Review

[Gear Review] Platypod Ultra & Multi Accessory Kit

Lieber Freund,
heute stelle ich dir ein sehr kompaktes und kleines Stativ vor, das Platypod Ultra von Platypod Pro LLC. Ich habe es mir bei ihrer letzen Kickstarter Kampagne geholt, und es ist bereits auf deren Homepage erhältlich (im Video sagte ich, dass man es nur "Pre-Ordern" kann). Nun aber viel Freude mit dem Video!

Eine Sache, die ich im Video nicht erwähnt habe, die aber vielleicht wichtig ist, ist die Möglichkeit das Platypod auf ein Stativ schrauben zu können. Warum das wichtig ist? Nun, wenn du nur einen Stativkopf hast, kannst du diesen auf das Platypod schrauben und dann das Platypod auf dein Stativ. Somit hast du immer beide Varianten zu Hand, außer du willst das große Stativ nicht dabei haben. Dann schraubst du einfach das Platypod ab und fertig. Bis zum nächsten Mal, Dein

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Meine Lieblingsgadgets (Teil 1?)

Lieber Freund,
In den vergangenen Wochen habe ich dir insgesamt 10 Apps vorgestellt, die ich auf meinem iPhone habe und die ich gerne als Fotograf nutze (Hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2). Nun setze ich diese Reihe mit meinem Lieblingszubehör fort.

Auch hier gilt wie schon die letzten Male, dass ich mir alle Gadgets selbst gekauft habe, ich bekomme nix, wenn du das eine oder andere Teil kaufst. Ich möchte dir lediglich ein paar - zumindest für mich - nützliche Helferlein präsentieren. Diese unterstützen, wie auch schon die vorgestellten Apps, meinen Workflow und helfen mir schneller zu erreichen, was ich möchte. Dieses Mal habe ich die Preise nicht recherchiert, auch schon alleine deswegen, weil ich diese Dinge in verschiedenen Ländern gekauft habe und der Markt voll ist mit sehr ähnlichen Produkten in veschiedensten Preisregionen. Nun aber zu den kleinen Helferleins, die ich mir über die Jahre zugelegt habe.

1. Apple's SD/USB auf 30 pol. Connector

Eigentlich hätte mir die USB Variante gereicht, denn zum Kaufzeitpunkt hatte ich nur die Canon 5D im Einsatz (und die hat CF Karten), aber es gab sie damals nur als Pärchen. Heute muss ich "zum Glück" sagen, denn ich bin nur noch mit SD Karten unterwegs. Ja, die Fuji X100T hat WLAN, aber erstens ist die Verbindung etwas mühsam herzustellen und zweitens habe ich ja auch noch die X-Pro1. Und die hat kein WLAN verbaut. Benutzt habe ich die beiden Adapter allerdings nur, um die Bilder auf mein iPad zu bekommen. Ich glaube mit dem iPhone haben die nicht funktioniert. Zumindest nicht mit dem, das ich hatte. Zwei kleine Punkte muss ich jedoch anführen, die mir an dem System nicht all zu sehr gefallen. Erstens: Das Erstellen der Bildvorschauen dauert etwas, wenn viele Bilder auf der Karte sind. Dummerweise schatet sich das iPad währenddessen ab und tut dann (glaube ich jetzt) nicht weiter. Beim Importieren der Bilder in Lightroom dauert es ähnlich lange, aber da kann während ich warte einen Kaffee holen oder was anderes machen. Zweitens: Wenn man dann ein paar Bilder ausgewählt hat und auf "Importieren" klickt fragt das iPad nach "Alle importieren" oder "Auswahl importieren"? Warum habe ich wohl ein paar Bilder ausgewählt? Das ist schon fast so, wie wenn der Airbag fragt "Sicher, dass ich auslösen soll?" ;) Naja, nicht ganz so schlimm aber trotzdem etwas nervig. Die Abfrage nach dem Importieren, ob man die Fotos behalten will oder ob sie (auf der Karte!!) gelöscht werden sollten, finde ich persönlich ziemlich blöd, wenn nicht sogar gefährlich! Das kann man aber leicht umgehen, in dem man den Schreibschutzschalter der Karte auf "Lock" schiebt. Das mache ich auch beim Importieren in Lightroom, das kann einem viel Ärger ersparen.


 

2. Apple's SD auf Lightning Connector

Hmmmm, noch ein Connector? Ja, diesmal der für mein iPhone. Eigentlich brauche ich den gar nicht, denn wenn ich unterwegs bin, habe ich meine X100T dabei und die verbindet sich ja über WLAN mit meinem iPhone. Das ist zwar, wie schon geschrieben, etwas umständlich, aber noch immer günstiger als der Adapter. Nun ja, als ich mit Michael aber in München war, wollte ich Postkarten (jupp, ich bin noch so altmodisch) mit von mir gemachten Fotos versenden. Das geht ganz toll mit der Postkartenapp der österreichischen Post und ist mit 1,99€ pro Karte auch durchaus preislich OK. Eigentlich hätte ich diese App bei meinen "Top 10" anführen müssen. Notiz an mich selbst: Neue Liste mit 10 weiteren Apps die ich mag anlegen. Zurück nach München, wo ich feststellen musste, das ich ja die X-Pro1 eingepackt hatte. Und da ich nur im iPhone eine deutsche SIM Karte hatte, war es mir zu mühsam, die Bilder auf mein iPad zu laden (mit dem SD Adapter), dort zu bearbeiten, an irgend einem WLAN Hotspot in die Dropbox zu laden, mit dem iPhone herunter zu laden und die Postkarten zu gestalten. Also sind Michael und ich kurzerhand in den nächsten Appelstore gepilgert und ich habe mir auch diesen Adapter gekauft. Wir sind ja schließlich nach München gefahre um Fotos zu machen, nicht um einen WLAN Hotspot zu suchen. Und das Aufladen meiner Prepaid Karte war mühselig genug. Doch das ist jetzt vorbei, ich habe 8GB Datenvolumen in der ganzen EU, dank Zweitkarte auch am iPad. Funktionsweise und Kritikpunkte beteffend des Adapters sind im Prinzip bereits oben angeführt, wobei das Importieren mit diesem Adapter gefühlt schneller geht.


 

3. "World Power" Adapter

Den habe ich mir am Flughafen in Heathrow gekauft. Ich habe im Vorfeld meiner Londonreise zwar schon ein wenig herumgesucht, aber nichts gefunden, was mich persönlich zufriedengestellt hätte. Diesen Adapter habe ich im Duty Free gefunden und er hat alles was ich brauche (ich hatte noch einen einfachen UK/AUT Adapter mit, sowie eine 3er-Steckdose und meine beiden Ladegeräte, hätte ich nichts gefunden). Ich kann auf beiden Seiten so gut wie jede Steckdose bzw. Stecker nutzen (nicht das ich viele "fremde" Stecker hätte), die sich auf der Welt finden und zusätzlich (das war mir besonder wichtig) habe ich zwei USB Ports zum Aufladen. Mit (insgesamt) 2,4A Ladestrom, also bis zu 1,2A je Port (oder bis zu 2,4A wenn nur einer belegt ist). Daran bin ich bisher nämlich immer gescheitert. Die Adapter die ich bis dahin gefunden hatte, hatten entweder "nur" 1,2A für beide zusammen oder überhaupt keine. Der Adapter war zwar nicht ganz billig (Ich gaube um die 20 Pfund) und wenn ich weiter gesucht hätte, hätte ich sicher auch einen passenden im Internet gefunden, aber jetzt habe ich ihn nun mal und dabei bleibts. Und wie du sehen kannst, spare ich mir damit einen Haufen extra Zeug. Ich brauche keine 3er-Steckdose mehr, denn iPad und iPhone kann ich direkt aufladen, ebenso spare ich mir die beiden Netzteile (die Kabel dazu muss ich sowieso mitnehmen). Zusätzlich könnte ich auch noch eine Nachttischlampe (wieder) anstecken, sollte mein Zimmer keine freie Steckdose dafür haben (da ist es wieder praktisch, dass ich so gut wie jeden Stecker nutzen kann). Ist mir auch schon in mancher Unterkunft passiert, dass ich das eine oder andere Elektrogerät abstecken musste um meine Geräte zu laden. Außerdem kann ich den Adapter verwenden, wenn ich im Zug Strom brauche, denn die haben meist nur "normale" Steckdosen beim Sitz. Oder am Flughafen. Da gibt es zwar auch USB Ladestationen, aber letztes Jahr im Oktober konnte ich einen anderen Reisenden glücklich machen, als ich ihm einen meiner USB Ports zum Aufladen anbot. Alle anderen USB Ladestationen waren nämlich belegt und sein (amerikanisches) Netzteil passte nicht in die Steckdosen am Flughafen.


 

4. Powerbank

Nachdem ich mir einen guten Artikel der c't über (Mogel) Powerbanks zu Gemüte gefürt hatte, habe ich mich für die Amazon Basic 10.000mAh Powerbank enschieden. Die Smartphones von heute sind nun einmal Energiehungrig, das liegt in der Natur der Sache. Die Displays werden immer größer, die Telefone immer schmaler, die Prozessoren immer leistungsfähiger. Mein guter alter Palm Treo 650 musste auch über Nacht aufgeladen werden. Üblicherweise habe ich das immer von Sonntag auf Montag Nacht getan, dann konnte ich ihn die ganze Woche über verwenden. Lange sind diese Zeiten vorbei. Verstehe mich nicht falsch, aber im Grunde hatte war ich auch mit dem Treo 650 zufrieden. Auf der anderen Seite möchte ich die Technik von heute aber auch nicht mehr missen. Daher behelfe ich mir einfach mit einer (oder eigentlich zwei) Powerbank(s). Die große Powerbank ist, so wie alle oben genannten Gadgets immer in meiner Fototasche, ebenso wie zwei USB Kabel (und diverse Adapter). Praktisch, wenn man unterwegs ist und die nächste Steckdose ist nicht in Sicht. Nur die Verwendbarkeit (vor allem des iPhones) leidet schon etwas, wenn da ein USB Kabel mit Powerbank dran baumelt. Daher habe ich mir einen Zusatzakku nur für mein iPhone gekauft. Die Powerbank (Michael hat sich die neurere Version mit schon 16.000mAh geholt) hat zwei USB Ports mit insgesamt 3,4A, also 1,6A Ladestrom je Buchse. Damit wird auch das iPad relativ schnell aufgeladen bzw. beim Filmschauen entlädt es sich nicht (die Akkuladung bleibt konstant). Der Zusatzakku fürs iPhone macht selbiges zwar relativ dick, aber das stört mich eigentlich nicht. Einziges Manko ist, dass sich auf der Linse der Kamera durch die Bauform der Aussparung relativ schnell und einfach Staub fängt. Dazu ziehe ich den oberen Teil aber einfach vor einem Foto ab, wische die Linse sauber und gut ist's. Zudem habe ich zwischen Akku und iPhone noch einen "Notgroschen" in Form eines 5€ Scheines gepackt. Somit sollte mir nie der Saft als auch das Geld ausgehen. Zumindest vorübergehend. Will ich allerdings Adapter No 2 (siehe oben) anstecken, muss ich den Zusatzakku entfernen. Dieser hat nämlich zum Aufladen (und Datenübertragen) einen Micro-USB Anschluss. Dafür kann ich den Akku eigentlich überall aufladen, auch wenn ich mal kein Kabel dabei habe. Dank fast aller anderen Smartphonehersteller, die lieber auf Kompatibilität und Konnektivität als auf Proprietärität setzen. Übrigens ist die Powerbank genau so groß wie mein iPhone 6s und etwa doppelt so dick (bzw. genau so dick, wie mein iPhone mit Zusatzakku).


 

5. Samsung Gear S3 Smartwatch

Ja, nun ist es raus, ich habe keine AppleWatch. Konnten die Meisten noch verstehen, dass ich eine Pebble hatte, setzt spätestens jetzt Kopfschütteln und Unverständnis ein. Zumindest bei den Hardcore-Fans beider Lager. Wie kann ich es wagen, zu einem iPhone eine Gear S3 zu nehmen? Wie kann ich es wagen, kein Samsung Smartphone zu besitzen, da ich doch die Gear S3 habe? Wer mich dagegen gut kennt, so wie du, weiß, dass ich mir immer jene Dinge kaufe, die für mich am Besten sind. Und abgesehen von der Preisdifferenz (die dank eines Amazongutscheins noch größer war) sprach auch das Design für die S3. Ich mag es einfach mehr, wenn eine Uhr wie eine Uhr aussieht. Das tut die AppleWatch nun mal nicht. Ja, ich muss zugeben, das Zusammenspiel zwischen iPhone und S3 ist nicht perfekt und kann definitiv verbessert werden. Ich finde es toll, dass Samsung die Gear S3 auch für Apple geöffnet hat, aber es gibt noch genug Raum für Verbesserungen. Gerade wenn die Gear App offen ist, ist die Bluetoothverbindung alles andere als stabil. Das wird sich sicherlich in der (hoffentlich näheren) Zukunft ändern, aber alle wichtigen Funktionen laufen soweit stabil und zu meiner Zufriedenheit (zumindest fast immer). Zugegeben, die AppleWatch zusammen mit dem iPhone bietet sicherlich ein umfangreicheres Gesamtpaket, ebenso wie die Gear S3 mit einem Galaxy S7 (oder so) es tun würde. Aber für mich geht es bei diesen Gadgets nicht immer darum, das Maximum herauszuholen. Oftmals reichen mir auch "nur" 80% :)


 

Ich habe natürlich noch eine Vielzahl anderer größerer oder kleinerer Gadgets, aber diese fünf benutze ich immer wieder gerne und oft. Vielleicht erweitere ich ja diese Liste auch noch um fünf weitere Gadgets, das eine oder andere würde mir schon noch einfallen, das zumindest erwähnenswert wäre. Bis dahin, noch einen schönen Sommer, Dein

Meine (iPhone) Lieblingsapps - Teil 2

Lieber Freund,
Letzte Woche habe ich dir bereits fünf Apps vorgestellt, von denen ich denke, dass du sie dir zumindest einmal ansehen solltest. Hier nun die Fortsetzung mit fünf weiteren Apps:

Snapseed

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Preis: kostenlos
Dieses Programm sollte niemand nicht auf seinem Smartphone haben. Außer du benutzt dein Smartphone nicht, um Fotos zu machen. Ich behaupte hier einfach, dass Snapseed am Smartphone das ist, was Lightroom am PC oder Laptop ist. Ja, es gibt auch eine mobile Version von Lightroom und auf meinem iPad ist diese auch installiert, aber am Smartphone und für "jedermann" ist Snapseed das Fotobearbeitungstool schlechthin. Für den noch nicht so erfahrenen Bearbeiter gibt es eine ganze Reihe an Tutorials (unten auf "Tipps & Tricks" klicken) und auch ich habe hier schon das eine oder andere gelernt. Direkt nachdem man das zu bearbeitende Bild ausgewählt hat, kann man durch Drücken des Bleistift-Icons auswählen, was man verändern möchte. Neben "Feinabstimmung" womit man alle typischen Parameter wie Belichtung, Kontrast, Schatten/Lichter, usw. verändern kann, gibt es noch Werkzeuge wie "Beschneiden", "Drehen", "Weißabgleich", "Vignettierung", "Reparieren", und, und, und. Mit "Speichern" wird das originale Bild mit den Änderungen gespeichert, mit "Kopie speichern" wird ein neues Bild mit den Änderungen erstellt, das Original verlbeibt so, wie es war. Alle Bearbeitungen lassen sich mit beiden Speicherarten nachträglich ändern und rückgängig machen, nur wenn man das Bild exportiert (was ein neues Bild erzeugt und das Original nicht ändert) ist das nicht mehr möglich. Keine meiner Bilder, welche ich von meinem iPhone aus poste, schaffen es in der Internet, ohne durch Snapseed zu müssen. Die Kamera des iPhones ist sehr gut, aber ein bisschen aufpolieren ist doch immer notwendig.


