Canon – was hast du mir angetan (oder Andere Mütter haben auch schöne Töchter)

Vor kurzem erschien nach langer Wartezeit endlich die Canon 6D Mark II und dies hat mich zum Nachdenken gebracht. Die 6D ist ja eine meiner Kameras und der „direkte Nachfolger“ der 5D Mark II, während die 5D Mark III nach Höherem strebte. Für mich zahlten sich die Upgrades zwischen 6D und 5DIII nicht aus und daher stand meine Entscheidung für die 6D fest. Nun gute 5 Jahre nach dem Erscheinen der 6D steht nun fest, das ihr Nachfolger kommt. Diese Nachricht hat mich ursprünglich erfreut, jedoch dauerte es nicht lange bis ich feststellen musste, das sich wenig geändert hat.

Meine eigene Canon 6D (erkennbar an der roten Markierung) - eine großartige Kamera die mir stets die Arbeit erleichtert hat und sehr zuverlässig ist. Sie ist mein Arbeitstier für Fotos.

Meine eigene Canon 6D (erkennbar an der roten Markierung) - eine großartige Kamera die mir stets die Arbeit erleichtert hat und sehr zuverlässig ist. Sie ist mein Arbeitstier für Fotos.

Ich habe mir lange mehr Autofokuspunkte gewünscht und während man nicht sagen kann, dass dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, so wurde er doch nur bedingt beachtet. Mein Wunsch waren mehr Cross-Type Autofokuspunkte die auf der Bildfläche verteilt sind. Während ich mit den 45 Autofokuspunkten glücklich geworden wäre und mir mehr zu viel geworden wären, ist die Aufteilung der Punkte im Sucher nicht gelungen. Alle Punkte drängen sich im Zentrum des Bildfeldes zusammen und wieder gibt es für mich keinen wirklichen Vorteil daraus.

Des Weiteren war es ein großer Wunsch von mir, Steckplätze für zwei SD Karten zu haben. Diese hat die 6DII nicht und noch schlimmer, der eine Steckplatz ist nur für die Geschwindigkeiten der inzwischen langsameren und älteren UHS I Karten ausgelegt.

Die Canon 6D Mark II - der lange ersehnte Nachfolger des Originals. So wunderbar mit einigen neuen Features und dennoch so enttäuschend. Hier könnte der Grund für meinen Umstieg auf ein spiegelloses System liegen. © Canon (www.canon.at)

Die Canon 6D Mark II - der lange ersehnte Nachfolger des Originals. So wunderbar mit einigen neuen Features und dennoch so enttäuschend. Hier könnte der Grund für meinen Umstieg auf ein spiegelloses System liegen.

© Canon (www.canon.at)

Nun weiter zu den allseits beliebten Videofunktionen: Heute erwartet sich jeder 4K Videofunktionen. Während ich kein Fan von 4K Video bin, hat es durchaus seine Berechtigung. In der heutigen Zeit, da immer mehr Kameras mit 4K Video erscheinen, wäre es sinnvoll gewesen dieses in die 6DII zu implementieren. Leider wurde dies nicht getan. Warum? Vielleicht weil die 6DII dann eine bessere Kamera als die 5D Mark IV gewesen wäre? Es scheint der Gedanke gewesen zu sein. Leider lässt es sich für mich nicht nachvollziehen warum dieser Fehler gemacht wurde.

Fassen wir kurz zusammen: die Verbesserungen der neuen Auflage der 6D kommen erstens zu spät und zweitens wurde zu wenig geändert. Daraus lässt sich auch direkt zur zweiten Hälfte des Titels übergehen. Denn dies alles wäre an sich kein Problem, wenn nicht die Konkurrenz groß wäre.

Ich muss zwar Canon immer noch die Entwicklung ihrer eigenen Kamerasensoren zugute halten, doch ich muss auch hier warnen: Es gab in der Vergangenheit einige interessante Patente wie Canons Foveon-artiger Sensor der in der Serienreife möglicherweise außergewöhnliches geleistet hätte, es aber bis jetzt in keine Serienkamera geschafft hat. Die Entwicklung darf nicht stehenbleiben und Canon sollte wie früher unpopuläre Entscheidungen treffen die sich positiv auf den Markt auswirken könnten (Canon setzte bei den SLRs schon sehr früh CMOS Sensoren ein während die meisten anderen Hersteller CCDs verbauten, dies brachte zwar ein wenig höheres Bildrauschen und daher den einen oder anderen schlechten Testbericht, dennoch war es die richtige unbeliebte Entscheidung).

Die Fuji X-T1 ist in Größe und Aussehen mit meiner analogen Minolta X-700 vergleichbar. Das einzige was mich glücklicher machen könnte wäre ein Vollformat Sensor, jeoch verstehe und respektiere ich Fujifilms Entscheidung nicht in den stark umkämpften Sektor der Vollformatkameras einzusteigen.

Die Fuji X-T1 ist in Größe und Aussehen mit meiner analogen Minolta X-700 vergleichbar. Das einzige was mich glücklicher machen könnte wäre ein Vollformat Sensor, jeoch verstehe und respektiere ich Fujifilms Entscheidung nicht in den stark umkämpften Sektor der Vollformatkameras einzusteigen.

Aus meiner Sicht stehen Canon (und nachlassend Nikon) nun auf dem Sektor der spiegellosen Kameras große Konkurrenz gegenüber. Inzwischen sind die Sony alphas und die Fujifilm X-T Reihe mehr als nur ernstzunehmende Alternativen. Inzwischen gehe ich selbst immer mehr dazu über, meine X-T1 zu benutzen und ihr Nachfolger wäre für mich derzeit bessere Kamera als die 6DII. Auch Sony zieht mich in seinen Bann, da es möglich ist dank verschiedener Adapter meine heißgeliebten Canon Objektive weiter zu verwenden. Wenn ein Nachfolger der α7S II erscheint könnte diese ein Gamechanger sein. Sony hat schon mit der α9 eine großartige Kamera hergestellt und eine α7S III könnte durchaus meinen Umstieg bewirken.

Die Sony α7S II - eine der anderen schönen Töchter. Ihr Nachfolger könnte meine Welt auf den Kopf stellen. Das derzeitige Model bietet 12 Megapixel (ausreichend) und eine unglaubliche Leistung bei wenig Licht (high ISO capabilities) © Sony (www.presscentre.sony.eu)

Die Sony α7S II - eine der anderen schönen Töchter. Ihr Nachfolger könnte meine Welt auf den Kopf stellen. Das derzeitige Model bietet 12 Megapixel (ausreichend) und eine unglaubliche Leistung bei wenig Licht (high ISO capabilities)

© Sony (www.presscentre.sony.eu)

Es sollte also nicht nur den Nutzern zu denken geben, worin sie investieren, sondern auch den Herstellern, vor allem Canon und Nikon wie sie weiter verfahren, denn diese scheinen sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen.