Fujifilm

Dear Canon, I am leaving for Fuji...

Canon to Fuji 2.jpg

Just recently, two game-changing cameras were released. The α7 III and the X-H1 are both mirrorless cameras and changed my world, but lets go back to just a few years ago. My dear friend and colleague Lukas left Canon and switched to Fuji, since he preferred rangefinder type cameras to DSLRs. At that time, mirrorless cameras were stepping up their game, but I can't say they were a competition to DSLRs. Shortly after that, I saw Fujifilm presenting themselves at the Photo+Adventure show (in Vienna if I recall this correctly). The guys in the Fuji booth did their best, showing their lineup, they were competent and very friendly. At that time, I was still into Canon, and the future was not looking too bad. I was treated the same way as the hardcore Fuji fans, and asked when I would switch to them and they listened to what I said. Almost a year later, in 2016, the Canon 5D Mark IV was released and I immediately found that it was not the camera for me. At that time it didn't matter, because there was still time for a 6D Mark II to be released and to show the world that DSLRs still made sense. Even though I slowly realized that if Canon continues this way, I needed a backup plan. In analogue times, I shot Minolta but my cameras were pre-autofocus times (actually I didn't like the Minolta Dynax cameras). Minolta became part of Sony and many of my problems with the Dynax series were solved slowly. The Sony α7 series were amazing, and via adapter they allowed the wonderful Canon lenses to be used. When Lukas asked: when are you going to shoot mirrorless? I replied that there still was a little more time necessary to improve the cameras, but if Canon kept their camera strategy, I'd see myself switching to Sony. Another year later without change: the Canon 6D Mark II was finally released. If the camera was good I'd be buying it immediately. In the meantime, my thoughts to some specs had changed. I had the Fuji X-T1 because it was the perfect camera I could take everywhere, since it was very compact. I loved the electronic viewfinder (EVF) and was even able to work at night. Also, I knew that I wanted dual card slots in my camera, since a single card can always fail, and Nikon already had dual card slots in even some of their entry-level cameras. Seeing the final specs of the 6D II was devastating. Even more so were the reviews, showing that low light performance and dynamic range were worse than the original 6D – this was not a camera I would buy, since my Fuji X-T1 and Canon 6D felt way better, but I still needed to update my 5D Mark II. Since Sony became better with every camera they put out, they became a force you couldn’t dismiss, and finally Canon rumors told that a Canon full-frame mirrorless camera was on its way. My thoughts were: if they want to compete, it has to be a α7 series killer which is not really realistic, also it is too late, too bad and looking at Canon recent releases definitely too overpriced. I am also still waiting for that camera. Rumors say Canon users have to wait till 2019, which is way too late to compete with Sony. Now we have the α7 III and the X-H1, both cameras I was looking for, and I knew it was time to switch. It took me a long time to think it through. Both cameras are game changers, and both are not perfect (although the only downside to the X-H1 for me is it not being a full frame camera, while Sony has that covered, but problems like color science, loud shutter sounds, among other problems, were better in their new cameras but not yet completely solved). So I ordered the X-H1 and it should arrive at the time this article goes online. Since I am more and more working with the older X-T1 with its wonderful dynamic range and much better highlight recovery in comparison to Canon, I am very positive me and the X-H1 will live in perfect harmony. A wonderful thing about Fuji is that their cameras get major improvements with every firmware update. For example the X-T1 got eye autofocus through one of their latest updates and although it is not as good as Sony in its new cameras, I really enjoy the possibility. So let’s see what my future with Fuji will bring.

Fuji vs. Fuji vs. Samyang - die Entscheidung

Im ersten Teil meiner Gegenüberstellung bin ich auf die verschiedenen Aspekte von notwendiger Offenblend, Größe und Gewicht, sowie den möglichen Einsatzgebieten eingegangen. Nun folgt ein etwas technischerer Teil und die Entscheidung, welches Objektiv das Richtige bzw. Beste ist!

 

5. Autofokus, brauche ich den wirklich?

Fuji X-Pro1 + Samyang 8mm f2.8 Fisheye @ ISO 200; f/5.6; 1/500sec

Meine erste Spiegelreflexkamera war eine Praktica B100 mit einem 50mm Objektiv, natürlich ohne Autofokus. Scharfe Bilder habe ich damit (nach einigem üben) schon zusammengebracht. Heutzutage hat so gut wie jede Kamera bzw. jedes Objektiv einen Autofokus. Warum sollte ich also darauf verzichten? Natürlich gibt es genug Anwendungsgebiete in denen das manuelle Fokussieren dem Autofokus überlegen ist, manches Mal sogar notwendig ist! Zum einen Makrofotografie, hier geht mit Autofokus eigentlich gar nichts. Nur ist keines der drei Objektive wirklich Makro-tauglich. Studio- & Produktfotografie. Ja, dafür können die drei Objektive gebraucht werden und auch manuell fokussiert werden. Ich verlasse mich hier jedoch meist auf den Autofokus, warum auch nicht, wenn ich ihn schon habe? Bei Produktfotografie kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, nämlich (wieder) die Schärfentiefe. Damit mein Produkt möglichst komplett scharf abgebildet ist, muss ich das Objektiv zumindest auf Blende 8, manchmal vielleicht sogar 11 oder gar 16 abblenden. Damit macht es keinen Unterschied mehr, ob das Objektiv eine Offenblende von f/1.2 oder f/3.5 hat.

