Drucken?!?

Bevor die digitalen Kameras den Markt übernommen hatten, mussten wir (oft sehr lange) auf unsere Fotos warten. Zum Einen konnten wir nicht sofort auf der Rückseite der Kamera kontrollieren, wie das Bild aussieht und zum Anderen musste nach der Rückkehr der Film entweder selbst entwickelt oder in ein Fotolabor gebracht werden. Lange sind diese Zeiten vorbei, mittlerweile erhalten wir das Ergebnis sofort auf dem Bildschirm unseres Fotoapparates. Von dort wandern die Fotos dann zumeist auf die Festplatte unseres PCs. Einigen Fotos wird die Ehre zuteil auf diversen Plattformen geteilt zu werden, aber für die Mehrheit unserer Fotos endet die Reise auf der Festplatte. Und das ist in mehrfacher Hinsicht nicht nur schade sondern sogar gefährlich!

Wien, 2016

Wieso gefährlich, mag man sich fragen. Ich habe, als ich die Hochzeit meiner Schwester vor 10 Jahren fotografiert habe, die produzierten Fotos natürlich nicht nur auf meiner Festplatte gespeichert, sondern auch auf DVDs. Mein Glück, denn während ich noch dabei war, das Fotobuch für sie zu erstellen - nicht einmal eine Woche nach der Hochzeit - fiel die Festplatte aus - ohne Vorwarnung, ohne erkennbaren Grund. Fast 2.000 Bilder waren mit einem Schlag weg. Ohne das Backup hätte ich ein riesiges Problem gehabt. Dank meines Backups kam ich mit einem blauen Auge davon. Als ich letztens meine Schubladen aufräumte, fiel mir eben diese DVD in die Hände. Natürlich habe ich die Fotos von damals mittlerweilen auf drei verschiedenen (immer größer werdenden) Festplatten liegen, aber nur so zum Spaß legte ich die DVD in das Laufwerk meines Laptops. Natürlich war sie nicht mehr lesbar. Und das nach "nur" 10 Jahren in einer Schublade. Das ist also die Gefahr. Datenverlust durch defekte Laufwerke (auch wenn diese immer besser werden), nicht mehr lesbare Datenträger oder nicht mehr verfügbare Laufwerkstypen (Diskette, ZIP, Magneto-Optische Disk, MiniDisk, ...).

München, 2016

Natürlich gingen auch früher Fotos verloren. Einfach verlegt, zerstört durch Wasser, Feuer oder einen hungrigen Hamster. Nur passte man damals auf die Originale, sprich Negative, mehr auf als auf ihre heutigen Entsprechungen. Gänzlich verindern wird man einen Verlust nie können, aber die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren sollte an erster Stelle bei jedem Fotografen stehen. Festplatten sind heute mittlerweilen so günstig geworden, dass es sogar für jemanden der - so wie ich - kein Geld damit verdient mehr als erschwinglich ist, Datensicherung zu betreiben. Ich gehe hier jetzt nicht auf die vielfältigsten Möglichkeiten seine Fotos zu sichern ein, ich versuche nur ein paar Denkanstöße zu geben. Es gibt keine "total richtige" und "100%ig sichere" Methode. Nur, wer nicht sichert, hat schon verloren! Die einfachste Methode ist wohl, die Fotos auf zumindest zwei externen Festplatten zu haben. Zudem sollten die beiden Festplatten nicht am gleichen Ort gelagert werden (Stichwort: Feuer, Wasser, ...). Etwas aufwendigere (und teurere, aber auch teilweise automatisierbare) Lösungen setzen auf so genannte NAS. Das sind im Prinzip Kästchen mit mehreren (zumindest 2) Festplatten die im RAID Verbund arbeiten. Diese können per USB oder (besser!) Netzwerk an den Computer angebunden sein. Die meisten dieser Kästchen bieten auch Backup Funktionen über das Netzwerk an. Beispiel: Ich habe ein NAS bei mir am Schreibtisch stehen, welches jede Nacht die (neuen) Daten auf ein zweites NAS schreibt. Idealwerweise steht das zweite NAS nicht im gleichen Raum, besser wäre wohl bei einem Freund oder Familie. Das setzt aber bei beiden Parteien eine schnelle und stabile Internetverbindung voraus. Und dann sind da noch die diversen Cloud-Dienste. Diese würde ich allerdings nur zur Langzeitarchivierung in Betracht ziehen, nicht für das tägliche Arbeiten. Noch ein Tipp am Rande: Wenn ihr mit Lightroom arbeitet, vergesst nicht euren Katalog auch zu sichern! Sonst habt ihr zwar die Fotos gerettet, aber eure Entwicklungen (so sie nicht in der Fotodatei gespeichert sind) sind weg...

