DSLR

What Youtubers are missing when talking about the 6D Mark II

I rarely do write articles in English but today I thought it is necessary. Recently there have been a lot of YouTubers commenting on using or switching to the 6D Mark II. Also to some, it is the most underrated Canon camera. Recently a video by Jared Polin (aka The Fro) made me think:

Why are so many people do enjoying the 6D Mark II but I just can't like this camera?

The answer came to me very easy: That camera is missing the point. It has a wonderful screen on the back which can be rotated in all directions, it has great video features including Dual Pixel Autofocus and I do like all of this features but this are only video features. We are still talking about an SLR camera – it has a mirror inside and that mirror has a reason. An SLR camera should be good for still images which are the main emphasis in photography. It is a full frame camera and from a camera, with 24x36 mm sensor I expect to be a fairly professional camera especially in the €2000 price range. Unfortunately five years after the original 6D there has not been a leap forward in this direction. The original 6D had an awesome 20-megapixel sensor and was in many ways the successor of the 5D Mark II. Image quality is wonderful AF is based on the 5D Mark IIs diamond array. When I heard the first rumours of the 6D II my reaction was like: shut up and take my money. They claimed SD dual card slots, improved autofocus and a new interesting sensor with approximately 25 megapixels. That sounded like all we ever asked for still images.

Now the problems: we haven't been given the dual card slots, only one slow UHS I SD card slot (that is a big deal since Nikon even gives even cheaper Cameras the ability to write the images on two cards and all other companies also tend to have two slots for memory cards). I can't say they didn't give the camera better autofocus for stills but the way is the problem: The 6D II has the 80D AF module and this is a wonderful AF module for an APS-C camera but on the bigger full frame sensor those AF points are tightly packed in the middle which means I still have to use the focus and recompose technique (it works but I am getting tired of it since I am losing photos I could take otherwise). Finally the imaging sensor: we now do have the dynamic range of the 5D II in an 8 years younger body. That is not the way to go. Updating the original 6Ds sensor would have made more sense than the new sensor that looks bad in comparison to other brands.

One side note on the vlogging aspect: the vloggers I heard that liked the 6D Mark II (for example Jared Polin, Peter McKinnon and Casey Neistat) are all from North America (either USA or Canada). There is a difference to Europe. In the EU there is a difference in taxes between still cameras and video cameras and a camera that can record 30-minute videos or longer are automatically video cameras. This puts some additional limits on usability on cameras for video work. Also, none of them thinks that the video quality is great, most of them rather call it sufficient.

So let's do a recap: the 6D II is a wonderful vlogging camera. It would have been an awesome full-frame mirrorless camera but the problem is that this camera is still an SLR and not a mirrorless camera. So Canon: Please! If you are listening: get things straight. Let us photographers have the right camera for the right job. A 6D II-ish mirrorless camera with Dual Card Slot in the same price range would be the way to go and Please! Be fast! Competition is big and Sony and Nikon are doing great jobs with their cameras.


 

 

The original 6D for me was the ultimate press photographers tool. It had great low light quality, wireles LAN integrated and many similarities to the wonderfull 5D Mark II. 5 years later the 6D Mark II was expected to be a big leap forward but it failed for many photographers.

The original 6D for me was the ultimate press photographers tool. It had great low light quality, wireles LAN integrated and many similarities to the wonderfull 5D Mark II. 5 years later the 6D Mark II was expected to be a big leap forward but it failed for many photographers.

Canon – was hast du mir angetan (oder Andere Mütter haben auch schöne Töchter)

Vor kurzem erschien nach langer Wartezeit endlich die Canon 6D Mark II und dies hat mich zum Nachdenken gebracht. Die 6D ist ja eine meiner Kameras und der „direkte Nachfolger“ der 5D Mark II, während die 5D Mark III nach Höherem strebte. Für mich zahlten sich die Upgrades zwischen 6D und 5DIII nicht aus und daher stand meine Entscheidung für die 6D fest. Nun gute 5 Jahre nach dem Erscheinen der 6D steht nun fest, das ihr Nachfolger kommt. Diese Nachricht hat mich ursprünglich erfreut, jedoch dauerte es nicht lange bis ich feststellen musste, das sich wenig geändert hat.

