Film

Analog?!?

Lieber Freund,
Du hast sicher schon über den Fotowalk gelesen, den Michael und ich am 14.August machen. Falls nicht, würde ich dir empfehlen hier kurz nachzulesen, damit du weiß welches Thema wir uns überlegt haben.

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Warum in aller Welt wollen wir einen Fotowalk mit analogen Kameras machen? Oder für die, die keine (mehr) haben, warum diese Einschränkungen? Sollten wir nicht die heute verfügbare Technik nutzen, anstatt auf längst überholte Ausrüstung zurück zu greifen? Nein, das finde ich nicht. Ja, ich bin froh und dankbar, was wir heute alles an Technik verwenden können. Mein neuestes Spielzeug ist die Samsung Gear S3 und jedesmal wenn ich im Auto einen Anruf bekomme (was glücklicherweise selten ist, da auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung ablenkt) freue ich mich wie ein kleines Kind. Ich hatte in meiner Kindheit zwei Lieblingsserien. Die eine war MacGyver (der Grund warum ich auch heute nie ohne ein schweizer Messer aus dem Haus gehe) und die andere war Knight Rider. Während selbstfahrende Autos wie KITT immer noch ein wenig Zukunftsmusik sind, kann ich mit meiner Uhr bereits - so wie Michael Knight - sprechen bzw. telefonieren :) WIE COOL IST DAS DENN!! Damals hätte ich mir ein Bein für so eine coole Uhr ausgerissen, heute bekommt man sie für ein paar Hundert Euro...

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Ich bin also total dafür, die verfügbare Technologie einzusetzen, aber manchmal habe ich auch das Bedürfnis, zu entschleunigen - wie man so schön sagt. Und das finde ich, geht mit der Analogfotografie besonders gut. Letztes Jahr als Michael und ich an der "Dogwood 52 week challenge" teilgenommen haben, machte ich bereits ein paar Fotos auf echtem Film. Das Thema war "Nostalige" und ich entschied mich, einen Farbfilm Cross-Entwickeln zu lassen, den ich für dieses Thema "verfotografiert" hatte. Durch dieses Verfahren bekommt man interessante Farbverschiebungen bei den fertigen Bildern. Ich muss gestehen, dass ich bei einigen diese wieder Rückgängig gemacht habe. Das geht natürlich nur, wenn man die Negative scannt und dann in Lightroom (oder Photoshop) weiter bearbeitet. Wie du siehst, kombiniere ich also auch hier Altes mit Neuem um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen. Außerdem, wie könnte ich dir sonst hier einige der Fotos zeigen, wenn ich sie im Anschluss nicht digitalisiert hätte?

Wien, 2016 - mit Agfaphoto CT precisa 100, X-Pro

Ich glaube unser Fotowalk wird besonders interessant, da wir erst später wissen, ob unsere Fotos etwas geworden sind. Das erklärt auch, warum es früher weniger Fotografen gegeben hat, die z.B.: Hochezeiten fotografiert haben. Ich weiß nicht, ob ich so viel Sebstvertrauen bzw. Können gehabt hätte, eine Hochzeit zu fotografieren. Heute kann ich sofort sehen, ob das Foto etwas geworden ist oder ob ich nochmal abdrücken muss. Damals nicht, da musste es passen wenn der Auslöser "klick" machte. Zugegeben, (Farb) Film ist viel mehr verzeihend als die aktuellen Kamerasensoren, aber trotzdem. Ein Arbeitskollege hat sich erst kürzlich eine (analoge) Leica zugelegt (Ohhhhhh), und die Fotos die ich bisher gesehen habe, müssen sich vor den digitalen von heute wirklich nicht verstecken. Manchmal (nicht immer) hilft es der eigenen Kreativität, wenn man sich einschränkt. Zusätzlich zu den Einschränkungen die die Verwendung einer analogen Kamera mitsich bringen, habe ich nur ein einziges Objektiv (50,mm, was sonst...) und das muss ich manuell Fokussieren. Ich freue mich schon richtig auf den 14.August, vielleicht sehen wir uns ja?!? Bis dahin alles Gute, Dein

Filme und Fotos

Lieber Freund! 

In der vergangenen Woche bin ich - nach langem wieder - mit einer Spiegelreflexkamera in der Hand auf Fotojagd gegangen. Ja mit einer SLR, nicht mit einer DSLR. So mit "richtigem" Film und so. Mit-ohne Display und mit-ohne gleich das Bild anschauen können.  Der Grund war ein simpler, nämlich die Fotochallenge, welche Michael und ich nun seit 45 Wochen ("nur" noch 7 to-go!) machen. Diese hatte vergangene Woche das Thema "Artistic - Nostalgic"!

