brauchbare Fotos zu machen. Hier eine Blüte bei 70mm Brennweite und 1/30 Sekunden Belichtungszeit - die Faustregel besagt, dass ich eine Belichtungszeit von 1/70 Sekunden oder kürzer benötigt hätte, um ein scharfes Foto zu machen. Das ist der Lichtunterschied einer Blende oder in anderen Worten die doppelte Lichtmenge beim aufgenommenen Foto.