Das war das SIAF 2014

Vergangenes Wochenende fand wie jedes Jahr auch heuer wieder das Slovak International Air Fest -kurz SIAF- am Militärflugplatz Sliac statt. Als ein Kollege mich vor zwei Jahren zum ersten Mal zum SIAF mitnahm war ich sehr beeindruckt, gab es doch den legendären B-52 Bomber zu bestaunen. Aber auch die anderen Exponate und vor allem die Show die dort geboten wurde war ausgesprochen faszinierend. Nach einem Jahr Pause entschloss ich mich also wieder das SIAF zu besuchen um einige tolle Fotos machen zu können. Das Wetter zeigte sich zu Beginn nicht sehr Foto-freundlich, es war diesig und regnete. Glücklicherweise lichteten sich die Wolken im Laufe des Vormittags und gegen Mittag hatte es aufgehört zu regnen. Aufgrund des Wetters kam der geplante Ablauf ein wenig durcheinander, aber das tat der Show keinen Abbruch.

Die slowakische Luftwaffe demonstrierte mit zwei Helikoptern des Typs Mi-17M eindrucksvoll, dass diese nicht nur für militärische Zwecke sondern auch das Bekämpfen von Bränden aus der Luft sowie für Rettungsmissionen eingesetzt werden können. Direkt im Anschluss zeigte die belgische Luftwaffe mit dem Agusta A109 wozu ein erfahrener Militärpilot am Steuer eines solchen Helikopters fähig ist.

Danach folgten zwei Xtremeair XA 42 des Flying Bulls Duo. Die beiden Piloten bewiesen Nerven aus Stahl, als sie mit den beiden Flugzeugen nur gut 2m nebeneinander/übereinander mit rund 400km/h am Publikum vorbei flogen. Auch die darauf folgenden Kunststücke machten deutlich: hierfür braucht es eiserne Disziplin, starke Nerven und perfekt auf einander abgestimmte Piloten. Die beiden Dassault Dornier Alpha Jets von Red Bull hatte ich leider verpasst, nur den Abflug zurück nach Salzburg am Ende der Darbietung des Flying Bulls Duo konnte ich mitverfolgen.

Das Retro Sky Team aus Košice stellte den Kampf um den Flugplatz zwischen Deutschen und Russen eindrucksvoll dar. Dazu kamen eine Antonov AN-2TD, eine Jakovlev Jak-52, vier Zlin 226, eine Zlin 526 und eine Polikarpov Po-2 zum Einsatz. Während des Luftkampfes wurden die russischen Piloten vom Boden aus in Form von "Luftabwehr" -hier "nur" pyrotechnische Effekte- unterstützt, auch Fallschirmjäger kamen zum Einsatz und so konnten die Deutschen am Ende in die Flucht geschlagen werden. Besonders beeindruckt hat mich bei dieser Darbietung, dass die Piloten in der Luft den Überblick behalten konnten. Der Himmel über dem Flugplatz war für mein Gefühl mit den acht Flugzeugen doch sehr voll!

Ein Miliärpilot des 21sten taktischen Luftwaffenstützpunktes Caslav in seinem Saab Gripen Jas-39C folgte auf die erfolgreiche Verteidigung des Flugplatzes. Der Gripen ist ein universelles Kampfflugzeug, das sowohl für Luft/Luft, als auch für Luft/Boden Angriffe eingesetzt werden kann. Außerdem eignet es sich auch für Aufklärungsmissionen. Besonders auffällig ist die extrem hohe Geräuschentwicklung des Gripen. Außerdem besteht einge gewisse Ähnlichkeit mit dem Draken und dem Eurofighter. Auch hier bot sich das gleiche Bild wie in den vorhergegangenen Vorführungen. Unglaubliche Präzision, Nerven aus Stahl und perfektes Beherrschen des Flugzeuges.

Konnten die Zuschauer vor zwei Jahren noch einen Eurofighter der österreichischen Luftwaffe bestaunen, zeigte das österreichische Militär heuer "nur" eine Pilatus PC-7. Das mag vielleicht ein wenig nach Sparpaket riechen, aber die PC-7 hat durchaus ihre Berechtigung. Die Maschine, produziert vom schweizer Hersteller Pilatus Aircraft, ist die bevorzugte Trainingsmaschine vieler Luftwaffen da mit dieser sowohl "normales" Fliegen als auch Nacht-, Instrumenten- und Taktisches Fliegen geübt werden kann.

Nun folgte meiner Meinung nach der absolute Höhepunkt des SIAF 2014, eine MiG-29AS der slowakischen Luftwaffe. Dieser Kampfjet russischer Herkunft -die Ersten wurden in den 80er Jahren gebaut- wurde für die slowakische Luftwaffe zur MiG-29AS umgebaut um den NATO Standards zu entsprechen. Dem Militärpilot gelang es fast schon spielend einfach die beeindruckende Manövrierfähigkeit des Kampfjets dem Publikum zu demonstrieren. Der Jet macht sowohl bei extremen Langsamtflug als auch bei schnellem Tiefflug eine extrem gute Figur. Auch diverse Roll- und Loopingmanöver sind kein Problem. Damit ist die MiG-29AS trotz ihres hohen Alters ein noch immer aktueller und gefährlicher Kampfjet.

An sich ist die C-27J Spartan ein militärisches Transportflugzeug das ähnlich der C-130 JATO (Jet Assisted Take Off) fähig ist. Die Piloten der italienischen Luftwaffe jedoch bewiesen, dass man mit diesem Flugzeug auch Spaß haben kann. Obwohl sehr groß und etwas schwerfällig ist nicht einmal ein Looping für die erfahrenen Piloten ein Problem.

Den Abschluss meines SIAF Besuchs bildeten die Baltic Bees, 5 Militärpiloten die mit ihren L-39 Albatros alle möglichen und auch unmöglich klingenden Manöver dem staunenden Publikum präsentierten. Von engem Formationsflug über das "Bees Heart" bei welchem zwei Piloten ein Herz mit Rauch zeichnen, welches dann von einem weiteren durchflogen wird bis hin zu einer gemeinsamen Rolle im Formationsflug ist alles dabei. Aufgrund meines straffen Zeitplans meiner Slowakeireise war es mir leider nicht möglich von in der Früh bis zum Ende beim SIAF zu bleiben. Aber die Show Acts die ich sehen konnte waren wirklich beeindruckend. Ich gehe davon aus, dass die Anderen die ich nicht sehen konnte nicht weniger beeindruckend waren. Aber auch die "nur" am Boden ausgestellten Exponate -die ich fotografisch sehr Stiefmütterlich behandelt habe- waren sehenswert und die Verpflegung -angefangen bei Langos über Würstel und Schnitzelsemmeln bis hin zu Zuckerwatte- war einer Air Show würdig. Man darf mit Sicherheit annehmen, dass ich nächstes Jahr wieder zum SIAF kommen werde, diesmal aber mit mehr Zeit im Gepäck!

Quellen:

www.siaf.sk
www.wikipedia.org