Bei Landschaftsfotografie, wo ich meist genau so stark abblenden muss, benötige ich hingegen nicht zwingend den Autofokus. Bei meinem Samyang 8mm Fisheye weiß ich, sobald ich den Fokusring auf etwas über "1 m" stelle und auf f/5.6 abblende ist alles was weiter als 36cm von der Linse entfernt ist, scharf! Stichwort "hyperfokale Distanz". Bei einem 35mm Objektiv und Blende f/11 liegt die hyperfokale Distanz bei etwa 5,5m. Stelle ich also meinen Fokusring auf etwa 6 m ist alles scharf, was weiter als 3m von der Linse entfernt ist. Perfekt für scharfe Landschaftsfotos! Aber auch in der Streetphotography benötige ich nicht zwingend den Autofokus. Wie schon im ersten Teil angedeutet, nutze ich gerne das "Zone-Focus-System". Dazu blende ich mein Objektiv auf f/8 (in etwa) ab und stelle den Fokus so ein, dass meine Schärfentiefe-Zone bei etwa 1,5m beginnt (etwa zwei Armlängen). Dadurch bekomme ich eine Schärfenzone von etwa einem Meter, je nachdem ob ich die X100T oder die X-Pro1 (mit dem 35mm) verwende. Einzig die Größe und das Gewicht des Samyang hindert mich daran, es als ein gutes Street Objektiv zu bezeichnen. Der nicht vorhandene Autofokus ist für diesen Einsatzzweck definitiv nicht auf der "Contra" Seite einzutragen und die optische Leistung ist sicherlicht sehr gut. Wobei ich hier auf die mit Sicherheit noch kommenden Tests bereits gespannt bin!

 

6. Technische Daten, wie wichtig sind sie wirklich?

Nun ja, ohne die technischen Daten zu kennen, könnte ich diese drei Objektive nur dann vergleichen, wenn ich sie mir entweder kaufe -was mir zu kostenaufwendig ist- oder Fuji und Samyang dazu bringen könnte, sie mir -zumindest für einen gewissen Zeitraum- zu überlassen. Vielleicht wäre mir dies sogar gelungen, versucht habe ich es aber trotzdem nicht. Vermutlich würde mir auch die Zeit fehlen, die drei Objektive "im Feld" zu testen. Eines der beiden Fujinon besitze ich und bin sehr zufrieden damit. Das Andere konnte ich letztes Jahr auf der Photo+Adventure kurz testen und der Autofokus war tatsächlich besser und schneller als beim f/1.4er. Aber selbst wenn ich alle verfügbaren technischen Infos und MTF-Charts hätte, könnte mir dies nur einen Anhaltspunkt über die Leistung für das jeweilige Objektiv liefern. Wie schon in Teil 1 erwähnt, ist es wichtig das Objektiv zu testen, bevor man es kauft. Wenn dies irgendwie möglich ist.

Natürlich können mir die technischen Daten helfen, das eine oder andere Objektiv bereits im Vorfeld als für mich ungeeignet oder vielleicht sogar unnötig von meiner Wunschliste zu streichen. Daher folgt hier nun eine kleine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der drei Objektive wie sie auf den beiden Homepages der Hersteller zu finden sind.

 

 

Maximale Blende

Linsen/Gruppen

Abmessungen
(DM x Länge)

Gewicht

Blendenlamellen

Mindest-fokusdistanz

Preis (ca.)

 

Fujinon XF 35mm F1.4 R

f/1.4 - f/16

8 Linsen in 6 Gruppen

65 mm x 50 mm
 

184 g

7 gerundete

28 cm
 

530 €

 

Fujinon XF 35mm F2 R WR

f/2.0 - f/16

9 Linsen in 6 Gruppen

60 mm x 46 mm
 

164 g

9 gerundete

35 cm
 

399€

Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS

f/1.2 - f/16

9 Linsen in 7 Gruppen

n/A x 74 mm
 

433 g

9 gerundete

38cm
 

450€

7. Welches Objektiv ist das Richtige/Beste?

Die Antwort auf die letzte Frage in meinem Artikel ist alles andere als einfach und kurz. "Das kommt darauf an" wäre wohl die kürzest mögliche aber auch zugleich unbefriedigenste Antwort, wenn ich sie denn einfach so stehen lassen würde. Stattdessen werde ich im Folgenden kurz und bündig zusammenfassen, warum für den einen das Fujinon XF 35mm F1.4 R das richtige Objektiv sein kann, für jemand anderen das XF 35mm F2 R WR, und wieder für jemand anderen das Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS. Zuerst wollte ich eine Übersicht mit den "Pro's" und "Contra's" aufstellen, habe dies aber wieder verworfen. Warum? Nun, was ich als "Pro" oder "Contra" empfinde, kann jemand anderes genau anders herum empfinden. Wenn ich auf der Suche nach einer sehr stabil konstruierten Linse bin, empfinde ich das Gewicht nicht als Nachteil. Bin ich jedoch auf der Suche nach einer kleinen und kompakten Linse wäre ein hohes Gewicht eher ein Nachteil. Daher folgt hier nun eine kurze Übersich mit den meiner Meinung nach wichtigsten Merkmalen jedes Objektivs.