 
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Preis: 2,29€
Die App mag heute etwas unnötig erscheinen, vor allem deswegen, weil Instagram (mittlerweilen) Bilder die nicht quadratisch sind, auch so anpassen kann, dass alles sichtbar ist. Aber Squaready Pro kann mehr als nur das. Die Balken oben und unten können nicht nur in der Farbe variiert werden, wie du auf dem Screenshot sehen kannst, kann man auch Teile des Fotos veschwommen einblenden. Daneben gibt es noch weitere Einstellmöglichkeiten für das Foto. Ob zentriert, links- oder rechtsbündig, ob mit oder ohne Metadaten (GPS, EXIF, usw.), da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Übrigen gibt es diese App auch mit Werbung, dann kostet sie nichts. Sehr praktisch, wenn man die App mal ausprobieren möchte. Das ist übrigens eine Sache, die ich am Appstore nicht mag. Das es nämlich keine "Demo-Versionen" gibt. Daher finde ich es immer gut, wenn die Enwicker selbst hier dieses Manko des Apple-Appstore ausgleichen und Werbefinanzierte bzw. in ihrem Umfang eingeschränkte Versionen kostenfrei anbieten. Ich habe mir die werbefreie Version gegönnt, weil ich die Entwickler damit unterstützen wollte. Und auch wenn ich das ganze Gejammere über die (horrenden?!?) Preise der Apps nicht ganz nachvollziehen kann, ist mir doch, als ich die Preise für die Apps hier recherchiert habe, fast mein iPhone 6s in meinen Venti-Triple-Caramel-White-Mocca von Starbuck gefallen ;) Also mal ganz ehrlich, wenn ich nicht einmal die paar Euro für eine nette kleine App ausgeben will, da fehlen mir einfach nur die Worte. Aber das hat jetzt nichts mit dieser App zu tun, die ist nämlich wirklich ordentlich progarmmiert, leistet mir gute Dienste und ich habe es nicht bereut die 2,29€ dafür auszugeben!


 
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Preis: 2,29€
Diese App ist vielleicht nicht für jeden Fotografen, aber definitiv für jene, die sich der Astrofotoggrafie widmen. Oder die damit gerne anfangen würden oder die, die sich allgemein für den Weltraum, Sterne und Planeten interessieren. Ich selber bin in dieser Hinsicht ein totaler Laie und finde vielleicht noch den großen Wagen und Orion, aber alles andere ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Michael dagegen ist ein totaler Astro-Geek, der braucht diese App sicher nicht. Wobei sie sicherlich auch für ihn interessant ist. Mit aktiviertem GPS braucht man sein Smartphone nur in die Richtung des Himmels halten, der einen interessiert und schon sieht man, welche Sterne, Planeten, usw. sich in diesem Bereich befinden. In der App lässt sich auch leicht konfigurieren, was man sehen möchte und was nicht. Planeten, Sterne, Nebel, Kometen, Sternbilder mit Linien oder doch schöne grafische Darstellungen. Daneben kann sowohl der Ort als auch die Zeit beliebig verstellt werden um zu sehen, ob sich der Trip nach Timbuktu lohnt um die Milchstraße am 5.Dezember 2018 zu fotografieren. So konnte ich zum Beispiel sehen, dass Michael und ich zwar am 11.August wenn wir den Erzberg besuchen, sicherlich schöne Milchstaßenfotos von Mariazell aus machen können, aber erst nach 21.40 wenn es richtig Dunkel geworden ist. Da wir aber schon früher vom Erzberg wegfahren, wird das wohl dieses Mal nichts mit den Astrofotos. Für alle Astro-Interessierhen habe ich hier noch ein "Goodie", das zwar nichts mit der App selber zu tun hat, aber hilfreich sein kann, möchte man sich den Sternenhimmel ansehen. Eine Lichtverschmutzungskarte die online abrufbar ist und einem hilft, richtig dunkle Orte zu finden :) Zusätzlich zum Google Maps Overlay gibt es diese Karten auch zum Download, wenn man mal kein Netz hat...


 
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Preis: kostenlos
Interessiert man sich eher dafür, wo die Sonnen an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Zeit ist, genügt die App Sun Route, welche kostenlos ist. Die App nutzt Argumented Reality, bekannt wohl vor allem durch die Pokemon App, um den Stand der Sonne anzuzeigen. Ich habe im Garten einen Screenshot gemacht, wo die Sonne in zwei Monaten sein wird, wenn ich um genau dieser Uhrzeit hier sein werde. Finde ich sehr praktisch, wenn man einen tollen Ort zum Fotografieren gefunden hat, aber die Sonne nicht da ist, wo man sie gerne hätte :) Die App ist sehr intuitiv aufgebaut. Ein Tipp auf das Kalendersymbol lässt einen das Datum einstellen. Die Uhrzeit stellt man durch links- bzw. rechtsdrehen des Smartphones ein. Die Sonne (der gelbe Punkt natürlich) wandert entsprechend der Uhrzeit nach oben oder unten. Schön zu sehen ist, wo heute (30.7.) die Sonne ist und wo sie am 30.9. sein wird.


 
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Preis: 3,49€
Ganz schön heftiger Preis für eine Messager-App wirst du dir denken. Noch dazu kostet WhatsApp & Co keinen Cent. Und außerdem, wer hat heute kein WhatsApp (ich kann jedenfalls die Kontakte in meinem Telefonbuch wohl an einer oder vielleicht zwei Händen abzählen, die es nicht haben), wozu also einen anderen Messager verwenden? Mein bester Freund Peter hat mir diese App empfohlen, vor vielen Jahren. Damals war von eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung in Messagern noch keine Rede. Threema verwendet seit Anfang sowohl eine Verschlüsselung um die Daten welche gesendet werden zu schützen genau so wie die Kommuniktion zwischen Smartphone und Server zu sichern. Die Server über welche die Kommunikation abläuft stehen in der Schweiz und unterliegen somit den (sehr) strengen Datenschutzrichtlinien der Schweiz. Außerdem speichern die Server die Daten nur so lange, bis die Nachricht beim Empfänger sicher angekommen ist. Ver- und Entschlüsselung der Daten findet am Smartphone statt, die Server dienen ausschließlich als Transportmedium. Und wem das alles noch nicht genug Sicherheit ist, kann die korrekte Implementierung der Verschlüsselung selber überprüfen (dies wurde im übrigen auch bereits unter anderem vom Heise Verlag - in der c't - gemacht). Wem das noch immer nicht genug ist, wenn du Threema das erste Mal startest, wird eine "Threema-ID" erstellt. Diese ID wird nur ein einziges Mal generiert, deinstalliert amn die App und installiert sie neu, wird eine neue ID generiert. Diese ID kann, muss aber nicht(!), mit der Telefonnummer und/oder Emailadresse verknüpft werden. Anonymer geht es nicht. Kontakte knüpft man entweder über die Telefonnummer oder Emailadresse, soweit mit der ID verknüpft, oder über einen Buchstaben-/Zahlencode der aus der ID generiert wird. Eine "Ampleanzeige" zeigt an, ob der Kontakt "vertrauensürdig" ist oder nicht. Ein roter Punkt bedeutet, dass man den Kontakt nur über die ID kennt. Zwei gelbe Punkte bedeutet, dass die ID mit einer Telefonnummer und/oder Emailadresse aus dem eigenen Telefonbuch verknüpft ist. Drei grüne Punkte gibt es nur dann, wenn man sich mit dem Kontakt persönlich trifft und einen QR-Code scannt, den die App generiert. Diese App ist meiner Meinung nach völlig sein Geld wert, vor allem, wenn man ein wenig auf Privatsphäre, Datensicherheit und Verschlüsselung Wert legt.


 

Was denkst du über meine Auswahl? Waren Apps dabei, die du noch nicht kanntest? Habe ich Apps vergessen, die deiner Meinung nach auf meinem iPhone unbedingt sein sollte? Würde mich über ein Kommentar oder eine Email freuen! Bis zum nächsten Mal, Dein

Meine (iPhone) Lieblingsapps - Teil 1

Lieber Freund,
Heute möchte ich dir ein paar Programme - in Neudeutsch "Apps" - vorstellen, die ich selber auf meinen iPhone gerne verwende. Die Meisten, wenn nicht sogar Alle wird es wohl auch für Android geben aber da ich kein Android Smartphone besitze kann ich nichts über die Bedienbarkeit bzw. Stabilität der Apps auf Android sagen. Manche Apps haben direkt etwas mit Fotografie zu tun, manche erst auf den zweiten Blick und manche (fast) gar nichts. Ich habe die Apps der Einfachheit nach dem Alphabet sortiert.
Die Einschätzungen spiegeln lediglich meine persönliche Erfahrung mit den genannten Apps wieder, ich werde von keinem der Entwickler gesponsort oder in irgend einer Weise unterstützt. Ich tue hier lediglich meine persönliche Meinung zu den Apps kund und hoffe, dass sie dir Wegweiser auf der Suche nach einer passenden App sind. Was für mich funktioniert muss nicht notwendigerweise für dich funktionieren und umgekehrt. Du findest, dass die App "abc" bessere Dienste leistet als die App die ich hier vorgestellt habe? Dann würde ich mich über ein Kommentar oder eine Email freuen! Vielleicht kannte ich die App noch gar nicht! Jetzt aber genug des Vorwortes, hier nun der erste Teil meiner Lieblingsapps:


Feedly - Get smarter

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Preis: kostenlos
Ich bin auf Feedly gestoßen als mein alter RSS-Reader (den ich, obwohl ich bereits vergessen habe wie sein Name war, geliebt habe) nicht mehr funktionierte. Ich glaube dass damals Googel irgendeinen Dienst abgeschaltet hat und daher die App nicht mehr auf die Daten zugreifen konnte. Jedenfalls ist Feedly mehr als nur ein RSS-Reader. Neben dem einbinden eben genannter News Quellen kann man auch seine YouTube Channels einbinden, so genannte "Key Word Alerts" setzen und vieles mehr. All diese News Quellen lassen sich in verschiedenste Kategorien ablegen und wenn man ein Konto anlegt (ich weiß nicht mehr ob es auch ohne Konto funktioniert), wird alles in der Cloud gespeichert und man hat auch vom PC aus Zugriff. Außerdem kann Feedly mit Facebook, Twitter, Evernote, OneNote, Pintrest und anderen Plattformen verbunden werden. Dies alles soll das Teilen von Inhalten bzw. Speichern erleichtern. Ich persönlich nutze Feedly nur für ein paar RSS-Feeds, werde aber sicherlich das eine oder andere Feature in näherer Zukunft ausprobieren.


 
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Preis: kostenlos
Ohne Passwörter kommt man heute, trotz Fortschreiten der Technik (Stichwort: Fingerabdruck), nicht weit. Und da man diese ja nicht immer braucht, kommt es schon mal vor, dass man das eine oder andere Passwort vergisst. Die Anforderungen an Passwörter werden heute - und das finde ich auch gut so! - immer höher und viele Dienste bestehen mittlerweilen darauf, zumindest Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben) und Zahlen zu verwenden. Sonderzeichen wären auch nicht schlecht, solange es "normale" Sonderzeichen sind, nicht unbedingt Ä, Ö und Ü. Aber auch die sollten - meist - keine Probleme machen. Zur Sicherheit sollte man natürlich für jeden Dienst ein eigenes Passwort verwenden (und außerdem sollte es nichts sein, was sich in Wörterbüchern finden kann), denn sollte es jemandem gelingen doch ein Passwort zu knacken, hat man meist ein gewaltiges Problem. Hierbei hilft dieses Programm, welches einem erlaubt, die Passwörter inklusive weiterer Infos (Benutzername, Webseite, usw.) in einer verschlüsselten Datei zu speichern. Diese kann dann auch in der Dropbox (oder einem anderen Onlinespeicher) liegen und nur bei Bedarf auf das Smartphone geladen werden (oder aber die Datei liegt dauerhaft am Smartphone - dann aber regelmäßige Backups nicht vergessen!!). Die App zeigt, nachdem man sich zuerst mittels PIN oder Fingerabdruck in die App eingelogt hat (kann auch ausgeschaltet werden), die verfügbaren Containerdateien an. Ein weiteres Passwort später hat man dann Zugriff auf seine Passwörter (die aber trotzdem nur als ** angezeigt werden). Ein Tipp darauf und das Passwort ist für kurze Zeit im Zwischenspeicher und kann direkt eingefügt werden. Außerdem gibt es auch ein Desktopprogramm, welches es einfach macht, hat sich eine große Anzahl an Passwörtern zum Eingeben angesammelt. Außerdem ist ein frei kunfigurierbarer Passwortgenerator dabei und wer sich auskennt kann den Quellcode herunterladen und auf Fehler bei der Implementierung abklopfen.


 
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Preis: kostenlos
Opera ist ein Webbrowser und du magst dich fragen, warum ich nicht den bereits vorinstallierten Safari benutze. Nun, den benutze ich schon auch, aber Opera hat - für mich - einige Features die mir mein Leben einfacher machen. Natürlich braucht das Surfen im Internet ein Teil deines Datenvolumens auf, das ist klar. Aber hast du schon einmal gesehen, wie viel Safari benötigt? In Opera kannst du einstellen, dass der Datenstrom (Bilder, Videos und Text) komprimiert wird. Das ist von Vorteil, wenn du wenig Datenvolumen zur Verfügung hast, aber auch, wenn die Internetverbindung nicht all zu schnell ist. Daneben ist ein Werbeblocker eingebaut, der das Datenvolumen abermals reduziert. Da ich auf all meinen Geräten Opera einsetze und mit einem Opera Konto angemeldet bin, snychronisieren sich auch meine Lesezeichen bzw. geöffneten Tabs. Ich weiß, dass diese Funktion auch bei anderen Browsern verfügbar ist, aber ich setze Opera seit etwa 1999 ein und bin mehr als zufrieden, warum also wechseln? Für mich ist jedenfalls in der mobilen Version der "Turbo Modus" wie er von Opera genannt wird, das Hauptargument für diesen Browser.


 
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Preis: kostenlos
Ich höre gerne Fotopodcasts und die Apple-eigene App war mir zu unflexibel. So bin ich auf Overcast gestoßen. Das tolle an dieser App ist die Möglichkeit, "intelligente" Playlisten zu erstellen. Du kannst auswählen, welche Podcasts in einer Bestimmten Liste auftauchen sollen und ob diese nach Podcast und dann nach Datum oder nach Datum - Podcast übergreifend - sortiert werden sollen. Daneben kannst du festlegen, ob neue Folgen (und wie viele) automatisch heruntergeladen werden sollten, ob nur WLAN oder auch mobile Daten verwendet werden dürfen und ob bzw. wie du darüber benachrichtigt wirst. Oh, und dann gibt es noch "Smart Speed" und "Voice Boost". Ersteres erkennt (Sprech) Pausen und überspringt diese, was dazu führt, dass man sich ein paar Sekunden pro Podcast einspart :) Nicht die Welt, aber in Summe kommt da glaube ich schon einiges zusammen. Zweiteres verbessert die Sprachqualität was gerade bei Podcasts welche über Skype (oder ähnliches) aufgenommen wurden, manchmal hilfreich sein kann. Dieses Feature ist natürlich bei Podcasts mit gutem bis sehr gutem Audio kaum hilfreich, aber ich hatte schon die eine oder andere Folge, bei welcher dieses Feature sehr geholfen hat. Zudem kann man auch die Wiedergabegeschwindigkeit - mittlerweilen - bis auf das 3-fache beschleunigen (etwas verlangsamen geht auch). Außerdem gibt es noch viele Einstellmöglichkeiten, um das Podcasthören so angenehm wie möglich zu machen. Podcasts kannst du entweder direkt aus dem Verzeichnis der App hinzufügen oder über eine URL, alles sehr intuitiv und einfach. Und das Beste daran ist, dass das alles nichts kostet (so wie die Podcast App von Apple). Zusätzlich gibt es aber eine "Premium" Option welche, a) die Werbung am unteren Rand entfernt (die stört mich aber überhaupt nicht), b) mit erlaubt, eigene (Musik) Dateien in die App zu laden (brauche ich -derzeit- nicht wirklich) und c) den Entwickler unterstützt. Bis jetzt habe ich mich noch nicht dazu durchgerungen die 9,99€ pro Jahr dafür auszugeben. Aber ich glaube das ich es tun werde. Schließlich habe ich dies auch schon bei anderen Apps getan, und 10€ pro Jahr sind auch nicht die Welt (für mich).


