Der lange Schatten von Tschernobyl

Lieber Freund,
Als am 26.April 1986 gegen Mitternach mit einem Sicherheitstest im AKW Tschernobyl nahe Prypjat (UdSSR, heute Ukraine) begonnen wurde, konnte niemand ahnen, welch große Katastrophe sich - auch (und besonders!) für Österreich - anbahnte. Nicht einmal 90 Minuten später veranlasste der zuständige Leiter die Notabschaltung, doch da war es bereits zu spät. Der Reaktor hatte die kritische Masse überschritten und die Kernschmelze nahm ihren nicht mehr aufhaltbaren Lauf. Bis 2011 wurde dieser Super GAU auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) alleine auf der (siebenteiligen Skala) auf Stufe 7 ("katastrophaler Unfall") geführt. Dann gesellte sich Fukushima dazu. Mit dem Unterschied, dass die Welt davon mehr oder weniger "sofort" erfuhr.

© Edition Lammerhuber

© Edition Lammerhuber

Dass eine Katastrophe im AKW Tschernobyl stattgefunden hatte wurde noch längere Zeit der internationalen Gemeinschaft (wie auch der Regierung der UdSSR) vorenthalten, zumindest wie groß das Ausmaß tatsächlich war. Erst als -ich glaube- in Schweden in einem AKW die Detektoren Alarm schlugen, "flog" alles auf. Für die vielen Menschen in Prypjat und der Umgebung, ebenso wie für die angereisten Experten zu spät. Auch Österreich bekam einiges ab, laut Wikipedia war Österreich unter den traurigen Top 5(!), was die Strahlenbelastung betraf. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch zu jung, um mich an Details zu erinnern oder die Tragweite zu bergreifen. Woran ich mich aber erinnern kann ist, dass es eine Zeit gab in der wir nicht in der Sandkiste spielen konnten/durften. Und auch Erdbeeren (die mochte ich schon damals), gab es "auf einmal" nicht mehr.

In der Schule lernten wir dann darüber und auch das Zivilwarnsystem wurde in Österreich eingeführt. Über all das kannst du aber auch viel ausführlicher in dem oben verlinkten Wikipedia Artikel lesen. Durch einen Artikel von National Geographic wurde ich auf den Fotografen Gerd Ludwig aufmerksam. Er besuchte (mehrfach?) das Sperrgebiet rund um Prypjat (Warum heißt das AKW eigentlich nicht so?) und publizierte auch ein Buch darüber. Um genau dieses Buch geht es hier in meinem Rezensionsvideo. Der österreichische(!) Verlag Edition Lammerhuber hat sich auf die Fahne geschrieben, ein Verlag für Fotografen zu sein, wie auch auf deren Homepage zu lesen ist:

"Was man liebt, das macht man am besten. Und wir lieben Bücher, wir lieben Fotografie. Das Fotobuch ist das ideale Medium, um diese beiden Vorlieben zu vereinen. Fotografie dokumentiert die Welt auf unvergleichliche Weise und prägt unser Menschheitsgedächtnis wie kein anderes Medium. Wir wollen nicht nur Bücher mit den faszinierendsten Themen aus Kunst und Wissenschaft, mit exzellenter Fotografie, ganz besonderen Texten und hervorragenden Autoren verlegen, sondern vor allem Bücher, die etwas zu sagen haben, die wichtige Themen in die Mitte der Gesellschaft tragen. Wir sehen das mit emotionaler Fotografie aufgeladene Buch als Referenzpunkt für Kommunikation, die weit über die verkaufte Auflage hinauswirkt. Wir glauben, mit einem Buch ganz viel bewegen zu können. Ein Buch ist für uns daher auch keine Ware, sondern eine Kulturtechnik, die ihresgleichen sucht."

- Homepage Edition Lammerhuber

Bevor es zum Video geht, hier noch die Daten zum Buch Der lange Schatten von Tschernobyl

  • Hardcover im Schuber, 29 x 31 cm
  • 252 Seiten und 127 Fotos
  • ISBN: 978-3-901753-66-4
  • Mit einem Essay von Mikhail Gorbachov (ja, DER!)

Ich hoffe dir hat das Video gefallen und mehr noch, ich hoffe ich habe es dir so schmackhaft machen können, dass du jetzt auch eines haben möchtest. Da wir in Österreich und auch in Deutschland (noch) eine Buchpreisbindung haben, sparst du dir nichts, wenn du das Buch über Amazon kaufst, aber du kannst ein österreichisches Unternehmen direkt unterstützen, wenn du das Buch beim Verlag (Klicke auf den Buchtitel etwas weiter oben) kaufst. Innerhalb Österreichs und Deuschlands bezahlst du auch keine Versandkosten! Und außerdem, wie Frau Lammerhuber mir in unserem Email-Verkehr schrieb, gibt es dort noch "viele interessante Bücher, über die es sich lohnt zu berichten". Viel Spaß also beim Stöbern! Ich werde mich definitiv auf der Seite noch umschauen und das eine oder andere Fotobuch bestellen. Und natürlich werde ich dann auch wieder hier auf LDAMiAb.com berichten! Bis zum nächsten Mal, Dein