Wien, 2015

Mein Workflow sieht wie folgt aus: Die Fotos werden direkt von der Speicherkarte über Lightroom auf meine Fotopartition kopiert. Diese Partition sichere ich (in viel zu unregelmäßigen Abständen) auf sowohl eine externe 2,5" Festplatte als auch auf eine externe 3,5" Festplatte. Die Lightroombibliothek wird von ihrem Originalspeicherort (auf der Systempartition) wöchentlich (wenn ich LR schließe) auf meine Datenpartition gesichert. Von dort findet sie (unregelmäßig) ihren Weg auf die 3,5" Platte. Auf die 2,5" Platte kopiere ich wieder (unregelmäßig) die Originaldatei von Hand. Außerdem nutze ich Amazon Prime zum Filme schauen. Netter Nebeneffekt: für 49€ im Jahr nicht nur Prime-Versand wenn ich was bestelle sondern auch unlimitierter Foto Speicherplatz. Und ja, die diversen RAW-Formate zählen dazu! Damit das Datenvolumen nicht zu groß wird, versuche ich die Sicherung in die Cloud regelmäßig am Ende jeden Monats zu machen, jedoch vergesse ich oft darauf. Derzeit lade ich gerade Mai (ca. 1700 Fotos) hoch, Juni, Juli & August fehlen noch ;) Ich bin jedoch am Überlegen meine Backupstrategie ein wenig umzustellen. Vielleicht widme ich dem Vorhaben auch einen eigenen Artikel.

München, 2016

Zurück zum "Warum drucken?" oder besser, wie drucke ich richtig? Ich bekomme oft zu hören, dass die Ausdrucke viel zu dunkel sind und mit dem Foto auf dem (Kamera) Display kaum vergleichbar sind. Möchte man selbst Fotos drucken oder bei einem der vielen (Online) Anbietern ausarbeiten lassen, sind ein paar Vorarbeiten notwendig. Keine Sorge, die muss man (meist) nur einmal (pro Anbieter) machen. Ich möchte hier keine Werbung für bestimmte Anbieter machen, noch bekomme ich von den unten genannten Anbietern irgend etwas (außer tolle Fotos, für die ich aber selber zahlen muss...), ich nenne diese, weil ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden bin. Benötige ich die Fotos sofort drucke ich sie entweder selber oder ich gehe zu Bipa oder MediaMarkt. Die Fotostationen bei beiden liefern meiner Meinung nach vorzügliche Ergebnisse. Größere Stückzahlen bei der Ausarbeitung lasse ich gerne über das Onlinetool von MediaMarkt (CEWE) machen. Die über das gleiche Tool angebotenen Fotobücher sind auch sehr gut, das einzige Manko: als ich das letzte Mal geschaut habe gab es (noch immer) keine Fotobücher ohne Bundsteg in der Mitte (für doppelseiteige Fotos). Das finde ich sehr schade, weil so ein Foto auf einer Doppelseite in DIN A4 schon echt gut aussieht! Aber kein Problem, dafür verwende ich die Dienste von "fotobook.at"! Mein beliebtestes Produkt dort ist das DIN A4 (Hochformat) "Flat-Spread" Fotobuch. So bringe ich auf einer Doppelseite entweder zwei hochformatige Fotos oder eines im Querformat unter, jeweils mit einem wundervollen weißen Rahmen (Seitenverhältnis Foto: 1:1,5; DIN A4: 1:1,4). Fotos hinter Acrylglas, auf Alu-Dibond oder Schaumstoff bestelle ich sowohl bei den beiden gerade genannten (MediaMarkt & fotobook.at) als auch bei "foto.at"!

Im nächsten Teil des Artikels gehe ich darauf ein, wie man es hinbekommt, dass die gedruckten Fotos auch so aussehen, wie am Monitor bzw. auf dem Kameradisplay. Ein kleiner Tipp vorweg (wer es nicht erwarten kann): Ich schalte alle automatischen Korrekturen bei den diversen Programmen der Fotodienstleister aus, das hilft zwar nicht bei allen Problemen, aber viele werden dadurch von vorneherein verhindert!

Bis dahin wünsche ich euch viel Licht und tolle Fotomotive, Euer

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