Inspiration

Dear Canon, I am leaving for Fuji...

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Just recently, two game-changing cameras were released. The α7 III and the X-H1 are both mirrorless cameras and changed my world, but lets go back to just a few years ago. My dear friend and colleague Lukas left Canon and switched to Fuji, since he preferred rangefinder type cameras to DSLRs. At that time, mirrorless cameras were stepping up their game, but I can't say they were a competition to DSLRs. Shortly after that, I saw Fujifilm presenting themselves at the Photo+Adventure show (in Vienna if I recall this correctly). The guys in the Fuji booth did their best, showing their lineup, they were competent and very friendly. At that time, I was still into Canon, and the future was not looking too bad. I was treated the same way as the hardcore Fuji fans, and asked when I would switch to them and they listened to what I said. Almost a year later, in 2016, the Canon 5D Mark IV was released and I immediately found that it was not the camera for me. At that time it didn't matter, because there was still time for a 6D Mark II to be released and to show the world that DSLRs still made sense. Even though I slowly realized that if Canon continues this way, I needed a backup plan. In analogue times, I shot Minolta but my cameras were pre-autofocus times (actually I didn't like the Minolta Dynax cameras). Minolta became part of Sony and many of my problems with the Dynax series were solved slowly. The Sony α7 series were amazing, and via adapter they allowed the wonderful Canon lenses to be used. When Lukas asked: when are you going to shoot mirrorless? I replied that there still was a little more time necessary to improve the cameras, but if Canon kept their camera strategy, I'd see myself switching to Sony. Another year later without change: the Canon 6D Mark II was finally released. If the camera was good I'd be buying it immediately. In the meantime, my thoughts to some specs had changed. I had the Fuji X-T1 because it was the perfect camera I could take everywhere, since it was very compact. I loved the electronic viewfinder (EVF) and was even able to work at night. Also, I knew that I wanted dual card slots in my camera, since a single card can always fail, and Nikon already had dual card slots in even some of their entry-level cameras. Seeing the final specs of the 6D II was devastating. Even more so were the reviews, showing that low light performance and dynamic range were worse than the original 6D – this was not a camera I would buy, since my Fuji X-T1 and Canon 6D felt way better, but I still needed to update my 5D Mark II. Since Sony became better with every camera they put out, they became a force you couldn’t dismiss, and finally Canon rumors told that a Canon full-frame mirrorless camera was on its way. My thoughts were: if they want to compete, it has to be a α7 series killer which is not really realistic, also it is too late, too bad and looking at Canon recent releases definitely too overpriced. I am also still waiting for that camera. Rumors say Canon users have to wait till 2019, which is way too late to compete with Sony. Now we have the α7 III and the X-H1, both cameras I was looking for, and I knew it was time to switch. It took me a long time to think it through. Both cameras are game changers, and both are not perfect (although the only downside to the X-H1 for me is it not being a full frame camera, while Sony has that covered, but problems like color science, loud shutter sounds, among other problems, were better in their new cameras but not yet completely solved). So I ordered the X-H1 and it should arrive at the time this article goes online. Since I am more and more working with the older X-T1 with its wonderful dynamic range and much better highlight recovery in comparison to Canon, I am very positive me and the X-H1 will live in perfect harmony. A wonderful thing about Fuji is that their cameras get major improvements with every firmware update. For example the X-T1 got eye autofocus through one of their latest updates and although it is not as good as Sony in its new cameras, I really enjoy the possibility. So let’s see what my future with Fuji will bring.

Foto der Woche - Jahresrückblick LDA

Lieber Freund,

Morgen ist Weihnachten und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Die letzten Wochen und Monate waren für mich persönlich äußerst turbulent. Und auch wenn es nicht immer einfach war, habe ich es geschafft, jede zweite Woche ein Foto der Woche bereit zu haben. Nun sind Weihnachtsferien und auch wenn noch genug zu tun und lernen bleibt, gönne ich mir, in den Tagen bis zum 26.Dezember, nichts für die Universität zu tun. Ich nutze die Zeit viel mehr, um inne zu halten und über das vergangene Jahr nachzudenken; um dankbar zu sein für all das, was ich erleben durfte; um Kraft für das vor mir Liegende zu sammeln. So habe ich auch das Jahr 2017 in Bildern Revue passieren lassen. Dabei bin ich darauf gekommen, dass ich in manchen Monaten weder mit meiner X100T noch meiner X-Pro1 Fotos gemacht hatte. So ist mein Jahresrückblick 2017 eine Mischung aus Fotos mit dem Smartphone und dem Fotoapparat. Und bevor du mich um meinen Neujahrsvorsatz fragst, ich werde versuchen jeden Monat (auch) mit meinen geliebten Fuji Kameras Fotos zu machen...


Januar

Austrian Whisky & Spirits Festival der Single Cask Collection in Linz


Feber

Finest Spirits Festival in München


März

Fotoshooting mit Anne & Rene im Schlosspark Laxenburg


April

Blumen mit Biene im Garten


Mai

Taube auf Statue in der Innenstadt beim Fotowalk X


Juni

Ausstellungseröffnung "Bunker" im jüdischen Museum am Judenpatz in Wien


Juli

Pfeile in Wien


August

Erzberg in der Steiermark


September

Letzte Sonnenstrahlen über Heiligenkreuz


Oktober

Herbststimmung in und um Heiligenkreuz


November

Morgenstimmung in Heiligenkreuz


Dezember

Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz

So bleibt mir nur noch, dir gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen! Bis zum nächsten Mal, Dein

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Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?!?

Lieber Freund,

Also eigentlich ist es ja genau anders herum. Oder doch nicht? Das wird mir jetzt alles ein wenig zu kompliziert! Ich jedenfalls halte es oftmals so, dass ich Dinge einfach viel zu kompliziert angehe. Ja, als technisch interessierter Mensch der noch dazu bereits eine wissenschaftliche Ausbildung hinter sich hat und eine zweite gerade angefangen hat, neigt man gerne dazu, Dinge komplizierter zu machen als sie unbedingt sein müssten.

Das ist jetzt an und für sich nichts schlechtes, aber manchesmal hindert es einen trotzdem etwas zu tun, das man gerne tun wollte. Kleinen Beispiel gefällig? Damit ich nicht immer solche Fotos von Whisky und anderen Getränken machen muss...

... habe ich mir vor einiger Zeit eine kleine Lichtbox gebastelt. Das sah dann ungefähr so aus...

Ironischerweise und das kannst du anhand der Daten unter den beiden Instargam-Posts sehen, dass ich die kleine Box schon vor einiger Zeit gebaut habe. Und das Foto mit Whisky und Bier entstand erst später. Warum habe ich diese Box also nicht für das Foto verwendet? Ganz einfach, weil es mir zu umständlich (d.h. kompliziert) war. Noch dazu habe ich den Fokus auch verhaut, alles in allem also keine großartige Leistung von mir. Nicht mal die 80% Hürde erreiche ich damit vermutlich...

Gemacht habe ich diese Box also eigentlich, weil ich meiner anderen Passion - dem Whisky - wieder mehr Raum geben wollte. Und ich wollte mich durch diese Vereinfachung - nämlich das ich die zu verkostenden Whiskys einfach und zugleich schön für meinen Blog fotografieren kann - anspornen auch öfter dort was zu posten. Im Endeffekt hat es aber nichts genutzt, weil es letzten Endes doch (noch immer) zu kompliziert war.

Warum ich dir das alles erzähle ist, weil es manchmal dann doch so Momente gibt, in denen eine einfache Idee dann plötzlich alles tatsächlich einfacher macht. Ich habe letztens nämlich mein Whiskykabinett umgeräumt und hatte irgendwie Lust den Whisky mit dem klingenen Namen 66.62 (wer mer Infos haben will, schaut einfach auf meinem Whiskyblog nach) zu verkosten und einen entsprechenden Beitrag zu schreiben. "Zufällig" (ich glaube ja nicht an Zufälle) fiel mir die extra Hohlkehle die ich für meine kleine Lichtbox angefertigt habe, in die Hände. "Zufällig" passte die auch genau so auf meinen Schreibtisch, dass ich nicht nur eine schöne Hohlkehle hatte, sondern auch eine Beleuchtung. Aber siehe selbst, wie mein Aufbau aussieht.

Vorteil dieses Systems ist es, dass alles immer da ist. Ich muss nur die Hohlkehle zwischen Beleuchtung (immer da, damit ich was beim Arbeiten sehe) und Schreibtisch (no na, auch immer da...) klemmen. Als Standfläche habe ich eine meiner externen 3.5" Festplatten auserkoren, du errätst es sicher, die ist auch immer griffbereit. Somit habe ich nicht nur ein komplettes Mini-Studio-Set-Up zur Hand sondern auch, dank des schwedischen Möbelriesen, wunderschöne Kanten bei meinem Glas.

Es ist nämlich gar nicht so einfach (ein nettes Video zu dieem Thema findet sich hier ), ein durchsichtiges Glas vor einem weißen Hintergrund so abzulichen, dass dieses auch noch als Glas erkennbar ist. Dazu verwendet man so genannte Flags aus schwarzem Karton, die man im richtigen Winkel aufstellt und die dann die Kante des Glases schwarz einfärben. Eigentlich ist es nur die Reflexion, aber ich schweife ab. Mein Schreibtisch im Sekretär-Style vom gelb-blauen Möbelriesen ist nämlich (mehr oder weniger) schwarz. Und die beiden Seitenwände bewirken nun, dass mein Glas wunderschöne Kanten erhält. Aufgefallen ist mir das aber erst nachdem ich das Foto gemacht habe ;)

Manchesmal ist es also durchaus auch das einfache, das nicht viel darüber nachdenken und einfach "machen", was scheinbar zufällig zum Ziel führt. Ich bin jedenfalls glücklich, dass ich mit dieser einfachen Konstruktion genau das nun erreiche, das ich mit meinter tollen Lichtbox (nicht das ich die nicht mögen würde) nicht erreicht habe. Bis zum nächten Mal, Dein

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5 Dinge die ich beim Foto Walk #11 gelernt habe

Am 14.August hatten wir unseren letzten Foto Walk mit dem Thema "Total Analog*". Neben ein paar netten Stunden (nicht nur wegen des strahlend schönen Wetters) die Michael und ich in Wien verbrachten haben wir beide auch einiges gelernt. Hier nun die 5 Dinge, die ich beim Analog Foto Walk gelernt habe.


 

1. Notizen, Notizen, Notizen

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Man glaubt ja gar nicht, wie viel Arbeit einem eine digitale Kamera abnimmt. Neben Blende, ISO, Belichtungszeit, Brennweite und Aufnahmedatum bzw. -zeit können neuere Modelle auch die GPS Koordinaten in die EXIF Infos speichern. Möchte man diese Inormationen bei analogen Kameras auch haben, braucht man einen Stift und ein Papier. Oder wie in meinem Fall das iPhone. Ich hatte nämlich Stift und Papier daheim liegen gelassen. Die ISO ändert sich ja nicht, aber Belichtungszeit und Blende je nach Lichtsituation schon. Wobei das auch nur bedingt richtig ist, dazu aber mehr bei Punkt 4 meiner Liste! Als Chemiker habe ich schon sehr früh gelernt, dass man nie genug, immer nur zu wenig aufschreiben kann. So auch hier bei unserem Foto Walk. Als wir am Maria Theresien Platz ankamen, machte ich ein Foto des Kunsthistorischen Museums und stellte beim nachfolgenden Aufziehen des Filmes fest, dass ich soeben die letze Aufnahme belichtet hatte. Den verwendeten Film hatte ich vom Flohmarkt erstenden, ohne die Papierhülle, von welcher man sich die Stirnseite auf dem Kamerarückteil befestigen kann. Damit wäre klar, dass die Kamera a) einen Film enthält, b) welche ISO dieser Film hat und c) wie viele Aufnahmen auf den Film passen. Da ich diese Umverpackung nicht hatte, habe ich mir - nachdem ich den Film eingelegt und den Deckel geschlossen hatte - einen kleinen Zettel geschrieben. Dummerweise war ich mir aber genau in jenem Moment als ich den Deckel schloss und die Kamera aufzog, nicht mehr sicher, ob 24 oder 36 Aufnahmen auf den Film passten. Also schrieb ich "24(?) / 36" drauf. Nicht sehr hilfreich, gell? Nun, es waren 24 und Michael war überhaupt nicht amüsiert, als ich ihm sagte, ich sei fertig. Er war mir bildermäßig nämlich immmer voraus (nicht nur der Anzahl nach...) und plötzlich war ich fertig und er hatte noch 5 oder 6 Fotos zu machen.

Und die Moral von der Geschichte: Mache dir von Anfang an Notizen, wirklich gleich jetzt - sofort - und nicht erst später. Man vergisst dann die Hälfte, auch wenn man noch jung ist ;)


 

2. Motive, Motive, Motive

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Wie schwer kann es sein, 24 oder 36 Motive zu finden, magst du dich fragen. Nun, das kommt - wie so oft - darauf an. Einerseits auf den Ort, Wien ist aber äußerst motivreich, daher bleibt dieser Punkt außen vor. Andererseits auf die Tagesverfassung, die zur Verfügung stehende Zeit sowie die Ausrüstung. Beide unserer Kameras waren mit einem 50mm Objektiv (f/1.8 respektive f/1.7) ausgestattet, was in der damaligen Zeit DAS Standardobjektiv war. Einfach zu bauen, und auch mit großzügiger Offenblende preislich noch sehr leistbar. Natürlich beeinflusst dies die Motivwahl, denn Zoomen geht nur in einem begrenzten Bereich. Es kommt nicht so gut, wenn man mitten auf der Straße stehen bleiben würde, um einen bestimmten Winkel oder Bildausschnitt zu erhalten. Aber auch die Tagesverfassung des Fotografen ist maßgeblich daran beteiligt, wie leicht oder schwer die Motivwahl fällt. Der meiner Meinung nach größte, oder auch schwerwiegendste Punkt ist wohl der, dass jedes "Klick" echtes Geld kostet. Da überlegt man zwei (oder drei oder vier...) Mal, ob man das Foto tasächlich machen will oder ob es das vielleicht doch nicht wert ist. Und damit glaube ich, wird es besonders schwer. Zumindes ich habe nur mit Müh und Not meine 24 Fotos (zum Glück hatte mein Film keine 36 Aufnahmen...) zusammen bekommen. Dafür freut man sich umso mehr, wenn einem dann ein Motiv vor das Objektiv kommt, bei welchen man mit der Digitalen einfach ein paar Bilder geschossen hätte, es mit der Analogen aber mit nur einem Bild geschafft hat, und man nicht die Gelegenheit hatte, nochmal abzudrücken. Ich habe mich sogar gefreut, obwohl der Scan nicht perfekt war und, ach das kommt in Punkt 4!