 
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Preis: derzeit kostenlos
Möchte ich mehr als ein Foto auf Instagram teilen, benutze ich den Photo Collage Pro Editor. Hier stehen verschiedenste Layouts bereit um mit Bildern befüllt zu werden. Ganz klassische Layouts wie 4 kleinere quadratische Bilder, zwei Bilder im Hoch- oder Querformat, aber auch ausgefallene Layouts mit Wellenmuster, Kreisen, Blumen und Herzformen stehen zur Auswahl. Daneben kann auch die Rahmenfarbe (bzw. -muster), die Linienstärke, die Größe der einzelnen Bilder, usw. angepasst werden. Auch "Sticker" und Text kann hinzugefügt werden. Derzeit ist die App noch kostenfrei, wie lange das so bleibt weiß ich nicht, also schnell zuschlagen!


 

Nächste Woche folgen fünf weitere Apps, die ich gerne benutze und die du dir unbedingt einmal ansehen solltest. Was hälst du von den bisher vorgestellten Apps? Würde mich über ein Kommentar oder eine Email sehr freuen! Bis nächste Woche, Dein

[Bookreview] Faces of Ground Zero

Bookcover used with permisson; all rights reserved; © www.hachettebookgroup.biz

Bookcover
used with permisson; all rights reserved;
© www.hachettebookgroup.biz

Dear Friend,
This time I blog in English because of the book at hand. It is called Faces of Ground Zero and the pictures are from the great photographer Joe McNally. If you don't know Joe, please go ahead and check out his work! He is a Master behind the camera, a Master at Light and an even bigger Master at teaching.

Just a few days after 9/11 happened, he started doing these portraits with a "one-of-a-kind" camera in a studio just blocks away from Ground Zero. The pictures in this book repesent the portraits he took on 40x80 in. Polaroids. These "bigger-than-life" Polaroids where exhibited in the US shortly after. This book is a collection of the 150 portraits Joe took, to show the world the (often untold) heros of 9/11.

I hope you enjoyed the video! Here is the link to the Youtube video, I mentioned in the Article. The part about the book starts around Minute four!

[Buchrezension] Architecture of an Existential Threat

Lieber Freund,
letzte Woche Mittwoch habe ich dir über die Auststellungseröffnung im Museum Judenpatz berichtet. Als ich von der Eröffnung nachhause kam, wartete bereits ein Päckchen mit dem Buch zur Auststellung auf mich. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Edition Lammerhuber zur Verfügung gestellt. Das sich dieser Umstand nicht - weder positiv noch negativ - auf meine Rezension auswirkt, erwähne ich hier nur der Form halber. Du kennst mich sicherlich schon gut genug. Und mal ganz unter uns, ich stelle eigenlich nur Bücher vor, die mir gefallen. Wenn ich ein Buch nicht gut finde, organisiere ich mir kein Rezensionsexemplar und nehme auch kein Video dazu auf. Dafür ist mir meine begrenzte Zeit (ich habe ja auch noch einen "normalen" Job) zu schade. Aber es freut mich, dass mir der Verlag die Möglichkeit geboten hat, bei der Eröffnung der Ausstellung (Hier weitere Infos) dabei zu sein und noch dazu das Buch rezensieren zu können! Das Titelfoto ist im übrigen das Titelbild des Buches (© Adam Reynolds/Edition Lammerhuber).

Hier nun die Daten des Buches, direkt darunter findest du dann das kurze Rezensionsvideo. Wundere dich nicht, wenn dort nochmal die Daten auftauchen. Das mache ich deswegen, weil das Video (auch) auf Youtube hochgeladen wird. Damit auch jene, die das Video nur auf Youtube sehen, wissen wie sie an das Buch kommen! Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Viedeo, bis zum nächsten Mal!


Architecture of an Existential Threat
Adam Reynolds, Danielle Spera
22 x 27,5 cm, 144 Seiten, 72 Fotos
Deutsch, Englisch, Hebräisch
Hardcover, Leinen gebunden, French-Fold Schutzumschlag
ISBN 978-3-903101-29-6
Ab sofort direkt beim Verlag für 39,90.- erhältlich (keine Versandkosten in Ö und D)!


Mirrorless und DSLR - Warum es kein Kampf sein kann

Leider muss ich sagen, dass ich scheinbar eher für meine fotografische Kompetenz als "Gearhead" bekannt sein dürfte, als für meine Werke. Dies scheint sich auch in meinen Beiträgen widerzuspiegeln. Es war mir daher unangenehm wieder einen Beitrag zum Thema Kameras und Objektive zu verfassen aber aus aktuellem Anlass muss es sein.

Der genannte Anlass ist das Erscheinen der Sony alpha 9. Dabei handelt es sich um eine spiegellose Profikamera, die auf professionelle Sportfotografen abzielt. 24 Megapixel Auflösung und 20 Bilder pro Sekunde in der Serienbildfunktion!!! Damit macht Sony auf sich aufmerksam und das zurecht. Sony hat mit den hauseigenen Kameras großes erreicht und das kann keiner abstreiten - Die leidige Frage hingegen ist: Was ist nun besser, die spiegellose Kamera wie Sony und Fujifilm sie herstellen oder die klassische DSLR oder Spiegelreflexkamera die Canon und Nikon noch stark am Herzen liegt.

Aus meiner Sicht ist das jedoch die falsche Frage. Ich muss hier auch mal in den Raum werfen, dass die Gerüchte meines Umstieges von Canon zu Fujifilm weit übertrieben sind. Ich habe deutlich unterschiedliche Anforderungen an SLRs und Mirrorless Kameras:

SLRs sind meine Arbeitstiere. Sie sind robust, schwer wie ein Stein und trotz komplexer Mechanik nicht tot zu bekommen. Eine SLR liegt typischerweise in der Hand wie ein perfekt an die Hand angepasster Ziegelstein unterstützt durch die Tatsache, dass ich noch keine ohne Batteriegriff dauerhaft verwendet habe. Man blickt durch den Sucher und sieht jenes Licht wie es im Objektiv gesammelt wird, egal wie viel davon. Das macht sie zum Wunderwerkzeug bei wenig Licht und auch der eigene Sensor für die automatische Scharfstellung spielt seine Stärken gegenüber anderen Systemen bei wenig Licht aus.

Mirrorless Kameras halten nicht unbedingt weniger aus als SLRs, sind aber aufgrund des wegfallenden Schwingspiegels deutlich kleiner und kompakter. Typischerweise ist der verwendete Sucher (Nein, das Display an der Kamerarückseite ist kein Sucher und auch kein Ersatz) ein Elektronischer, in dem das Bild des Sensors dargestellt wird. Es gilt also gegenüber SLRs: "What you see is what you get" (Du bekommst was du siehst). Natürlich ist das ein Vorteil für diesen Typ, da fehlerhaft belichtete Fotos fast unmöglich werden. Der Nachteil: bei wenig Licht ist das Sucherbild nicht mit SLRs vergleichbar. Je weniger Licht desto schwerer die Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt.

Nun zur Bildqualität: hier sind keine ernstzunehmenden Unterschiede zu erkennen. Die Fotos aus beiden Kameratypen sind gleichermaßen gut und beide Kameras erfüllen ihre Arbeit wie erwartet. Das brachte mich auch dazu, Interesse am Fujifilm System zu finden. Ich hatte keine leichte und kleine Kamera mit der ich unauffällig sein kann (sofern das bei meiner Größe und Körpervolumen überhaupt möglich ist). Ich liebe meine Canon Kameras, allen voran meine 6D, nur ist sie mit Batteriegriff und Zoomobjektiv kaum etwas, das ich jeden Tag herumtragen kann (ich habe es übrigens mehr als ein Jahr versucht). Die Fujifilm X-T1, mit einer Festbrennweite, leistet großartige Dienste und ermöglicht es mir jeden Tag mit einer Kamera herumzulaufen. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen fällt ihr Gewicht kaum auf und sie macht einfach nur Spaß.

Kurz gesagt: Jede Kamera hat ihre Stärken und Schwächen und jede Kamera ist ein Werkzeug das einen Zweck erfüllt. Für manche sind Mirrorless Kameras besser, für andere SLRs. Ich habe mich dazu entschlossen die Brücke zu schlagen und bei beiden Systemen ihre Stärken zu nützen und ich sehe keinen Grund dafür, mich auf Eines zu begrenzen.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Der lange Schatten von Tschernobyl

Lieber Freund,
Als am 26.April 1986 gegen Mitternach mit einem Sicherheitstest im AKW Tschernobyl nahe Prypjat (UdSSR, heute Ukraine) begonnen wurde, konnte niemand ahnen, welch große Katastrophe sich - auch (und besonders!) für Österreich - anbahnte. Nicht einmal 90 Minuten später veranlasste der zuständige Leiter die Notabschaltung, doch da war es bereits zu spät. Der Reaktor hatte die kritische Masse überschritten und die Kernschmelze nahm ihren nicht mehr aufhaltbaren Lauf. Bis 2011 wurde dieser Super GAU auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) alleine auf der (siebenteiligen Skala) auf Stufe 7 ("katastrophaler Unfall") geführt. Dann gesellte sich Fukushima dazu. Mit dem Unterschied, dass die Welt davon mehr oder weniger "sofort" erfuhr.

©  Edition Lammerhuber

© Edition Lammerhuber

Dass eine Katastrophe im AKW Tschernobyl stattgefunden hatte wurde noch längere Zeit der internationalen Gemeinschaft (wie auch der Regierung der UdSSR) vorenthalten, zumindest wie groß das Ausmaß tatsächlich war. Erst als -ich glaube- in Schweden in einem AKW die Detektoren Alarm schlugen, "flog" alles auf. Für die vielen Menschen in Prypjat und der Umgebung, ebenso wie für die angereisten Experten zu spät. Auch Österreich bekam einiges ab, laut Wikipedia war Österreich unter den traurigen Top 5(!), was die Strahlenbelastung betraf. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch zu jung, um mich an Details zu erinnern oder die Tragweite zu bergreifen. Woran ich mich aber erinnern kann ist, dass es eine Zeit gab in der wir nicht in der Sandkiste spielen konnten/durften. Und auch Erdbeeren (die mochte ich schon damals), gab es "auf einmal" nicht mehr.

In der Schule lernten wir dann darüber und auch das Zivilwarnsystem wurde in Österreich eingeführt. Über all das kannst du aber auch viel ausführlicher in dem oben verlinkten Wikipedia Artikel lesen. Durch einen Artikel von National Geographic wurde ich auf den Fotografen Gerd Ludwig aufmerksam. Er besuchte (mehrfach?) das Sperrgebiet rund um Prypjat (Warum heißt das AKW eigentlich nicht so?) und publizierte auch ein Buch darüber. Um genau dieses Buch geht es hier in meinem Rezensionsvideo. Der österreichische(!) Verlag Edition Lammerhuber hat sich auf die Fahne geschrieben, ein Verlag für Fotografen zu sein, wie auch auf deren Homepage zu lesen ist:

"Was man liebt, das macht man am besten. Und wir lieben Bücher, wir lieben Fotografie. Das Fotobuch ist das ideale Medium, um diese beiden Vorlieben zu vereinen. Fotografie dokumentiert die Welt auf unvergleichliche Weise und prägt unser Menschheitsgedächtnis wie kein anderes Medium. Wir wollen nicht nur Bücher mit den faszinierendsten Themen aus Kunst und Wissenschaft, mit exzellenter Fotografie, ganz besonderen Texten und hervorragenden Autoren verlegen, sondern vor allem Bücher, die etwas zu sagen haben, die wichtige Themen in die Mitte der Gesellschaft tragen. Wir sehen das mit emotionaler Fotografie aufgeladene Buch als Referenzpunkt für Kommunikation, die weit über die verkaufte Auflage hinauswirkt. Wir glauben, mit einem Buch ganz viel bewegen zu können. Ein Buch ist für uns daher auch keine Ware, sondern eine Kulturtechnik, die ihresgleichen sucht."

- Homepage Edition Lammerhuber

Bevor es zum Video geht, hier noch die Daten zum Buch Der lange Schatten von Tschernobyl

  • Hardcover im Schuber, 29 x 31 cm
  • 252 Seiten und 127 Fotos
  • ISBN: 978-3-901753-66-4
  • Mit einem Essay von Mikhail Gorbachov (ja, DER!)

Ich hoffe dir hat das Video gefallen und mehr noch, ich hoffe ich habe es dir so schmackhaft machen können, dass du jetzt auch eines haben möchtest. Da wir in Österreich und auch in Deutschland (noch) eine Buchpreisbindung haben, sparst du dir nichts, wenn du das Buch über Amazon kaufst, aber du kannst ein österreichisches Unternehmen direkt unterstützen, wenn du das Buch beim Verlag (Klicke auf den Buchtitel etwas weiter oben) kaufst. Innerhalb Österreichs und Deuschlands bezahlst du auch keine Versandkosten! Und außerdem, wie Frau Lammerhuber mir in unserem Email-Verkehr schrieb, gibt es dort noch "viele interessante Bücher, über die es sich lohnt zu berichten". Viel Spaß also beim Stöbern! Ich werde mich definitiv auf der Seite noch umschauen und das eine oder andere Fotobuch bestellen. Und natürlich werde ich dann auch wieder hier auf LDAMiAb.com berichten! Bis zum nächsten Mal, Dein

Buchrezension: Ansel Adams - 400 Photographs

Lieber Freund,

mit diesem Artikel beginne ich eine neue Serie an Artikeln über diverse Fotobücher, welche ich besitze. Ich weiß, das Video ist etwas zu dunkel geraten und die Audioqualität ist auch suboptimal. Der ganze Aufbau mit Kamera und Buch ist auch noch nicht so ganz, wie ich mir das Vorstelle, aber eines nach dem Anderen! Ich brauche definitiv mehr Licht beim Filmen. Ein gutes Mikrofon habe ich eigentlich schon, ich konnte dieses aber aufgrund meines aktuellen Aufbaus nicht verwenden. Das wird sich bei meiner nächsten Buchrezension aber ändern! Wenn du Ideen hast, was ich noch verbessern könnte, immer her damit (LDA@LDAMiAb.com)! Hier jetzt aber mal das Video! Unter dem Video findest du nochmal Infos zum Buch...