Meine eigene Canon 6D (erkennbar an der roten Markierung) - eine großartige Kamera die mir stets die Arbeit erleichtert hat und sehr zuverlässig ist. Sie ist mein Arbeitstier für Fotos.

Meine eigene Canon 6D (erkennbar an der roten Markierung) - eine großartige Kamera die mir stets die Arbeit erleichtert hat und sehr zuverlässig ist. Sie ist mein Arbeitstier für Fotos.

Ich habe mir lange mehr Autofokuspunkte gewünscht und während man nicht sagen kann, dass dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, so wurde er doch nur bedingt beachtet. Mein Wunsch waren mehr Cross-Type Autofokuspunkte die auf der Bildfläche verteilt sind. Während ich mit den 45 Autofokuspunkten glücklich geworden wäre und mir mehr zu viel geworden wären, ist die Aufteilung der Punkte im Sucher nicht gelungen. Alle Punkte drängen sich im Zentrum des Bildfeldes zusammen und wieder gibt es für mich keinen wirklichen Vorteil daraus.

Des Weiteren war es ein großer Wunsch von mir, Steckplätze für zwei SD Karten zu haben. Diese hat die 6DII nicht und noch schlimmer, der eine Steckplatz ist nur für die Geschwindigkeiten der inzwischen langsameren und älteren UHS I Karten ausgelegt.

Die Canon 6D Mark II - der lange ersehnte Nachfolger des Originals. So wunderbar mit einigen neuen Features und dennoch so enttäuschend. Hier könnte der Grund für meinen Umstieg auf ein spiegelloses System liegen.  © Canon (www.canon.at)

Die Canon 6D Mark II - der lange ersehnte Nachfolger des Originals. So wunderbar mit einigen neuen Features und dennoch so enttäuschend. Hier könnte der Grund für meinen Umstieg auf ein spiegelloses System liegen.

© Canon (www.canon.at)

Nun weiter zu den allseits beliebten Videofunktionen: Heute erwartet sich jeder 4K Videofunktionen. Während ich kein Fan von 4K Video bin, hat es durchaus seine Berechtigung. In der heutigen Zeit, da immer mehr Kameras mit 4K Video erscheinen, wäre es sinnvoll gewesen dieses in die 6DII zu implementieren. Leider wurde dies nicht getan. Warum? Vielleicht weil die 6DII dann eine bessere Kamera als die 5D Mark IV gewesen wäre? Es scheint der Gedanke gewesen zu sein. Leider lässt es sich für mich nicht nachvollziehen warum dieser Fehler gemacht wurde.

Fassen wir kurz zusammen: die Verbesserungen der neuen Auflage der 6D kommen erstens zu spät und zweitens wurde zu wenig geändert. Daraus lässt sich auch direkt zur zweiten Hälfte des Titels übergehen. Denn dies alles wäre an sich kein Problem, wenn nicht die Konkurrenz groß wäre.

Ich muss zwar Canon immer noch die Entwicklung ihrer eigenen Kamerasensoren zugute halten, doch ich muss auch hier warnen: Es gab in der Vergangenheit einige interessante Patente wie Canons Foveon-artiger Sensor der in der Serienreife möglicherweise außergewöhnliches geleistet hätte, es aber bis jetzt in keine Serienkamera geschafft hat. Die Entwicklung darf nicht stehenbleiben und Canon sollte wie früher unpopuläre Entscheidungen treffen die sich positiv auf den Markt auswirken könnten (Canon setzte bei den SLRs schon sehr früh CMOS Sensoren ein während die meisten anderen Hersteller CCDs verbauten, dies brachte zwar ein wenig höheres Bildrauschen und daher den einen oder anderen schlechten Testbericht, dennoch war es die richtige unbeliebte Entscheidung).