Fujinon XF 35mm F1.4 R

Gut verarbeitetes Objektiv mit einer große Offenblende. Sehr leicht und kompakt. Schon bei Offenblende sehr scharf, guter Autofokus, auch wenn er das eine oder andere Mal besser sein könnte. Praktisches Allround-Objektiv ohne große Schwächen. Der Preis ist in Ordnung, wenn man die 1.4er Blende möchte. Wem eine 2er Blende genügt kann Problemlos zum günstigeren kleinen Bruder greifen.

Fujinon XF 35mm F2 R WR

Nicht ganz so große Offenblende wie die beiden anderen Objektive, aber für die meisten Situationen ausreichend weit offen. Die Schärfeleistung bleibt kaum hinter dem großen Bruder zurück. Der Autofokus ist wesentlich schneller und besser als beim F/1.4er. Extrem klein und kompakt. Fällt kaum an der Kamera auf. Daher besonders geeignet für Street, aber auch für diverse andere Einsatzzwecke. "WR" steht für "Weather Resistant", in Verbindung mit einer entsprechenden Kamera optimal gerüstet für den Outdoor-Einsatz. Preislich voll in Ordnung, wer mehr in die Tasche greift, bekommt dafür mehr Licht, die optische Qualität bleibt jedoch fast gleich.

Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS

Sehr große Offenblende, massiv konstruiert was sich jedoch im Gewicht wiederspiegelt. Bauartbedingt auch relativ groß, die optische Leistung dürfte relativ gut sein, sieht man sich die anderen Objektive von Samyang an. Preislich attraktiv, vor allem wenn man es (auch) zum Filmen verwenden möchte. Weniger für Street geeignet, wenn auch nur wegen der Größe. Der nicht verbaute Autofokus ist hier, ebenso wie im Studio kein Nachteil. Definitiv die erste Wahl für Fotografen, die es vor allem zum Filmen einsetzen möchten, aber auch das eine oder andere Mal Bilder damit machen wollen und nicht zwei Objektive kaufen wollen.

 

Zusammenfassung

Einen Sieger oder Verlierer gibt es hier nicht. Jedes der drei Objektive hat seine Stärken und Schwächen. Für mich als ambitionierter Streetphotographer und Liebhaber kleiner Kameras, kommen jedoch nur die beiden Fujinon in Frage, das Samyang wäre mir schlicht zu groß. Würde ich mehr Filmen (wovon ich so gut wie keine Ahnung habe), wäre das Samyang definitiv einen Versuch wert. Umsteigen auf das noch kleinere Fujinon werde ich jedoch auch nicht, da ich mit dem Größeren durchaus zufrieden bin. Hätte ich im Moment keines der drei Objektive, würde meine Wahl wohl auf das XF 35mm F2 R WR fallen. Warum ich dennoch das 1.4er habe? Als ich mich entschied ein 35mm Objektiv für meine X-Pro1 zu kaufen, gab es nur dieses eine Objektiv von Fuji. Der einzige Punkt der in meinem Vergleich offen bleibt ist, dass ich nicht weiß, ob das Samyang die Blende an die Kamera weiter gibt. Mein Fisheye von Samyang macht es jedenfalls nicht. Das ist zwar schade, aber an der Bildqualität des Objektives ändert das nichts.

 

Lukas D. ALBERT, aus Wien, für LDAMiAb

Fuji vs. Fuji vs. Samyang

Zu Beginn muss ich einige Punkte erwähnen, die mir wichtig erscheinen. Erstens, ich werde weder von Fujifilm noch von Samyang in irgend einer Weise gesponsort. Zweitens, ich besitze nur eines der drei Objektive, auf die ich in diesem Artikel eingehe. Daraus resultiert Drittens, die technischen Daten sowie Berichte über die optische Leistung habe ich mir aus diversen Quellen zusammen getragen, auf die ich im Text auch näher eingehen werde. Viertens, ich werde hier nur eine einzige Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten haben. Keine MTF-Charts, keine Fotos mit Testmustern oder Color-Checker, kein Pixel-Peeping. Ist einfach nicht mein Ding, aber dazu auch später. Und Fünftens, dies sind allesamt MEINE PERSÖNLICHE ANSICHTEN und MEINUNGEN, die auf meinen Erfahrungen mit Fujikameras und -objektiven beruhen. Fairheitshalber sei erwähnt, dass ich auch ein Samyang Objektiv besitze, nämlich das 8mm Fisheye f/2.8 II, mit welchem ich in jeder Hinsicht mehr als zufrieden bin!

