Filme und Fotos

Lieber Freund! 

In der vergangenen Woche bin ich - nach langem wieder - mit einer Spiegelreflexkamera in der Hand auf Fotojagd gegangen. Ja mit einer SLR, nicht mit einer DSLR. So mit "richtigem" Film und so. Mit-ohne Display und mit-ohne gleich das Bild anschauen können.  Der Grund war ein simpler, nämlich die Fotochallenge, welche Michael und ich nun seit 45 Wochen ("nur" noch 7 to-go!) machen. Diese hatte vergangene Woche das Thema "Artistic - Nostalgic"!

Mein Bruder; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Mein Bruder; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Für mich war von Anfang an klar, dass es mir in dieser Woche weniger darum gehen würde, ETWAS Nostalgisches zu fotografieren, sondern MIT etwas Nostalgischem - meiner Praktica B200 (Baujahr '79-'90)! Natürlich hatte ich auch vor Fotos von (mehr oder weniger) nostalgischen Dingen zu machen. Dies bedurfte etwas Vorausplanung, da die Entwicklung und das Scannen (was ich bei Foto Leutner machen ließ) natürlich auch etwas Zeit in Anspruch nehmen würde. So entstand das erste Foto bereits am 31.10. (die Challenge für das Thema war von 4.11. bis 10.11.) und das Letzte am 7.11. auf dem Weg zu Foto Leutner. Die Entwicklung sowie das Scannen ging sehr schnell und am 9.11. holte ich mir einem Bogen Negative - ich hatte einen Dia-Film (Agfaphoto CT precisa 100/21) cross-process entwickeln lassen - und einer CD mit den Scans ab. Natürlich habe ich es mir in der Straßenbahn nicht nehmen lassen, die Negative schon anzuschauen. So sehr habe ich mich schon lange nich mehr gefreut meine Fotos (endlich) zu sehen!

Die Negative auf meinem "Leuchttisch" 

Die Negative auf meinem "Leuchttisch" 

Ich bin sicher, dass mich ein paar Leute verwundert angesehen haben, was ich da habe oder mache, aber das war mir zu dem Zeitpunkt egal und ich habe darauf nicht einmal geachtet. Ich hatte eine solche Vorfreude, die Fotos am Rechner endlich "richtig" zu sehen, ich konnte es gar nicht erwarten, nahhause zu kommen. Zuvor traf ich mich aber noch mit Michael da wir ein - wie es so schön Neudeutsch heißt - Pre-Production-Meeting unseren Besuch bei der Photo+Adventure betreffend an dem Abend hatten. Die Photo+Adventure war nämlich letztes Wochenende in Linz, wir hatten richtig Spaß dort und ich bin schon am Schneiden der Videos. Das Erste kommt wohl Mitte nächster Woche hier in unserem Blog! Zurück zur analogen Fotografie. Ich hatte die vergangene Woche so viel Spaß wie schon lange nicht mehr! Ich werde definitiv weitere Experimente mit analogem Film machen, vielleicht sogar den einen oder anderen (schwarz-weiß) Film selber entwickeln.

Mein Neffe; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Mein Neffe; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Dazu habe ich mir das Buch "Absolut analog" von Chris Marquard (Tips from the Top floor; Happy Shooting) und Monika Andrae (Monikas Motivklingel) gekauft. Darüber schreibe ich vielleicht ein anderes Mal einen Artikel, wenn ich es dann mal fertig gelesen habe. Und natürlich werde ich dir auch über meine ersten Gehversuche beim Entwicklen von Film berichten. Du fragst dich sicherlich, welches der 36 Fotos ich jetzt für die Challenge verwendet habe. Es ist das aller erste Foto gewesen, das ich mit dieser Rolle Film gemacht habe, ein orangener Ford Mustang bei einer Oldtimer Werkstatt in der Nähe wo ich wohne. Du musst nur zum vorherigen Beitrag (Foto der Woche vom 13.11.) scrollen, dann siehst du es! Hier noch ein kurzes Video, wie der Ausdruck (ich drucke alle meine Fotos für die Challenge aus und hänge sie an meine Kork-Wand) aus dem Drucker kommt.

Die beiden Fotos von oben habe ich natürlich den (unfreiwilligen?) Models geschenkt. Mein Neffe (er ist 3 Jahre alt) ist mit dem Foto eine gefühlte Halbe Stunde durch's Haus gelaufen und hat es jedem (hunderte Male) gezeigt, so hat er sich darüber gefreut. Da fällt mir auch noch eine nette Geschichte zu dem Foto ein. Nachdem ich das Foto gemacht hatte (ich hatte ihm erklärt, dass er ganz ruhig stehen muss weil das eine alte Kamera ist, die ein bisschen anders zu bedienen ist) kam er zu mir und wollte die Rückseite der Kamera sehen, in der Hoffnung dort das gerade gemachte Foto zu erblicken. Er hat mich dann ganz verwundert angeschaut, als er dort nur den Papierteil von der Filmverpackung mit Namen und ASA/ISO gesehen hat. Ich habe ihm natürlich erklärt, warum das hier nicht so funktioniert wie er es von den Kameras seiner Eltern und Geschwister kennt. Dafür hat er sich um so mehr gefreut, als er dann ein echtes Foto in Händen hielt! Da macht mir die Fotografie auch gleich (wieder) viel mehr Spaß! Bis zum nächsten Mal, dein

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