Komposition, Kitobjektive und Kameras

Mein heutiger Beitragstitel ist etwas weitläufig gewählt. Dies hat aber einen guten Grund denn wie mein lieber Freund und Kollege Lukas bereits erwähnt hat nenne ich inzwischen eine Fujifilm X-T1 Kamera mein Eigen. Dies hat mich in mehrfacher Hinsicht zum Nachdenken angeregt.

 

Bildformat und Komposition:

Als Benutzer einer Spiegelreflex Kamera war ich an ein einziges Bildformat gewöhnt. Das 3:2 Format hat mich seit der analogen Zeit mit dem 24x36 mm Film begleitet. Für mich war es daher immer wichtig das beste aus dem Format zu machen. Ein Beschneiden des entstandenen Fotos war für mich daher uninteressant um nicht zu sagen abstoßend. Das kann natürlich sehr lehrreich sein wenn man ein Foto so komponieren muss, dass Störendes im Hintergrund bereits entfernt werden muss bevor das Bild eingefangen wird. Da es für mich immer wieder interessant wird kurze Video Sequenzen zu filmen musste ich natürlich auch lernen mit dem 16:9 Format umzugehen was zu analogen Zeiten noch undenkbar schien.

16:9 ist aber auch für Fotos interessant da man in den Fotos einen „Kinofilm-Look“ einbringen kann. Diese beiden Formate sind aber nicht die einzigen. Schon lange Zeit faszinierten mich die Mittelformatkameras mit 60x60 mm Film und somit einem 1:1 Seitenverhältnis. Wie Lukas immer wieder gerne zu sagen pflegt gilt auch in der Fotografie der bekannte Werbeslogan: „quadratisch, praktisch, gut“.

Alle drei Formate können bei Fujifilm bereits in der Kamera ausgewählt werden doch was ist nun der Unterschied bei der Bildkomposition? Die Antwort auf die Frage mag lächerlich klingen doch es lässt sich in einem Wort beschreiben: Nichts. Die Probleme und Herausforderungen mit dem geänderten Format sind ähnlich. Nicht zu unterschätzen sind aber die Möglichkeiten. Der Trick dabei ist nur das Foto nicht nachher einfach zu beschneiden sondern den Bildausschnitt vorher schon im Kopf (oder bei spiegellosen Kameras - im Sucher) zu haben. Bereits beim letzten Fotowalk konnte ich es mir nicht nehmen lassen ausschließlich im 16:9 Format zu fotografieren und ich kann es jedem nur anraten die Möglichkeit auszunutzen (meine Fotos sind hier zu finden, der Link zu den Fotowalk Bildern von Lukas D. Albert sind dort zu finden).

 

Kitobjektive:

Natürlich ist für gute Fotos nichts wichtiger als gutes Glas um das vorhanden Licht mit möglichst geringen Verlusten zur Kamera zu bringen. Zu diesen Verlusten gehört alles was das Bild beeinträchtigen kann (Schärfe, Verzerrung, Abbildungsfehler,…). Einen Besonders schlechten Ruf haben hierbei die sogenannten Kitobjketive. Diese werden oft mit den Kameras mitgeliefert und sind nicht immer hochwertig Gebaut und zeichnen sich auch nicht immer durch ihre optischen Leistungen aus. Nicht immer ist jedoch der schlechte Ruf gerechtfertigt. Bei der Canon 5D Reihe wurde früher oft das EF 24-105/4 L IS mitgeliefert. Ich selber besitze meines noch auch wenn ich es nur selten benutze. Es ist ein großartiges Objektiv, nicht außergewöhnlich aber großartig. Lange Zeit gab es für mich kein besseres Objektiv für Fotojournalismus. Es ist ein Arbeitstier und meistert viele Aufgaben die man ihm in den Weg stellt. Es gab auch Zeiten in denen es als Kitobjektiv abgetan wurde doch nie war es so schlecht wie dieser Ruf es vermuten lassen würde. Leider ist es aber auch nicht perfekt und inzwischen habe ich mir eine bessere Lösung auf dem Canon Sektor gefunden. Auch bei Fuji lief mir so ein Fall über den Weg. Das XF 18-55/2.8-4 wird oft mit Fuji Kameras mitgeliefert und hat somit einen Ruf als Kitobjektiv. Diesen kann ich aber keinesfalls als gerechtfertigt bezeichnen. Es ist ein Allrounder mit vielen Stärken und ein paar Schwächen aber dennoch weit von schlecht weg. Um Herr der Ringe etwas abzuwandeln könnte man sagen: „The one lens to rule them all“. Überhaupt haben die mitgelieferten Objektive oft einen zu schlechten Ruf. Selbst die einfachsten und billigsten Objektive sind für den Anfang noch immer gut genug um emotionale Momente einzufangen und Erinnerungen festzuhalten.

 

Das dritte Thema: Kameras zieht sich ohnehin durch den bisherigen Artikel. Die Kamera selbst ist ein Werkzeug und mit jeder Kamera ist es möglich gute Fotos zu machen. Wir verfallen nur zu leicht dem Drang nach neuester Technik und die Tatsache dass man auch mit einfacher Technik gute Fotos machen kann sollte jeden Hobby- als auch Profifotografen manchmal zu denken geben und uns dazu bringen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Moment.

Beim 1:1 Format wird es schwieriger das Motiv aus dem Zentrum zu rücken. Dafür kann man sehr leicht markante Punkte in Gesichtern nach der Drittelregel positionieren.

Beim 1:1 Format wird es schwieriger das Motiv aus dem Zentrum zu rücken. Dafür kann man sehr leicht markante Punkte in Gesichtern nach der Drittelregel positionieren.

Das 3:2 Format macht Bildkomposition einfach. Hier ein Foto mit dem Canon 24-105/4 L bei 105 mm

Das 3:2 Format macht Bildkomposition einfach. Hier ein Foto mit dem Canon 24-105/4 L bei 105 mm

16:9 hingegen lässt ein Kino Gefühl aufkommen und ermöglicht es dem Motiv mehr Freiraum zu einer Seite zu lassen.

16:9 hingegen lässt ein Kino Gefühl aufkommen und ermöglicht es dem Motiv mehr Freiraum zu einer Seite zu lassen.

Hier ist ein weiteres Kit Objektiv im Einsatz: das Canon 70-300 hat kein L im Namen und keinen Ruf als hochwertiges Objektiv, damals an der Canon 350D erledigte es jedoch seine Aufgabe ganz gut.

Hier ist ein weiteres Kit Objektiv im Einsatz: das Canon 70-300 hat kein L im Namen und keinen Ruf als hochwertiges Objektiv, damals an der Canon 350D erledigte es jedoch seine Aufgabe ganz gut.

Hier ein Beispiel für das Fuji 18-55. Bei viel Licht lässt sich jedes Objektiv gut verwenden. Bei weniger Licht hilft bei diesem Objektiv auch der Bildstabilisator. Dieses Objektiv leistet es sich nicht merkliche Schwächen zu haben, es ist jedoch auch nicht das Beste der Besten auch wenn ich mich in Sachen Bildschärfe auch in diesem Beispiel nicht beschweren kann.

Hier ein Beispiel für das Fuji 18-55. Bei viel Licht lässt sich jedes Objektiv gut verwenden. Bei weniger Licht hilft bei diesem Objektiv auch der Bildstabilisator. Dieses Objektiv leistet es sich nicht merkliche Schwächen zu haben, es ist jedoch auch nicht das Beste der Besten auch wenn ich mich in Sachen Bildschärfe auch in diesem Beispiel nicht beschweren kann.