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/500sec

Die Ankündigung von Samyang, ein neues und lichtstarkes (f/1.2!) 35mm Objektiv für spiegellose Kameras auf den Markt zu bringen, bot mir die Möglichkeit ein wenig über Lichtstärke, Original- vs. Fremdhersteller und die Notwendigkeit neues Zubehör zu kaufen zu sinnieren. Zu diesem Zwecke möchte ich die beiden 35mm Objektive von Fujifilm, nämlich das Fujinon XF 35mm F1.4 R und das (neuere) XF 35mm F2 R WR, sowie das (noch nicht am Markt erhältliche) Samyang 35mm F1.2 ED AS UMC CS miteinander Vergleichen. Alle technischen Daten habe ich mir von den Seiten von Fujifilm bzw. Samyang zusammengetragen.

Folgende Fragen drängen sich in meinem Kopf und wollen beantwortet werden, wenn ich diese drei Objektive im Geiste nebeneinander betrachte. Ich werde mich bemühen, jede der einzelnen Fragen in sich zu beantworten, auch wenn ich bereits vorher weiß, dass ich mit Sicherheit ohne Querverweise auf die anderen Antworten nicht auskommen werde! Aufgrund des Umfanges, den die Beantwortung der sieben Fragen ergeben wird, teile ich die Antworten auf zwei Artikel auf. Fragen 1 bis 4 beantworte ich in diesem Artikel, die Fragen 5 bis 7 dann im nächsten Artikel.

  1. Wie viel Offenblende brauche ich (wirklich)?
  2. Wie gut ist die optische Auflösung und kann ich im realen Einsatz wirklich einen Unterschied erkennen?
  3. Wofür kann ich dieses (oder jenes) Objektiv verwenden?
  4. Kommt es wirklich auf die Größe an?
  5. Autofokus, brauche ich den wirklich?
  6. Technische Daten, wie wichtig sind sie wirklich?
  7. Welches Objektiv ist das Richtige/Beste?

 

1. Wie viel Offenblende brauche ich (wirklich)?

Unser Motto von LDAMiAb Photography ist "Plus Lucis" - "Mehr Licht". Je größer also die maximale Öffnung der Blende (und je kleiner die Blendenzahl), desto mehr Licht kommt am Sensor an. Klarer Punkt also für das Samyang, oder? Auf dem Papier schon, auch wenn zwischen Blende f/1.2 und f/1.4 nur 1/3 Blende Unterschied ist. Im Vergleich zum noch Langsameren f/2.0 von Fuji sind es sogar 1 1/3 Blende Unterschied. Nichts desto trotz denke ich, dass es kaum einen Unterschied macht. Hier muss ich bereits beginnen, auf die Fragen Zwei vorzugreifen. Die meisten (wenn nicht sogar alle) Objektive erreichen ihre beste optische Auflösung erst wenn man sie um eine, manchmal sogar zwei, Blendenstufen abblendet. Dazu mehr bei Frage Nummer 2!

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/125sec

Auf der anderen Seite, je weiter ich die Blende öffnen kann, desto kürzere Belichtungszeiten (bei gleichbleibender Beleuchtung und ISO) erreiche ich. Oder, wenn das Licht weniger wird, kann die Belichtungszeit länger auf einem verwacklungssicherem Niveau gehalten werden. Aber selbst mein Freund und Kollege hier auf LDAMiAb.com, Michael Abraham, der gerne auf -meist sehr spährlich beleuchteten- Konzerten fotografiert weiß, dass irgendwann auch für die schnellste Linse einfach nicht mehr genug Licht da ist. Scott Bourne von Photofocus.com hat einmal in einem Podcast so schön gesagt, die Leute erwarten von den Kameras, dass diese absolut rauschfreie Fotos produziere müssen.  In einer stockdunklen, kaum mit einer Kerze beleuchteten Scheune, bei Neumond und ISO 4 Millionen. Das diese Vorstellungen etwas überzogen sind, dürfte jedem klar sein, aber die Kameras von heute sind in Bezug auf die ISO und das damit einhergehende Rauschen bereits auf einem derart hohen Niveau, davon konnten wir, als ich meine erste Digitalkamera gekauft habe (2003!), nur träumen. Genau diesem Umstand verdanken wir, dass der Unterschied zwischen dem Fujinon XF 35mm F2 R WR und dem Samyang, was die maximale Lichtstärke betrifft, kaum mehr in's Gewicht fällt. Ich habe keinerlei bedenken die ISO an meiner (schon etwas älteren) X-Pro1 auf 3.200 oder gar 6.400 zu schrauben. Und wenn ich dann noch immer nicht genug Licht habe, habe ich sowieso ein Problem, denn bei derartig schlechten Bedingungen hat einerseits der Autofokus schon erhebliche Probleme (siehe Frage 5 im nächsten Teil) und andererseits ist meine Schärfenebene auch schon sehr, sehr gering (siehe Frage 2).