Und die Moral von der Geschichte: Es kann hilfreich sein, sich im Vorfeld ein Thema auszusuchen und dann gezielt nach diesen Motiven ausschau halten als "einfach drauf' los" zu fotografieren


 

3. Arbeit, Arbeit, Arbeit

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Analog zu fotografieren ist richtig viel Arbeit. Das soll dich jetzt nicht davon abhalten es selbst einmal auszuprobieren, denn das Ergebnis wiegt die aufgewendete Arbeit (zumindest fast) immer auf. Zuerst muss man sich Film besorgen. Das geht zwar auch über das Internet, aber gerade bei solchen Produkten bleibe ich gerne lokal. Das kostet Zeit und Geld. Dann die ganze Aufschreiberei während des Fotografierens (wobei es auch solche geben soll, denen es egal ist und die nicht mitschreiben). Und am Ende will der Film ja auch noch entwickel werden. Also entweder ins Labor (wieder lokal!) bringen oder selber entwickeln (würde ich nur bei s/w Film empfehlen). Auch hier wieder: Zeit & Geld. Es ist also weniger "klassische" Arbeit als mehr Zeit und Geld die investiert werden wollen. Aber wie schon geschrieben, ist das Ergebnis es (meist) wert. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Ach ja, irgendwie wollen die Negative ja dann auch auf den Computer gelangen. Also ist scannen angesagt. Ist man in der glücklichen Lage, einen Negativscanner zu besitzen, macht es das um vieles Einfacher. Ich habe auch schon öfter mit dem Gedanken gespielt, mir einen zuzulegen. Aber für die wenigen Rollen Film die ich im Jahr verbrauche, lasse ich sie gleich im Labor scannen. Auch wenn ich beim letzten Job alles andere als zufrieden mit dem Ergbnis war. Zum Teil lag es scherlich an dem (sehr?) alten Film den ich verwendet hatte. Die Negative waren mehr Gelb als Braun, aber ein paar der Scans waren am Rand beschnitten und das ist dann doch wohl am Labor gelegen.

Und die Moral von der Geschichte: Lass dich nicht abschrecken und gönne dir die Zeit. Heute wird alles einer "Kosten-Nutzen-Rechnung" unterworfen. Vergiss das alles für einen Tag und nimm dir die Zeit!


 

4. Ist doch egal

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Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass Film relativ gutmütig ist. Und viele Fehler verzeiht. Und wenn ich an die Zeit zurück denke, in denen ich als junger Bursche analog fotografiert habe, waren die Fotos nicht überragend gut, aber für damalige Verhältnisse durchaus OK. Und auch bei diesem Fotowalk zeigte sich dieses. Michael und ich haben uns natürlich den eingebauten Belichtungsmesser zunutzen gemacht, aber richtig "falsch" belichtet haben wir keines der Fotos. Auch wenn (vor allem bei mir!) die eine oder andere Belichtungszeit sicher nicht "richtig" gewesen war. Auch das Foto von mir auf der Treppe vor der Dominikanerkirche (Hier) ist so ein Beispiel. Direkt nachdem Michael den Auslöser gedrückt hatte meinte er "Mist, das Foto wird zu hell". Urteile selbst, Michael hat nur geringfügigste Anpassungen vorgenommen. Ein Anpassen der Belichtung gehörte da nicht dazu. Natürlich ist es gut möglich, dass eine gewisse Korrektur bereits beim Scannen stattgefunden hat, aber wenn der Film "zu sehr" über- oder unterbelichtet gewesen wäre, hätte auch der Scanner nichts mehr machen können. Ich hatte mir auch aus dem Internet (Hier) einen "Belichtungsschieber" herunter geladen und zusammengebaut. Diesen habe ich für die ersten paar Fotos verwendet, quasi als Experiment. Und wie du sehen kannst, hat auch dies funktioniert. Mein Film dürfte schon sehr alt gewesen sein, denn wie ich in diversen Podcasts gelernt habe, brauchen abgelaufene Filme tendenziell mehr Licht (ich glaube pro 5 Jahre eine Blende mehr). Meine Negative waren alle sehr hell, was auf eine generelle Unterbelichtung hindeutet. Lustigerweise waren die Negative auch mehr Gelb als Braun. Das könnte aber am verwendenten Film (Kodak) gelegen haben?!?

Und die Moral von der Geschichte: Analoges Fotografieren ist keine Hexerei, sondern ganz einfach. Keine Angst also, dass die Fotos nichts werden könnten. Klar, für pulizerpreisträchtige Fotos wirst du dich schon mehr anstrengen müssen, aber für zwischendurch und "nur" zum Spaß kannst du dich komplett auf den Belichtungsmesser verlassen oder auch einfach auch nur die Belichtung schätzen.


 

5. Shit happens

 Michaels Lightleak

Michaels Lightleak

 Michaels Lightleak II

Michaels Lightleak II

Es ist ja hinlänglich bekannt und auch hunderte Male bewiesen, dass wenn etwas schiefgehen kann, es nicht die Frage ist OB sondern nur WANN es schiefgeht. Bei einigen meiner Bilder hatte ich das "Glück", ein kleines Lichtleck am Rand zu haben (siehe Turm bei Punkt 3). Nicht bei allen Fotos, es dürfte wohl auf den Winkel zwischen Kamera und Sonne angekommen sein. Michael hat es da deutlich heftiger erwischt, wie du an dem einen oder anderen Beispielfoto auch deutlich erkennen kannst (beide direkt vom Scanner ohne weitere Bearbeitung). Shit happens. Meine Kamera ist definitiv in einem schlechteren Zustand als Michaels, aber wie du siehst, heißt das überhaupt nichts. Aber deswegen auf den Spaß verzichten, mit der alten analogen Kamera durch die Gegend zu ziehen? Mir ist es (damals) auch passiert, den Film nicht ordentlich eingespult gehabt zu haben. Bei Foto Nummer 40 (zu diesme Zeitpunkt hatte ich mich noch gefreut, ein paar extra Fotos gehabt zu haben) bin ich dann misstrauisch geworden und als die Negative aus dem Labor zurück waren, war die Enttäischung und die Trauer groß. Aber anstatt der Fotografie den Rücken zu kehren, habe ich seidem einfach besser darauf geachtet den Film ordenlich einzulegen. Shit happens. Auch mein Lieblingsbild des Foto Walks (das mit dem Fiaker und der Straßenbahn) ist nicht perfekt. Zumindest der Scan nicht. Am Negativ ist nämlich das Pferdchen noch ganz drauf. Da ich selber aber keinen Scanner besitze und mir die ganzen DIY Lösung zu mühsam sind (ich gebe zu, dass ich dafür zu faul bin, zumindest im Moment), lasse ich das Foto so wie es ist. Ich mag es auch so, wie es ist.

Und die Moral von der Geschichte: Shit happens. Get used to it and deal with it. Je eher du dich mit dem Gedanken anfreundest, dass niemals alles perfekt sein wird und dass immer wieder etwas schiefgehen wird, egal wie gut du auch vorbereitet bist, desto früher wirst du selber eine innere Ruhe und Zufriedenheit verspüren.


Hier geht es übrigens zu dem Flickr Album mit meinen analogen Fotos und hier geht es zu denen von Michael. Er hat mir außerdem verraten, dass ihm einige seiner Freunde gesagt haben, dass sie erst zu spät von diesem Foto Walk erfahren haben. Keine Sorge, das wird nicht unser letzter Foto Walk gewesen sein, am Besten folgst du uns auf Facebook und abonnierst unseren Feed, dann solltest du unsere zukünftigen Foto Walks zeitgerecht in deine Chronik gespült bekommen! Bis zum nächsten Mal, Dein

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Meine Lieblingsgadgets (Teil 1?)

Lieber Freund,
In den vergangenen Wochen habe ich dir insgesamt 10 Apps vorgestellt, die ich auf meinem iPhone habe und die ich gerne als Fotograf nutze (Hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2). Nun setze ich diese Reihe mit meinem Lieblingszubehör fort.

Auch hier gilt wie schon die letzten Male, dass ich mir alle Gadgets selbst gekauft habe, ich bekomme nix, wenn du das eine oder andere Teil kaufst. Ich möchte dir lediglich ein paar - zumindest für mich - nützliche Helferlein präsentieren. Diese unterstützen, wie auch schon die vorgestellten Apps, meinen Workflow und helfen mir schneller zu erreichen, was ich möchte. Dieses Mal habe ich die Preise nicht recherchiert, auch schon alleine deswegen, weil ich diese Dinge in verschiedenen Ländern gekauft habe und der Markt voll ist mit sehr ähnlichen Produkten in veschiedensten Preisregionen. Nun aber zu den kleinen Helferleins, die ich mir über die Jahre zugelegt habe.

1. Apple's SD/USB auf 30 pol. Connector

Eigentlich hätte mir die USB Variante gereicht, denn zum Kaufzeitpunkt hatte ich nur die Canon 5D im Einsatz (und die hat CF Karten), aber es gab sie damals nur als Pärchen. Heute muss ich "zum Glück" sagen, denn ich bin nur noch mit SD Karten unterwegs. Ja, die Fuji X100T hat WLAN, aber erstens ist die Verbindung etwas mühsam herzustellen und zweitens habe ich ja auch noch die X-Pro1. Und die hat kein WLAN verbaut. Benutzt habe ich die beiden Adapter allerdings nur, um die Bilder auf mein iPad zu bekommen. Ich glaube mit dem iPhone haben die nicht funktioniert. Zumindest nicht mit dem, das ich hatte. Zwei kleine Punkte muss ich jedoch anführen, die mir an dem System nicht all zu sehr gefallen. Erstens: Das Erstellen der Bildvorschauen dauert etwas, wenn viele Bilder auf der Karte sind. Dummerweise schatet sich das iPad währenddessen ab und tut dann (glaube ich jetzt) nicht weiter. Beim Importieren der Bilder in Lightroom dauert es ähnlich lange, aber da kann während ich warte einen Kaffee holen oder was anderes machen. Zweitens: Wenn man dann ein paar Bilder ausgewählt hat und auf "Importieren" klickt fragt das iPad nach "Alle importieren" oder "Auswahl importieren"? Warum habe ich wohl ein paar Bilder ausgewählt? Das ist schon fast so, wie wenn der Airbag fragt "Sicher, dass ich auslösen soll?" ;) Naja, nicht ganz so schlimm aber trotzdem etwas nervig. Die Abfrage nach dem Importieren, ob man die Fotos behalten will oder ob sie (auf der Karte!!) gelöscht werden sollten, finde ich persönlich ziemlich blöd, wenn nicht sogar gefährlich! Das kann man aber leicht umgehen, in dem man den Schreibschutzschalter der Karte auf "Lock" schiebt. Das mache ich auch beim Importieren in Lightroom, das kann einem viel Ärger ersparen.


 

2. Apple's SD auf Lightning Connector

Hmmmm, noch ein Connector? Ja, diesmal der für mein iPhone. Eigentlich brauche ich den gar nicht, denn wenn ich unterwegs bin, habe ich meine X100T dabei und die verbindet sich ja über WLAN mit meinem iPhone. Das ist zwar, wie schon geschrieben, etwas umständlich, aber noch immer günstiger als der Adapter. Nun ja, als ich mit Michael aber in München war, wollte ich Postkarten (jupp, ich bin noch so altmodisch) mit von mir gemachten Fotos versenden. Das geht ganz toll mit der Postkartenapp der österreichischen Post und ist mit 1,99€ pro Karte auch durchaus preislich OK. Eigentlich hätte ich diese App bei meinen "Top 10" anführen müssen. Notiz an mich selbst: Neue Liste mit 10 weiteren Apps die ich mag anlegen. Zurück nach München, wo ich feststellen musste, das ich ja die X-Pro1 eingepackt hatte. Und da ich nur im iPhone eine deutsche SIM Karte hatte, war es mir zu mühsam, die Bilder auf mein iPad zu laden (mit dem SD Adapter), dort zu bearbeiten, an irgend einem WLAN Hotspot in die Dropbox zu laden, mit dem iPhone herunter zu laden und die Postkarten zu gestalten. Also sind Michael und ich kurzerhand in den nächsten Appelstore gepilgert und ich habe mir auch diesen Adapter gekauft. Wir sind ja schließlich nach München gefahre um Fotos zu machen, nicht um einen WLAN Hotspot zu suchen. Und das Aufladen meiner Prepaid Karte war mühselig genug. Doch das ist jetzt vorbei, ich habe 8GB Datenvolumen in der ganzen EU, dank Zweitkarte auch am iPad. Funktionsweise und Kritikpunkte beteffend des Adapters sind im Prinzip bereits oben angeführt, wobei das Importieren mit diesem Adapter gefühlt schneller geht.


 

3. "World Power" Adapter

Den habe ich mir am Flughafen in Heathrow gekauft. Ich habe im Vorfeld meiner Londonreise zwar schon ein wenig herumgesucht, aber nichts gefunden, was mich persönlich zufriedengestellt hätte. Diesen Adapter habe ich im Duty Free gefunden und er hat alles was ich brauche (ich hatte noch einen einfachen UK/AUT Adapter mit, sowie eine 3er-Steckdose und meine beiden Ladegeräte, hätte ich nichts gefunden). Ich kann auf beiden Seiten so gut wie jede Steckdose bzw. Stecker nutzen (nicht das ich viele "fremde" Stecker hätte), die sich auf der Welt finden und zusätzlich (das war mir besonder wichtig) habe ich zwei USB Ports zum Aufladen. Mit (insgesamt) 2,4A Ladestrom, also bis zu 1,2A je Port (oder bis zu 2,4A wenn nur einer belegt ist). Daran bin ich bisher nämlich immer gescheitert. Die Adapter die ich bis dahin gefunden hatte, hatten entweder "nur" 1,2A für beide zusammen oder überhaupt keine. Der Adapter war zwar nicht ganz billig (Ich gaube um die 20 Pfund) und wenn ich weiter gesucht hätte, hätte ich sicher auch einen passenden im Internet gefunden, aber jetzt habe ich ihn nun mal und dabei bleibts. Und wie du sehen kannst, spare ich mir damit einen Haufen extra Zeug. Ich brauche keine 3er-Steckdose mehr, denn iPad und iPhone kann ich direkt aufladen, ebenso spare ich mir die beiden Netzteile (die Kabel dazu muss ich sowieso mitnehmen). Zusätzlich könnte ich auch noch eine Nachttischlampe (wieder) anstecken, sollte mein Zimmer keine freie Steckdose dafür haben (da ist es wieder praktisch, dass ich so gut wie jeden Stecker nutzen kann). Ist mir auch schon in mancher Unterkunft passiert, dass ich das eine oder andere Elektrogerät abstecken musste um meine Geräte zu laden. Außerdem kann ich den Adapter verwenden, wenn ich im Zug Strom brauche, denn die haben meist nur "normale" Steckdosen beim Sitz. Oder am Flughafen. Da gibt es zwar auch USB Ladestationen, aber letztes Jahr im Oktober konnte ich einen anderen Reisenden glücklich machen, als ich ihm einen meiner USB Ports zum Aufladen anbot. Alle anderen USB Ladestationen waren nämlich belegt und sein (amerikanisches) Netzteil passte nicht in die Steckdosen am Flughafen.