Titel: Ansel Adams - 400 Photographs
ISBN: 978-0-316-11772-2
Verlag: Little, Brown & Company, Hachette Book Group

Bis zum nächsten Mal, Dein

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Rückblick 2016 - Teil 1

Mike and I had a very interesting year! We both completed (somehow) the "52 week Dogwood Photochallenge", wrote some articles about this and that and - of course - wrote about the Photo+Adventure. We learned a lot from there, especially about filming and the whole process afterwards, like cutting and so on! This will be our last article for 2016 and we wish you all a very Merry Christmas, Happy Holidays and a Happy New Year! We hope you will continue to read the articles on our site, follow us on Facebook and the other social media. We want to end this year (and start the new one) with our

Michael und ich blicken auf ein turbulentes Jahr 2016 zurück. Wir haben beide die 52 Wochen Dogwood Fotochallenge erfolgreich gemeistert (auch wenn's manchmal echt mühsam war), haben einige Artikel über dies und das geschrieben und zu guter Letzt auch über die Photo+Adventure berichtet. Gerade dort haben wir unglaublich viel gelernt, vor allem was Video und Videoschnitt betrifft. Dies wird unser letzter Artikel im Jahr 2016. Wir wünschen euch einen guten Rutsch und hoffen euch auch im neuen Jahr weiterhin als Leser auf unserer Seite begrüßen zu dürfen. Beschließen möchten wir beide dieses Jahr mit einem gemeinsamen Artikel über unser

Accessoire des Jahres / Accessory of the year

Michael and I decided to pick an accessory of the year. Something we loved 2016 especially, something that helped us tremendously or just something related to photography. Mike told me, his will be something with light, but it is no flash. His article will be published as the first one next year, and I'm excited what he will pick. But for now you have to stick with my pick...

Michael und ich haben beschlossen, ein Accessoire des Jahres auszuwählen. Etwas, das uns im vergangenen Jahr geholfen hat, besonders gut gefallen hat, oder sonst in irgend einer Weise mit Fotografie zu tun hat. Michael hat mir verraten, das sein Accessoire des Jahres etwas mit Licht zu tun hat, aber kein Blitz ist. Sein Artikel erscheint nächste Woche, also als erster Artikel im neuen Jahr! Ich bin auch schon gespannt, was er sich genau ausgesucht hat.

 

Lukas' Accessoire 2016

Der Henri Kameragurt / The Henri camera strap

Dear Friend,

Today I'm writing you about an extra item for my camera. Maybe I should use the word accessory, it sounds more special and more premium. Because this item is more special and more premium than most other items. I'd like to present you the "Henri" camera strap by Eric Kim. I don't know if it is still available, just go to amazon.com if you're within the U.S. or etsy.com if not and check! Although I have to admit that the strap costs some money, I think it is totally worth it and I can support Eric and Cindy with that.

 

Lieber Freund,

heute schreibe ich dir über ein Zubehör, oder vielleicht sollte ich es besser Accessoire nennen, das ich mir vor einiger Zeit gegönnt habe. "Accessoire" klingt hochwertiger und spezieller, und das ist diese Stück auch. Ich möchte dir den "Henri" Kameragurt von Eric Kim vorstellen. Ich weiß nicht, ob er noch erhältlich ist, aber wenn du in Amerika lebst, kannst du auf Amazon.com nachschauen, ansonsten muss du auf etsy.com gehen. Ich muss zugeben, dass er nicht so günstig ist, wie andere, aber ich finde, dass er das Geld wert ist. Außerdem unterstütze ich damit Eric und Cindy!

As you might have noticed, I follow Eric now for some time and get lots of inspiration from his blog posts. That is also how I found out about this strap designed by him and his wife Cindy. The name is a hommage to the probably most famous and biggest street photographer of all times, Henri Cartier-Bresson.

Ich lasse mich schon seit geraumer Zeit von Eric inspirieren, wie dir sicher schon aufgefallen ist. Dabei bin ich auch auf diesen Kameragurt gestoßen den er und Cindy (seine Frau) entworfen haben. Der Name ist eine Hommage an den wohl größten und bekanntesten Street-Fotografen der Welt, Henri Cartie-Bresson.

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The strap is packed in a simple wooden box, nothing fancy. Except that it is a wooden box, not a cheep looking plastic thingie. Covered in fine fabric, together with two little cards. That's really nice and shows that they both like and care about their product. Of course they could have thrown it just like that in a box, but they decided not to.

Der Gurt kommt in einer schlichten Holzbox daher, nichts aufregendes soweit. Außer dass es eben eine Holzbox ist, und nicht irgend eine billige dahergekommene Plastikbox. Eingeschlagen in einem Stückchen Textil mit zwei kleinen Kärtchen dazu. Das ist schön, zeigt es doch, dass Erik und Cindy das Produkt nicht egal ist. Natürlich hätte man den Gurt auch "einfach so" in die Box stopfen können.

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The first card is a note, that the strap might stain light cloths in the beginning. That is somehow logical, given the fact that it is made of real leather, but it is a nice move from them to warn you anyway. The fact, that this strap is made by hand, can be read on the second card. And a small "Thank you" from Eric and Cindy for buying it. But there is written more on the second card. They remind you of something the Japanese call "wabi-sabi". "The more you use it, the more the beautiful imperfections (looks like I didn't invent this word after all) will show." and "Now go forth and make art.". The whole box and its content screams "creativity", "uniquness", "coherent" and "what-really-matters"!

 

Das eine Kärtchen enthält einen Hinweis, dass das Produkt - vor allem auf hellen Kleidungsstücken - am Anfang etwas abfärben kann. Das ist eigentlich ganz natürlich, da es sich um Leder handelt, aber trotzdem schön, dass sie es der Mühe wert finden, darauf hinzuweisen. Der Gurt ist aus echtem Leder, von Hand vernäht. Das ist auf dem zweite Kärtchen festgehalten, zusammen mit einem kleinen Dankeschön für den Kauf von den Beiden. Daneben findet sich auch noch ein Hinweis auf das, was die Japaner "wabi-sabi" nennen. "Je mehr du ihn benutzt, desto schöner werden seine Unperfektheiten (offenbar habe ich das Wort doch nicht erfunden...) sichtbar." steht dort und "Nun gehe los und erschaffe Kunst.". Die ganze Box und ihr Inhalt schreien geradezu "Kreativität", "Einzigartigkeit", "Stimmig" und "Was-wirklilch-wichtig-ist"!

The small details, Eric and Cindy payed attention to when cerating this wounderful piece of art, show how deep they care about it. They didn't wanted to throw just another strap on the market (there are plenty of these). They wanted to create one, which fits perfectly to the photographer using it. There is a small loop you can snug over the metal part whith which you can adjust the lenght. Just so that you don't scratch you camera, lens or jacket. Similar on both ends of the strap where you connect your camera.

 

Die kleinen Details auf die Eric und Cindy beim Entwerfen des Gurtes beachtet haben, zeigt mir auch, wie sehr sie bemüht sind, nicht einfach "nur" einen neuen Kameragurt auf den Markt zu bringen (deren gibt es schon mehr als genug). Sondern, einen Gurt, der die Bedürfnisse eines Fotografen erfüllt, der nicht nur funktionell sonder auch emotionell ist. So gibt es einen kleine Schlaufe, die du über die Metall-Spange zur Größenverstellung schieben kannst. Damit du damit nicht versehentlich die Kamera, die Linse, deine Jacke kaputt machst. Ebenso verhält es sich bei den beiden Enden, die an der Kamera angebracht werden.

I like this (particular!) strap that much, I approached a small vendor at the Hay's Gallery in London who was selling leather bags and embosses them if you like, and asked if she'll emboss my strap, even I'm not going to buy something. Guess what, it now has my initials on it, as you can see in one of the pictures! My strap was unique before, because of its imperfections and the process of making it. But it is even more unique now! It is now MY camera strap, MINE and MINE only!

Ich mag diesen (einen!) Gurt so sehr, dass ich, als ich in London war und einen kleinen Stand gefunden habe der Ledertaschen verkauft und auf Wunsch auch prägt, einfach dort gefragt habe, ob sie mir diesen Gurt - obwohl ich nichts kaufen möchte - "veredeln" können. Mit meinen Initialen natürlich. Wie du auf einem der Fotos sehen kannst, ist es ganz schön geworden. Nun ist dieser Gurt schon durch die Herstellung und die Unperfektheiten an sich ein Unikat, aber jetzt noch viel mehr. Jetzt ist es MEIN ganz persönlicher Kameragurt.

Jedes Mal, wenn ich von der X100T auf die X-Pro1 wechsle (was nicht all zu häufig passiert, aber trotzdem), muss ich den Gurt auf die andere Kamera montieren. Muss? Ja, muss! Ich mag diesen Gurt so sehr, dass ich ihn immer mit meiner gerade aktuellen Kamera dabei haben möchte. Ich habe noch den einen oder anderen Gurt (und natürlich auch den "Originalen") aber keinen von denen muss ich unbedingt dabei haben. Diesen hier schon. Er - ja ich spreche ihn als Person an ;) - fängt auch schon an, seinen Unperfektheiten zu zeigen. Was ihn nur noch schöner und besonderer macht, so wie es Eric auf dem Kärtchen versprochen hat. Ich hatte schon viele Kameragurte probiert, bin aber nie bei einem geblieben. Irgendetwas hatte ein anderer Gurt dann, was meiner nicht hatte. Bis jetzt. Das einzige, das ich mir im Moment überlege ist, einen zweiten zu Kaufen. Dann muss ich nicht mehr hin und her wechseln. Dann muss ich aber wieder nach London, ihn prägen lassen ;) Aber das wird dann eine andere Geschichte, bis dahin alles Liebe, dein

Everytime I switch from the X100T to the X-Pro1 (which doesn't happen to often, but still...) I have to switch my strap too. Have to? Yes, have to! I adore this strap indefinatley and I want to have him with me, everytime I take my camera with me. I have other straps too (including the "original" one) but it was no big deal if I left without one of these. But not without him and he - yes, I refere to him as a person ;) - already starts showing his beautiful imperfections! Which makes him even more beautiful, just as Eric promised on the little card in the box. I tried many straps, but never stayed with one for long. There was always one, that was "better". Till now. The only thing is, I'm thinking about buying a second one for my X-Pro1. But then I'd have to fly to London to get the second one embossed too, but that might be a story for another time!

Love,

 

 

 
 
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Warum das originale Canon 100-400/4,5-5,6 L eines der meist unterschätzten Objektive ist

Es gab ja bereits einen Artikel über die 70-200 mm Objektive, und nun soll über ein weiteres Teleobjektiv berichtet werden? Ja, es macht Sinn. Es sind zwei grundlegend verschiedene Werkzeuge. Am langen Ende unterscheiden sich beide um 1-2 Blenden. Eine Blende von 2,8 ist besonders geeignet für Situationen mit wenig Licht. 5,6 ist hingegen nur schwer bei wenig Licht verwendbar (Ausnahme: unbewegte Motive). Es wird dadurch allerdings nicht unbrauchbar, sondern ist einfach nur für Moment mit ausreichend Licht geeignet. Wobei darauf hinzuweisen ist, dass es in dieser Preisklasse kaum lichtstärkere Systeme gibt. Will man ein lichtstarkes 400 mm Objektiv, muss man das 400/2,8 um etwa 10.000 € nehmen. Dieser Preisunterschied für "nur" zwei Blenden ist schon markant, und auch die Variabilität eines Zooms geht verloren. 

Weshalb macht das nun doch Sinn?
Bei Tageslicht kann man bei Blende 8 gut arbeiten, egal ob bewölkt oder klar. Abgeblendet zeigt jede Optik noch bessere Abbildungsleistung. Unter diesen Bedingungen zeigt das Objektiv seine Stärken. Altersbedingt ist der Bildstabilisator des alten Modells nicht am neuesten Stand, und doch ist er mehr als hilfreich bei derart langen Brennweiten. Bauartbedingt ist es eine Rarität. Selten sieht man jetzt noch Schiebezoom. Dabei dreht man keinen Zoomring, sondern schiebt den Tubus auseinander, und bewegt dabei die Linsen. Bei einem gut gewarteten Objektiv lässt sich der Zoommechanismus mit einem Einstellring gut fixieren.
Gebraucht geht das Objektiv für üblicherweise 600-800 € über den Ladentisch, neu ist nur noch der Nachfolger zu bekommen. 

Wozu ist es am besten geeignet? Wozu nun das Ganze?
Ganz einfach, ein Wort als Beispiel: Outdoorsport.
Überall, wo man Reichweite braucht, macht es Sinn, dieses Objektiv zu verwenden. Bei Outdoorsport, wie Fußball, wo entweder tagsüber oder mit Flutlicht gespielt wird, profitieren wir von der Optik. Wenn es sich auch um keine klassische Porträtoptik handelt, sollte man sie nicht unterschätzen (auch wenn man in Innenräumen damit beengt ist). Auch für Pressearbeit und Konzerte ist es gut geeignet, wenn man mehr Licht zur Verfügung hat. Deshalb auch meine Bezeichnung als das "meist unterschätzte Objektiv". Es handelt sich hier um einen versteckten Allrounder, mit geringen Einschränkungen. Auch die Kombination mit einem 70-200 mm Objektiv macht, aufgrund der Reichweite, Sinn.
Ich muss zugeben, dass ich dieser Unterschätzung selbst unterlegen bin. Erst durch meinen Kollegen LDA, der es besaß, bin ich auf den Geschmack gekommen. In Low Light Situationen bevorzuge ich natürlich das 70-200er, doch die Reichweite des 100-400ers lässt mich oft auch darauf zurückgreifen. 

Das 100-400 mm als Astroobjektiv. Es gilt: pro 100 mm Brennweite werden Sonne oder Mond 1 mm groß abgebildet. So kommt man erst bei 400 halbwegs nahe und im Idealfall 1000 mm richtig nahe ran.

Das 100-400 mm als Astroobjektiv. Es gilt: pro 100 mm Brennweite werden Sonne oder Mond 1 mm groß abgebildet. So kommt man erst bei 400 halbwegs nahe und im Idealfall 1000 mm richtig nahe ran.

Wildlife beginnt erst bei 300 mm Brennweite richtig interessant.

Wildlife beginnt erst bei 300 mm Brennweite richtig interessant.

Konzerte werden bei ausreichend Licht zum Genuss bei langen Brennweiten.

Konzerte werden bei ausreichend Licht zum Genuss bei langen Brennweiten.

Mit ein wenig Respektabstand (~1.5 m) lassen sich großartige Details ablichten.

Mit ein wenig Respektabstand (~1.5 m) lassen sich großartige Details ablichten.

Bei 400 mm hat man ausrechend Respektabstand um in der Menge zu verschwinden um nicht negativ aufzufallen.

Bei 400 mm hat man ausrechend Respektabstand um in der Menge zu verschwinden um nicht negativ aufzufallen.

Die 24-70 mm Objektive – der (Gold?) Standard

Das Canon EF 24-70/2.8 L II - Das beste Canon Standardzoom

Das Canon EF 24-70/2.8 L II - Das beste Canon Standardzoom

Da es vor kurzem einen Beitrag über 70-200 mm Objektive gab, war es mir auch ein Anliegen auch die sogenannten Standardzooms zu beschreiben. Die Auswahl ist groß, alleine bei Canon gibt es 3 Zooms dieser Klasse für Vollformat Kameras. Auch für diese Klasse gibt es Modelle in verschiedenen Preisklassen. Doch wo ist der große Unterschied zu den Telezooms? Dieser Standardbereich lässt sich ganz einfach mit Festbrennweiten abdecken. Hier nun ein paar Punkte die bei Standardzooms wichtig sind. Bei den Modellen werde ich mich dabei wieder auf Modelle für Canon Kameras berufen, ähnliches gilt aber für alle wichtigen Hersteller wie Nikon und Sony.

