Mirrorless und DSLR - Warum es kein Kampf sein kann

Leider muss ich sagen, dass ich scheinbar eher für meine fotografische Kompetenz als "Gearhead" bekannt sein dürfte, als für meine Werke. Dies scheint sich auch in meinen Beiträgen widerzuspiegeln. Es war mir daher unangenehm wieder einen Beitrag zum Thema Kameras und Objektive zu verfassen aber aus aktuellem Anlass muss es sein.

Der genannte Anlass ist das Erscheinen der Sony alpha 9. Dabei handelt es sich um eine spiegellose Profikamera, die auf professionelle Sportfotografen abzielt. 24 Megapixel Auflösung und 20 Bilder pro Sekunde in der Serienbildfunktion!!! Damit macht Sony auf sich aufmerksam und das zurecht. Sony hat mit den hauseigenen Kameras großes erreicht und das kann keiner abstreiten - Die leidige Frage hingegen ist: Was ist nun besser, die spiegellose Kamera wie Sony und Fujifilm sie herstellen oder die klassische DSLR oder Spiegelreflexkamera die Canon und Nikon noch stark am Herzen liegt.

Aus meiner Sicht ist das jedoch die falsche Frage. Ich muss hier auch mal in den Raum werfen, dass die Gerüchte meines Umstieges von Canon zu Fujifilm weit übertrieben sind. Ich habe deutlich unterschiedliche Anforderungen an SLRs und Mirrorless Kameras:

SLRs sind meine Arbeitstiere. Sie sind robust, schwer wie ein Stein und trotz komplexer Mechanik nicht tot zu bekommen. Eine SLR liegt typischerweise in der Hand wie ein perfekt an die Hand angepasster Ziegelstein unterstützt durch die Tatsache, dass ich noch keine ohne Batteriegriff dauerhaft verwendet habe. Man blickt durch den Sucher und sieht jenes Licht wie es im Objektiv gesammelt wird, egal wie viel davon. Das macht sie zum Wunderwerkzeug bei wenig Licht und auch der eigene Sensor für die automatische Scharfstellung spielt seine Stärken gegenüber anderen Systemen bei wenig Licht aus.

Mirrorless Kameras halten nicht unbedingt weniger aus als SLRs, sind aber aufgrund des wegfallenden Schwingspiegels deutlich kleiner und kompakter. Typischerweise ist der verwendete Sucher (Nein, das Display an der Kamerarückseite ist kein Sucher und auch kein Ersatz) ein Elektronischer, in dem das Bild des Sensors dargestellt wird. Es gilt also gegenüber SLRs: "What you see is what you get" (Du bekommst was du siehst). Natürlich ist das ein Vorteil für diesen Typ, da fehlerhaft belichtete Fotos fast unmöglich werden. Der Nachteil: bei wenig Licht ist das Sucherbild nicht mit SLRs vergleichbar. Je weniger Licht desto schwerer die Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt.

Nun zur Bildqualität: hier sind keine ernstzunehmenden Unterschiede zu erkennen. Die Fotos aus beiden Kameratypen sind gleichermaßen gut und beide Kameras erfüllen ihre Arbeit wie erwartet. Das brachte mich auch dazu, Interesse am Fujifilm System zu finden. Ich hatte keine leichte und kleine Kamera mit der ich unauffällig sein kann (sofern das bei meiner Größe und Körpervolumen überhaupt möglich ist). Ich liebe meine Canon Kameras, allen voran meine 6D, nur ist sie mit Batteriegriff und Zoomobjektiv kaum etwas, das ich jeden Tag herumtragen kann (ich habe es übrigens mehr als ein Jahr versucht). Die Fujifilm X-T1, mit einer Festbrennweite, leistet großartige Dienste und ermöglicht es mir jeden Tag mit einer Kamera herumzulaufen. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen fällt ihr Gewicht kaum auf und sie macht einfach nur Spaß.

Kurz gesagt: Jede Kamera hat ihre Stärken und Schwächen und jede Kamera ist ein Werkzeug das einen Zweck erfüllt. Für manche sind Mirrorless Kameras besser, für andere SLRs. Ich habe mich dazu entschlossen die Brücke zu schlagen und bei beiden Systemen ihre Stärken zu nützen und ich sehe keinen Grund dafür, mich auf Eines zu begrenzen.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.