Die Fuji X-T1 ist in Größe und Aussehen mit meiner analogen Minolta X-700 vergleichbar. Das einzige was mich glücklicher machen könnte wäre ein Vollformat Sensor, jeoch verstehe und respektiere ich Fujifilms Entscheidung nicht in den stark umkämpften Sektor der Vollformatkameras einzusteigen.

Die Fuji X-T1 ist in Größe und Aussehen mit meiner analogen Minolta X-700 vergleichbar. Das einzige was mich glücklicher machen könnte wäre ein Vollformat Sensor, jeoch verstehe und respektiere ich Fujifilms Entscheidung nicht in den stark umkämpften Sektor der Vollformatkameras einzusteigen.

Aus meiner Sicht stehen Canon (und nachlassend Nikon) nun auf dem Sektor der spiegellosen Kameras große Konkurrenz gegenüber. Inzwischen sind die Sony alphas und die Fujifilm X-T Reihe mehr als nur ernstzunehmende Alternativen. Inzwischen gehe ich selbst immer mehr dazu über, meine X-T1 zu benutzen und ihr Nachfolger wäre für mich derzeit bessere Kamera als die 6DII. Auch Sony zieht mich in seinen Bann, da es möglich ist dank verschiedener Adapter meine heißgeliebten Canon Objektive weiter zu verwenden. Wenn ein Nachfolger der α7S II erscheint könnte diese ein Gamechanger sein. Sony hat schon mit der α9 eine großartige Kamera hergestellt und eine α7S III könnte durchaus meinen Umstieg bewirken.

Die Sony α7S II - eine der anderen schönen Töchter. Ihr Nachfolger könnte meine Welt auf den Kopf stellen. Das derzeitige Model bietet 12 Megapixel (ausreichend) und eine unglaubliche Leistung bei wenig Licht (high ISO capabilities)  © Sony (www.presscentre.sony.eu)

Die Sony α7S II - eine der anderen schönen Töchter. Ihr Nachfolger könnte meine Welt auf den Kopf stellen. Das derzeitige Model bietet 12 Megapixel (ausreichend) und eine unglaubliche Leistung bei wenig Licht (high ISO capabilities)

© Sony (www.presscentre.sony.eu)

Es sollte also nicht nur den Nutzern zu denken geben, worin sie investieren, sondern auch den Herstellern, vor allem Canon und Nikon wie sie weiter verfahren, denn diese scheinen sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen.

Mirrorless und DSLR - Warum es kein Kampf sein kann

Leider muss ich sagen, dass ich scheinbar eher für meine fotografische Kompetenz als "Gearhead" bekannt sein dürfte, als für meine Werke. Dies scheint sich auch in meinen Beiträgen widerzuspiegeln. Es war mir daher unangenehm wieder einen Beitrag zum Thema Kameras und Objektive zu verfassen aber aus aktuellem Anlass muss es sein.

Der genannte Anlass ist das Erscheinen der Sony alpha 9. Dabei handelt es sich um eine spiegellose Profikamera, die auf professionelle Sportfotografen abzielt. 24 Megapixel Auflösung und 20 Bilder pro Sekunde in der Serienbildfunktion!!! Damit macht Sony auf sich aufmerksam und das zurecht. Sony hat mit den hauseigenen Kameras großes erreicht und das kann keiner abstreiten - Die leidige Frage hingegen ist: Was ist nun besser, die spiegellose Kamera wie Sony und Fujifilm sie herstellen oder die klassische DSLR oder Spiegelreflexkamera die Canon und Nikon noch stark am Herzen liegt.