Schon etwas in die Jahre gekommen - Das Canon EF 24-105/4 L IS, besonders beliebt für Videos bei Tageslicht

Schon etwas in die Jahre gekommen - Das Canon EF 24-105/4 L IS, besonders beliebt für Videos bei Tageslicht

1. Crop Sensoren

Bei den Telezooms wurden Kameras mit APS-C Format Sensoren nicht separat behandelt. Dies hat den einfachen Hintergrund, dass die scheinbare Brennweitenverlängerung dieser Sensoren sich nicht negativ auswirkt und mehr Reichweite bringt. Dies ist bei Standardzooms nicht möglich. Hier verliert man einen großen Teil des Weitwinkelbereiches. Bei vielen Kameraherstellern wird aus einem 24 mm Objektiv scheinbar ein 36mm Objektiv. Dieser Unterschied ist gravierend und sollte berücksichtigt werden, daher macht es Sinn hier ein Objektiv im Bereich 17-50 mm zu nehmen.

2. Zoom vs. Festbrennweite

Canon EF 24-70/2.8 bei einem Konzert von IMMERMEHR. Auch mit weit offener Blende (f/4) zeigen sich keine Schwächen.

Canon EF 24-70/2.8 bei einem Konzert von IMMERMEHR. Auch mit weit offener Blende (f/4) zeigen sich keine Schwächen.

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Zooms sind sehr flexibel und Festbrennweiten sind meist Lichtstärker und/oder billiger bei ähnlicher Bildqualität. Hochwertige Zooms sind nicht gerade günstig allerdings sind Festbrennweiten dieser Klasse zwar viel Lichtstärker aber meist nahezu genau so teuer. Nun stellt sich natürlich die Frage: muss es immer das beste sein? Kurze Antwort: Nein! Manche billigere Festbrennweiten sind zwar mechanisch meist etwas schlechter verarbeitet aber die Unterschiede in der Verarbeitung sind meist die Verwendung von höheren Kunststoffanteilen in der Konstruktion. Dies wirkt sich aber auch positiv in der Transportabilität aus. Ein 24-70 mm Objektiv lässt sich ausgezeichnet durch folgende Festbrennweitenkombinationen ersetzen: 35 mm und 85 mm. Hier geht zwar der Großteil des Weitwinkelbereichs verloren, doch ist es die vermutlich günstigste Variante. Auf der anderen Seite ist die Kombination 24 mm, 50 mm und 100 mm ausgezeichnet um die wichtigsten Brennweiten abzudecken. Günstige Zooms lassen sich nicht durch Festbrennweiten ersetzen da auch die günstigsten Festbrennweiten ihren Preis haben, beim Vergleich mit teureren Zooms hingegen ist es möglich günstiger auszusteigen.

3. Flexibilität

Captain Minus und die Mathematiker am Rock gegen Krebs. Ein Foto mit Blitz in der typischen Arbeitsweise wie in der Pressefotografie üblich, hier geht es nicht ohne Zoom.

Captain Minus und die Mathematiker am Rock gegen Krebs. Ein Foto mit Blitz in der typischen Arbeitsweise wie in der Pressefotografie üblich, hier geht es nicht ohne Zoom.

Hier sind Zoomobjektive natürlich überragend und kaum ersetzbar. Wer Erfahrung in Pressearbeit und ähnlichen Bereichen der Fotografie hat, kennt und liebt die Vorteile eines Zooms. Wenn die Flexibilität des Fotografen eingeschränkt ist, lässt sich ein Zoom nicht umgehen da man ansonsten kaum in die Bildkomposition eingreifen kann.

4. Bildqualität, Lichtstärke und Preis

Der Standardbereich (hier 24 mm Weitwinkel) ist für alles Verwendbar und Sinnvoll.

Der Standardbereich (hier 24 mm Weitwinkel) ist für alles Verwendbar und Sinnvoll.

Je geringer der Brennweitenbereich, desto besser lassen sich optische Fehler korrigieren. Der Zoomfaktor (End-/Startbrennweite) gibt Aufschluss darauf wie schwierig es ist ein hochwertiges Objektiv Herzustellen. Sowohl die 24-70 mm als auch die 70-200 mm Objektive besitzen einen Zoomfaktor von rund 2.9 und sind mit einer Lichtstärke von bis zu 2.8 erhältlich. Diese Objektive zeigen natürlich ihre stärken und schwächen, jedoch sind optische Fehler gut korrigiert. Bei sogenannten Superzooms mit Zoomfaktoren von 10 und höher ist das deutlich schwieriger. Außerdem spielt die Lichtstärke eine Rolle. Wer Objektive mit höheren Lichtsammelvermögen braucht muss einen kleineren Zoomfaktor in kauf nehmen. Bei Objektiven wie ein 24-70 mm ergibt sich ein Sweet Spot bei einer Lichtstärke von 2.8 doch wie Sigma vor nicht all zu langer Zeit bewiesen hat lässt sich bei kleineren Brennweiten eine deutlich höhere Lichtstärke erzielen. Sigma bewies das mit dem 24-35/2.0 Objektiv. Hochwertige 24-70/2.8 Zooms kosten rund 1000-2000€, bei Festbrennweiten sieht dies anders aus. Hier kostet ein Objektive mit Blende 2.8 oder sogar besser unter 500€. Besonders 50 mm Objektive sind günstig und so kostest das 50/1.8 von Canon gar nur 130€ und sammelt mehr als doppelt so viel Licht wie eine Blende von 2.8 und bietet eine Bildqualität die nicht weit von den hochwertigen Zooms entfernt ist. Wer jedoch höchste Bildqualität braucht ist bei den Zooms und den Festbrennweiten gleichauf.

5. mögliche Modelle

Auch im Studio gut - 24-70 mm Objektiv bei 65 mm Brennweite.

Auch im Studio gut - 24-70 mm Objektiv bei 65 mm Brennweite.

Die billigsten Standardzooms kosten 300-400€ und sind durch Festbrennweitenkombinationen nicht kostengünstiger ersetzbar. In dieser Preisklasse liegt das inzwischen schon etwas ältere Tamron 28-75/2.8, ein Modell das nicht sehr hochwertig verarbeitet ist, keinen leisen oder schnellen Autofokus hat aber mit etwas Glück gute optische Leistung zeigt. Teurer aber deutlich zuverlässiger und besser sind das Canon EF 24-105/4 L IS, ein inzwischen schon etwas älteres Modell das vermutlich bald ersetzt wird und neu für rund 900€ zu haben ist. Besonders wer mit seiner Kamera gerne Videos macht kennt und liebt es. Bessere Bildqualität liefert jedoch das EF 24-70/4 L IS (~850€) und es bietet einen eigenen Makromodus um näher als mit üblichen Zooms an das Motiv heranzukommen. Das Topmodel ist das EF 24-70/2.8 L II (~2000€) und die Abbildungsleistung ist zwar nicht perfekt aber eine der besten im Segment. Wer weniger Geld hat kann zu den neueren 24-70/2.8 Objektiven von Sigma und Tamron greifen. Diese Kosten zwischen 700 und 900€ und liefern gute Bildqualität. In bisherigen Tests konnten sie aber nicht ganz an das Canon Topmodel heranreichen. Für APS-C Kameras gibt es zwei. Für APS-C Kameras (alle zwei-, drei- und vierstelligen Canon Kameras und die 7D Reihe sowie alle zwei- und vierstelligen Nikon Modelle und den D100 bis D500 Modellen) empfiehlt sich ein 17-50 mm Objektiv wie das Tamron 17-50/2.8 VC um rund 400€ oder etwas teurer das Canon EF 17-55/2.8 IS USM um rund 750€. Inzwischen eher historisch relevant ist das EF 17-40/4 USM (~500€). Dieses Vollformat Weitwinkelzoom war ein ausgezeichnetes Standardobjektiv an früheren APS-C Kameras und kann noch immer verwendet werden, jedoch sind die Anforderungen der modernen Kamerasensoren an ein Objektiv hoch und nicht jeder wird damit glücklich.

Vieles in der Landschaftsfotografie kann man im 24-50 mm bereich machen. Oft ist für Wanderungen ein 24 mm Objektiv oder ein 24-70 mm Zoom die beste Lösung.

Vieles in der Landschaftsfotografie kann man im 24-50 mm bereich machen. Oft ist für Wanderungen ein 24 mm Objektiv oder ein 24-70 mm Zoom die beste Lösung.

5. Der Abschluss – Zoom und Festbrennweite

Meine persönlich bevorzugte Vorgehensweise ist es ein hochwertiges Standardzoom mit Festbrennweiten für spezielle Zwecke zu Kombinieren. So ist zum Beispiel ein Lichtstarkes 50 mm Objektiv nicht zu unterschätzen und ein Lichtstarkes 100 mm Objektiv oder ein 100 mm Makroobjektiv ebenso wenig. Diese müssen nicht all zu teuer sein und ergeben ein System, dass so perfekt wie nur möglich ist.

Fuji vs. Fuji vs. Samyang - die Entscheidung

Im ersten Teil meiner Gegenüberstellung bin ich auf die verschiedenen Aspekte von notwendiger Offenblend, Größe und Gewicht, sowie den möglichen Einsatzgebieten eingegangen. Nun folgt ein etwas technischerer Teil und die Entscheidung, welches Objektiv das Richtige bzw. Beste ist!

 

5. Autofokus, brauche ich den wirklich?

Fuji X-Pro1 + Samyang 8mm f2.8 Fisheye @ ISO 200; f/5.6; 1/500sec

Meine erste Spiegelreflexkamera war eine Praktica B100 mit einem 50mm Objektiv, natürlich ohne Autofokus. Scharfe Bilder habe ich damit (nach einigem üben) schon zusammengebracht. Heutzutage hat so gut wie jede Kamera bzw. jedes Objektiv einen Autofokus. Warum sollte ich also darauf verzichten? Natürlich gibt es genug Anwendungsgebiete in denen das manuelle Fokussieren dem Autofokus überlegen ist, manches Mal sogar notwendig ist! Zum einen Makrofotografie, hier geht mit Autofokus eigentlich gar nichts. Nur ist keines der drei Objektive wirklich Makro-tauglich. Studio- & Produktfotografie. Ja, dafür können die drei Objektive gebraucht werden und auch manuell fokussiert werden. Ich verlasse mich hier jedoch meist auf den Autofokus, warum auch nicht, wenn ich ihn schon habe? Bei Produktfotografie kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, nämlich (wieder) die Schärfentiefe. Damit mein Produkt möglichst komplett scharf abgebildet ist, muss ich das Objektiv zumindest auf Blende 8, manchmal vielleicht sogar 11 oder gar 16 abblenden. Damit macht es keinen Unterschied mehr, ob das Objektiv eine Offenblende von f/1.2 oder f/3.5 hat.

Bei Landschaftsfotografie, wo ich meist genau so stark abblenden muss, benötige ich hingegen nicht zwingend den Autofokus. Bei meinem Samyang 8mm Fisheye weiß ich, sobald ich den Fokusring auf etwas über "1 m" stelle und auf f/5.6 abblende ist alles was weiter als 36cm von der Linse entfernt ist, scharf! Stichwort "hyperfokale Distanz". Bei einem 35mm Objektiv und Blende f/11 liegt die hyperfokale Distanz bei etwa 5,5m. Stelle ich also meinen Fokusring auf etwa 6 m ist alles scharf, was weiter als 3m von der Linse entfernt ist. Perfekt für scharfe Landschaftsfotos! Aber auch in der Streetphotography benötige ich nicht zwingend den Autofokus. Wie schon im ersten Teil angedeutet, nutze ich gerne das "Zone-Focus-System". Dazu blende ich mein Objektiv auf f/8 (in etwa) ab und stelle den Fokus so ein, dass meine Schärfentiefe-Zone bei etwa 1,5m beginnt (etwa zwei Armlängen). Dadurch bekomme ich eine Schärfenzone von etwa einem Meter, je nachdem ob ich die X100T oder die X-Pro1 (mit dem 35mm) verwende. Einzig die Größe und das Gewicht des Samyang hindert mich daran, es als ein gutes Street Objektiv zu bezeichnen. Der nicht vorhandene Autofokus ist für diesen Einsatzzweck definitiv nicht auf der "Contra" Seite einzutragen und die optische Leistung ist sicherlicht sehr gut. Wobei ich hier auf die mit Sicherheit noch kommenden Tests bereits gespannt bin!

 

6. Technische Daten, wie wichtig sind sie wirklich?

Nun ja, ohne die technischen Daten zu kennen, könnte ich diese drei Objektive nur dann vergleichen, wenn ich sie mir entweder kaufe -was mir zu kostenaufwendig ist- oder Fuji und Samyang dazu bringen könnte, sie mir -zumindest für einen gewissen Zeitraum- zu überlassen. Vielleicht wäre mir dies sogar gelungen, versucht habe ich es aber trotzdem nicht. Vermutlich würde mir auch die Zeit fehlen, die drei Objektive "im Feld" zu testen. Eines der beiden Fujinon besitze ich und bin sehr zufrieden damit. Das Andere konnte ich letztes Jahr auf der Photo+Adventure kurz testen und der Autofokus war tatsächlich besser und schneller als beim f/1.4er. Aber selbst wenn ich alle verfügbaren technischen Infos und MTF-Charts hätte, könnte mir dies nur einen Anhaltspunkt über die Leistung für das jeweilige Objektiv liefern. Wie schon in Teil 1 erwähnt, ist es wichtig das Objektiv zu testen, bevor man es kauft. Wenn dies irgendwie möglich ist.

Natürlich können mir die technischen Daten helfen, das eine oder andere Objektiv bereits im Vorfeld als für mich ungeeignet oder vielleicht sogar unnötig von meiner Wunschliste zu streichen. Daher folgt hier nun eine kleine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der drei Objektive wie sie auf den beiden Homepages der Hersteller zu finden sind.

 

 

Maximale Blende

Linsen/Gruppen

Abmessungen
(DM x Länge)

Gewicht

Blendenlamellen

Mindest-fokusdistanz

Preis (ca.)

 

Fujinon XF 35mm F1.4 R

f/1.4 - f/16

8 Linsen in 6 Gruppen

65 mm x 50 mm
 

184 g

7 gerundete

28 cm
 

530 €

 

Fujinon XF 35mm F2 R WR

f/2.0 - f/16

9 Linsen in 6 Gruppen

60 mm x 46 mm
 

164 g

9 gerundete

35 cm
 

399€

Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS

f/1.2 - f/16

9 Linsen in 7 Gruppen

n/A x 74 mm
 

433 g

9 gerundete

38cm
 

450€

7. Welches Objektiv ist das Richtige/Beste?

Die Antwort auf die letzte Frage in meinem Artikel ist alles andere als einfach und kurz. "Das kommt darauf an" wäre wohl die kürzest mögliche aber auch zugleich unbefriedigenste Antwort, wenn ich sie denn einfach so stehen lassen würde. Stattdessen werde ich im Folgenden kurz und bündig zusammenfassen, warum für den einen das Fujinon XF 35mm F1.4 R das richtige Objektiv sein kann, für jemand anderen das XF 35mm F2 R WR, und wieder für jemand anderen das Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS. Zuerst wollte ich eine Übersicht mit den "Pro's" und "Contra's" aufstellen, habe dies aber wieder verworfen. Warum? Nun, was ich als "Pro" oder "Contra" empfinde, kann jemand anderes genau anders herum empfinden. Wenn ich auf der Suche nach einer sehr stabil konstruierten Linse bin, empfinde ich das Gewicht nicht als Nachteil. Bin ich jedoch auf der Suche nach einer kleinen und kompakten Linse wäre ein hohes Gewicht eher ein Nachteil. Daher folgt hier nun eine kurze Übersich mit den meiner Meinung nach wichtigsten Merkmalen jedes Objektivs.