 

2. Wie gut ist die optische Auflösung und kann ich im realen Einsatz wirklich einen Unterschied erkennen?

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/4.0; 1/125sec

Dies ist sehr anschaulich auf der Seite von Fuji vs. Fuji dargestellt, zumindest für die beiden oben erwähnten Objektive von Fuji. Blende f/5.6 ist bei beiden Objektiven der so genannte "Sweetspot" an dem sie ihre höchste Schärfe erreichen. Das sind drei(!) bzw. sogar Vier(!!) Blenden unterhalb der Offenblende. Will ich also wirklich die bestmögliche Auflösung und Schärfe, ist es egal ob mein Objektiv eine Offenblende von 1.2, 1.4, 2, oder 2.8 hat. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Objektive bei Offenblende nicht auch scharf (genug) wären. Wie gut sich das Samyang bei Offenblende schlägt, werden die ersten Tests zeigen, sowie das Produkt am Markt ist. Ja, auf den Seiten von Fuji und Samyang gibt es bereits die MTF-Charts mit denen sich das schon beurteilen lassen soll, aber davon halte ich nicht wirklich etwas. Genau so wie der Vergleich diverser Test-Charts mit denen die Auflösung beurteilt wird. Natürlich können solche Tests hilfreich sein, und auch das eine oder andere Mal eine fundamentale Schwäche eines Objektives aufzeigen. Aber in 95% der Fälle glaube ich nicht, dass man einen Unterschied bei einem realen Bild erkennen kann. Wie schon Eingangs erwähnt, kann es aber auch sehr hilfreich sein zu wissen, bei welcher Blende mein Sweetspot liegt, wenn ich wirklich maximale Schärfe brauche.

Würde es mit dem zuvor gesagten dann nicht Sinn machen, das Objektiv zu wählen welches die größte Offenblende hat? Durchaus, aber ich glaube man sollte seine Entscheidung zugunsten eines und zu ungunsten eines anderen Objektives nicht an der maximalen Blendenöffnung festmachen. Idealerweise ist es wie mit einem Whisky. Bevor ich (viel) Geld ausgebe, wäre es gut das Objektiv zu testen. Nicht immer ganz einfach, gerade bei Fuji Objektiven. Die meisten Kamera- und Objektivverleihstellen haben diese gar nicht zur Verfügung. Mit etwas Glück kann man sich eines für ein paar Stunden bei einem Fotohänder ausborgen. Oder man befragt viele verschiedene Seiten im Internet mit Erfahrungsberichten. Hierbei würde ich jedoch mehr Fokus auf jene Berichte legen, die weniger technisch sonder mehr praxisbezogen sind. Technische Daten sind eines (siehe Frage 6 im nächsten Teil), Praxistauglichkeit etwas anderes. Bei Frage Nummer 1 habe ich bereits angedeutet, dass die Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe?) bei Offenblende schon sehr, sehr gering ist. Bei Blende f/1.2 und einem Motivabstand von 2 Metern sind es gerade einmam 15 cm! Bei Blende f/1.4 ist es da nicht viel besser, hier habe ich etwa 18cm Schärfebereich. Bei Blende f/2 sind wir "schon" auf 26 cm, aber auch das ist relativ wenig. Als Basis für die Berechnungen habe ich die X-Pro1 mit einem 35mm Objektiv herangezogen. Worauf ich hinaus will? Wenn ich so wenig Licht habe, dass ich eine sehr weit offene Blende brauche, werde ich mit Sicherheit andere Probleme bekommen, nämlich einerseits meinen Autofokus überhaupt zum Arbeiten zu bringen (schon wieder ein Vorgriff auf Frage Nummer 5), und andererseits mein Motiv im Fokus zu behalten (oder überhaupt zu sehen, wenn es so dunkel ist). Der verfügbare Schärfenbereich -auch wenn dieser bei APS-C Sensoren von Haus aus größer ist- ist bei geringen Motivabständen relativ klein. Der Ausschuss an nicht scharfen Fotos, bzw. Fotos deren Schärfepunkt vor oder hinter dem Motiv liegt, dürfte dabei stark ansteigen wenn ich immer mit weit offener Blende fotografiere. Obwohl dies jedoch sicherlich auch davon abhängt, was ich damit fotografieren möchte, womit wir bei der nächsten Frage wären.