 

4. Powerbank

Nachdem ich mir einen guten Artikel der c't über (Mogel) Powerbanks zu Gemüte gefürt hatte, habe ich mich für die Amazon Basic 10.000mAh Powerbank enschieden. Die Smartphones von heute sind nun einmal Energiehungrig, das liegt in der Natur der Sache. Die Displays werden immer größer, die Telefone immer schmaler, die Prozessoren immer leistungsfähiger. Mein guter alter Palm Treo 650 musste auch über Nacht aufgeladen werden. Üblicherweise habe ich das immer von Sonntag auf Montag Nacht getan, dann konnte ich ihn die ganze Woche über verwenden. Lange sind diese Zeiten vorbei. Verstehe mich nicht falsch, aber im Grunde hatte war ich auch mit dem Treo 650 zufrieden. Auf der anderen Seite möchte ich die Technik von heute aber auch nicht mehr missen. Daher behelfe ich mir einfach mit einer (oder eigentlich zwei) Powerbank(s). Die große Powerbank ist, so wie alle oben genannten Gadgets immer in meiner Fototasche, ebenso wie zwei USB Kabel (und diverse Adapter). Praktisch, wenn man unterwegs ist und die nächste Steckdose ist nicht in Sicht. Nur die Verwendbarkeit (vor allem des iPhones) leidet schon etwas, wenn da ein USB Kabel mit Powerbank dran baumelt. Daher habe ich mir einen Zusatzakku nur für mein iPhone gekauft. Die Powerbank (Michael hat sich die neurere Version mit schon 16.000mAh geholt) hat zwei USB Ports mit insgesamt 3,4A, also 1,6A Ladestrom je Buchse. Damit wird auch das iPad relativ schnell aufgeladen bzw. beim Filmschauen entlädt es sich nicht (die Akkuladung bleibt konstant). Der Zusatzakku fürs iPhone macht selbiges zwar relativ dick, aber das stört mich eigentlich nicht. Einziges Manko ist, dass sich auf der Linse der Kamera durch die Bauform der Aussparung relativ schnell und einfach Staub fängt. Dazu ziehe ich den oberen Teil aber einfach vor einem Foto ab, wische die Linse sauber und gut ist's. Zudem habe ich zwischen Akku und iPhone noch einen "Notgroschen" in Form eines 5€ Scheines gepackt. Somit sollte mir nie der Saft als auch das Geld ausgehen. Zumindest vorübergehend. Will ich allerdings Adapter No 2 (siehe oben) anstecken, muss ich den Zusatzakku entfernen. Dieser hat nämlich zum Aufladen (und Datenübertragen) einen Micro-USB Anschluss. Dafür kann ich den Akku eigentlich überall aufladen, auch wenn ich mal kein Kabel dabei habe. Dank fast aller anderen Smartphonehersteller, die lieber auf Kompatibilität und Konnektivität als auf Proprietärität setzen. Übrigens ist die Powerbank genau so groß wie mein iPhone 6s und etwa doppelt so dick (bzw. genau so dick, wie mein iPhone mit Zusatzakku).


 

5. Samsung Gear S3 Smartwatch

Ja, nun ist es raus, ich habe keine AppleWatch. Konnten die Meisten noch verstehen, dass ich eine Pebble hatte, setzt spätestens jetzt Kopfschütteln und Unverständnis ein. Zumindest bei den Hardcore-Fans beider Lager. Wie kann ich es wagen, zu einem iPhone eine Gear S3 zu nehmen? Wie kann ich es wagen, kein Samsung Smartphone zu besitzen, da ich doch die Gear S3 habe? Wer mich dagegen gut kennt, so wie du, weiß, dass ich mir immer jene Dinge kaufe, die für mich am Besten sind. Und abgesehen von der Preisdifferenz (die dank eines Amazongutscheins noch größer war) sprach auch das Design für die S3. Ich mag es einfach mehr, wenn eine Uhr wie eine Uhr aussieht. Das tut die AppleWatch nun mal nicht. Ja, ich muss zugeben, das Zusammenspiel zwischen iPhone und S3 ist nicht perfekt und kann definitiv verbessert werden. Ich finde es toll, dass Samsung die Gear S3 auch für Apple geöffnet hat, aber es gibt noch genug Raum für Verbesserungen. Gerade wenn die Gear App offen ist, ist die Bluetoothverbindung alles andere als stabil. Das wird sich sicherlich in der (hoffentlich näheren) Zukunft ändern, aber alle wichtigen Funktionen laufen soweit stabil und zu meiner Zufriedenheit (zumindest fast immer). Zugegeben, die AppleWatch zusammen mit dem iPhone bietet sicherlich ein umfangreicheres Gesamtpaket, ebenso wie die Gear S3 mit einem Galaxy S7 (oder so) es tun würde. Aber für mich geht es bei diesen Gadgets nicht immer darum, das Maximum herauszuholen. Oftmals reichen mir auch "nur" 80% :)


 

Ich habe natürlich noch eine Vielzahl anderer größerer oder kleinerer Gadgets, aber diese fünf benutze ich immer wieder gerne und oft. Vielleicht erweitere ich ja diese Liste auch noch um fünf weitere Gadgets, das eine oder andere würde mir schon noch einfallen, das zumindest erwähnenswert wäre. Bis dahin, noch einen schönen Sommer, Dein

Meine (iPhone) Lieblingsapps - Teil 2

Lieber Freund,
Letzte Woche habe ich dir bereits fünf Apps vorgestellt, von denen ich denke, dass du sie dir zumindest einmal ansehen solltest. Hier nun die Fortsetzung mit fünf weiteren Apps:

Snapseed

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Preis: kostenlos
Dieses Programm sollte niemand nicht auf seinem Smartphone haben. Außer du benutzt dein Smartphone nicht, um Fotos zu machen. Ich behaupte hier einfach, dass Snapseed am Smartphone das ist, was Lightroom am PC oder Laptop ist. Ja, es gibt auch eine mobile Version von Lightroom und auf meinem iPad ist diese auch installiert, aber am Smartphone und für "jedermann" ist Snapseed das Fotobearbeitungstool schlechthin. Für den noch nicht so erfahrenen Bearbeiter gibt es eine ganze Reihe an Tutorials (unten auf "Tipps & Tricks" klicken) und auch ich habe hier schon das eine oder andere gelernt. Direkt nachdem man das zu bearbeitende Bild ausgewählt hat, kann man durch Drücken des Bleistift-Icons auswählen, was man verändern möchte. Neben "Feinabstimmung" womit man alle typischen Parameter wie Belichtung, Kontrast, Schatten/Lichter, usw. verändern kann, gibt es noch Werkzeuge wie "Beschneiden", "Drehen", "Weißabgleich", "Vignettierung", "Reparieren", und, und, und. Mit "Speichern" wird das originale Bild mit den Änderungen gespeichert, mit "Kopie speichern" wird ein neues Bild mit den Änderungen erstellt, das Original verlbeibt so, wie es war. Alle Bearbeitungen lassen sich mit beiden Speicherarten nachträglich ändern und rückgängig machen, nur wenn man das Bild exportiert (was ein neues Bild erzeugt und das Original nicht ändert) ist das nicht mehr möglich. Keine meiner Bilder, welche ich von meinem iPhone aus poste, schaffen es in der Internet, ohne durch Snapseed zu müssen. Die Kamera des iPhones ist sehr gut, aber ein bisschen aufpolieren ist doch immer notwendig.


 
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Preis: 2,29€
Die App mag heute etwas unnötig erscheinen, vor allem deswegen, weil Instagram (mittlerweilen) Bilder die nicht quadratisch sind, auch so anpassen kann, dass alles sichtbar ist. Aber Squaready Pro kann mehr als nur das. Die Balken oben und unten können nicht nur in der Farbe variiert werden, wie du auf dem Screenshot sehen kannst, kann man auch Teile des Fotos veschwommen einblenden. Daneben gibt es noch weitere Einstellmöglichkeiten für das Foto. Ob zentriert, links- oder rechtsbündig, ob mit oder ohne Metadaten (GPS, EXIF, usw.), da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Übrigen gibt es diese App auch mit Werbung, dann kostet sie nichts. Sehr praktisch, wenn man die App mal ausprobieren möchte. Das ist übrigens eine Sache, die ich am Appstore nicht mag. Das es nämlich keine "Demo-Versionen" gibt. Daher finde ich es immer gut, wenn die Enwicker selbst hier dieses Manko des Apple-Appstore ausgleichen und Werbefinanzierte bzw. in ihrem Umfang eingeschränkte Versionen kostenfrei anbieten. Ich habe mir die werbefreie Version gegönnt, weil ich die Entwickler damit unterstützen wollte. Und auch wenn ich das ganze Gejammere über die (horrenden?!?) Preise der Apps nicht ganz nachvollziehen kann, ist mir doch, als ich die Preise für die Apps hier recherchiert habe, fast mein iPhone 6s in meinen Venti-Triple-Caramel-White-Mocca von Starbuck gefallen ;) Also mal ganz ehrlich, wenn ich nicht einmal die paar Euro für eine nette kleine App ausgeben will, da fehlen mir einfach nur die Worte. Aber das hat jetzt nichts mit dieser App zu tun, die ist nämlich wirklich ordentlich progarmmiert, leistet mir gute Dienste und ich habe es nicht bereut die 2,29€ dafür auszugeben!


 
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Preis: 2,29€
Diese App ist vielleicht nicht für jeden Fotografen, aber definitiv für jene, die sich der Astrofotoggrafie widmen. Oder die damit gerne anfangen würden oder die, die sich allgemein für den Weltraum, Sterne und Planeten interessieren. Ich selber bin in dieser Hinsicht ein totaler Laie und finde vielleicht noch den großen Wagen und Orion, aber alles andere ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Michael dagegen ist ein totaler Astro-Geek, der braucht diese App sicher nicht. Wobei sie sicherlich auch für ihn interessant ist. Mit aktiviertem GPS braucht man sein Smartphone nur in die Richtung des Himmels halten, der einen interessiert und schon sieht man, welche Sterne, Planeten, usw. sich in diesem Bereich befinden. In der App lässt sich auch leicht konfigurieren, was man sehen möchte und was nicht. Planeten, Sterne, Nebel, Kometen, Sternbilder mit Linien oder doch schöne grafische Darstellungen. Daneben kann sowohl der Ort als auch die Zeit beliebig verstellt werden um zu sehen, ob sich der Trip nach Timbuktu lohnt um die Milchstraße am 5.Dezember 2018 zu fotografieren. So konnte ich zum Beispiel sehen, dass Michael und ich zwar am 11.August wenn wir den Erzberg besuchen, sicherlich schöne Milchstaßenfotos von Mariazell aus machen können, aber erst nach 21.40 wenn es richtig Dunkel geworden ist. Da wir aber schon früher vom Erzberg wegfahren, wird das wohl dieses Mal nichts mit den Astrofotos. Für alle Astro-Interessierhen habe ich hier noch ein "Goodie", das zwar nichts mit der App selber zu tun hat, aber hilfreich sein kann, möchte man sich den Sternenhimmel ansehen. Eine Lichtverschmutzungskarte die online abrufbar ist und einem hilft, richtig dunkle Orte zu finden :) Zusätzlich zum Google Maps Overlay gibt es diese Karten auch zum Download, wenn man mal kein Netz hat...


 
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Preis: kostenlos
Interessiert man sich eher dafür, wo die Sonnen an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Zeit ist, genügt die App Sun Route, welche kostenlos ist. Die App nutzt Argumented Reality, bekannt wohl vor allem durch die Pokemon App, um den Stand der Sonne anzuzeigen. Ich habe im Garten einen Screenshot gemacht, wo die Sonne in zwei Monaten sein wird, wenn ich um genau dieser Uhrzeit hier sein werde. Finde ich sehr praktisch, wenn man einen tollen Ort zum Fotografieren gefunden hat, aber die Sonne nicht da ist, wo man sie gerne hätte :) Die App ist sehr intuitiv aufgebaut. Ein Tipp auf das Kalendersymbol lässt einen das Datum einstellen. Die Uhrzeit stellt man durch links- bzw. rechtsdrehen des Smartphones ein. Die Sonne (der gelbe Punkt natürlich) wandert entsprechend der Uhrzeit nach oben oder unten. Schön zu sehen ist, wo heute (30.7.) die Sonne ist und wo sie am 30.9. sein wird.


 
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Preis: 3,49€
Ganz schön heftiger Preis für eine Messager-App wirst du dir denken. Noch dazu kostet WhatsApp & Co keinen Cent. Und außerdem, wer hat heute kein WhatsApp (ich kann jedenfalls die Kontakte in meinem Telefonbuch wohl an einer oder vielleicht zwei Händen abzählen, die es nicht haben), wozu also einen anderen Messager verwenden? Mein bester Freund Peter hat mir diese App empfohlen, vor vielen Jahren. Damals war von eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung in Messagern noch keine Rede. Threema verwendet seit Anfang sowohl eine Verschlüsselung um die Daten welche gesendet werden zu schützen genau so wie die Kommuniktion zwischen Smartphone und Server zu sichern. Die Server über welche die Kommunikation abläuft stehen in der Schweiz und unterliegen somit den (sehr) strengen Datenschutzrichtlinien der Schweiz. Außerdem speichern die Server die Daten nur so lange, bis die Nachricht beim Empfänger sicher angekommen ist. Ver- und Entschlüsselung der Daten findet am Smartphone statt, die Server dienen ausschließlich als Transportmedium. Und wem das alles noch nicht genug Sicherheit ist, kann die korrekte Implementierung der Verschlüsselung selber überprüfen (dies wurde im übrigen auch bereits unter anderem vom Heise Verlag - in der c't - gemacht). Wem das noch immer nicht genug ist, wenn du Threema das erste Mal startest, wird eine "Threema-ID" erstellt. Diese ID wird nur ein einziges Mal generiert, deinstalliert amn die App und installiert sie neu, wird eine neue ID generiert. Diese ID kann, muss aber nicht(!), mit der Telefonnummer und/oder Emailadresse verknüpft werden. Anonymer geht es nicht. Kontakte knüpft man entweder über die Telefonnummer oder Emailadresse, soweit mit der ID verknüpft, oder über einen Buchstaben-/Zahlencode der aus der ID generiert wird. Eine "Ampleanzeige" zeigt an, ob der Kontakt "vertrauensürdig" ist oder nicht. Ein roter Punkt bedeutet, dass man den Kontakt nur über die ID kennt. Zwei gelbe Punkte bedeutet, dass die ID mit einer Telefonnummer und/oder Emailadresse aus dem eigenen Telefonbuch verknüpft ist. Drei grüne Punkte gibt es nur dann, wenn man sich mit dem Kontakt persönlich trifft und einen QR-Code scannt, den die App generiert. Diese App ist meiner Meinung nach völlig sein Geld wert, vor allem, wenn man ein wenig auf Privatsphäre, Datensicherheit und Verschlüsselung Wert legt.