Fujinon XF 35mm F1.4 R

Gut verarbeitetes Objektiv mit einer große Offenblende. Sehr leicht und kompakt. Schon bei Offenblende sehr scharf, guter Autofokus, auch wenn er das eine oder andere Mal besser sein könnte. Praktisches Allround-Objektiv ohne große Schwächen. Der Preis ist in Ordnung, wenn man die 1.4er Blende möchte. Wem eine 2er Blende genügt kann Problemlos zum günstigeren kleinen Bruder greifen.

Fujinon XF 35mm F2 R WR

Nicht ganz so große Offenblende wie die beiden anderen Objektive, aber für die meisten Situationen ausreichend weit offen. Die Schärfeleistung bleibt kaum hinter dem großen Bruder zurück. Der Autofokus ist wesentlich schneller und besser als beim F/1.4er. Extrem klein und kompakt. Fällt kaum an der Kamera auf. Daher besonders geeignet für Street, aber auch für diverse andere Einsatzzwecke. "WR" steht für "Weather Resistant", in Verbindung mit einer entsprechenden Kamera optimal gerüstet für den Outdoor-Einsatz. Preislich voll in Ordnung, wer mehr in die Tasche greift, bekommt dafür mehr Licht, die optische Qualität bleibt jedoch fast gleich.

Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS

Sehr große Offenblende, massiv konstruiert was sich jedoch im Gewicht wiederspiegelt. Bauartbedingt auch relativ groß, die optische Leistung dürfte relativ gut sein, sieht man sich die anderen Objektive von Samyang an. Preislich attraktiv, vor allem wenn man es (auch) zum Filmen verwenden möchte. Weniger für Street geeignet, wenn auch nur wegen der Größe. Der nicht verbaute Autofokus ist hier, ebenso wie im Studio kein Nachteil. Definitiv die erste Wahl für Fotografen, die es vor allem zum Filmen einsetzen möchten, aber auch das eine oder andere Mal Bilder damit machen wollen und nicht zwei Objektive kaufen wollen.

 

Zusammenfassung

Einen Sieger oder Verlierer gibt es hier nicht. Jedes der drei Objektive hat seine Stärken und Schwächen. Für mich als ambitionierter Streetphotographer und Liebhaber kleiner Kameras, kommen jedoch nur die beiden Fujinon in Frage, das Samyang wäre mir schlicht zu groß. Würde ich mehr Filmen (wovon ich so gut wie keine Ahnung habe), wäre das Samyang definitiv einen Versuch wert. Umsteigen auf das noch kleinere Fujinon werde ich jedoch auch nicht, da ich mit dem Größeren durchaus zufrieden bin. Hätte ich im Moment keines der drei Objektive, würde meine Wahl wohl auf das XF 35mm F2 R WR fallen. Warum ich dennoch das 1.4er habe? Als ich mich entschied ein 35mm Objektiv für meine X-Pro1 zu kaufen, gab es nur dieses eine Objektiv von Fuji. Der einzige Punkt der in meinem Vergleich offen bleibt ist, dass ich nicht weiß, ob das Samyang die Blende an die Kamera weiter gibt. Mein Fisheye von Samyang macht es jedenfalls nicht. Das ist zwar schade, aber an der Bildqualität des Objektives ändert das nichts.

 

Lukas D. ALBERT, aus Wien, für LDAMiAb

Fuji vs. Fuji vs. Samyang

Zu Beginn muss ich einige Punkte erwähnen, die mir wichtig erscheinen. Erstens, ich werde weder von Fujifilm noch von Samyang in irgend einer Weise gesponsort. Zweitens, ich besitze nur eines der drei Objektive, auf die ich in diesem Artikel eingehe. Daraus resultiert Drittens, die technischen Daten sowie Berichte über die optische Leistung habe ich mir aus diversen Quellen zusammen getragen, auf die ich im Text auch näher eingehen werde. Viertens, ich werde hier nur eine einzige Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten haben. Keine MTF-Charts, keine Fotos mit Testmustern oder Color-Checker, kein Pixel-Peeping. Ist einfach nicht mein Ding, aber dazu auch später. Und Fünftens, dies sind allesamt MEINE PERSÖNLICHE ANSICHTEN und MEINUNGEN, die auf meinen Erfahrungen mit Fujikameras und -objektiven beruhen. Fairheitshalber sei erwähnt, dass ich auch ein Samyang Objektiv besitze, nämlich das 8mm Fisheye f/2.8 II, mit welchem ich in jeder Hinsicht mehr als zufrieden bin!

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/500sec

Die Ankündigung von Samyang, ein neues und lichtstarkes (f/1.2!) 35mm Objektiv für spiegellose Kameras auf den Markt zu bringen, bot mir die Möglichkeit ein wenig über Lichtstärke, Original- vs. Fremdhersteller und die Notwendigkeit neues Zubehör zu kaufen zu sinnieren. Zu diesem Zwecke möchte ich die beiden 35mm Objektive von Fujifilm, nämlich das Fujinon XF 35mm F1.4 R und das (neuere) XF 35mm F2 R WR, sowie das (noch nicht am Markt erhältliche) Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS miteinander Vergleichen. Alle technischen Daten habe ich mir von den Seiten von Fujifilm bzw. Samyang zusammengetragen.

Folgende Fragen drängen sich in meinem Kopf und wollen beantwortet werden, wenn ich diese drei Objektive im Geiste nebeneinander betrachte. Ich werde mich bemühen, jede der einzelnen Fragen in sich zu beantworten, auch wenn ich bereits vorher weiß, dass ich mit Sicherheit ohne Querverweise auf die anderen Antworten nicht auskommen werde! Aufgrund des Umfanges, den die Beantwortung der sieben Fragen ergeben wird, teile ich die Antworten auf zwei Artikel auf. Fragen 1 bis 4 beantworte ich in diesem Artikel, die Fragen 5 bis 7 dann im nächsten Artikel.

  1. Wie viel Offenblende brauche ich (wirklich)?
  2. Wie gut ist die optische Auflösung und kann ich im realen Einsatz wirklich einen Unterschied erkennen?
  3. Wofür kann ich dieses (oder jenes) Objektiv verwenden?
  4. Kommt es wirklich auf die Größe an?
  5. Autofokus, brauche ich den wirklich?
  6. Technische Daten, wie wichtig sind sie wirklich?
  7. Welches Objektiv ist das Richtige/Beste?

 

1. Wie viel Offenblende brauche ich (wirklich)?

Unser Motto von LDAMiAb Photography ist "Plus Lucis" - "Mehr Licht". Je größer also die maximale Öffnung der Blende (und je kleiner die Blendenzahl), desto mehr Licht kommt am Sensor an. Klarer Punkt also für das Samyang, oder? Auf dem Papier schon, auch wenn zwischen Blende f/1.2 und f/1.4 nur 1/3 Blende Unterschied ist. Im Vergleich zum noch Langsameren f/2.0 von Fuji sind es sogar 1 1/3 Blende Unterschied. Nichts desto trotz denke ich, dass es kaum einen Unterschied macht. Hier muss ich bereits beginnen, auf die Fragen Zwei vorzugreifen. Die meisten (wenn nicht sogar alle) Objektive erreichen ihre beste optische Auflösung erst wenn man sie um eine, manchmal sogar zwei, Blendenstufen abblendet. Dazu mehr bei Frage Nummer 2!

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/125sec

Auf der anderen Seite, je weiter ich die Blende öffnen kann, desto kürzere Belichtungszeiten (bei gleichbleibender Beleuchtung und ISO) erreiche ich. Oder, wenn das Licht weniger wird, kann die Belichtungszeit länger auf einem verwacklungssicherem Niveau gehalten werden. Aber selbst mein Freund und Kollege hier auf LDAMiAb.com, Michael Abraham, der gerne auf -meist sehr spährlich beleuchteten- Konzerten fotografiert weiß, dass irgendwann auch für die schnellste Linse einfach nicht mehr genug Licht da ist. Scott Bourne von Photofocus.com hat einmal in einem Podcast so schön gesagt, die Leute erwarten von den Kameras, dass diese absolut rauschfreie Fotos produziere müssen.  In einer stockdunklen, kaum mit einer Kerze beleuchteten Scheune, bei Neumond und ISO 4 Millionen. Das diese Vorstellungen etwas überzogen sind, dürfte jedem klar sein, aber die Kameras von heute sind in Bezug auf die ISO und das damit einhergehende Rauschen bereits auf einem derart hohen Niveau, davon konnten wir, als ich meine erste Digitalkamera gekauft habe (2003!), nur träumen. Genau diesem Umstand verdanken wir, dass der Unterschied zwischen dem Fujinon XF 35mm F2 R WR und dem Samyang, was die maximale Lichtstärke betrifft, kaum mehr in's Gewicht fällt. Ich habe keinerlei bedenken die ISO an meiner (schon etwas älteren) X-Pro1 auf 3.200 oder gar 6.400 zu schrauben. Und wenn ich dann noch immer nicht genug Licht habe, habe ich sowieso ein Problem, denn bei derartig schlechten Bedingungen hat einerseits der Autofokus schon erhebliche Probleme (siehe Frage 5 im nächsten Teil) und andererseits ist meine Schärfenebene auch schon sehr, sehr gering (siehe Frage 2).

 

2. Wie gut ist die optische Auflösung und kann ich im realen Einsatz wirklich einen Unterschied erkennen?

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/125sec

Dies ist sehr anschaulich auf der Seite von Fuji vs. Fuji dargestellt, zumindest für die beiden oben erwähnten Objektive von Fuji. Blende f/5.6 ist bei beiden Objektiven der so genannte "Sweetspot" an dem sie ihre höchste Schärfe erreichen. Das sind drei(!) bzw. sogar Vier(!!) Blenden unterhalb der Offenblende. Will ich also wirklich die bestmögliche Auflösung und Schärfe, ist es egal ob mein Objektiv eine Offenblende von 1.2, 1.4, 2, oder 2.8 hat. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Objektive bei Offenblende nicht auch scharf (genug) wären. Wie gut sich das Samyang bei Offenblende schlägt, werden die ersten Tests zeigen, sowie das Produkt am Markt ist. Ja, auf den Seiten von Fuji und Samyang gibt es bereits die MTF-Charts mit denen sich das schon beurteilen lassen soll, aber davon halte ich nicht wirklich etwas. Genau so wie der Vergleich diverser Test-Charts mit denen die Auflösung beurteilt wird. Natürlich können solche Tests hilfreich sein, und auch das eine oder andere Mal eine fundamentale Schwäche eines Objektives aufzeigen. Aber in 95% der Fälle glaube ich nicht, dass man einen Unterschied bei einem realen Bild erkennen kann. Wie schon Eingangs erwähnt, kann es aber auch sehr hilfreich sein zu wissen, bei welcher Blende mein Sweetspot liegt, wenn ich wirklich maximale Schärfe brauche.

Würde es mit dem zuvor gesagten dann nicht Sinn machen, das Objektiv zu wählen welches die größte Offenblende hat? Durchaus, aber ich glaube man sollte seine Entscheidung zugunsten eines und zu ungunsten eines anderen Objektives nicht an der maximalen Blendenöffnung festmachen. Idealerweise ist es wie mit einem Whisky. Bevor ich (viel) Geld ausgebe, wäre es gut das Objektiv zu testen. Nicht immer ganz einfach, gerade bei Fuji Objektiven. Die meisten Kamera- und Objektivverleihstellen haben diese gar nicht zur Verfügung. Mit etwas Glück kann man sich eines für ein paar Stunden bei einem Fotohänder ausborgen. Oder man befragt viele verschiedene Seiten im Internet mit Erfahrungsberichten. Hierbei würde ich jedoch mehr Fokus auf jene Berichte legen, die weniger technisch sonder mehr praxisbezogen sind. Technische Daten sind eines (siehe Frage 6 im nächsten Teil), Praxistauglichkeit etwas anderes. Bei Frage Nummer 1 habe ich bereits angedeutet, dass die Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe?) bei Offenblende schon sehr, sehr gering ist. Bei Blende f/1.2 und einem Motivabstand von 2 Metern sind es gerade einmam 15 cm! Bei Blende f/1.4 ist es da nicht viel besser, hier habe ich etwa 18cm Schärfebereich. Bei Blende f/2 sind wir "schon" auf 26 cm, aber auch das ist relativ wenig. Als Basis für die Berechnungen habe ich die X-Pro1 mit einem 35mm Objektiv herangezogen. Worauf ich hinaus will? Wenn ich so wenig Licht habe, dass ich eine sehr weit offene Blende brauche, werde ich mit Sicherheit andere Probleme bekommen, nämlich einerseits meinen Autofokus überhaupt zum Arbeiten zu bringen (schon wieder ein Vorgriff auf Frage Nummer 5), und andererseits mein Motiv im Fokus zu behalten (oder überhaupt zu sehen, wenn es so dunkel ist). Der verfügbare Schärfenbereich -auch wenn dieser bei APS-C Sensoren von Haus aus größer ist- ist bei geringen Motivabständen relativ klein. Der Ausschuss an nicht scharfen Fotos, bzw. Fotos deren Schärfepunkt vor oder hinter dem Motiv liegt, dürfte dabei stark ansteigen wenn ich immer mit weit offener Blende fotografiere. Obwohl dies jedoch sicherlich auch davon abhängt, was ich damit fotografieren möchte, womit wir bei der nächsten Frage wären.

 

3. Wofür kann ich dieses (oder jenes) Objektiv verwenden? 

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/8.0; 1/125sec + Blitz

Nun, ein 50mm (KB) ist ein relativ universelles Objektiv. Dies liegt daran, dass die Bildwirkung dieses Objektives sehr ansprechend ist. Außerdem war (und ist) die Konstruktion, auch von recht lichtstarken Varianten, relativ einfach und kostengünstig. So gut wie jede analoge Spiegelreflexkamera hatte ein 50mm Objektiv als Standardobjektiv dabei. Sieht man sich die Preise der aktuellen Objektive an, ist man bei den Fujinon mit rund 400€ für das f/2 dabei, für das Samyang sollen wohl rund 450€ zu bezahlen sein und das f/1.4 von Fuji ist für etwa 500€ zu haben. Neben dem Preis muss ich bereits jetzt die Mindestfokusdistanz vorwegnehmen, ebenso das Gewicht und die Größe (Frage 6 im nächsten Teil). Die Mindestfokusdistanz beträgt 28cm für das Fujinon f/1.4, 38cm für das Samyang und 35cm für das Fujinon f/2. Makrofotografie ist damit nicht unbedingt möglich, aber für Produkt- und Studiofotografie kann man es sicher verwenden. Und natürlich (vor allem die beiden Fujinon) für Streetphotography. Was spricht gegen das Samyang? Nun, das hängt mit der Größe und dem Gewicht zusammen. Sowohl das f/2 als auch das f/1.4 von Fuji sind relativ leicht (164g bzw. 184g) wogegen das Samyang mit etwa 430g schon so fast genau so schwer wie die X-Pro1 (450g) oder sogar die X-T2 (500g) ist. Naturgemäß braucht man für ein lichtstärkeres Objektiv mehr Glas, was wiederum in mehr Gewicht resultiert. Und in größeren Abmessungen. Während man beim Fujinon f/2 schon von winzig sprechen kann, die Länge ohne Bajonett beträgt gerade 46mm(!), ist das Samyang mit rund 75mm Länge schon fast riesig! Das etwas lichtstärkere Fujinon reiht sich dazwischen, aber immer noch näher an seinem kleinen Bruder, mit 50mm Länge, ein. Zusätzlich ist das Samyang komplett aus Metall gefertig, was für das außergewähnlich hohe Gewicht (mehr als Doppelt so schwer wie die beiden Fujinon) sorgt. Natürlich trägt dies zur Stabilität bei. Dazu mehr bei Frage 4!