Aus meiner Sicht ist das jedoch die falsche Frage. Ich muss hier auch mal in den Raum werfen, dass die Gerüchte meines Umstieges von Canon zu Fujifilm weit übertrieben sind. Ich habe deutlich unterschiedliche Anforderungen an SLRs und Mirrorless Kameras:

SLRs sind meine Arbeitstiere. Sie sind robust, schwer wie ein Stein und trotz komplexer Mechanik nicht tot zu bekommen. Eine SLR liegt typischerweise in der Hand wie ein perfekt an die Hand angepasster Ziegelstein unterstützt durch die Tatsache, dass ich noch keine ohne Batteriegriff dauerhaft verwendet habe. Man blickt durch den Sucher und sieht jenes Licht wie es im Objektiv gesammelt wird, egal wie viel davon. Das macht sie zum Wunderwerkzeug bei wenig Licht und auch der eigene Sensor für die automatische Scharfstellung spielt seine Stärken gegenüber anderen Systemen bei wenig Licht aus.

Mirrorless Kameras halten nicht unbedingt weniger aus als SLRs, sind aber aufgrund des wegfallenden Schwingspiegels deutlich kleiner und kompakter. Typischerweise ist der verwendete Sucher (Nein, das Display an der Kamerarückseite ist kein Sucher und auch kein Ersatz) ein Elektronischer, in dem das Bild des Sensors dargestellt wird. Es gilt also gegenüber SLRs: "What you see is what you get" (Du bekommst was du siehst). Natürlich ist das ein Vorteil für diesen Typ, da fehlerhaft belichtete Fotos fast unmöglich werden. Der Nachteil: bei wenig Licht ist das Sucherbild nicht mit SLRs vergleichbar. Je weniger Licht desto schwerer die Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt.

Nun zur Bildqualität: hier sind keine ernstzunehmenden Unterschiede zu erkennen. Die Fotos aus beiden Kameratypen sind gleichermaßen gut und beide Kameras erfüllen ihre Arbeit wie erwartet. Das brachte mich auch dazu, Interesse am Fujifilm System zu finden. Ich hatte keine leichte und kleine Kamera mit der ich unauffällig sein kann (sofern das bei meiner Größe und Körpervolumen überhaupt möglich ist). Ich liebe meine Canon Kameras, allen voran meine 6D, nur ist sie mit Batteriegriff und Zoomobjektiv kaum etwas, das ich jeden Tag herumtragen kann (ich habe es übrigens mehr als ein Jahr versucht). Die Fujifilm X-T1, mit einer Festbrennweite, leistet großartige Dienste und ermöglicht es mir jeden Tag mit einer Kamera herumzulaufen. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen fällt ihr Gewicht kaum auf und sie macht einfach nur Spaß.

Kurz gesagt: Jede Kamera hat ihre Stärken und Schwächen und jede Kamera ist ein Werkzeug das einen Zweck erfüllt. Für manche sind Mirrorless Kameras besser, für andere SLRs. Ich habe mich dazu entschlossen die Brücke zu schlagen und bei beiden Systemen ihre Stärken zu nützen und ich sehe keinen Grund dafür, mich auf Eines zu begrenzen.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Warum ich meinen Kollegen verstehe und trotzdem meinem System treu bleibe

Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass ich kein Canon "Fanboy" bin, sondern durchaus auch offen für andere Systeme. Mein Freund und Kollege Lukas Albert hat vor kurzem zwei ausgezeichnete Artikel über seinen Systemwechsel zu Fuji verfasst. Hier sind die Links zu Teil 1 und Teil 2. Er hatte gute Gründe zu wechseln. Ich bleibe hingegen (noch) im Canon SLR System.

 

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Ich möchte zuerst einmal mit meiner Kritik an Canon beginnen:

Mein treues 50mm Objektiv und ich haben schon vieles miteinander erlebt, doch leider ist die Gauss-Typ Konstruktion der Optik nicht mehr am aktuellen Stand der Technik.