 

3. Wofür kann ich dieses (oder jenes) Objektiv verwenden? 

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 200; f/8.0; 1/125sec + Blitz

Nun, ein 50mm (KB) ist ein relativ universelles Objektiv. Dies liegt daran, dass die Bildwirkung dieses Objektives sehr ansprechend ist. Außerdem war (und ist) die Konstruktion, auch von recht lichtstarken Varianten, relativ einfach und kostengünstig. So gut wie jede analoge Spiegelreflexkamera hatte ein 50mm Objektiv als Standardobjektiv dabei. Sieht man sich die Preise der aktuellen Objektive an, ist man bei den Fujinon mit rund 400€ für das f/2 dabei, für das Samyang sollen wohl rund 450€ zu bezahlen sein und das f/1.4 von Fuji ist für etwa 500€ zu haben. Neben dem Preis muss ich bereits jetzt die Mindestfokusdistanz vorwegnehmen, ebenso das Gewicht und die Größe (Frage 6 im nächsten Teil). Die Mindestfokusdistanz beträgt 28cm für das Fujinon f/1.4, 38cm für das Samyang und 35cm für das Fujinon f/2. Makrofotografie ist damit nicht unbedingt möglich, aber für Produkt- und Studiofotografie kann man es sicher verwenden. Und natürlich (vor allem die beiden Fujinon) für Streetphotography. Was spricht gegen das Samyang? Nun, das hängt mit der Größe und dem Gewicht zusammen. Sowohl das f/2 als auch das f/1.4 von Fuji sind relativ leicht (164g bzw. 184g) wogegen das Samyang mit etwa 430g schon so fast genau so schwer wie die X-Pro1 (450g) oder sogar die X-T2 (500g) ist. Naturgemäß braucht man für ein lichtstärkeres Objektiv mehr Glas, was wiederum in mehr Gewicht resultiert. Und in größeren Abmessungen. Während man beim Fujinon f/2 schon von winzig sprechen kann, die Länge ohne Bajonett beträgt gerade 46mm(!), ist das Samyang mit rund 75mm Länge schon fast riesig! Das etwas lichtstärkere Fujinon reiht sich dazwischen, aber immer noch näher an seinem kleinen Bruder, mit 50mm Länge, ein. Zusätzlich ist das Samyang komplett aus Metall gefertig, was für das außergewähnlich hohe Gewicht (mehr als Doppelt so schwer wie die beiden Fujinon) sorgt. Natürlich trägt dies zur Stabilität bei. Dazu mehr bei Frage 4!

Eine weitere Einschränkung des Einsatzbereiches sehe ich durch den nicht verbauten Autofokus. Über die Gründen warum Samyang dieses Objektiv ohne Autofokus baut kann ich nur spekulieren. Eine -und vielleicht auch die plausibelste- Möglichkeit könnte sein, dass dieses Objektiv auch als Filmobjektiv mit T-Stops verfügbar ist. Außerdem hat letzteres statt des üblichen Fokusringes einen Ring, der für so genannte "Follow-Focus-System" konzipiert ist. Also quasi einen externen Autofokus. Dieses Einsatzgebiet gehört ganz alleine dem Samyang, zumindest empfinde ich den Fokusring an meinem XF 35mm f/1.4 etwas schwammig. Von diversen Foto/Video-Blogs weiß ich aber, dass es gerade beim Filmen sehr darauf ankommt, einen exakt arbeitenden Fokusring zu haben. Da ich mich aber in diesem Bereich zu wenig auskenne, belasse ich es einfach bei der Vermutung, dass das Samyang primär für den Filmbereich konstruiert wurde und sich das Fotoobjektiv daraus "einfach ergeben hat".

 

4. Kommt es wirklich auf die Größe an? 

Ja.
Damit sind wir am Ende des ersten Teils angelangt.

Fuji X-Pro1 + XF 35mm F1.4 R @ ISO 3200; f/2.8; 1/60sec

Noch nicht ganz, aber fast. Natürlich kommt es auf die Größe an. Die Frage ist immer nur, ist größer besser oder nicht? Mein Freund und Kollege Michael hat erst kürzlich einen Artikel über richtig große Objektive geschrieben. Großer Brennweitenbereich (70-200mm), große Offenblende (f/2.8), großer Filterdurchmesser. Sind diese Objektive schlecht? Mitnichten! Ich sehe das aber so: Ich bin vor über einem Jahr von meiner (riesigen) Spiegelreflexkamera auf eine Fuji X100T umgestiegen. Ein paar Monate später habe ich mir die X-Pro1 gekauft. Ich mag einfach diesen Formfaktor. Warum soll ich mir jetzt, da ich mein Gehäuße verkleinert habe, weiterhin große und schwere Objektive kaufen? Natürlich hängt die Objektivwahl auch davon ab, was ich fotografieren möchte/muss. Mein größtes Objektiv war ein 100-400mm von Canon. Das Objektiv schreit danach, am Sportplatz eingesetzt zu werden. Für Street, Arichtektur oder Landschaft ist es nicht zu gebrauchen. Einfach zu lange (Brennweitenmäßig) und zu groß. Das 35er kann ich neben dem Studio auch für Street, Architektur, Landschaft, Reportage, sogar Portrait einsetzen. Und gerade bei Street und Reportage kommt es oft auf die Größe an.

