Minimalismus 2

Eigentlich müsste ich es besser wissen. Es ist nie so einfach, wie man es gerne hätte oder sich denkt. Es ist natürlich einfacher, sich das (neu) zu kaufen, was man benötigt, anstelle das zu "recyceln" oder zu adaptieren was man schon hat. Ich versuche gerade meinen Workflow was das Bloggen betrifft zu vereinfachen, nachdem ich meine Fotoausrüstung schon nach und nach verschlankt habe. Es ist aber doch deutlich mühsamer und anstrengender als gedacht. Trotzdem macht es Freude, aber nicht immer sofort.


Da ist zum Beispiel das Thema "Notebook" oder besser "Womit-schreibe-ich-meine-Artikel?" Nun, ich habe neben dem iPad mit einer recht guten Tastatur noch mein Notebook. Alles in allem also mehr als ausreichend, oder? Nun, nicht wirklich, obwohl, eigentlich schon. Ich gehöre noch zu jener Generation an Computer Usern die, weil sie schon so alt sind, in den Anfängen des Computerzeitalters mit - damals - super modernen Mäusen mit Kugeln(!) arbeiten mussten bzw. durften. Bauartbedingt haben diese gerne und viel Dreck aufgenommen und auch die Präzesion war - für heutige Verhältnisse - sagen wir mal "sehr mieß". Glücklicherweise gabe es ja noch die Tastaturkürzel, die einem helfen konnten, das gewünschte auch (fast) ohne Maus zu erreichen. Und damit meine ich nicht nur die (heute noch) bekannten "Strg + S" zum Speichern und "Strg + P" zum Drucken, um nur einige zu nennen.
Durch das Drücken der "Alt" Taste konnte man auch die Menüs am oberen Rand der Programme direkt mit Tastendrücken öffnen bzw. einzelne Menüelemente auswählen. In meinem Bankingprogramm kann ich zum Beispiel eine Buchung als "Abgestimmt" markieren. Das geht entweder in dem ich die Buchung mit der Maus markiere und dann "Rechte Maustaste" > "Markieren als" > "Abgestimmt" auswähle, wobei jedes Mal ein neues (Unter-)Menü aufgeht. Oder ich wähle den Eintrag mit den Pfeiltasten (oder der Maus) aus und drücke "Alt + E", dann "M" und dann "A" und erreiche das Gleiche, nur hundert Mal schneller, da ich den Mauszeiger nicht von Menü zu Untermenü zu Untermenü bewegen muss (und dabei drei Mal daneben fahre und das Menü neu aufrufen muss, da ich - wie im Absatz vorher bereits zugegeben - schon älter bin). Ich muss aber gestehen, dass ich den "Nippel" der Lenovos sehr liebe, genau so wie meine Logitech TrackMan daheim am Sekretär, diese beiden Werkzeuge sind deutlich präzieser als die ersten Mäuse mit denen ich mich herumschlagen musste.

Roudham, Norfolk, U.K., 2016

Aber beim Schreiben von Texten, stört es mich einfach, wenn ich die Hand von der Tastatur zur Maus/Trackpoint und zurück bewegen muss. Oder zum Bildschirm und dort herumdrücken muss. Der Trackpoint ist hierbei nicht ganz so schlimm, aber es unterbricht meinen Schreibfluss auch irgendwie. Daher sitze ich am Liebsten mit meinem Notebook herum und schreibe mit diesem. Für Unterwegs ist es leider nur bedingt geeignet, da viel zu groß und schwer. In diesem Punkt gewinnt das iPad oder das MacBook Air, mit dem ich in letzter Zeit liebäugle. Dafür gebe es auch ein ganz tolles und einfaches Programm zum Schreiben (nein nicht MS Word), wie ich erst kürzlich in den 50 Tipps für Blogger von Eric Kim lesen konnte. Und außerdem, auf dem MacBook könnte ich auch Lightroom installieren und unterwegs ein paar gemachte Fotos für den Blog bearbeiten. Oder eine kleine Auswahl meiner Fotos mit dabei haben. Hallo G.A.S., du bist ja schon wieder da! Das meinte ich Eingangs mit "mühsam" und "anstrengend". Man muss immer auf der Huht sein, sonst geht es einem so wie bei Slenderman (der in dieser Analogie das G.A.S. verkörpert) :)

Roudham, Norfolk, U.K., 2016

Diesen Text schreibe ich übrigens bereits in einem (leider nicht mehr weiter entwickelten) Programm Namens "Q10". Ein einfacher Texteditor, der auch ohne Installation läuft und nicht einmal 3 MB (ja, MEGAbyte, nicht GIGAbyte, der hätte gezippt auf zwei Disketten gepasst!) Speicherplatz braucht. Natürlich könnte man auch den Windows eigenen Texteditor verwenden. Aber der Vorteil von Q10 ist, dass dieser ausschließlich im Vollbildmodus läuft. Kein Maximieren müssen, keine Taskleiste die aufpoppt, keine Menüleiste. Einfach nur viiiiiiel Platz zum Schreiben. Damit erübrigt sich auch die Frage, ob ich mir ein MacBook hole oder nicht. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich mein Notebook am Besten oder Einfachsten in Zukunft transportiere (wobei ich schon mit einem kleinen Trolley liebäugle, Achtung: G.A.S.??), aber "Kommt Zeit, kommt Rat" sagt ein Sprichwort und "Gut Ding brauch Weile" ein anderes.


Und warum veröffentliche ich diese Gedanken auf einem Fotoblog? Das ist schnell erklärt, weil sie mich beschäftigen, meine Fotografie beeinflussen und vielleicht dem einen oder anderen Fotografen eine Hilfe sein könnten. Ich neige selbst dazu, alles zu "über-technisieren" und ich weiß, das es anderen ebenso geht. Außerdem betrifft und beeinflusst es alle meine Lebensbereiche, auch die Fotografie. Da kann es - sowohl für mich als auch (vielleicht) für die anderen - hilfreich sein, seine Gedanken und Vorhaben um dieser "Übertechnisierung" entgegen zu treten, in Worte zu fassen. Ich kann die "50 Tipps für Blogger" (Hier; in Englisch) von Eric Kim auch Nicht-Bloggern empfehlen. Darin finden sich auch Weisheiten, die man sich als Fotograf ebenso aneignen kann wie als Blogger. Bis dahin, Euer