Eine weitere Einschränkung des Einsatzbereiches sehe ich durch den nicht verbauten Autofokus. Über die Gründen warum Samyang dieses Objektiv ohne Autofokus baut kann ich nur spekulieren. Eine -und vielleicht auch die plausibelste- Möglichkeit könnte sein, dass dieses Objektiv auch als Filmobjektiv mit T-Stops verfügbar ist. Außerdem hat letzteres statt des üblichen Fokusringes einen Ring, der für so genannte "Follow-Focus-System" konzipiert ist. Also quasi einen externen Autofokus. Dieses Einsatzgebiet gehört ganz alleine dem Samyang, zumindest empfinde ich den Fokusring an meinem XF 35mm f/1.4 etwas schwammig. Von diversen Foto/Video-Blogs weiß ich aber, dass es gerade beim Filmen sehr darauf ankommt, einen exakt arbeitenden Fokusring zu haben. Da ich mich aber in diesem Bereich zu wenig auskenne, belasse ich es einfach bei der Vermutung, dass das Samyang primär für den Filmbereich konstruiert wurde und sich das Fotoobjektiv daraus "einfach ergeben hat".

 

4. Kommt es wirklich auf die Größe an? 

Ja.
Damit sind wir am Ende des ersten Teils angelangt.

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 3200; f/2.8; 1/60sec

Noch nicht ganz, aber fast. Natürlich kommt es auf die Größe an. Die Frage ist immer nur, ist größer besser oder nicht? Mein Freund und Kollege Michael hat erst kürzlich einen Artikel über richtig große Objektive geschrieben. Großer Brennweitenbereich (70-200mm), große Offenblende (f/2.8), großer Filterdurchmesser. Sind diese Objektive schlecht? Mitnichten! Ich sehe das aber so: Ich bin vor über einem Jahr von meiner (riesigen) Spiegelreflexkamera auf eine Fuji X100T umgestiegen. Ein paar Monate später habe ich mir die X-Pro1 gekauft. Ich mag einfach diesen Formfaktor. Warum soll ich mir jetzt, da ich mein Gehäuße verkleinert habe, weiterhin große und schwere Objektive kaufen? Natürlich hängt die Objektivwahl auch davon ab, was ich fotografieren möchte/muss. Mein größtes Objektiv war ein 100-400mm von Canon. Das Objektiv schreit danach, am Sportplatz eingesetzt zu werden. Für Street, Arichtektur oder Landschaft ist es nicht zu gebrauchen. Einfach zu lange (Brennweitenmäßig) und zu groß. Das 35er kann ich neben dem Studio auch für Street, Architektur, Landschaft, Reportage, sogar Portrait einsetzen. Und gerade bei Street und Reportage kommt es oft auf die Größe an.

Auf der einen Seite ist das komplett aus Metall gefertigte Samyang mit Sicherheit sehr stabil, was bei "Heavy Duty" Einsätzen im Feld gut sein kann, auf der anderen Seite verdoppelt es das Gewicht wenn ich es am meiner X-Pro1 habe. Michael und ich waren Ende Juli zwei Tage in München. Da wir unsere Taschen am zweiten Tag nicht im Hotel lassen konnten, wir aber den ganzen Tag in München auf der Straße verbingen wollten, haben wir die Taschen kurzerhand am Bahnhof in ein Schließfach geworfen und sind nur mit unseren Fotoapparaten (und ich mit einem Haufen Ersatzakkus) losgezogen. Rückblickend wäre es wohl besser gewesen, wenn ich neben dem XF 10-24mm f/4 R OIS mein 35er mit genommen hätte. Oder meine X100T. Das eben genannte Objektiv ist ähnlich schwer wie das Samyang (400g) und sogar um über 10mm länger, nämlich ganze 87mm(!). Zugegeben, es ist ein Zoom-Objektiv, die sind bauartbedingt größer. Dadurch, dass das Samyang erst am 1.August angekündigt wurde, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal wissen, wie groß oder schwer es sein würde. Trotzdem konnte ich so bereits Erfahrung mit einem ähnlich großen und schweren Objektiv machen, wenn auch mehr durch Zufall.

Streetphotography war mit dem 10-24er kaum möglich, so schwer habe ich mir schon lange nicht mehr getan. Aber für die Architektur- & Autoaufnahmen in der BMW Welt und der Münchner Innenstadt war es die richtige Wahl. Wenn ich neben dem Gewicht der Kamera (und dem Objektiv) auch noch meine Tasche schleppen hätte müssen, wäre ich wohl bereits nach 2 Stunden bis auf die Knochen nass gewesen. Geschwitzt habe ich aber trotzdem genug, auch "nur" mit meiner Kamera. Das hohe Gewicht alleine würde mir weniger ausmachen, aber warum sollte ich nicht zu einer leichteren Variante greifen, die vor allem auch kleiner und unauffälliger ist? Deßwegen bin ich ja von meiner DSLR zu einer Spiegellosen gewechselt, weil ich Größe und Gewicht reduzieren wollte. Der "fehlende" Autofokus ist in diesem Zusammenhang gar nicht so schlimm, dazu aber im nächsten Teil mehr.

Lukas D. ALBERT, aus Wien für LDAMiAb

Die 70-200 mm Objektive - Die Arbeitstiere der Fotografen

Vor kurzem zeigte Kai Wong von DigitalRevTV in einem Video warum man ein 70-200 mm Objektiv braucht. Aus diesem aktuellen Anlass soll dieser Artikel meine Sicht zu den 70 oder 80-200 mm Objektiven zeigen.

Ein schon etwas älteres Foto eines schon etwas älteren Objektives. Das gute alte Canon EF 80-200/2.8 L - von manchen auch scherzhaft aber liebevoll magic drain pipe (magische Abflussrohr) genannt. Im Gegenteil zu allen anderen im Artikel genannten Objektiven hat es kein FTM (full time manual), es kann also nicht manuell in die Fokussierung eingegriffen werden. Der Fokusring ist aber im Autofokusbetrieb entkoppelt und kann bewegt werden ohne den Autofokus zu beschädigen.

Ein schon etwas älteres Foto eines schon etwas älteren Objektives. Das gute alte Canon EF 80-200/2.8 L - von manchen auch scherzhaft aber liebevoll magic drain pipe (magische Abflussrohr) genannt. Im Gegenteil zu allen anderen im Artikel genannten Objektiven hat es kein FTM (full time manual), es kann also nicht manuell in die Fokussierung eingegriffen werden. Der Fokusring ist aber im Autofokusbetrieb entkoppelt und kann bewegt werden ohne den Autofokus zu beschädigen.

Schon sehr früh hatte mich diese Art von Zoomobjektiv fest in der Hand. Schon zu meiner ersten Spiegelreflexkamera (einer Minolta XG-2) hatte ein 80-210 mm Objektiv dabei. Die Zoomobjektive dieser Zeit waren oft noch von mäßiger Qualität und der Zoombereich gering. So war das Standardzoom ein 35-70 mm Objektiv, dass für heutige Zeit keinen richtigen Weitwinkelbereich bietet und die Bildqualität war eher mäßig. Doch das Telezoom war damals schon eine gute Optik. Nach meinem Umstieg auf digitale Canon Kameras war mein erster wichtiger Kauf ein gebrauchtes Canon 80-200/2.8 L. Da ich Lichtsammelvermögen in Kirchen und bei Konzerten sehr dringend brauchte wollte ich unbedingt eine Blende 2.8 und kaufte mir das damals schon nicht mehr Hergestellte 80-200 mm Objektiv. Die Qualität des Glases war umwerfend und es ist immer noch eines der besten Objektive die ich je besessen habe. Es war eine reine Glas und Metallkonstruktion – gebaut wie ein Panzer mit dem entsprechenden Gewicht aber über jeden zweifel erhaben.

Das Canon 80-200/2.8 ideal für kleine Fußballfelder und absolut tauglich für schnellen Sport

Das Canon 80-200/2.8 ideal für kleine Fußballfelder und absolut tauglich für schnellen Sport

Auch Schärfe und Farbwiedergabe des 80-200/2.8 sind großartig

Auch Schärfe und Farbwiedergabe des 80-200/2.8 sind großartig

Auch war es mir möglich das Canon 70-200/4 L zu probieren. Dieses Objektiv war neu für rund 650€ zu bekommen und auch sehr stabil gebaut. Die Bildqualität ist gut aber die Abbildungsleistung des 80-200/2.8 L entsprach eher meinem Geschmack und die fehlende Lichtstärke (nur 50% des Lichts welches vom 80-200/2.8 gesammelt wird) ist mir oft zu wenig.

Günstig ist nicht immer schlecht. Das 70-200/4 L an seiner Grenze bei wenig Licht. Wer einen Bildstabilisator braucht zahlt mehr, doch wer die Limits kennt kann auch so großartiges erreichen.

Günstig ist nicht immer schlecht. Das 70-200/4 L an seiner Grenze bei wenig Licht. Wer einen Bildstabilisator braucht zahlt mehr, doch wer die Limits kennt kann auch so großartiges erreichen.

Irgendwann konnte das 80-200/2.8 altersbedingt nicht mehr mit meinen Anforderungen mithalten und ein Nachfolger musste her. Das 70-200/2.8 L IS II. Dank Kunststoff in der Konstruktion ist es leichter als sein Vorgänger, dank Bildstabilisator (IS) ist es auch bei langen Belichtungszeiten noch ohne Stativ verwendbar. Trotz Verwendung von Kunststoff ist es gebaut wie ein Panzer und daher sehr stabil. Als Zoom ist es sehr universell und die Bildqualität kann mit manchen Festbrennweiten mithalten.

Ernst Radlspäck von IMMERMEHR. Hier konnte das Canon 70-200/2.8 L IS II zeigen was es kann.

Ernst Radlspäck von IMMERMEHR. Hier konnte das Canon 70-200/2.8 L IS II zeigen was es kann.

Ich will hier keine zu technischen Tests beginnen, ein Labor für Objektivtests ist für mich zwar grundsätzlich realisierbar jedoch sind Fehler durch Aufbau und Tester nur schwer zu vermeiden was durchaus schon manchen Lens review im Internet ad absurdum führte. An dieser Stelle will ich eher an Bryan Carnathan (www.the-digital-picture.com) verweisen, der außerordentlich um Fehlerfreie Objektivtests bemüht ist. Tatsache ist, dass sowohl das alte 80-200/2.8 L als auch die neuen 70-200/2.8 L Objektive über jeden Zweifel erhaben sind und gerüchteweise sogar die ästhetischeren Fotos als ihre Nikon Gegenstücke liefern (das liegt sicher auch im Auge des Betrachters).

Einige meiner liebsten Fotos sind mit dem 80-200/2.8 L entstanden. Die in Tests bestimmte Bildqualität übertraf sogar seinen nachfolger (das 70-200/2.8 L) und wurde erst durch das 70-200/2.8 L IS II in den Schatten gestellt.

Einige meiner liebsten Fotos sind mit dem 80-200/2.8 L entstanden. Die in Tests bestimmte Bildqualität übertraf sogar seinen nachfolger (das 70-200/2.8 L) und wurde erst durch das 70-200/2.8 L IS II in den Schatten gestellt.

Ein 70-200 mm Objektiv gibt es für (fast jeden Geldbeutel). Preis und Qualität stimmen bei keinen Objektive so sehr wie bei diesen. Von Canon gibt es (zumindest gebraucht) die Auswahl zwischen 80-200/2.8 L (gebraucht ~450€), 70-200/4 L (neu 600-700€, gebraucht ~500€), 70-200/4 L IS (neu ~1250€), 70-200/2.8 L (neu ~1350€), 70-200/2.8 L IS (nur mehr gebraucht) und dem 70-200/2.8 L IS II (neu ~2200€, gebraucht ~1500-1800€) und auch Sigma und Tamron bieten mit den aktuellen Modellen ihrer 70-200/2.8 Objektive Optiken mit Bildstabilisator mit Preisen von 900-1200€ an. Die neuen Modelle der Sigma und Tamron Objektive sind durchaus empfehlenswert, die älteren Modelle hingegen sollten teilweise vermieden werden.

Selbst die billigsten Objektive im 70-200 mm Bereich die ich je verwenden konnte, hatten großartige Abbildungsqualität und zumindest eine durchgängige Lichtstärke von f/4 und sind jedem zu empfehlen. Egal an Vollformat (36x24 mm) oder an APS-C Sensoren ist so ein Objektiv jedem ans Herz zu legen.

Nun stellt sich nur noch die Frage: Welches??? Und das lässt sich nicht ganz so einfach beantworten. Entscheidend ist vor allem der Preis. Für den kleinen Geldbeutels ist das 70-200/4 L ob gebraucht oder neu auf jeden Fall zu empfehlen. Wer mehr Geld ausgeben kann muss sich die Fragen stellen: Welche Lichtstärke brauche ich? und Bildstabilisator Ja oder Nein? Und an diesem Punkt wird es schwierig. bildstabilisierte Objektive sind auf jeden Fall vorteilhaft. Bei unbewegten Motiven erlauben sie längere Belichtungszeiten ohne zu verwackeln als jene ohne Stabilisator, bei bewegten Motiven ist dieser allerdings nur wenig hilfreich und dennoch kann der Stabilisator auch hier ein wenig hilfreich sein. Zur Lichtstärke: Grundsätzlich ist meine Meinung, dass Lichtstärke durch nichts zu ersetzen ist als noch mehr Lichtstärke aber auch diese Regel kommt an seine Grenzen. Das wird vermutlich mein Kollege im kommenden Artikel Fuji vs. Fuji vs. Samyang ausgiebig behandeln. Für Zoomobjektive ist eine durchgängige Blende von 4 bereits gut und es gibt kaum Lichtstärkeres als 2.8. Daher sollte man genau überlegen ob man die Lichtstärke braucht und mehr Geld ausgeben muss oder ob auch weniger reicht. Wer die höchstmögliche Leistung braucht ist mit dem Canon 70-200/2.8 L IS II bestens bedient. Wer sich mit etwas weniger zufrieden geben kann sollte zum Tamron 70-200/2.8 VC USD greifen. Der Preis ist hier geringer als beim Canon Topprodukt und die Qualität nur wenig schlechter und auch das Sigma Pendant macht eine gute Figur. Der geringere Preis bei beiden hat allerdings auch seine Gründe. Serienstreuung der Qualität und auch Kompatibilitätsprobleme mit zukünftigen Kameras sind der Preis dafür. Daher sollte man beim Kauf dieser die Augen offen halten und sie testen da man ein schlechtes erwischen könnte. Trotz meiner Vorliebe für Canon Optiken: ein Fehler sind die Tamron und Sigma Objektive nicht und man kann ebenso professionelle Ergebnisse erhalten wie mit allen genannten Canon Modellen.

Canon EF 70-200/2.8 L IS USM II (rechts) gegen Canon EF 70-200/4 L USM (links). Bezüglich Handlichkeit und Transportabilität gewinnt das Lichtschwächere Modell. In sachen Stabilität Bildqualität und Lichstärke gewinnt das 70-200/2.8 L IS USM II. Wer also unbedingt ein leichtes Objektiv braucht muss zum f/4 Modell greifen.

Canon EF 70-200/2.8 L IS USM II (rechts) gegen Canon EF 70-200/4 L USM (links). Bezüglich Handlichkeit und Transportabilität gewinnt das Lichtschwächere Modell. In sachen Stabilität Bildqualität und Lichstärke gewinnt das 70-200/2.8 L IS USM II. Wer also unbedingt ein leichtes Objektiv braucht muss zum f/4 Modell greifen.