Auf der einen Seite ist das komplett aus Metall gefertigte Samyang mit Sicherheit sehr stabil, was bei "Heavy Duty" Einsätzen im Feld gut sein kann, auf der anderen Seite verdoppelt es das Gewicht wenn ich es am meiner X-Pro1 habe. Michael und ich waren Ende Juli zwei Tage in München. Da wir unsere Taschen am zweiten Tag nicht im Hotel lassen konnten, wir aber den ganzen Tag in München auf der Straße verbingen wollten, haben wir die Taschen kurzerhand am Bahnhof in ein Schließfach geworfen und sind nur mit unseren Fotoapparaten (und ich mit einem Haufen Ersatzakkus) losgezogen. Rückblickend wäre es wohl besser gewesen, wenn ich neben dem XF 10-24mm f/4 R OIS mein 35er mit genommen hätte. Oder meine X100T. Das eben genannte Objektiv ist ähnlich schwer wie das Samyang (400g) und sogar um über 10mm länger, nämlich ganze 87mm(!). Zugegeben, es ist ein Zoom-Objektiv, die sind bauartbedingt größer. Dadurch, dass das Samyang erst am 1.August angekündigt wurde, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal wissen, wie groß oder schwer es sein würde. Trotzdem konnte ich so bereits Erfahrung mit einem ähnlich großen und schweren Objektiv machen, wenn auch mehr durch Zufall.

Streetphotography war mit dem 10-24er kaum möglich, so schwer habe ich mir schon lange nicht mehr getan. Aber für die Architektur- & Autoaufnahmen in der BMW Welt und der Münchner Innenstadt war es die richtige Wahl. Wenn ich neben dem Gewicht der Kamera (und dem Objektiv) auch noch meine Tasche schleppen hätte müssen, wäre ich wohl bereits nach 2 Stunden bis auf die Knochen nass gewesen. Geschwitzt habe ich aber trotzdem genug, auch "nur" mit meiner Kamera. Das hohe Gewicht alleine würde mir weniger ausmachen, aber warum sollte ich nicht zu einer leichteren Variante greifen, die vor allem auch kleiner und unauffälliger ist? Deßwegen bin ich ja von meiner DSLR zu einer Spiegellosen gewechselt, weil ich Größe und Gewicht reduzieren wollte. Der "fehlende" Autofokus ist in diesem Zusammenhang gar nicht so schlimm, dazu aber im nächsten Teil mehr.

Lukas D. ALBERT, aus Wien für LDAMiAb

"Des Kaisers neue Kleider" ?!?

In den Beiträgen "Entweder - Oder", "Schöne neue Welt" und "Gulliver's Reisen" habe ich meine Reise von Canon zu Fuji zu beschreiben. Hier vielleicht ein kurzer Exkurs zu dem Sensor der in den meistem Fuji Kameras verbaut ist.

Fuji X-100T, 23mm, 1/15sec, f/4.0, ISO 6400

Die X100T, die X-Pro 1 und überhaupt alle Kameras der X-Serie (außer der X-A1) besitzen den so genannten Fujifilm X-Trans CMOS Sensor. Dabei handelt es sich um einen APS-C großen 16 Megapixel CMOS Sensor (23,6 x 15,6mm) der, entgegen dem üblichen "Bayer-Muster-Sensor" (der einen optischen Tiefpassfilter benötigt), ein unregelmäßigers Muster besitzt und keinen optischen Tiefpassfiler benötigt. Der Tiefpassfilter ist bei "Bayer-Sensoren" notwendig um ein bei bestimmten Motiven auftretendes Moiré zu verhindern. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um ein sehr regelmäßiges Muster handelt, zum Beispiel eine Ziegelwand aus größerer Entfernung. Durch den Aufbau "eine Reihe abwechselnd grüne und blaue Pixel" und "eine Reihe rote und grüne Pixel" kann es dadurch zum Auftreten eines Moirés kommen, welches man mittels Tiefpassfilter versucht zu unterdrücken. Der X-Trans Sensor hat in jeder Zeile rote, grüne und blaue Pixel. Aber nicht im ständigen Wechsel (R-G-B) sondern eben anders. Dadurch wird einerseits der Moiré Effekt minimiert und auch die Linienpaare werden dadurch besser aufgelöst. Fujifilm sagt sogar, dass dadurch eine den Vollformatsensoren äquivalente Auflösung zu erreichen. Eine schöne Abbildung beider Matrices findet sich im entsprechenden Artikel bei Wikipedia, auf den ich hier auch gerne verweisen möchte, wenn sich jemand damit vertiefend beschäftigen möchte.

Fuji X-Pro1, XF35mm F2 R WR, 1/60sec, f/4.0, ISO 1600; auf der Photo+Adventure 2015 mit Michael Abraham

Die Idee der Fuji-Ingenieure stammt aus der "guten alten" Analogzeit, da die -damals wie heute- verwendeten Silberhalogenidfilme eine unregelmäßige -zufällige- Verteilung der Kristalle aufweisen und damit die Bildung eines Moiré Musters mehr oder weniger verhindern. Dieses Wissen haben die Ingenieure mit dem heute technisch Möglichen kombiniert und damit den X-Trans Sensor geschaffen. Eine perfekte Kopie eines chemischen Films kann es natürlich nie sein und das soll es natürlich auch nicht sein.  Aber die Fotos die sich mit den aktuellen Kameras der X-Serie machen lassen sprechen glaube ich für sich selbst - und den in ihnen verbauten Sensor. Außerdem, die Kamera (und/oder der Sensor) kann noch so gut sein, wenn der Kopf dahinter nicht weiß was er tut nutzt das alles nichts.