 

Was denkst du über meine Auswahl? Waren Apps dabei, die du noch nicht kanntest? Habe ich Apps vergessen, die deiner Meinung nach auf meinem iPhone unbedingt sein sollte? Würde mich über ein Kommentar oder eine Email freuen! Bis zum nächsten Mal, Dein

Meine (iPhone) Lieblingsapps - Teil 1

Lieber Freund,
Heute möchte ich dir ein paar Programme - in Neudeutsch "Apps" - vorstellen, die ich selber auf meinen iPhone gerne verwende. Die Meisten, wenn nicht sogar Alle wird es wohl auch für Android geben aber da ich kein Android Smartphone besitze kann ich nichts über die Bedienbarkeit bzw. Stabilität der Apps auf Android sagen. Manche Apps haben direkt etwas mit Fotografie zu tun, manche erst auf den zweiten Blick und manche (fast) gar nichts. Ich habe die Apps der Einfachheit nach dem Alphabet sortiert.
Die Einschätzungen spiegeln lediglich meine persönliche Erfahrung mit den genannten Apps wieder, ich werde von keinem der Entwickler gesponsort oder in irgend einer Weise unterstützt. Ich tue hier lediglich meine persönliche Meinung zu den Apps kund und hoffe, dass sie dir Wegweiser auf der Suche nach einer passenden App sind. Was für mich funktioniert muss nicht notwendigerweise für dich funktionieren und umgekehrt. Du findest, dass die App "abc" bessere Dienste leistet als die App die ich hier vorgestellt habe? Dann würde ich mich über ein Kommentar oder eine Email freuen! Vielleicht kannte ich die App noch gar nicht! Jetzt aber genug des Vorwortes, hier nun der erste Teil meiner Lieblingsapps:


Feedly - Get smarter

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Preis: kostenlos
Ich bin auf Feedly gestoßen als mein alter RSS-Reader (den ich, obwohl ich bereits vergessen habe wie sein Name war, geliebt habe) nicht mehr funktionierte. Ich glaube dass damals Googel irgendeinen Dienst abgeschaltet hat und daher die App nicht mehr auf die Daten zugreifen konnte. Jedenfalls ist Feedly mehr als nur ein RSS-Reader. Neben dem einbinden eben genannter News Quellen kann man auch seine YouTube Channels einbinden, so genannte "Key Word Alerts" setzen und vieles mehr. All diese News Quellen lassen sich in verschiedenste Kategorien ablegen und wenn man ein Konto anlegt (ich weiß nicht mehr ob es auch ohne Konto funktioniert), wird alles in der Cloud gespeichert und man hat auch vom PC aus Zugriff. Außerdem kann Feedly mit Facebook, Twitter, Evernote, OneNote, Pintrest und anderen Plattformen verbunden werden. Dies alles soll das Teilen von Inhalten bzw. Speichern erleichtern. Ich persönlich nutze Feedly nur für ein paar RSS-Feeds, werde aber sicherlich das eine oder andere Feature in näherer Zukunft ausprobieren.


 
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Preis: kostenlos
Ohne Passwörter kommt man heute, trotz Fortschreiten der Technik (Stichwort: Fingerabdruck), nicht weit. Und da man diese ja nicht immer braucht, kommt es schon mal vor, dass man das eine oder andere Passwort vergisst. Die Anforderungen an Passwörter werden heute - und das finde ich auch gut so! - immer höher und viele Dienste bestehen mittlerweilen darauf, zumindest Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben) und Zahlen zu verwenden. Sonderzeichen wären auch nicht schlecht, solange es "normale" Sonderzeichen sind, nicht unbedingt Ä, Ö und Ü. Aber auch die sollten - meist - keine Probleme machen. Zur Sicherheit sollte man natürlich für jeden Dienst ein eigenes Passwort verwenden (und außerdem sollte es nichts sein, was sich in Wörterbüchern finden kann), denn sollte es jemandem gelingen doch ein Passwort zu knacken, hat man meist ein gewaltiges Problem. Hierbei hilft dieses Programm, welches einem erlaubt, die Passwörter inklusive weiterer Infos (Benutzername, Webseite, usw.) in einer verschlüsselten Datei zu speichern. Diese kann dann auch in der Dropbox (oder einem anderen Onlinespeicher) liegen und nur bei Bedarf auf das Smartphone geladen werden (oder aber die Datei liegt dauerhaft am Smartphone - dann aber regelmäßige Backups nicht vergessen!!). Die App zeigt, nachdem man sich zuerst mittels PIN oder Fingerabdruck in die App eingelogt hat (kann auch ausgeschaltet werden), die verfügbaren Containerdateien an. Ein weiteres Passwort später hat man dann Zugriff auf seine Passwörter (die aber trotzdem nur als ** angezeigt werden). Ein Tipp darauf und das Passwort ist für kurze Zeit im Zwischenspeicher und kann direkt eingefügt werden. Außerdem gibt es auch ein Desktopprogramm, welches es einfach macht, hat sich eine große Anzahl an Passwörtern zum Eingeben angesammelt. Außerdem ist ein frei kunfigurierbarer Passwortgenerator dabei und wer sich auskennt kann den Quellcode herunterladen und auf Fehler bei der Implementierung abklopfen.


 
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Preis: kostenlos
Opera ist ein Webbrowser und du magst dich fragen, warum ich nicht den bereits vorinstallierten Safari benutze. Nun, den benutze ich schon auch, aber Opera hat - für mich - einige Features die mir mein Leben einfacher machen. Natürlich braucht das Surfen im Internet ein Teil deines Datenvolumens auf, das ist klar. Aber hast du schon einmal gesehen, wie viel Safari benötigt? In Opera kannst du einstellen, dass der Datenstrom (Bilder, Videos und Text) komprimiert wird. Das ist von Vorteil, wenn du wenig Datenvolumen zur Verfügung hast, aber auch, wenn die Internetverbindung nicht all zu schnell ist. Daneben ist ein Werbeblocker eingebaut, der das Datenvolumen abermals reduziert. Da ich auf all meinen Geräten Opera einsetze und mit einem Opera Konto angemeldet bin, snychronisieren sich auch meine Lesezeichen bzw. geöffneten Tabs. Ich weiß, dass diese Funktion auch bei anderen Browsern verfügbar ist, aber ich setze Opera seit etwa 1999 ein und bin mehr als zufrieden, warum also wechseln? Für mich ist jedenfalls in der mobilen Version der "Turbo Modus" wie er von Opera genannt wird, das Hauptargument für diesen Browser.


 
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Preis: kostenlos
Ich höre gerne Fotopodcasts und die Apple-eigene App war mir zu unflexibel. So bin ich auf Overcast gestoßen. Das tolle an dieser App ist die Möglichkeit, "intelligente" Playlisten zu erstellen. Du kannst auswählen, welche Podcasts in einer Bestimmten Liste auftauchen sollen und ob diese nach Podcast und dann nach Datum oder nach Datum - Podcast übergreifend - sortiert werden sollen. Daneben kannst du festlegen, ob neue Folgen (und wie viele) automatisch heruntergeladen werden sollten, ob nur WLAN oder auch mobile Daten verwendet werden dürfen und ob bzw. wie du darüber benachrichtigt wirst. Oh, und dann gibt es noch "Smart Speed" und "Voice Boost". Ersteres erkennt (Sprech) Pausen und überspringt diese, was dazu führt, dass man sich ein paar Sekunden pro Podcast einspart :) Nicht die Welt, aber in Summe kommt da glaube ich schon einiges zusammen. Zweiteres verbessert die Sprachqualität was gerade bei Podcasts welche über Skype (oder ähnliches) aufgenommen wurden, manchmal hilfreich sein kann. Dieses Feature ist natürlich bei Podcasts mit gutem bis sehr gutem Audio kaum hilfreich, aber ich hatte schon die eine oder andere Folge, bei welcher dieses Feature sehr geholfen hat. Zudem kann man auch die Wiedergabegeschwindigkeit - mittlerweilen - bis auf das 3-fache beschleunigen (etwas verlangsamen geht auch). Außerdem gibt es noch viele Einstellmöglichkeiten, um das Podcasthören so angenehm wie möglich zu machen. Podcasts kannst du entweder direkt aus dem Verzeichnis der App hinzufügen oder über eine URL, alles sehr intuitiv und einfach. Und das Beste daran ist, dass das alles nichts kostet (so wie die Podcast App von Apple). Zusätzlich gibt es aber eine "Premium" Option welche, a) die Werbung am unteren Rand entfernt (die stört mich aber überhaupt nicht), b) mit erlaubt, eigene (Musik) Dateien in die App zu laden (brauche ich -derzeit- nicht wirklich) und c) den Entwickler unterstützt. Bis jetzt habe ich mich noch nicht dazu durchgerungen die 9,99€ pro Jahr dafür auszugeben. Aber ich glaube das ich es tun werde. Schließlich habe ich dies auch schon bei anderen Apps getan, und 10€ pro Jahr sind auch nicht die Welt (für mich).


 
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Preis: derzeit kostenlos
Möchte ich mehr als ein Foto auf Instagram teilen, benutze ich den Photo Collage Pro Editor. Hier stehen verschiedenste Layouts bereit um mit Bildern befüllt zu werden. Ganz klassische Layouts wie 4 kleinere quadratische Bilder, zwei Bilder im Hoch- oder Querformat, aber auch ausgefallene Layouts mit Wellenmuster, Kreisen, Blumen und Herzformen stehen zur Auswahl. Daneben kann auch die Rahmenfarbe (bzw. -muster), die Linienstärke, die Größe der einzelnen Bilder, usw. angepasst werden. Auch "Sticker" und Text kann hinzugefügt werden. Derzeit ist die App noch kostenfrei, wie lange das so bleibt weiß ich nicht, also schnell zuschlagen!


 

Nächste Woche folgen fünf weitere Apps, die ich gerne benutze und die du dir unbedingt einmal ansehen solltest. Was hälst du von den bisher vorgestellten Apps? Würde mich über ein Kommentar oder eine Email sehr freuen! Bis nächste Woche, Dein

Hyperfokal!! - Willst du mich beleidigen?!?

Prag, 2017

Lieber Freund,
Hast du schon einmal den Begriff "hyperfokal" im Zusammenhang mit Fotografie gehört? Sicherlich, oder? Es war in einer der letzten Folge des Happy Shooting Podcast von Chris und Boris, als ich von einem Kickstarter Projekt hörte, das ein hyperfokales Objektiv bauen möchte. Chris bemerkte völlig korrekt, dass jedes Objektiv ein hyperfokales Objektiv ist bzw. sein kann. Korrekterweise muss man natürlich vom der "hyperfokalen Distanz" sprechen. Was ist nun diese "hyperfokale Distanz"? In Wikipedia lesen wir dazu:

Als hyperfokale Entfernung beziehungsweise hyperfokale Distanz wird in der Fotografie diejenige endliche Gegenstandsweite bezeichnet, bei der, wenn man genau auf diese Entfernung fokussiert, im Unendlichen liegende Objekte ebenfalls gerade noch mit akzeptabler Unschärfe abgebildet werden. Der gesamte mit akzeptaber Unschärfe abgebildete Bereich, die sogenannte Schärfentiefe, reicht dann von der halben hyperfokalen Entfernung bis ins Unendliche. - Wikipedia

Viele alte Objektive hatten sogar eine solche Markierung am Objektivtubus angebracht. Die Entfernung, ab welcher quasi "alles Scharf ist", hängt natürlich von der verwendeten Brennweite und von der eingestellten Blende ab. Das oben erwähnte Objektiv hatte, soweit ich mich erinnern kann, eine fest eingestellte Blende und ein Verstellen der Fokusdistanz war auch nicht möglich, da das Objektiv auf die hyperfokale Distanz eingestellt ist. Ich werde hier nicht auf die Sinnhaftigkeit dieses Objjektives eingehen, sondern mich den Vorteilen zuwenden, welche man erlangt, hat man einmal dieses Konstrukt der hyperfokalen Distanz begriffen.

Auf alten Objektiven war manchmal, wie schon erwähnt, eine Markierung für die hyperfokale Distanz angebracht, auf den Meisten jedoch fand sich zumindest eine Tiefenschärfeskala, wie auf dem hier dargestellten Objektiv. Ich habe die Unendlichmarkierung rechts auf den Strich zwischen Blende 8 und 16 (entsprechend Blende 11) gestellt. An der roten Markierung lässt sich einfach die hyperfokale Distanz (5m) ablesen, am linken Strich zwischen 8 und 16 die Distanz, ab welcher der Schärfebereich (2,5m) beginnt. So einfach war das damals. Bei den heutigen Digitalkameras ist das etwas schwerer geworden, aber auch in diesem Bereich sind die spiegellosen Kameras wieder einmal Vorreiter. An meiner X100T sowie meiner X-Pro1 habe ich einen dynamischen Schärfebereisanzeiger, mit dessen Hilfe ich leicht die hyperfokale Distanz einstellen kann. Für alle Kameras, die das nicht haben, gibt es sicherlich auch Apps für das Smartphone, die diese Berechnung anstellen können.

Wien, 2016

Warum das ganze Gerede über hyperfokale Distanz? Wozu braucht man diese denn überhaupt (noch)? Und kann man das nicht im Nachhinein in Lightroom, Photoshop oder sonstwo "reparieren"? Nun, im Nachhinein lässt sich das nicht mehr "einfügen", soviel ist schon einmal sicher. Verwendung findet diese Technik überall dort, wo ich keinen Autofokus benutzen kann, entweder weil ich keinen habe, oder weil der Autofokus mit der Situation nicht zurecht kommt. Ein paar Beispiele:

  1. Street Photography: War ja klar, das dieses Thema bei mir kommen muss. Wobei hier nicht unbedingt die hyperfokale Distanz genutzt werden muss. Hier kommt auch oftmals das Zonen-System zum Einsatz, bei welchem ich im Vorhinein festlege, welcher Bereich (z.B.: von 1,5 bis 3m) scharf sein soll und welcher nicht.
  2. Landschaften: Jeder Landschaftsfotograf liebt die hyperfokale Distanz und da man im Normalfall auch ein Stativ verwendet, kann man sein Objektiv schon mal auf Blende 8 oder mehr abblenden. Dann noch auf die hyperfokale Distanz eingestellt, wird so gut wie alles scharf auf dem Landschaftsbild.
  3. Feuerwerk: Auch hier hilft einem diese Technik enorm. Normalerweise ist es dunkel, wenn man ein Feuerwerk fotografiert. Und selbst wenn es nicht dunkel wäre, worauf sollte man denn scharfstellen? Man sucht sich einfach einen Teil des Himmels aus, wo vermutlich die meisten Raketen explodieren werden und fotografiert darauf los. In meinen Anfangstagen mit der DSLR hatte ich die Daumenregel: "Schärfering auf Unendlich drehen, dann ein bisschen zurückdrehen", was mehr oder weniger nichts anderes war, als die hyperfokale Distanz einzustellen. Damals wusste ich das aber noch nicht :)
  4. Sternenhimmel: Auch hier wieder, es ist dunkel ("Na no na net" wirst du dir jetzt denken) und der Autofokus wird dir hier nicht weiter helfen können. Also wieder, "Auf Unendlich und ein bisschen zurück"...
  5. Fish-Eye-Fotografie: Hier auch praktisch, da durch die sehr kurze Brennweite die hyperfokale Distanz bereits sehr früh beginnt. Mein Samyang (8mm, f/2.8) blende ich meist auf 5.6 ab, stelle den Fokus auf etwa die Hälfte zwischen Unendlich und 1m (welche Entferung das auch immer enspricht, da zwischen diesen beiden Angaben keine weiteren auf dem Objektiv sind...) und ich brauche mir nur noch über die Belichtung Gedanken machen. Scharf wird damit sowieso alles (außer ich verwackle, aber das ist ein anderes Thema).