Mein treues 50mm Objektiv und ich haben schon vieles miteinander erlebt, doch leider ist die Gauss-Typ Konstruktion der Optik nicht mehr am aktuellen Stand der Technik.

Die Konkurrenz ist groß, und heute kann sich keiner mehr leisten zurückzubleiben. Das betrifft Canons hauseigene Sensoren merklich, da die in anderen SLRs verbauten Sony Sensoren in Tests teilweise deutlich bessere Leistung erbringen. Wie man immer wieder lesen kann, liegt das sicher nicht an den Ideen der Entwickler, da es auch in dieser Hinsicht von Zeit zu Zeit interessante Patente zu sehen gibt. Zum anderen nagt an mir, dass es für manche Objektive noch immer keine Neuauflage gibt. Das betrifft meiner Meinung nach vor allem die 50mm Festbrennweiten. Diese sind für mich besonders wichtige und lichtstarke Linsen, die einen sehr natürlichen Bildausschnitt zeigen. Dabei sind vor allem die beiden hochwertigen Modelle bereits seit 7 (1.2 L) und 22 (1.4) Jahren unverändert am Markt, und kaum noch in der Lage, mit der Leistung moderner Objektive mitzuhalten. 

Das ist zwar alles nicht von Vorteil, trotzdem gibt es für mich triftige Gründe, bei Canon zu bleiben:

Das Herzstück der SLR - der Spiegel der das vom Objektiv kommende Licht zum Sucher umleitet. Die Gravuren auf der Mattscheibe sind deutlich erkennbar.

Das Herzstück der SLR - der Spiegel der das vom Objektiv kommende Licht zum Sucher umleitet. Die Gravuren auf der Mattscheibe sind deutlich erkennbar.

Im Gegenteil zu allen spiegellosen Systemkameras kann ich an SLRs ohne Stromverbrauch das Bild im Sucher sehen, wie es vom Bildausschnitt im fertigen Foto erscheint. Die von mir bevorzugten Vollformat-Kameras bieten dabei ein schönes großes Sucherbild, mit dem das Arbeiten an der Kamera leicht fällt. Außerdem liegen diese Geräte sehr gut in meinen nicht zu kleinen Händen - gerade dies ist für mich ein großer Vorteil. Zusätzlich ist die Bildqualität der Canon 5D/6D Kameras noch immer ausgezeichnet, und das auch bei wenig Licht. Dies ist der nächste wichtige Punkt - bei wenig Licht kann ich meine Canon SLRs noch sehr gut halten, und komme so auch bei längeren Belichtungszeiten aus der Hand noch gut zurecht. Leichtere Kamera-Objektiv Kombinationen kann ich teils nur schwer so stabil halten wie mein etabliertes System. Zudem besitze ich ausgezeichnete Canon Zoomobjektive, die auch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten hervorragende Leistung erbringen. Das sind insgesamt gute Gründe, mein System weiterzuverwenden, und dies wird sich nicht so schnell ändern. Meine Ausrüstung passt einfach zu meiner Art zu fotografieren und zu meinen wichtigsten Aufträgen. Einen zukünftigen Wechsel auf die Sony Kameras kann ich dank entsprechender Adapter für Canon Objektive langfristig nicht ausschließen - hier ist Canon gefragt, nicht nachzulassen, sondern aufzuschließen, und weiterhin im Vergleich zur Konkurrenz gute Produkte zu erzeugen.

Wenn ich mit einem SLR System gut eingespielt bin, schaffe ich es auch, bei längeren Belichtungszeiten noch brauchbare Fotos zu machen. Hier eine Blüte bei 70mm Brennweite und 1/30 Sekunden Belichtungszeit - die Faustregel besagt, dass ich eine Belichtungszeit von 1/70 Sekunden oder kürzer benötigt hätte, um ein scharfes Foto zu machen. Das ist der Lichtunterschied einer Blende oder in anderen Worten die doppelte Lichtmenge beim aufgenommenen Foto.