Kurz gesagt: es gibt für jeden ein passendes Objektiv und vor allem der Geldbeutel bestimmt welches am besten ist. Großartige Leistung kann man aber von allen erhalten.

Fast schon "No light" Fotografie. Das 70-200/2.8 L IS II bei Offenblende (2.8) und die 5D Mark II bei 1/50 sec und ISO 5000. Noch mehr Licht sammeln nur Festbrennweiten und die sind nicht alles so gute Portraitobjektive.

Fast schon "No light" Fotografie. Das 70-200/2.8 L IS II bei Offenblende (2.8) und die 5D Mark II bei 1/50 sec und ISO 5000. Noch mehr Licht sammeln nur Festbrennweiten und die sind nicht alles so gute Portraitobjektive.

"Des Kaisers neue Kleider" ?!?

In den Beiträgen "Entweder - Oder", "Schöne neue Welt" und "Gulliver's Reisen" habe ich meine Reise von Canon zu Fuji zu beschreiben. Hier vielleicht ein kurzer Exkurs zu dem Sensor der in den meistem Fuji Kameras verbaut ist.

Fuji X-100T, 23mm, 1/15sec, f/4.0, ISO 6400

Die X100T, die X-Pro 1 und überhaupt alle Kameras der X-Serie (außer der X-A1) besitzen den so genannten Fujifilm X-Trans CMOS Sensor. Dabei handelt es sich um einen APS-C großen 16 Megapixel CMOS Sensor (23,6 x 15,6mm) der, entgegen dem üblichen "Bayer-Muster-Sensor" (der einen optischen Tiefpassfilter benötigt), ein unregelmäßigers Muster besitzt und keinen optischen Tiefpassfiler benötigt. Der Tiefpassfilter ist bei "Bayer-Sensoren" notwendig um ein bei bestimmten Motiven auftretendes Moiré zu verhindern. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um ein sehr regelmäßiges Muster handelt, zum Beispiel eine Ziegelwand aus größerer Entfernung. Durch den Aufbau "eine Reihe abwechselnd grüne und blaue Pixel" und "eine Reihe rote und grüne Pixel" kann es dadurch zum Auftreten eines Moirés kommen, welches man mittels Tiefpassfilter versucht zu unterdrücken. Der X-Trans Sensor hat in jeder Zeile rote, grüne und blaue Pixel. Aber nicht im ständigen Wechsel (R-G-B) sondern eben anders. Dadurch wird einerseits der Moiré Effekt minimiert und auch die Linienpaare werden dadurch besser aufgelöst. Fujifilm sagt sogar, dass dadurch eine den Vollformatsensoren äquivalente Auflösung zu erreichen. Eine schöne Abbildung beider Matrices findet sich im entsprechenden Artikel bei Wikipedia, auf den ich hier auch gerne verweisen möchte, wenn sich jemand damit vertiefend beschäftigen möchte.

Fuji X-Pro1, XF35mm F2 R WR, 1/60sec, f/4.0, ISO 1600; auf der Photo+Adventure 2015 mit Michael Abraham

Die Idee der Fuji-Ingenieure stammt aus der "guten alten" Analogzeit, da die -damals wie heute- verwendeten Silberhalogenidfilme eine unregelmäßige -zufällige- Verteilung der Kristalle aufweisen und damit die Bildung eines Moiré Musters mehr oder weniger verhindern. Dieses Wissen haben die Ingenieure mit dem heute technisch Möglichen kombiniert und damit den X-Trans Sensor geschaffen. Eine perfekte Kopie eines chemischen Films kann es natürlich nie sein und das soll es natürlich auch nicht sein.  Aber die Fotos die sich mit den aktuellen Kameras der X-Serie machen lassen sprechen glaube ich für sich selbst - und den in ihnen verbauten Sensor. Außerdem, die Kamera (und/oder der Sensor) kann noch so gut sein, wenn der Kopf dahinter nicht weiß was er tut nutzt das alles nichts.

Fuji X-Pro1, 8mm Samyang Fisheye UMC II, 1/30sec, f/5.6, ISO 6400

Als Tribologe und Wissenschaftler interessiere ich mich zwar von Natur aus für Technik, aber gerade im Bereich Fotografie war es mir eigentlich immer - nein, IST es mir - zuwieder mehr über Technik nachzudenken als über das Fotografieren an sich. Daher ist dieser Exkurs in die Sensortechnik als besonders zu bewerten, da es mir - bisher - gelinde gesagt völlig egal war welcher Senor eingesetzt wird. Hauptsache ich bekomme das gewünschte Foto. Das Fuji hier von der "typischen" Struktur abweicht ist -abgesehen mal vom Foveon X3- relativ einzigartig. Unkonventionell, aber der Erfolg gibt ihnen Recht. Begeistert hat mich aber auch ein anderer technischer Aspekt der X-Series Kameras, der JPEG Konverter. Und zwar der, der in der Kamera verbaut ist. Keine Sorge, ich habe schon genug über technische Daten geschrieben, mit der Thematik RAW vs. JPEG befasse ich mich ein anderes Mal.

Fuji X-Pro1, XF35mm F1.4 R, 1/60sec, f/4.0, ISO 800; ganz links in der Vitrine sind die schwarze und silberne Variante des neuen XF35mm F2 R WR zu sehen

Am Ende möchte ich noch ganz kurz über eine Begebenheit auf der Photo+Adventure 2015 sprechen. Im Podcast "WeShootFuji" von Scott Bourne und Marco Larousse hat Scott berichtet, dass er auf der PPE in New York das neue Fujinon XF 35mm f/2 testen durfte. Cool dachte ich mir damals, das würde ich auch gerne können. Als Blogger und Fuji-Enthusiast wäre das wirklich nett, einfach bei einer Foto-Messe zum Fuji Stand zu gehen und sich das Objektiv "einfach" für ein paar Aufnahmen ausborgen zu können. Dass Marco als offizieller X-Photographer immer wieder mit (neuen wie alten) Fuji Dingen spielen darf ist irgendwo klar und auch Scott ist kein Unbekannter in der Fuji Community. Umso begeisterter war ich, als ich am Stand von Fuji das neue Fujinon 35mm erblickte und höflich fragte ob ich es wohl testen dürfe. Ich hätte damit gerechnet, dass mir der freundliche Fujimitarbeiter das Objektiv an eines ausgestellten (und mit Stahlkabeln gesicherten) Fuji Gehäuse montiert um es testen zu können. Stattdessen drückte er mir das Objektiv - nachdem er gesehen hat das ich meine X-Pro 1 dabei habe - einfach mit den Worten "Klar, hier hast du es, lass mir dein Objektiv einfach da und bleib in der Nähe" in die Hand und wandte sich einem anderen Kunden zu. Ich durfte es an *meine* Kamera schrauben und mich damit sogar (ein wenig) vom Stand entfernen, wie cool ist das denn? Danke Fuji für das Vertrauen und danke für die tollen Gehäuse und Objektive! Ich habe nur ein paar Fotos damit gemacht, die optische Qualität stand für mich von vorneherein außer Frage. Mir ging es vor allem um den - in vielen anderen Blogbeiträgen und Artikeln - hochgelobten schnelleren Autofokus. Ja, der Autofokus in dem Objektiv arbeitet merklich schneller als der in seinem "alter" Bruder. Hätte ich mir jetzt so nicht gedacht, aber ich habe tatsächlich gemerkt, dass der Fokus schneller sitzt als beim "Alten". Ob ich mir das Neue hole? Vielleicht, das weiß ich noch nicht. Möglicherweise borge ich es mir mal für ein paar Stunden aus (geht angeblich beim Digitalstore in Wien) und entscheide dann.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

"Bekenntnisse"

In den beiden Beiträgen "Entweder - Oder" und "Schöne neue Welt" habe ich begonnen meine Reise von Canon zu Fuji zu beschreiben.

Trotz der vielen neuen und guten Erfahrungen die ich bereits sammeln konnte, finde ich mich doch immer wieder in der so oft gefürchteten und bekannten "Komfort-Zone" wieder. Manchmal fehlt es an der Inspiration, manchmal ist es die eigene Bequemlichkeit die mich zurück hält, neues auszuprobieren.

Dem versuche ich natürlich mit verschiedensten Mitteln entgegen zu wirken. Da sind einerseits die vielen Fotobücher die ich immer wieder gerne (aber noch immer viel zu selten dank der NFL Season) durchblättere und andererseits verschiedene Podcasts die ich abonniert habe. Mein "erster" Podcast den ich begonnen habe zu hören ist der "RAW Talk" mit Jared Polik aka "The FRO" und Stehphen Ecker. Daneben habe ich noch weitere Podcasts entdeckt, vor allem als ich begann zu Fuji zu wechseln. Da wären (in keiner besonderen Ordnung) der "WeShootFuji" Podcast von Scott Bourne und Marco Larousse, "TWiP Street Focus" von Valerie Jardin und "Photography live and uncut" von Paul Griffiths.

Meine neuste Errungenschaft über die ich hier kurz berichten werde ist kein übliches Fotobuch, aber doch irgendwie ein Buch bei dem es um das Fotografieren geht. Der Titel? "The Photographer's Playbook" Erfahren habe ich im Übrigen von diesem Buch im "TWiP Street Focus" Podcast, in dem Valerie Jardin immer wieder unter dem Titel "Pick of the week" kleine Perlen aus dem großen Meer der Zubehörteile, Bücher und anderem irgendwie mit Fotografie zusammenhängenden Sachen präsentiert.

Jeder, der sich ein bisschen mit Football auskennt -so wie ich- weiß natürlich worum es sich bei einem "Playbook" handelt. Es ist das Buch, in dem quasi alle Spielzüge eines Teams notiert sind und aus denen der jeweilige Trainer bzw. Quaterback auswählen kann. Hier ist es nicht anders, auch wenn das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Der Untertitel gibt die Richtung vor: "307 Assignments and Ideas"; also 307 Aufgaben und Ideen. Sicherlich gibt es noch (unendlich) viele weitere Ideen und Aufgaben, aber für den Anfang glaube ich reichen diese 307 Stück völlig aus.

Ohne dem Inhalt groß vorgreifen zu wollen -ich habe das Buch einerseits noch gar nicht vollständig durchgelesen und andererseits sollen die Buchverkäufe durch meinen Blog nicht stagnieren- hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was einen erwartet. Im Vorwort lesen wir, dass die beiden Editoren das Wort "Aufgabe" sehr weit gefasst haben. Dabei kann es sich um eine tatsächliche Aufgabe, aber genau so gut um einen Startpunkt, eine Herausforderung oder einfach einen Text zum Nachdenken handelt. Die Urheber dieser Aufgaben sind Fotografen, im Anschluss an die 307 Aufgaben findet sich zu jedem Fotografen ein kurzer Absatz. Die Aufgaben stammen von bekannten Fotografen wie Henri Cartier-Bresson, Bruce Gilden, Saul Leiter und vielen anderen oft auch nicht so bekannten (zumindest mir nicht so bekannten) Fotografen. Am Ende des Buches gibt es auch noch einen sehr hilfreichen Index, wenn man ein bestimmtes Thema im Kopf hat und eine passende Textstelle sucht um sich inspirieren zu lassen.

Ich bin schon gespannt, welche neuen Ideen und Fotos ich aus der Lektüre dieses Buches ziehen kann. Mit Sicherheit finde ich auch das eine oder andere Thema für einen unserer Ing.WALKs!

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

CES 2015

Mein Erster Blogpost 2015! Durch einen Jobwechsel habe ich die letzten Wochen eher weniger in diese Richtung getan, aber das wird sich im neuen Jahr ändern!

Die CES 2015 in Las Vegas ist vorbei und brachte viel neues aber auch bereits Bekanntes und Bewährtes. Nein, ich war nicht auf der CES, ich habe sie von daheim -also vor dem Rechner- mit verfolgt. Einerseits hat Jared Polin aka The Fro ein lustiges aber auch informatives Video über die CES gemacht (Hier geht's zum Video), andererseits haben viele andere elektronische Medien (Heise online, Fstoppers, PetaPixel, usw.) darüber berichtet.

Nachdem die CES -Consumer Electronics Show- ja viel mehr Bereiche als "nur" digitale Fotografie und Zubehör abdeckt, habe ich mich durch die vielen Artikel gewühlt um herauszufinden was wohl auf der Photo+Adventure 2015 -heuer wieder in der Messe Wien- so alles gezeigt wird. Über die letztjährige Photo+Adventure in Linz -Kenner wissen, dass die Messe zwischen den beiden Standorten jährlich wechselt- habe ich ja berichten können, nachzulesen in diesem Beitrag.

Hier mal eine kurze Aufstellung über Themen bzw. Geräte welche, so hoffe ich, auf der Photo+Adventure 2015 zu Gesicht bekommen werde.

  • Canon: Es wurden 7 neue Kompaktkameras vorgestellt, ich bin gespannt was die kleinen neuen können und ob es sich vielleicht lohnen könnte, sich eine anzuschaffen. Schließlich sind da Angaben wie 30- und 50-fach Zoom und Auflösungen bis zu 20 Megapixel gefallen. Ob diese Kameras einer DSRL den Rang ablaufen können? Man darf gespannt sein. Auch interessant, die Canon CS100, welche eine 1TB HDD sowie einen CF+SD Kartenleser integriert hat. Zusätzlich können Bilder von kompatiblen Kameras kabellos übertragen werden. Und anschließend kann man sie auf seinem Fernseher betrachten. Eine interessante Option für Familientreffen bei denen man sich die Schnappschüsse gleich bei der Jause ansehen kann?
  • Nikon: Das neue 300mm f/4E PF ED VR besitzt eine Fresnellinse um Chromatische Abberationen zu verringern und spart zudem einiges an Gewicht und Größe ein. Eine interessante Technologie, Canon Enthusiasten kennen es unter dem Begriff "DO-Linsen"
  • SanDisk: Neu vorgestellt wurde auf der CES unter anderem eine "SSD plus" die mit einer Zugriffsgeschwindigkeit von bis zu 520MB/s richtig schnell ist. Bin schon gespannt, zu welchem Preis die SSD's -es sollen wohl die Größen 120GB und 240GB angeboten werden- über den Ladentisch gehen werden.
  • Wacom: Zwei neue Grafiktabletts mit 13,3 und 27(!) Zoll Diagonale lassen die Herzen von Grafikern und Fotografen die gerne und viel retuschieren (müssen) höher schlagen. Das 13,3 Zoll Gerät ist eigentlich ein Windows 8.1 Tablet, das 27 Zoll Teil ist ein reines LCD-Tablet für den Anschluss an einen PC oder Mac. Erstere Variante kostet je nach Größe der verbauten SSD ab rund 1.300.-, letzeres wird wohl deutlich über 2.000.- kosten und relativ schwer sein, nix also für den portablen Einsatz.
  • Fujifilm: Nachdem ich mir ja eine X100T zugelegt habe und sie sehr mag (siehe auch in meinen Kurztest) bin ich gespannt was Fujifilm so alles an anderen Kameras und Objektiven hat. Bisher habe ich diese Marke eher Stiefmütterlich behandelt, aber das wird sich in Zukunft ändern. Auf der CES wurde jedenfalls ein Fujinon XF 16-55mm f/2.8 R LM WR Objektiv vorgestellt. Laut Fujifilm die ideale Linse für Photojournalisten!

Außerdem planen Michael Abraham  und ich, das eine oder andere kurze Video auf der Photo+Adventure zu machen. Letztes Jahr verhinderte leider die Grippe ein mitkommen von Michael nach Linz, aber heuer sind wir fest entschlossen auch das eine oder andere (lustige?) Video auf der Photo+Adventure zu produzieren.

aus Wien, Lukas D. ALBERT für LDAMiAb.com