Wie du siehst, kannst du jedes Objektiv als hyperfokales Objektiv betreiben (was Chris und Boris so auch im Podcast brachten), du musst nur die richtige Einstellung vornehmen. Und gerade bei älteren Objektiven (ich weiß das Michael einen Adapter für seine alten Minoltaobjetive für die X-T1 hat), kann dieses Wissen durchaus hilfreich sein, oder? Bis zum nächsten Mal, Dein

[Bookreview] Faces of Ground Zero

 Bookcover used with permisson; all rights reserved; © www.hachettebookgroup.biz

Bookcover
used with permisson; all rights reserved;
© www.hachettebookgroup.biz

Dear Friend,
This time I blog in English because of the book at hand. It is called Faces of Ground Zero and the pictures are from the great photographer Joe McNally. If you don't know Joe, please go ahead and check out his work! He is a Master behind the camera, a Master at Light and an even bigger Master at teaching.

Just a few days after 9/11 happened, he started doing these portraits with a "one-of-a-kind" camera in a studio just blocks away from Ground Zero. The pictures in this book repesent the portraits he took on 40x80 in. Polaroids. These "bigger-than-life" Polaroids where exhibited in the US shortly after. This book is a collection of the 150 portraits Joe took, to show the world the (often untold) heros of 9/11.

I hope you enjoyed the video! Here is the link to the Youtube video, I mentioned in the Article. The part about the book starts around Minute four!

Analog?!?

Lieber Freund,
Du hast sicher schon über den Fotowalk gelesen, den Michael und ich am 14.August machen. Falls nicht, würde ich dir empfehlen hier kurz nachzulesen, damit du weiß welches Thema wir uns überlegt haben.

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Warum in aller Welt wollen wir einen Fotowalk mit analogen Kameras machen? Oder für die, die keine (mehr) haben, warum diese Einschränkungen? Sollten wir nicht die heute verfügbare Technik nutzen, anstatt auf längst überholte Ausrüstung zurück zu greifen? Nein, das finde ich nicht. Ja, ich bin froh und dankbar, was wir heute alles an Technik verwenden können. Mein neuestes Spielzeug ist die Samsung Gear S3 und jedesmal wenn ich im Auto einen Anruf bekomme (was glücklicherweise selten ist, da auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung ablenkt) freue ich mich wie ein kleines Kind. Ich hatte in meiner Kindheit zwei Lieblingsserien. Die eine war MacGyver (der Grund warum ich auch heute nie ohne ein schweizer Messer aus dem Haus gehe) und die andere war Knight Rider. Während selbstfahrende Autos wie KITT immer noch ein wenig Zukunftsmusik sind, kann ich mit meiner Uhr bereits - so wie Michael Knight - sprechen bzw. telefonieren :) WIE COOL IST DAS DENN!! Damals hätte ich mir ein Bein für so eine coole Uhr ausgerissen, heute bekommt man sie für ein paar Hundert Euro...

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Ich bin also total dafür, die verfügbare Technologie einzusetzen, aber manchmal habe ich auch das Bedürfnis, zu entschleunigen - wie man so schön sagt. Und das finde ich, geht mit der Analogfotografie besonders gut. Letztes Jahr als Michael und ich an der "Dogwood 52 week challenge" teilgenommen haben, machte ich bereits ein paar Fotos auf echtem Film. Das Thema war "Nostalige" und ich entschied mich, einen Farbfilm Cross-Entwickeln zu lassen, den ich für dieses Thema "verfotografiert" hatte. Durch dieses Verfahren bekommt man interessante Farbverschiebungen bei den fertigen Bildern. Ich muss gestehen, dass ich bei einigen diese wieder Rückgängig gemacht habe. Das geht natürlich nur, wenn man die Negative scannt und dann in Lightroom (oder Photoshop) weiter bearbeitet. Wie du siehst, kombiniere ich also auch hier Altes mit Neuem um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen. Außerdem, wie könnte ich dir sonst hier einige der Fotos zeigen, wenn ich sie im Anschluss nicht digitalisiert hätte?

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Ich glaube unser Fotowalk wird besonders interessant, da wir erst später wissen, ob unsere Fotos etwas geworden sind. Das erklärt auch, warum es früher weniger Fotografen gegeben hat, die z.B.: Hochezeiten fotografiert haben. Ich weiß nicht, ob ich so viel Sebstvertrauen bzw. Können gehabt hätte, eine Hochzeit zu fotografieren. Heute kann ich sofort sehen, ob das Foto etwas geworden ist oder ob ich nochmal abdrücken muss. Damals nicht, da musste es passen wenn der Auslöser "klick" machte. Zugegeben, (Farb) Film ist viel mehr verzeihend als die aktuellen Kamerasensoren, aber trotzdem. Ein Arbeitskollege hat sich erst kürzlich eine (analoge) Leica zugelegt (Ohhhhhh), und die Fotos die ich bisher gesehen habe, müssen sich vor den digitalen von heute wirklich nicht verstecken. Manchmal (nicht immer) hilft es der eigenen Kreativität, wenn man sich einschränkt. Zusätzlich zu den Einschränkungen die die Verwendung einer analogen Kamera mitsich bringen, habe ich nur ein einziges Objektiv (50,mm, was sonst...) und das muss ich manuell Fokussieren. Ich freue mich schon richtig auf den 14.August, vielleicht sehen wir uns ja?!? Bis dahin alles Gute, Dein

Blockiert?!?

Lieber Freund,
Du kennst das sicher, es gibt Tage an denen nichts gelingen will. Egal was man beginnt, egal was man versucht, nichts (scheint) zu gelingen. Manchmal ist das tatsächlich so, manchmal erscheint es einem nur so. Dabei ist es völlig egal, ob im Beruf, in der Freizeit, beim Spielen, wo auch immer. Was also dagegen tun?
Der irische Whiskey "Writers Tears" soll ja deswegen so heißen, da die irischen Schriftsteller bei einer Schreibblockade gerne einen (oder mehrere?) Whiskeys zu sich genommen haben. Und als dann die Tränen der Freude ob der genialen(?) Einfälle geflossen sind, wurde dieser Whiskey geboren. Soweit die Geschichte, ich möchte dich hier aber keineswegs dazu anstiften Alkohol zu trinken, wenn du nicht mehr weiter weißt. Alkohol ist keine Lösung, sagt ein Sprichwort und das stimmt sogar in mehrfacher hinsicht. Alkohol ist ein Lösemittel, aber keine Lösung. Eigentlich ist es auch ein Destillat, aber ich schweife ab.

Heiligenkreuz, Juni 2017

Mir geht es natürlich hier um die Blockade beim Fotografieren. Klar, es ist einfach, hat man einen (mehr oder weniger genau definierten) Auftrag. Ich habe letztens zum Beispiel zwei Firmungen fotografiert. Natürlich tobe ich mich da auch mal kreativ aus, aber im Großen und Ganzen weiß ich, welche Fotos gewünscht sind und was ich tun muss, damit ich dieses Ziel erreiche. Aber wenn ich zum Beispiel in der Stadt unterwegs bin, fällt es mir nicht immer leicht in diese "Zone" zu kommen.
Manche Fotoblogs empfehlen, trotzdem zu fotografieren. Einfach auch mal nicht so super kreative Fotos machen. Aber immer den Fotoapparat dabei zu haben und immer Fotos zu machen. Wieder Andere empfehlen, sich mal eine "Auszeit" zu nehmen. Bewusst keinen Fotoapparat mitzunehmen. Das "was da ist" nur warzunehmen, quasi mit den Augen festhalten. Wieder Andere haben Tipps die mehr oder weniger zwischen diesen beiden Extremen liegen. "Die Eine" Lösung scheint es also nicht zu geben. Was also tun?

Wien, Juni 2017

Ich glaube der "beste" oder "richtigste" Weg ist der, mit dem man selbst sich am wohlsten fühlt. Ich zum Beispiel hatte eine Zeit, in welcher ich meine X100T tatsächlich immer dabei hatte. Und ich fühlte mich manchmal fast schon schlecht, wenn ich sie nicht aus der Tasche nahm oder einmal doch nicht dabei hatte. Manchmal wollte ich einfach nur so durch die Stadt laufen können, ohne Tasche, ohne Ballast, ohne viel nachdenken zu müssen. Und dann fiehl es mir wie Schuppen vor die Augen. Eine Kamera habe ich immer dabei, auch wenn ich ohne Tasche unterwegs sein wollte oder musste. Heute hat (fast jeder) eine Kamera immer dabei, die in seinem Smartphone.

Wien, Juni 2017

Manche sind besser, manche nicht so gut, aber allen ist gemeinsam, dass man sie eigentlich immer dabei hat. Ohne es richtig zu bemerken. Ein Smartphone ohne Kamera ist heute nicht mehr denkbar, daher vergisst man so leicht darauf. Das ist fast so wie der Blinkerhebel im Auto ;) Und das man mit den heutigen Kameras durchaus gute Fotos machen kann, beweisen die Fotos in diesem Beitrag. Die sind alle mit der Kamera meines iPhone 6s gemacht. Manche habe ich noch in Snapseed aufpoliert, manche nicht. OK, die Meisten habe ich aufpoliert ;)

Prag, Juni 2017

Ich bin also jetzt manchmal doch auch ohne meine X100T unterwegs und ich fühle mich nicht gezwungen Fotos machen zu müssen. Aber ich weiß, dass ich welche machen kann, wenn ich will. Da ich mein iPhone ja immer dabei habe. Ich kann dir noch nicht zu 100% sagen, dass mir das langfristig hilft, aber abgesehen von der Herstellung von Diamanten (und einiger wenigen anderen Dinge) ist (zu) viel Druck nicht gut, denke ich. Fotografieren soll Spaß machen, das ist glaube ich das Wichtigste. Ob mit einer 1Dx MkII, einer X100T oder einem Smartphone, ganz egal. Praktischerweise hatte ich damit auch gleich wieder ein bisschen etwas, worüber ich schreiben konnte.

Mayerling, Juni 2017

Nächste Woche kommt wieder ein Bericht über eine Buchpräsentation. Da bin ich nämlich am Dienstag in Schloss Schönbrunn, wo der Verlag Edition Lammerhuber das Buch "Schloss Schönbrunn" präsentiert. Ich habe bereits das Cover gesehen und wenn du Kitsch nicht magst, wird das Buch vermutlich nichts für dich sein. Aber wir hier in Wien mit den wundervollen Bauten aus der Kaiserzeit stehen total auf sowas ;) Bis dahin, alles Liebe, Dein

Ich war noch niemals in New York!

Lieber Freund,

Ebenso war ich noch nie in Hawaii oder San Francisco (weder mit noch ohne zeriss'nen Jeans), wie Udo Jürgens im gleichnamigen Lied so schön sang. Immer wieder lese und höre ich "Don't buy gear". Auch ich habe schon das eine oder andere Mal dir darüber geschrieben, dass es oftmals nur der Befriedigung des G.A.S. dient und uns Fotografisch zu 99% nicht weiter bringt. Stattdessen höre und lese ich die Empfehlung in Erinnerungen zu investieren. Das kann mal ein Workshop sein, mal ein Ausflug ins Museeum, mal eine Reise in ein (mehr oder weniger) fernes Land.

Veitsdom & Burg am Abend, Prag, 2017

Wer eine Reise tut ...

So habe ich es am vergangenen "langen" Wochenende auch getan. Ein Freund hatte mich eingeladen mit nach Prag zu kommen und auch wenn ich kaum bis keinen Einfluss auf die Reiseplanung haben würde (du kennst mich, ich plane gerne voraus), habe ich zugesagt. Und ich muss sagen, dass ich durchaus zufrieden war. Zugegeben, mit drei "Nicht-Fotografen" hatte ich es manchmal schon schwer den Anschluss (unter anderem auf der unglaublich vollen Karlsbrücke) nicht zu verlieren, wenn ich mal hier oder da kurz stehen geblieben bin um ein paar Fotos zu machen. Das ist keine Kritik oder Beschwerde, nur eine Tatsachenfeststellung. Außerdem war es ein eher kurzer Besuch, da wir alle schon wieder Samstag Abend zurück sein mussten. Einige schöne Bilder sind mir aber trotzdem gelungen (wie du hier bereits sehen kannst).

Silhouette des Veitsdoms, Prag, 2017

... der kann viel erzählen!

Und nicht nur das, ich konnte dank Jarka - eine Freundin einer Mitreisenden die als Fremdenführerin fungierte - auch einiges interessantes sowohl über Prag als auch über die Kultur in Tschechien lernen. Für mich hat sich dieser Kurztrip also in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt. Ich konnte eine für mich neue Stadt im Beisein ortskundiger Menschen "gefahrlos" anschauen, einige schöne Fotos machen und mich auch kulturell weiterbilden. Und mit "gefahrlos" meine ich natürlich, dass ich nicht selber einen halben Tag damit verbingen musste, zu überlegen was man sich in Prag anschauen sollte oder was schade um die Zeit ist. Wir waren am Donnerstag Abend nach unserer Ankunft noch in der Stadt essen (italienisch, frag bitte nicht...) und ich habe mich keine Minute unsicher gefühlt.

Silhouette des Brückenhauses der Karlsbrücke, Prag, 2017

Home, sweet Home ?!?

Eigentlich habe ich mich - abgesehen von der anderen Sprache - sehr heimisch gefühlt. Prag und Wien sind sich nicht nur architektonisch sehr ähnlich. Aber auch das verwundert nicht, blickt man auf die (teilweise sehr harte und tragische) Geschichte der beiden Städte. Leider war der eine Tag viel zu schnell herum (dafür war das Wetter spitzenmäßig!) um auch nur Ansatzweise alles (oder wenigstens einiges) zu erkunden. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass alle die sagen, Prag sei wunderschön und die Menschen dort sehr freundlich, Recht haben. Und auch wenn ich zumindest ansatzweise die Worte in tschechisch lesen (aber nicht verstehen) kann, kommt man mit Deutsch und Englisch in Prag sehr weit. Fast alles ist auch in Englisch angeschieben, manche Dinge (wie Speisekarten) auch zusätzlich in Deutsch. Sehr vorbildlich und touristenfreundlich!

Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen

Ich weiß, was du jetzt denkst. Die Zeit und das liebe Geld. Zeit haben wir bekanntlich keine, aber nur deswegen, weil wir sie nicht festhalten können. Zeit hat etwas mit Veränderung zu tun, nichts, was wir stoppen oder sonst irgendwie manipulieren könnten. Zeit ist einfach. Ich habe mir vorgenommen, mir in Zukunft mehr Zeit zu "nehmen" um solche Reisen zu machen. Denn ob ich Geld habe oder nicht, kann ich sehrwohl beeinflussen. Und wie ich Eingangs erwähnte hatte, bevor ich Geld in eine neue Kamera investiere (die ich nicht brauche), "kaufe" ich mir lieber Erinnerungen. Ich hatte sogar kurz überlegt, für die Prag Reise, nur meine alte Praktica mit den beiden Analogfilmen die ich letztens am Flohmarkt gefunden hatte, mitzunehmen. Aber das kann ich ja ein anderes Mal machen. Dann werde ich dir sicher wieder darüber berichten. Fange schon mal an zu sparen, denn wenn dich einmal die Reiselust gepackt hat, hält dich so schnell nichts mehr auf, neue Städte, Länder und Kulturen entdecken zu wollen! Bis dahin, alles Liebe, Dein

Recap Fotowalk #010 - LDA

Lieber Freund,
Du wirst dich sicher gewundert haben, dass gerstern kein Artikel erschienen ist. Nun, das ist einzig und alleine meine Schuld. Ich hatte vor, Dienstag Abend noch ein paar Zeilen zu schreiben, nachdem ich in den vergangenen Wochen mir keine Zeit dafür genommen hatte. Und dann stolperte ich über ein Webinar das Bloggen betreffend. So habe ich den Abend dann damit verbracht, mir ein paar Blogging Tipps zu notieren und nicht an einem neuen Artikel zu schreiben.

Ironischer Weise war der erste Tipp "Consistensy is more important than frequency!", also Beständigkeit ist wichtiger als Häufigkeit. Das "untere Limit" sollte demnach ein Artikel pro Woche sein, was Michael und ich auch derzeit versuchen. Und diesen einen Artikel pro Woche hole ich nun hier am Donnerstag nach (eigentlich haben wir ja zwei pro Woche, wenn man das Foto der Woche mitzählt). Vermutlich bin ich gerade auf dem Weg nach Prag, wenn dieser Artikel online geht. Hoffentlich kann ich dort ein paar schöne Fotos machen, die ich natürlich dann auch hier veröffentlichen werde. Ich möchte dir heute ein paar meiner Fotos unseres letzen Fotowalks (Nummer 010 um genau zu sein) zeigen und ein paar Worte warum ich dieses oder jenes Bild gemacht habe dazu schreiben. Im Übrigen, meine Kamera (Fuji X-Pro1 mit dem 56mm f/1.2) war auf "Pro Neg. Hi", Bildformat 16:9 eingestellt. Alle Bilder sind SOOC (Straight out of camera) und daher unbearbeitet.


Das Erste und das Letze Bild

Ich muss zugeben, dass mir zu Beginn noch nicht bewusst war, dass ich meine Fotoserie mit einer "Innenecke" beginnen und einer "Außenecke" beenden werde. Mir gefielen einfach die Linien die durch das Grafitti unterbrochen bzw. gestört werden. Als wir dann auf dem Weg zum Auto waren, kam ich am Ecke des Resselparks an der anderen Hausecke vorbei und da wurde mir klar, dass ich diese beiden Fotos als "Klammer auf" und "Klammer zu" für meine Fotoserie verwenden kann.


Der Mann am Hotel

Im ersten Moment könnte man wirklich meinen, da hänge doch einer an der Hotelwand. Erst der zweite Blick verrät, dass es sich nicht um einen lebendigen Menschen handelt. Eine Plakatleinwand daneben erklärte um welches Kunstprojekt es sich handelt, mir gefiel einfach das Motiv und das kurz innehalten um sich bewusst zu machen, was da genau vor sich geht.


Zwei Chamäleons küssen sich

Als wir den Stadtpark betraten, fiehl mir der Bogen zwischen den beiden Steinen sofort auf. Das sie beiden wie Chamäleons aussehen, bemerkte ich erst, während ich wartete, keine Personen mehr im Bild zu haben (du glaubst nicht, wie viele Menschen auf einmal kommen, kaum dass du den richtigen Abstand und Winkel gefunden hast).


Der Taubenflüsterer

Diese Statue findet sich am Graben, in unmittelbarer Nähe zur Peterskirche. Als wir dort vorbei kamen, ist mir die eine Taube auf dem Finger sofort aufgefallen. Mir gelang es mit den aktuellen Einstellungen, fast ein Silhouettenbild zu bekommen. Da ich aber nicht ganz zufrieden war, passte ich meine Einstellungen an, doch da saß die zweite Taube (man sieht sie schon am Oberarm hinter der Hand) auf dem Kopf, und das sah blöd aus. Ich wartete zwar ein wenig, aber den beiden Tauben gefiel es da, wo sie gerade waren, also zog ich weiter.


Die Prätorianergarde

Ich wählte diese Bild (gegenüber jenem, auf welchem nur die beiden Statuen vor der hellen Hauswand zu sehen sind), weil ich eine gewisses humoristisches Element darin sehe. Die beiden Prätorianer, wachsam und darauf gefasst, sofort jegliche Gefahr im Keim zu ersticken und dem gegenüber der junge Mann noch hinter dem Eck versteckt mit der schwarzen Lederjacke und dem forschen Schritt. Vielleich der Kommandant der beiden, sich leise anschleicht um die beiden dabei zu erwischen, nicht aufmerksam zu sein?


Unser neues Bannerfoto auf Facebook

Der kleiner Innenhof neben dem Michaelerplatz bietet dank einiger Spiegel genug Möglichkeiten sich krativ auszutoben. Das haben Michael (links) und ich auch getan und eben dieses Foto kam dabei heraus. Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich sehe wie klein die X-T1 im Vergleich zu meiner "kompakten" X-Pro1 ist.


Life will find a way

Diesen wohl sehr bekannten Satz von Dr.Ian Malcom aus Jurassic Park hatte ich im Kopf, als ich sah, wie sich die Ästchen durch den Zaun der den Volksgarten umgibt, streckten. Weit offene Blende, damit nur das in Fokus ist, wohin ich den Betrachter lenken möchte. Die schrarze Farbe des Zauns hilft auch, das Auge zu dem grünen Farbklecks zu lenken.


Das war es auch schon wieder für dieses Mal. Wenn du alle Fotos sehen möchtest die wir gemacht haben, brauchst du nur auf unsere Namen klicken: Lukas (LDA) und Michael (MiAb)
Wenn du auch einmal bei einem Fotowalk dabei sein möchtest, würde ich dir empfehlen unsere Facebookseite zu liken oder zumindest zu abonnieren. Dort posten wir immer einen Link zu unseren Artikeln und erstellen Veranstaltungen für unsere Fotowalks. Der nächste Fotowalk kommt bestimmt, sicherlich viel früher als du denkst! Bis zum nächen Mal, Dein

Neue Kamera, Neues Glück?!?

Lieber Freund,
Erst kürzlich habe ich einen interessanten Artikel von Eric Kim gelesen, in dem er 6 Lessons I've Learned After Shooting All the Expensive Cameras präsentiert. Ich werde mir hier die sechs Lektionen die Eric gelernt hat, näher ansehen und meinen eigenen Senf dazu geben. Außerdem habe ich mir erlaubt die Lektionen ins Deutsche sinngemäß zu übersetzen.

1. Wenn deine Fotos nicht gut genug sind, ist deine Kamera zu billig.

Dachte ich mir auch oft. Zumindest früher. Natürlich muss es an der Kamera liegen, wenn die Fotos nicht gut (genug) sind, oder? Kurzer Exkurs, der ironischer nicht sein könnte. Erst letztens konnte ich an der BMW Electric Now Tour teilnehmen. Dort konnte ich einen i3 (Neupreis ca. 30.000€), einen i8 (NP ca. 150.000€), einen 530e (NP ab 57.000€) und einen 740Le (NP ab 110.000€) fahren. Ich gebe unverwunden zu, dass dieser Vormittag einen riesen Spaß gemacht hat. Und auch, dass ich mir wohl keines dieser Autos jemals leistern werden kann (und will!). Und dabei waren das nicht einmal die teuersten Autos, die ich jemals gefahren bin. Eigentlich sollte ich eher einen Auto-Blog haben, keinen Foto-Blog, oder?? Und selbst wenn ich ein paar (Hundert) Tausend Euro übrig hätte, wüsste ich bessere Wege dieses Geld einzusetzen. Zurück zur Fotografie, mehr oder weniger. Es muss also nicht immer das Beste und Neueste sein. Macht mich ein teures Auto zu einem besseren Autofahrer? Nein, tut es nicht (und ja: ich spreche hier - auch - aus eigener Erfahrung)! Warum sollte es dann bei einer Kamera, einem Laptop, einem Objektiv so sein?

 Cockpit des BMW i8

Cockpit des BMW i8

2. Alle Kameras haben mehr gemeinsam als du denkst.

Ja, die eine Kamera kann in 4K filmen und die andere nicht (die kann nur 1080p, oder so). Die eine Kamera hat 16 Megapixel, die andere 24. Die eine Kamera macht 4 Bilder pro Sekunde, die andere 8 oder 12. Aber im Grunde ist genau so wie bei den bereits erwähnten Autos. Jedes Auto kann dich von A nach B bringen. Zugegeben, einige bequemer und schneller als andere. Und bei manchen kann ich viel Gepäck einladen, bei manchen weniger. Aber im Grunde komme ich trotzdem "nur" damit von A nach B. Und jede Kamera kann Fotos machen, dazu wurde sie gebaut. Ist es wirklich so schlimm, dass deine (ältere) Kamera kein WiFi verbaut hat? Oder das sie nur einen SD-Karten Slot hat? Werden dadurch die Fotos schlechter? Ich glaube nicht. Ich glaube aber auch nicht, dass es schlecht ist, sich vor einem Kamerakauf zu informieren, aber man kann sich leicht in technischen Details verlieren. Die perfekte Eierlegendewolfsmilchsau gibt es auch bei den Kameras nicht. Ich bin gerade dabei, mir zu überlegen, meiner iPad/Tastatur Kombi ein Upgrade zu spendieren. Dazu schreibe ich gerade an einer Liste mit Dingen, die ich (glaube) unbedingt zu brauchen und eine Liste mit Dingen, die nett wären. Auch hier ist es so, dass sich Notebooks nur in Details unterscheiden. 90% ist gleich. Lass dich also nicht verunsichern, wenn eine neue Kamera am Markt kommt und du glaubst, gleich umsteigen zu müssen. 90% dessen, was die neue Kamera kann, kann deine jetzige Kamera auch (schon)!

3. Lass dich nicht von Markennamen einschüchtern/blenden.

Der Ferrari, um wieder auf die Auto-Methapher zurück zu geifen, unter den Kameras ist wohl Leica. Natürlich wegen dem roten Punkt ;) Dann wäre da noch Maybach (= Hasselblad), Audi (=Nikon), Mercedes (=Canon) und BMW (=Sony?). Und noch viele andere. Sowohl die Industrie als auch durch selbige gut "gebriefte" potenzielle Klienten schwören auf Markennamen. Aber die Wirklichkeit ist, dass es völlig egal ist (zumindest in 99% aller Fälle), welchen Kamerahersteller du verwendest. Eine Canon ist nicht "besser" als eine Nikon oder eine Sony (Fanboys, Beschwerden bitte an das Salzamt unter interessiert-mich-nicht@salzamt.ar). Natürlich macht es Sinn, ein einem "Ökosystem" zu bleiben, solange man zufrieden ist. Aber wenn (aus welchen gerechtfertigten oder auch ungerechtfertigten Gründen auch immer) man meint, wechseln zu müssen, warum nicht? Für meine Großeltern war es kaum denkbar, den Arbeitgeber zu wechseln. Das hat man damals einfach nicht gemacht. Damals gab es aber auch noch so etwas das sich Loyalität nennt. Heute sucht man so etwas schon länger. Sowohl im beruflichen Umfeld als auch bei den Herstellern (diversester Produkte)!

 Instrumententafel des BMW 740Le

Instrumententafel des BMW 740Le

4. Don't compensate

Dazu ist mir eigentlich keine gute Übersetzung eingfallen, aber du weißt doch, was man über Menschen mit großem Auto sagt. Zumindest über die des männlichen Geschlechtes. ;) Ähnlich kann es auch bei Kameras sein, findet Eric und ich muss ihm zustimmen. Ich finde, die Kamera sollte die (natürliche) Verlängerung deiner Selbst sein, wie Valerie Jardin immer sagt. Ich habe es oft erlebt, bei verschiedensten Veranstaltungen, dass der Fotograf mit riesen Foto-Equipment angerückt ist und die Fotos, naja sagen wir mal "suboptimal" waren. Ich dagegen bin schon öfter mit meinen kleinen Fujis (wusstest du, dass die X-T1 deutlich kleiner ist als die X-Pro1??) verlacht worden. Das Lachen schlug aber normalerweise schnell in ein freudiges Lachen um, nachdem sie die Fotos gesehen hatten. Fühlst du dich mit deiner Kamera wohl? Das sehen auch die anderen und werden entspannter. Menschen erkennen (überraschend?) einfach wenn du mehr "Blender" bist. Ein Sprichtwort sagt zwar "Fake it, till you make it", aber das klappt nur, wenn du dich mit deinem Werkzeug (nichts anderes ist deine Kamera!) wohl fühlst. Du magst eine D5 oder 1Dx MkII? Fein! Dir ist die kleine X-T1 lieber? Auch gut! Aber nur wegen der Prestige eine Kamera kaufen, die nicht zu dir passt, ist rausgeworfenes Geld und bringt dir wohl kaum mehr Aufträge oder Likes...

 Interieur des BMW 730Le

Interieur des BMW 730Le

5. Sei wie Benjamin Button.

Ich musste kurz in meinen Erinnerungen an die Schulzeit kramen, denn im Gymnasium haben wir dieses Buch gelesen. Zuerst dachte ich aber an ein anderes Buch, nämlich "Das Bildnis des Dorian Gray", dessen Bild und nicht er selbst altert. Aber hier geht es um Benjamin, der immer jünger wird. Er kommt als Greis auf die Welt und wird im Verlauf seines Lebens immer jünger. Das Buch (den Film habe ich nie gesehen, aber es soll teilweise stark vom Buch abweichen, habe ich gehört) befasst sich vor allem mit sozialen und gesellschaftlichen Konventionen die einem (Menschen) vorschreiben wollen, wie er zu sein hat. Ich denke, auch das können wir für unser "Foto-Dasein" mitnehmen. Ja, es gibt gewisse Bildkompositionen ("Regeln") die dem Auge besonders gut gefallen (Drittel-Regel, usw.), aber das heißt nicht,
a) dass ich mich sklavisch daran halten muss
und
b) dass ein Bild welches mit diesen "Regeln" bricht, nicht auch gut sein kann.
Es sind vielmehr Hilfsmittel, gute Tipps, Ideen, um ein ansprechendes Bild zu komponieren. Wenn dir ein Bild gefällt, wen interessiert es, ob diese oder jene "Regel" eingehalten wird?