Wenn ich mit einem SLR System gut eingespielt bin, schaffe ich es auch, bei längeren Belichtungszeiten noch brauchbare Fotos zu machen. Hier eine Blüte bei 70mm Brennweite und 1/30 Sekunden Belichtungszeit - die Faustregel besagt, dass ich eine Belichtungszeit von 1/70 Sekunden oder kürzer benötigt hätte, um ein scharfes Foto zu machen. Das ist der Lichtunterschied einer Blende oder in anderen Worten die doppelte Lichtmenge beim aufgenommenen Foto.


"Entweder - Oder" ?!?

"Warum hast du das getan?" Diese oder eine ähnliche Frage hätte mich aus Michaels Mund nicht überrascht, als wir uns das letzte Mal bei einem Kaffee trafen und ich ihm meine Entscheidung mitteilte. Aber stattdessen überraschte er mich mit "Ja, das macht durchaus Sinn für dich!" Zugegeben, wirklich überrascht war ich über seine Reaktion auch wieder nicht, dafür kenne ich ihn zu gut. Aber ich hätte damit gerechnet, dass er mich zuerst nach meinen Motiven befragt, bevor er sich eine Meinung über meinen Schritt bildet. Offenbar bemerkte er meine Entwicklung bereits frühzeitig und wartete nur darauf, dass ich mich "oute" ;)

 

Begonnen hat meine Reise im Dezember 2014, genauer gesagt am 4.Adventsamstag, als ich mir die Fujufilm X100T gekauft habe. Einen ersten Erfahrungsbericht habe ich hier verfasst. Mit dem Kauf der X100T begann irgendwie ein neues Kapitel in meiner fotografischen Laufbahn. Die letzten Monate vor dem Kauf der X100T habe ich meine Kamera (eine Canon 5D) nur noch mitgenommen, wenn ich sie sicher brauchte. Und selbst dann hatte ich immer irgendwie das Gefühl "unnötig" viel mit mir herum zu schleppen. Nicht das ich ich den Spaß an der Fotografie verloren hatte, in dem Fall würde ich mein ganzes Zeug verkaufen und mir ein neues Hobby suchen, aber ich hatte nicht mehr das Gefühl "einfach nur fotografieren" zu gehen. Ich habe mir immer vorher überlegt, was ich fotografieren will und welche Ausrüstung ich dazu mitnehmen muss/soll. Das ich einfach meine Kamera genommen und losgezogen wäre, kam mir damals nicht in den Sinn.

Wie Michael in seinem ausgezeichneten Beitrag über Hochzeit und Fotografie dargelegt hat, sollte man sich für solche Shootings (und andere) natürlich ordentlich vorbereiten und darauf auchen, alles dabei zu haben was benötigt werden könnte. Das möchte ich auch gar nicht in Frage stellen, aber es tut manchmal einfach nur gut, ohne großen Plan und ohne Ziel mit der Kamera los zu ziehen und Fotos zu machen. Minimalismus pur. Und genau das gelang mir längere Zeit nicht (mehr). Aber dank der geringen Abmessungen und der Einfachheit der X100T -und damit meine ich lediglich, dass die Kamera ein fest verbautes 23mm (entspricht KB 35mm) Objektiv besitzt- gelang es mir immer wieder mal ganz spontan ein paar Fotos zu machen. Das heißt, wenn ich die Kamera nicht daheim vergessen hatte. Anfangs passierte mir dies öfter, weil ich einfach vergessen habe daran zu denken meine X100T einzupacken. Auch hatte ich die 52-Wochen-Challenge von Jenna Martin entdeckt, jedoch muss ich gestehen das ich aufgrund persönlicher Umstände nach ein paar Wochen "aufgeben" musste. Aber die Liste mit 52 Themen hängt noch immer bei mir an der Türe und das eine oder andere Mal suche ich mir ganz spontan ein Thema aus, schnappe meine X100T und ziehe los.