Mein Bruder; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Mein Bruder; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Für mich war von Anfang an klar, dass es mir in dieser Woche weniger darum gehen würde, ETWAS Nostalgisches zu fotografieren, sondern MIT etwas Nostalgischem - meiner Praktica B200 (Baujahr '79-'90)! Natürlich hatte ich auch vor Fotos von (mehr oder weniger) nostalgischen Dingen zu machen. Dies bedurfte etwas Vorausplanung, da die Entwicklung und das Scannen (was ich bei Foto Leutner machen ließ) natürlich auch etwas Zeit in Anspruch nehmen würde. So entstand das erste Foto bereits am 31.10. (die Challenge für das Thema war von 4.11. bis 10.11.) und das Letzte am 7.11. auf dem Weg zu Foto Leutner. Die Entwicklung sowie das Scannen ging sehr schnell und am 9.11. holte ich mir einem Bogen Negative - ich hatte einen Dia-Film (Agfaphoto CT precisa 100/21) cross-process entwickeln lassen - und einer CD mit den Scans ab. Natürlich habe ich es mir in der Straßenbahn nicht nehmen lassen, die Negative schon anzuschauen. So sehr habe ich mich schon lange nich mehr gefreut meine Fotos (endlich) zu sehen!

Die Negative auf meinem "Leuchttisch" 

Die Negative auf meinem "Leuchttisch" 

Ich bin sicher, dass mich ein paar Leute verwundert angesehen haben, was ich da habe oder mache, aber das war mir zu dem Zeitpunkt egal und ich habe darauf nicht einmal geachtet. Ich hatte eine solche Vorfreude, die Fotos am Rechner endlich "richtig" zu sehen, ich konnte es gar nicht erwarten, nahhause zu kommen. Zuvor traf ich mich aber noch mit Michael da wir ein - wie es so schön Neudeutsch heißt - Pre-Production-Meeting unseren Besuch bei der Photo+Adventure betreffend an dem Abend hatten. Die Photo+Adventure war nämlich letztes Wochenende in Linz, wir hatten richtig Spaß dort und ich bin schon am Schneiden der Videos. Das Erste kommt wohl Mitte nächster Woche hier in unserem Blog! Zurück zur analogen Fotografie. Ich hatte die vergangene Woche so viel Spaß wie schon lange nicht mehr! Ich werde definitiv weitere Experimente mit analogem Film machen, vielleicht sogar den einen oder anderen (schwarz-weiß) Film selber entwickeln.

Mein Neffe; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Mein Neffe; mit Agfaphoto CT precisa 100/21 Cross-Process Enwickelt und in LR den Weißabgleich etwas angepasst

Dazu habe ich mir das Buch "Absolut analog" von Chris Marquard (Tips from the Top floor; Happy Shooting) und Monika Andrae (Monikas Motivklingel) gekauft. Darüber schreibe ich vielleicht ein anderes Mal einen Artikel, wenn ich es dann mal fertig gelesen habe. Und natürlich werde ich dir auch über meine ersten Gehversuche beim Entwicklen von Film berichten. Du fragst dich sicherlich, welches der 36 Fotos ich jetzt für die Challenge verwendet habe. Es ist das aller erste Foto gewesen, das ich mit dieser Rolle Film gemacht habe, ein orangener Ford Mustang bei einer Oldtimer Werkstatt in der Nähe wo ich wohne. Du musst nur zum vorherigen Beitrag (Foto der Woche vom 13.11.) scrollen, dann siehst du es! Hier noch ein kurzes Video, wie der Ausdruck (ich drucke alle meine Fotos für die Challenge aus und hänge sie an meine Kork-Wand) aus dem Drucker kommt.

Die beiden Fotos von oben habe ich natürlich den (unfreiwilligen?) Models geschenkt. Mein Neffe (er ist 3 Jahre alt) ist mit dem Foto eine gefühlte Halbe Stunde durch's Haus gelaufen und hat es jedem (hunderte Male) gezeigt, so hat er sich darüber gefreut. Da fällt mir auch noch eine nette Geschichte zu dem Foto ein. Nachdem ich das Foto gemacht hatte (ich hatte ihm erklärt, dass er ganz ruhig stehen muss weil das eine alte Kamera ist, die ein bisschen anders zu bedienen ist) kam er zu mir und wollte die Rückseite der Kamera sehen, in der Hoffnung dort das gerade gemachte Foto zu erblicken. Er hat mich dann ganz verwundert angeschaut, als er dort nur den Papierteil von der Filmverpackung mit Namen und ASA/ISO gesehen hat. Ich habe ihm natürlich erklärt, warum das hier nicht so funktioniert wie er es von den Kameras seiner Eltern und Geschwister kennt. Dafür hat er sich um so mehr gefreut, als er dann ein echtes Foto in Händen hielt! Da macht mir die Fotografie auch gleich (wieder) viel mehr Spaß! Bis zum nächsten Mal, dein

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