6. Du wirst dich (schnell) daran gewöhnen.

Jetzt mal ehrlich, geht dir das nicht wirklich auch bei allem so? Mir jedenfalls schon. Am ersten Tag ist man noch ganz aufgeregt, sein neues [Ding] in die Hand zu nehmen, damit zu spielen, es anzusehen, es zu benutzen. Am zweiten Tag vielleicht auch noch und eventuell am Tag 3 ebenso. Und ganz plötzlich, ohne dass du es merkst, hast du dich daran gewöhnt. Einfach so, ohne das du etwas dagegen tun könntest. Und dann? Eine noch neuere (oder teurere) Kamera? Oder ein Objektiv? Oder zwei? Da nur die wenigsten wirklich über so viel Geld verfügen, sich ihre Gelüste zu befriedigen, bleiben einem nur zwei Optionen. Entweder man ist zufrieden mit dem was man hat (die bessere Option) oder man ist es nicht und wird über kurz oder lang unglücklich (die weniger bessere Option). Und selbst wenn ich all das Geld hätte, würde ich auf Dauer auch nicht glücklich werden. Ein alter uns weiser (leider schon verstorbener) Mann sagte mir vor vielen Jahren: "Wer nicht verzichten lernt, wird ein unglücklicher Mensch!" - wie Recht er doch hat! Aber das ist schon wieder Stoff für eine andere Geschichte! Was denkst du? Bis zum nächsten Mal, Dein

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Mit Allem und SCHARF, bitte!

Lieber Freund,
So bestelle ich am Donnerstag - Donnerstag ist bekanntlich Dönerstag - immer mein Dürüm, mit Allem und Scharf, bitte. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass auch wir Fotografen genau das von unseren Objektiven und Kameras erwarten - mit Allem (Funktionsumfang ausgestattet) und (immer total) Scharf, bitte. Dass das natürlich eine Illusion ist, ist dir genau so klar wie mir. Michael hat sich erst kürzlich eine Fuji X-T1 zugelegt, der kann (und wird vielleicht auch hier auf LDAMiAB.com?) ein Lied davon singen.

In meinem Vorletzen Artikel (Hier zum Nachlesen) hatte ich am Schluss erwähnt, dass sich einer meiner nächsten Artikel mit "Schärfe" befassen wird, also los geht's! Das Video von Jared Polin habe ich mir übrigens angesehen, im Video selber konnte ich die Unschärfe nicht erkennen, aber beim Originalfoto schon. Ich glaube, dass im Gesicht wohl etwas "digitales Botox" eingesetzt wurde, und daher wirkt das Gesicht nicht 100% scharf. Aber ist es wirklich notwendig, dass ein Foto 100% scharf ist? Oder, wie viel "Scharf" ist genug?

X-T1 mit analogem Minolta Objektiv

Nun, das kommt darauf an. Darauf, ob es ein Porträt ist, eine Landschaftsaufnahme, ein Arichtekturfoto oder ein Street Foto. Und darauf, für wen das Foto gemacht wurde, ob es eine Auftragsarbeit war oder "nur" für mich. Außerdem kommt es darauf an, wo bzw. wie groß ich das Foto ansehen möchte. Du siehst also, dass es unmöglich erscheint, eine eindeutige Antwort zu geben. Aber ganz so schlimm ist es glücklicherweise nicht. Ich sehe das so: Ist es eine Auftragsarbeit und der Kunde ist mit der Schärfe zufrieden, habe ich es auch zu sein. Auch wenn ich nicht 100% zufrieden bin. Wobei ich - persönlich - nur Fotos abgeben würde, mit deren Schärfe ich zufrieden bin. Bei der Familie ist es da oft ganz anders. Da spielen auch Emotionen mit und ein zu dunkles und nicht 100% scharfes iPhone Foto macht mehr Freude als ein "perfektes" aber emotionsloses Foto.

Das konnte ich erst kürzlich erleben, als ich meiner Mutter zeigte, wie sie mit ihrem iPhone auf meinem Drucker ganz einfach 10 x 15 Fotos drucken kann. Über WiFi. Ohne eine Software installieren zu müssen. Ganz ohne große Probleme. Marco Larousse hat auch vor einiger Zeit in seinem Podcast gesagt, dass sich ihm fast der Magen umgedreht hat, als er sah, dass seine Mutter die Familienfotos "einfach" auf normalem Kopierpapier ausgedruckt hat. Aber sie hatte Freude an den Fotos, auch wenn sie nicht so aussahen, wie wir Fotografen das gewohnt sind. Emotionen sind (offenbar) noch immer wichtiger als viele technische Aspekte.

X-Pro 1 mit XF 56mm f/1.2

Man kann es also auch mit der Perfektion übertreiben. Ich finde natürlich nichts schlechtes daran, Objektive zu testen und auch die Schärfe dabei zu beurteilen. Aber wenn ich auf Facebook (oder anderen Plattformen) Dinge lese wie, "Warum ist mein [Art des Fotos] wenn ich in [Bildbearbeitungssoftware] auf 300% Zoome unscharf?" kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ja, mein 56mm Fujinon ist ein super scharfes Porträtobjektiv, auch schon bei Blende f/1.2 und ja, auch bei der 1:1 Ansicht sieht man diese Schärfe, aber das ist eines der wenigen Objektive. Bei 200 oder gar 300% wird auch ein Foto mit diesem Objektiv sicherlich unscharf. Und wenn ich Landschaften damit fotografiere werde ich auch bei "korrektem" Fokus bei der 1:1 Ansicht sicherlich schon "Unschärfen" entdecken. Die kommen aber mit Sicherheit (auch) von der langen "Luftsäule" zwischen Film/Sensor und Objekt.

Ist Schärfe also überbewertet? Nein, definitiv nicht, aber ich denke, du solltest sie (auch) nicht überbewerten. Klingt doch logisch, oder? Ja, natürlich möchte ich, dass ein Porträt scharf ist. Wenn ich es mir "normal" anschaue, nicht unter der Lupe. Oder im Rasterelektronenmikroskop ;) Hast du gewusst, dass der minimale Betrachtungsabstand eines Fotos (oder Gemäldes, ...) dessen Diagonale ist? Daraus folgt aber auch, dass du immer weiter weg gehen musst, je größer das Foto ausgedruckt ist. Wenn du dir so ein typisches Werbeplakat an der Bushaltestelle anschaust, weil du auf den Bus wartest, wird das auch "unscharf" aussehen und lauter "Pixel" siehst du auch. Aber von der anderen Straßenseite ist das schon was anderes...

Erst im direkten Vergleich wird die unterschiedliche Schärfe der beiden Objektive deutlich. Ich würde aber sowohl das linke, wie auch das rechte Foto ohne Bedenken verwenden!

Lass dich also nicht verängstigen oder in den Schärfewahn treiben :) Gefällt dir das Foto? Ja? Dann drucke es aus, verwende es als dein Profilbild, als Hingergrund am PC oder Handy. Nein? Dann mache eines, das dir gefällt! Noch ein Gedanke: Schau dir mal die Box mit alten Fotos aus deiner oder der Kindheit deiner Eltern an. Ich garantiere dir, dass 99% der Fotos nach heutigem "Standard" unscharf sind. Oder schau dir Henrie Cartier Bressons Fotos an. Ein MEISTER seines Fachs, aber viele Fotos von ihm sind nur mittelmäßg scharf. Aber seine Fotos stehen über jeder Kritik. Du kannst seinen Stil nicht mögen, sein Genre nicht mögen, aber seine Bilder sind voller Emotionen, Energie und Erinnerung. Punkt. Ende. Aus. Bis zum nächsten Mal, Dein

Foto Walk #010 - relaunch

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Warum schon wieder #010? 

Nachdem unser letzter Foto Walk ja im Wahrsten Sinn des Wortes in's Wasser gefallen ist, dachten wir uns, dass wir die Nummer 10 nochmal verwenden. 

Wann & Wo? 

Ja, es ist etwas kurzfristig, aber dank der sozialen Medien verbreitet sich die Information schnell und vielleicht hat ja der Eine oder Andere doch Zeit, wir treffen uns am Montag, 1.Mai um 15.00 bei der Karlskirche.  Der 1.Mai ist ja hier in Österreich ein Feiertag, also ideal für einen Foto Walk! Und auch das Wetter sollte nicht all zu schlecht sein!

Für wen? Und was kostet es?

Da es sich lediglich um ein privates Treffen von Fotobegeisterten handelt, kann natürlich jeder der Freude an der Fotografie hat kommen! Und jeder der etwas lernen will sich! Und kosten tut es natürlich nichts, außer ein paar Stunden deiner Zeit!

Thema

Michael und ich haben uns auf folgendes Thema bzw. Challenge geeinigt: Limit yourself to grow!  Jeder Teilnehmer darf sich (selber) etwas aussuchen, dass er während des Foto Walks nicht verändert. Das kann die verwendete Brennweite sein, oder die Blende, oder das Bildformat (1:1, 16:9, ...), oder, oder, oder ...

Wichtige Information zum Schluss :)

Wie oben erwähnt, handelt es sich um ein privates Treffen von Fotobegeisterten. Es handelt sich nicht um eine klassische Veranstaltung, auch wenn auf Facebook "LDAMiAb Photography" als Veranstalter steht. Wir übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Schäden, Verletzungen, usw. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und auf eigene Gefahr! Die Kosten für die Anreise, Mittagessen, Fahrkarten, usw. sind von jedem selbst zu tragen!

Carpe Diem

Lieber Freund,
Dieser Spruch ist so alt wie das Internet, vermutlich sogar älter. Oftmals mit "Nutze den Tag" übersetzt, sollen uns diese beiden Worte dazu anregen, etwas aus der - wenigen - Zeit die wir haben, zu machen. Es ist nicht näherhin bezeichnet, wie wir den Tag nutzen sollen, nur das wir es sollen. Ich möchte dir an dieser Stelle dazu eine ganz spezifische Frage stellen, nämlich "Wann hast du die Menschen die dir wichtig sind, das letzte Mal fotografiert?"

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Der Hintergrund dieser Frage ist kein Zufälliger. Mir ist erst kürzlich sehr drastisch vor Augen geführt worden, wie wenige Fotos ich von den Menschen die ich liebe - dazu zählt natürlich und vor allem meine Familie - tatsächlich habe. Ich rede hier nicht von Schnappschüssen vom letzten Geburtstag beim Kerzenausblasen oder beim Grillen im Garten mit der "Chef-Koch" Schürze vor dem Bauch. Ich meine wirklich schöne, stilvolle Porträts. Gestellt oder auch "candid", wie man so schön sagt. Was war nun passiert?

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Das ist eigentlich schnell erklärt, mein Opa ist gestorben. Zugegeben, es war nicht unerwartet - war er schon fast 90 und auch gesundheitlich nicht mehr so gut beisammen - traurig sind wir natürlich trortzdem. Und am heutigen Tag, da dieser Artikel online geht (was in keinster Weise geplant war oder auch nur vorhergesehen worden konnte; manch einer wird es Zufall nennen, aber ich glaube nicht an den Zufall...), tragen wir ihn zu Grabe. Der erste Gedanke, welcher mir damals (das ist nicht einmal zwei Wochen her, aber es kommt mir wie eine Ewigkeit vor) nach Erhalt der Nachricht in den Sinn kam war dieser: "Gott sei Dank, dass ich letztes(!) Jahr bei der Osterjause ein paar schöne Fotos gemacht habe!" So lange ist es nämlich her, dass ich Fotos vom Opa (und der Oma!) gemacht habe. Ja, von Weihnachten sind noch ein paar Fotos da, aber eben mehr diese "Schnappschüsse", nichts was man auf der Todesanzeige oder der Einladung zum Begräbnis verwenden wollen würde.

Wann hast du die Menschen das letzte Mal fotografiert, die du liebst?

Ich will dich hier nicht in Panik versetzen, aber in der heutigen Zeit, wo alles so schnell passiert, wo man von einem "Event" zum Nächsten hetzt, kann es leicht geschehen, dass man auf die wirklich wichtigen Dinge vergisst. Und auch wenn das vielleicht nicht für *alle* Familien gelten mag, in 99% der Fälle ist es die Familie, die nicht auf dich vergisst (die meisten "Freunde" schon, außer vielleicht die wirklich ganz, ganz, ganz Guten). Trotz aller Probleme die man mit seinen Elter, Geschwistern, usw. haben mag, am Ende des Tages rücken alle zusammen, wenn es notwendig ist. Besuche deine Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, usw. wieder einmal. Höre ihnen zu, wenn sie über die Vergangenheit sprechen, über ihre Vergangenheit, was sie erlebt und erduldet haben. Es ist nicht deine Vergangenheit, aber es ist deine Herkunft. Ob sie dir gefällt oder nicht.

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Und nimm deine Kamera mit! Sag einfach "Ignoriere die Kamera, und erzähle mir aus deinem Leben." Du kannst auch ein Diktiergerät (oder dein Smartphone) mitlaufen lassen. Dann kannst du dich auf dein Gegenüber konzentrieren und hast nachher aber auch die (teilweise) berührenden Geschichten gespeichert. Was du dann damit machst, überlasse ich ganz dir. Du kannst ein Buch erstellen. Mit Fotos und den Geschichten. Oder du druckst ein paar Fotos aus und schenkst sie her. Oder, oder, oder, deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Den Teil mit dem Erzählen aus der Vergangenheit habe ich leider bei meinem Opa verpasst. Aber ich weiß, dass mein Papa oft bei der Sonntagsjause zugehört hat. Ein Teil des Wissens, hat also mein Papa gespeichert. Nun liegt es an mir, mich mit ihm zusammen zu setzen.

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Glaube mir, ich denke mir auch immer wieder, "Warum soll ich mich jetzt hier eine Stunde hinsetzen und mich vollquatschen lassen?" oder so ähnlich. Aber die Freude über die wenigen Fotos die ich jetzt noch von meinem Opa habe, wiegen das wieder total auf! Es kostet vielleicht ein wenig Überwindung (nicht Jedem, das ist mir schon klar, einigen fällt es leichter als anderen) aber es lohnt sich! Die Fotos hier im Artikel sind alle bei besagter Osterjause 2016 entstanden. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich mich damals entschieden hatte, ein wenig Zeit meiner Familie zu schenken. Das erste Bild ganz oben habe ich auf 20 x 30 ausgedruck und in einen schlichten Rahmen gegeben. Das bekommt meine Oma dann nach dem Begräbnis zur Erinnerung an ihen Mann. Und ich bin mir sicher, dass sie sich sehr darüber freuen wird. Bis zum nächsten Mal, Dein

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Lost in Question

Lieber Freund,
zugegeben, der Titel klingt bei weitem nicht so gut, wie der des Films, von dem ich mich inspirieren habe lassen. Aber "Question" passt einfach besser als "Translation" in diesem Zusammenhang.