Wie viele die mich kennen wissen, bin ich jemand der einfach schon aus Prinzip im RAW-Format fotografiert. Die Möglichkeiten ein Foto zu retten, weil man sich ein wenig vertan hat -ja, das passiert auch den Besten- sind einfach unglaublich und Speicherplatz (sprich Festplatten und Speicherkarten) kosten heute schon so gut wie nichts mehr um als Argument gegen RAW und für JPEG herzuhalten. Die Herausforderung für mich nach einem Fotoshooting war und ist die Motivation aufrecht zu erhalten aus den gerade eben gemachten Fotos das Beste herauszuholen. Manchmal war das schon recht schwer für mich und meistens lag es daran, dass ich beim Machen des Fotos etwas sah, es sich aber nachher am Bildschirm in Lightroom anders darstellte und nicht ganz dem entsprach was ich eigentlich direkt in der Kamera erreichen wollte. Ich bin ein großer Fan von (starken) Kontrasten, dem Spiel von Licht und Schatten (ja Lichter dürfen bei mir "ausfressen" und Schatten "absaufen") und satten Farben. Mir gelang es jedoch nicht immer, diese Ergebnisse auch direkt aus der Kamera heraus zu erhalten. Ich will nicht behaupten, dass die Kamera dazu nicht fähig wäre, aber die Schuld nur bei mir zu suchen wäre auch nicht ganz richtig. Zumal sich dieses "Problem" seit dem ich die X100T einsetzte fast vollständig gelöst hat. Ja, ich fotografiere noch immer in RAW und ja, ich benutze nach wie vor Lightroom. Aber die Zeit die ich in Lightroom damit verbringe die Fuji-RAW-Dateien zu bearbeiten ist drastisch kürzer als mit den Canon-RAW-Dateien. Warum?

Ich weiß, dass ich auch bei den Canon DSLRs die Möglichkeit habe, gewisse Presets vorzunehmen und damit die Post-Processing-Zeit zu verkürzen. Die Möglichkeit jedoch die "alten" Fuji-Analog-Filme zu simulieren (und dank RAW auch im Post-Processing noch zu wechseln) ist einfach genial. Das war -wie auch schon in meinem Blog-Beitrag vom Dezember 2014 geschrieben- eine der ersten Einstellungen die ich ausprobiert habe und auf "Velvia" stehen gelassen habe. Und die so aus der Kamera kommenden Dateien sind schon sehr nahe an dem, wie ich meine Bilder gerne habe. Ich ertappe mich manches mal dabei, das eine oder andere Bild ohne irgendwelche Bearbeitungen direkt verwenden zu wollen. Und genau das erhöht für mich den Spaßfaktor schon beim Fotografieren selber, da ich weiß, dass ich die Bilder nur noch sehr wenig -oder gar nicht- bearbeiten muss sondern mehr Zeit zum Fotografieren habe. Gut, man mag mir vorhalten, dass ich einfach zu blöd oder zu faul bin, mich mit den verschiedenen Einstellungen einer DSLR (egal welcher Marke) zu befassen. Und möglicherweise stimmt es sogar -zumindest der Teil mit der Faulheit. Aber mal ehrlich, ich will fotografieren und nicht in irgendwelchen Menüs irgendwelche Regler hin und her schieben. Das mache ich dann in Lightroom sowieso ;) Bei der X100T habe ich einfach die Filmsimulation "Velvia" ausgewählt und für viele meiner Fotos passt es auch so. Ich konzentriere mich lieber darauf, meinen Bildaufbau und die Belichtung zu verbessern, das ist schon nicht immer ganz einfach und man lernt ja nie aus.

Wozu das alles geführt hat und ob ich tatsächlich zu Fuji gewechselt bin, werde ich in zwei weiteren Beiträgen beleuchten. Im Übrigen sind alle Bilder in diesem Beitrag mit der Fuji X100T gemacht worden.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com