Was meine ich nun damit? Eigentlich wollte ich bereits letzte Woche darüber schreiben, doch da kam die erfreuliche Meldung, dass der Verlag Edition Lammerhuber einige prestigeträchtige Preise abgeräumt hat, dazwischen (Hier zum Nachlesen). Worüber ich nun schreiben will ist folgendes: In letzter Zeit habe ich vermehrt Postings - vor allem auf Facebook - vom Typ "Diese oder Jenes Objektiv?" oder "Dieses Zoom und diese Festbrennweite oder nur diese (andere) Festbrennweite?" gesehen.

Was mich an solchen Postings stört, ist nicht die Tatsache, dass jemand eine Frage hat oder etwas nicht weiß (Da gibt es doch diesen Spruch "Ich weiß, dass ich nichts weiß", oder? Total philosphisch!!) sondern, dass die Frage so nicht beantwortet werden kann. Weder die verwendete Kamera (zugegeben, das ist jetzt nicht so wichtig, aber doch), noch der (geplante?) Einsatzzweck wird genannt. Oder warum man zwischen diesen beiden Objektiven wählen will/muss. Ich bin immer versucht einfach mit "Ja" zu kommentieren, tue dies aber um den lieben Friedens willen nicht. Wäre zum Beispiel die Frage sich zwischen (ich nehme das, was ich von Fuji kenne) dem 23mm und dem 14mm (bei Fuji beide f/1.4) zu entscheiden, kommt es eben genau auf den Einsatzzweck an. Für Porträts würde ich das 14mm nicht nehmen (und das 23er auch nur wenn es eines der beiden sein *muss*), für Landschaftsaufnahmen sehrwohl.

Auch stellt sich die Frage, ob man bereits das eine oder andere bzw. beide Objektive bereits besitzt oder nicht. Möchte ich einfach nur mein GAS gerechtfertigt bekommen? Ich disskutiere oft mit Michael, auch über verschiedenste Objetive, Kameras, usw., aber immer im Kontext. Erst gestern schrieb mir Michael, nachdem er ein YouTube Video vom 16-55mm f/2.8 vs. 18-55mm f/2.8-4 OS von Fuji gesehen hat, dass er der Meinung ist, das 18-55er sei ein optimaler Allrounder, vor allem für Video. Mit einer Frage im Sinne von "16-55er oder 18-55er" hätte weder ihm weiter geholfen werden können (er überlegt nämlich zu Fuji zu wechseln...) noch hätte ich ihm helfen können. Ich hätte ihm nämlich zum 16-55er wegen der besseren Lichtstärke geraten. Es sei denn, er wolle es (auch) für Videos einsetzen, dann wäre meine Wahl wie die seine ausgefallen. Kontext ist wichtig.

Ich möchte dich hier nicht verängstigen, Fragen zu stellen. Ganz im Gegenteil, frage soviel du willst! Ich werde dich deswegen auch nicht schief anschauen oder gar nieder machen. Aber ich werde nachfragen. "Wofür möchtest du die Objektive verwenden?" oder "Was möchtest du damit erreichen?" wären Fragen, die du dann von mir zu hören bekommen würdest. Im persönlichen Gespräch geht das natürlich viel einfacher als im Internet. Da ist nicht jeder immer gleich online, da schaut nicht jeder alle 5 Sekunden auf FB nach, ob schon wer auf seinen Post geantwortet hat (wobei es auch solche Menschen gibt...). Daher glaube ich, dass es wichtig ist, gerade online, eine gewisse "Fragen Etikette" zu haben. Kurz und prägnant zusammenfassen, was ich wissen möchte. Und dabei nicht vergessen, notwendige Hintergrundinformationen zu geben. Der andere vor dem Bildschirm weiß nicht, dass du gerne Landschaften fotografierst. Oder Menschen, oder Architektur. Du weißt es, aber der andere möglicherweise nicht.

In meinen fast 13 Jahren als Chemiker habe ich gelernt, dass man (im Labor) nie zu viel aufschreiben kann, immer nur zu wenig. Und Michael, so wie jeder andere Wissenschaftler, würde mir da beipflichten. Bedenke also, wenn du jemanden um Rat fragst, ihm möglichst viele Informationen zukommen zu lassen. Nicht so einen langen Artikel, wie ich ihn gerade tippe. Aber zumindest, wofür du die zur Debatte stehenden Dinge nutzen möchtest. Bei Postings im Stile von "Objektiv 1 oder Objektiv 2?" scrolle ich einfach weiter. Die wenige Zeit, die ich versuche auf Facebook (oder Instagram, Twitter, …) zu verbringen, nutze ich nicht gerne, um einige wenige bis einige hunderte Kommentare zu durchforsten, ob da noch weitere Informationen vorhanden sind. Das mag jetzt vielleicht ein wenig anmaßend klingen, aber ich bin nun mal so, wie ich bin. Wem das nicht passt, der muss ja nicht mit mir interagieren ;)

Eigentlich habe ich auch noch über etwas anderes schreiben wollen, aber ich glaube der Artikel ist für heute lange genug. Und außerdem hat es nicht unbedingt etwas mit der hier angesprochenen Thematik rund um das Fragestellen zu tun. Ja, es war auch in Fragenform formuliert, aber hatte eher etwas mit Schärfe bzw. Unschärfe zu tun. Aber bevor ich mich an diesen Artikel mache, schaue ich mir zuerst das Video von Jared Polin aka The FRO an, in dem er über das Porträt von Melania Trump spricht. Das soll auch irgendwie unscharf sein oder so. Aber das habe ich nur so am Rande mitbekommen. Daher werde ich mir jetzt dieses Video ansehen, vielleicht hilft es mir ja bei meinem nächsten Artikel. Bis dahin alles Gute, Dein

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10 Tipps um wieder Inspiration zu finden

Lieber Freund,
erst letztens habe ich darüber geschrieben, wie ich mein "Foto-Mojo" zurück bekommen möchte. Mit einem Fotoprojekt nämlich. Und mit den Fotowalks, die Michael und ich immer wieder machen (der letzte war gerade erst am 18.März, freue dich schon auf die Fotos, die wir hier in Kürze präsentieren). Ein paar Fotos habe ich schon für mein Fotoprojekt gemacht, aber noch zu wenig, um dir hier etwas zu zeigen. Hier sind nun 10 Ideen, um eine Fotoblockade zu überwinden. Meine Top 10 quasi.



1. Mache eine Liste

So Meta, meine Liste beginnt mit dem Tipp, eine Liste zu machen. Doch was soll auf der Liste stehen? Nun, das könnten zum Beispiel genau die Dinge sein, die ich auf meine Liste setze. Oder auch nur ein paar meiner Tipps. Es kann aber auch so konkret sein wie: "Ein (bestimmtes) Buch lesen", "Portraits von [Name] machen", usw.


2. Triff dich mit anderen Fotografen

Dank sozialer Medien, ist es heute so einfach wie nie, andere Fotografen aus deiner Umgebung zu finden oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Zugegeben, ich bin eher der introvertierte Typ, aber dank Facebook und Co. ist die Hürde mit anderen (gleichgesinnten) zu Kommunizieren und Bekanntschaften (oder Netzwerke) aufzubauen deutlich geringer geworden.


3. Fotowalks

Nimm an Fotowalks teil oder, wenn du keine in deiner Gegend findest, veranstalte selber einen. So wie Michael und ich es tun. Und nutze die sozialen Medien um andere Fotografen darauf aufmerksam zu machen.


4. Workshops

Workshops sind eine großartige Idee, Neues zu lernen und nebenbei auch Gleichgesinnte zu treffen. Zugegeben, ein wenig Geld muss man schon investieren, aber du musst ja nicht alle 2 Wochen an einem andere Workshop teilnehmen.


5. Fotobücher

Hast du schon ein paar Fotobücher von Fotografen, die du bewunderst? Wann hast du darin letztens geblättert? Oder gibt es einen Fotografen dessen Bilder du auf Instagram, Facebook, usw. gesehen hast und die du magst? Dann schau doch, ob du ein Fotobuch von ihm bekommst, und lass dich instpirieren.


6. Besuche (Foto) Auststellungen

Oder Museen. Und lass dich dort inspirieren. In manchen Museen darf man auch Fotografieren, bei manchen Auststellungen (z.B.: im Kunst Haus Wien) darf man auch Fotografieren. Oder man lässt sich eben nur inspirieren.


7. Limit yourself - Beschränke dich in der Auswahl deiner Kamera

Ein Klassiker unter den Tipps. One camera - one lens, eine Kamera - ein Objektiv. Für einen Monat zum Beispiel. Egal was du fotografierst, du darfst nur die eine Kamera und das eine Objektiv (vielleicht sogar eine Festbrennweite?) verwenden. Oder du testest das mal bei einem Fotowalk aus.


8. Don't chimp - Nicht spicken

Wenn du unterwegs bist und Fotos machst, schalte die automaische Bildanzeige nach dem Auslösen ab. Oder klebe ein Stückchen Pappe vor den Bildschirm. Schaue dir die Fotos erst an, wenn du wieder daheim bist. Du könntest nahtürlich die Fotos auch auf deine Festplatte laden und noch ein paar Tage warten, bevor du sie dir ansiehst. Vor nicht all zu langer Zeit war das die einzige Möglichkeit. Es dauerte nun mal ein paar Tage, bis der Film entwickelt war.


9. Nur 36 Fotos

Auch ein Klassiker. Beim nächsten Mal wenn du deine Kamera nimmst und losziehst um Fotos zu machen, beschränke dich auf 36 Fotos. Mehr Fotos haben auf einen 35mm Film auch nicht gepasst. Damals kostete jedes Foto echtes Geld, heute nicht mehr. Bevor ich damals ein Foto gemacht habe, habe ich zweimal darüber nachgedacht, ob es mir das tatsächlich wert ist. Warum nicht auch heute?


10. Habe deine Kamera *immer* dabei

Egal ob es eine Fuji X100(S/T/F) ist, eine Olympus OM-D..., eine Ricoh oder dein Smartphone. Und wann immer du etwas siehst, das dir gefällt, nimm dir die Zeit ein (paar) Foto(s) zu machen. Denke gar nicht viel darüber nach. Wenn dir etwas gefällt, versuche es in einem Foto festzuhalten. Denke nicht, "Wozu soll ich das fotografieren, da bekomme ich sowieso keine Likes dafür", oder "Ich habe keine Zeit". Ein paar Minuten Zeit hat man immer und es ist doch egal, wie viele Likes man bekommt. Wichtig ist, dass du Freude daran hast und dass du das Foto magst!



So, das waren zehn Dinge die mir so eingfallen sind, um wieder etwas kreativer zu werden. Vielleicht fallen dir ja auch noch andere ein. Dann kannst du sie gerne in den Kommentaren mit mir teilen. Ich denke mal, den einen oder anderen Tipp werde ich sicherlich in nächster Zeit auch mal selber ausprobieren...
Bis zum nächsten Mal, Dein

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Schuster bleib bei deinen Leisten

Lieber Freund,
vielleicht bist du ja bereits darauf gekommen, wieso ich die Entscheidung von Fuji richtig fand, das Vollformat zu überspringen und stattdessen eine Mitelformatkamera (bzw. -sensor) zu bauen. Sollte dem nicht sein, hier nun die Auflösung ;)

Warum ich es richtig finde, ist auch der gleiche Grund, warum ich es nicht gut finde, dass Canon und Nikon versuchen eine spiegellose Kamera zu etablieren. Fuji revolutionierte die APS-C Klasse mit ihrem X-Trans Sensor der, allen Kritiern zum Trotz, überragende Ergebnisse liefert und sich vor Vollformatsensoren nicht zu verstecken braucht. Vielleicht nicht auf Vollformat Niveau, aber zumindest auf "normalem" APS-C Niveau bewegen sich die Micro 4/3" Sensoren die in den diversen Kameras von Olympus und Panasonic verbaut sind.

Ich finde das es kaum Sinn macht, eine Kamera für einen mehr oder weniger gesättigten Markt zu entwickeln. Nehmen wir mal an, Fuji würde einen Vollformatsensor einsetzen. Dann müsste Fuji eine komplett neue Objektivlinie (ähnlich wie Canon mit dem EF bzw. EF-S) einführen. Die Objektive wären logischerweise größer und teurer. Die Fuji Vollformatkamera wäre nur "eine unter vielen", da das Hauptmerkmal der X-Series - ihre Kompaktheit bei überragender Bildqualität - verloren gehen würde. Und alle meine bestehenden Objektive kann ich natürlich auch nicht verwenden, Stichwort "Bildkreis".

Canon (und auch Nikon) haben schon frühezeitig einen "paralellen" Objektivpark aufgebaut um Vollformat und APS-C zu bedienen. Und natürlich kann ich die EF Objektive auch an APS-C Kameras vrwenden. Für die spiegellose M Serie von Canon gibt es wiederum ein paar Objektive und einen Adapter, um die EF(-S?) Objektive einsetzen zu können. Aber auch hier geht der Vorteil der relativ kompakten M5 sofort verloren, wenn ich die "riesigen" EF Objektive anschraube. IMHO ist das der "Fehler" den die Kamerahersteller machen. Man kann nicht überall "gleich gut" sein. Geht es um Vollformat kommt man um Canon oder Nikon (Sony vielleicht auch noch) nicht herum. Möchte ich etwas Kompakteres, werde ich je nach Anforderung an die Bildqualität und Kompaktheit bei Fuji, Olympus oder Panasonic landen.

Ja, die M5 von Canon ist schon sehr kompakt. Aber ob die Bildqulität mit einer Fuji X-Pro2 mithalten kann? Ich denke nicht, vielleicht mit einer Olympus OM-D [weitere Buchstaben und Zahlen einfügen] Mark I oder II (wer denkt sich solche Namen aus?!?), aber die ist nochmal ein ganzes Stück kompakter als besagte M5. Du siehst, worauf ich hinaus will. Jede dieser (etablierten) Kameras hat ihre Stärken und Schwächen. Jede dieser Kameras hat ihre "Ecke". Möchte nun ein Hersteller (sei es Canon, Nikon, Fuji, wer auch immer...) in eines der anderen Segmente ("Ecken") expandieren, muss die Kamera schon "etwas besonderes" sein, um dort gegen den "Platzhirsch" etwas ausrichten zu können.

Ich hoffe, dass die verschiedenen Hersteller weiter an Innovationen arbeiten, und auch vielleicht das eine oder andere Mal mit einer Überraschung auf den Markt kommen. Und Konkurrenz belebt bekanntermaßen auch das Geschäft. Aber ich glaube auch, dass die Hersteller nicht den Fehler machen dürfen, sich zu sehr auf "Ich muss auf biegen und brechen in diesem (für uns neuen) Markt eine Kamera platzieren" versteifen sollten. Und es könnte durchaus Sinn machen, zu schauen was der Kunde wirklich will. Um jemanden dazu zu bewegen sein "Öko-System" zu verlassen, sprich den Kamerahersteller zu wechseln, bedarf es mehr als nur "mehr Megapixel", "mehr ISO", mehr, mehr, mehr... Das ganze System muss stimmig sein. Das war auch der Grund für meinen Wechsel von Canon zu Fuji. Aber das ist (nein eigentlich "war") eine andere Geschichte (Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Alles Liebe,

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