Fuji X-Pro1, 8mm Samyang Fisheye UMC II, 1/30sec, f/5.6, ISO 6400

Als Tribologe und Wissenschaftler interessiere ich mich zwar von Natur aus für Technik, aber gerade im Bereich Fotografie war es mir eigentlich immer - nein, IST es mir - zuwieder mehr über Technik nachzudenken als über das Fotografieren an sich. Daher ist dieser Exkurs in die Sensortechnik als besonders zu bewerten, da es mir - bisher - gelinde gesagt völlig egal war welcher Senor eingesetzt wird. Hauptsache ich bekomme das gewünschte Foto. Das Fuji hier von der "typischen" Struktur abweicht ist -abgesehen mal vom Foveon X3- relativ einzigartig. Unkonventionell, aber der Erfolg gibt ihnen Recht. Begeistert hat mich aber auch ein anderer technischer Aspekt der X-Series Kameras, der JPEG Konverter. Und zwar der, der in der Kamera verbaut ist. Keine Sorge, ich habe schon genug über technische Daten geschrieben, mit der Thematik RAW vs. JPEG befasse ich mich ein anderes Mal.

Fuji X-Pro1, XF35mm F1.4 R, 1/60sec, f/4.0, ISO 800; ganz links in der Vitrine sind die schwarze und silberne Variante des neuen XF35mm F2 R WR zu sehen

Am Ende möchte ich noch ganz kurz über eine Begebenheit auf der Photo+Adventure 2015 sprechen. Im Podcast "WeShootFuji" von Scott Bourne und Marco Larousse hat Scott berichtet, dass er auf der PPE in New York das neue Fujinon XF 35mm f/2 testen durfte. Cool dachte ich mir damals, das würde ich auch gerne können. Als Blogger und Fuji-Enthusiast wäre das wirklich nett, einfach bei einer Foto-Messe zum Fuji Stand zu gehen und sich das Objektiv "einfach" für ein paar Aufnahmen ausborgen zu können. Dass Marco als offizieller X-Photographer immer wieder mit (neuen wie alten) Fuji Dingen spielen darf ist irgendwo klar und auch Scott ist kein Unbekannter in der Fuji Community. Umso begeisterter war ich, als ich am Stand von Fuji das neue Fujinon 35mm erblickte und höflich fragte ob ich es wohl testen dürfe. Ich hätte damit gerechnet, dass mir der freundliche Fujimitarbeiter das Objektiv an eines ausgestellten (und mit Stahlkabeln gesicherten) Fuji Gehäuse montiert um es testen zu können. Stattdessen drückte er mir das Objektiv - nachdem er gesehen hat das ich meine X-Pro 1 dabei habe - einfach mit den Worten "Klar, hier hast du es, lass mir dein Objektiv einfach da und bleib in der Nähe" in die Hand und wandte sich einem anderen Kunden zu. Ich durfte es an *meine* Kamera schrauben und mich damit sogar (ein wenig) vom Stand entfernen, wie cool ist das denn? Danke Fuji für das Vertrauen und danke für die tollen Gehäuse und Objektive! Ich habe nur ein paar Fotos damit gemacht, die optische Qualität stand für mich von vorneherein außer Frage. Mir ging es vor allem um den - in vielen anderen Blogbeiträgen und Artikeln - hochgelobten schnelleren Autofokus. Ja, der Autofokus in dem Objektiv arbeitet merklich schneller als der in seinem "alter" Bruder. Hätte ich mir jetzt so nicht gedacht, aber ich habe tatsächlich gemerkt, dass der Fokus schneller sitzt als beim "Alten". Ob ich mir das Neue hole? Vielleicht, das weiß ich noch nicht. Möglicherweise borge ich es mir mal für ein paar Stunden aus (geht angeblich beim Digitalstore in Wien) und entscheide dann.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

"Gullivers Reisen" ?!?

Seit den ersten beiden Teilen meiner Reise von Canon zu Fuji ("Entweder - Oder" und "Schöne neue Welt") sind nun mehrere Monate vergangen. Was gibt es Neues zu berichten, bin ich zu Canon zurück gekehrt oder habe ich meine Canon Ausrüstung verkauft?

Fuji X-Pro1 mit XF 35mm F1.4 R
1/500sec, f/4.0, ISO 200

Kurz und bündig: Nein, verkauft habe ich meine Canon Ausrüstung nicht. Aber seit meine X-Pro1 eingetroffen war, bin ich nur noch mit dieser bzw. meiner X100T herum gezogen um Fotos zu machen. Zusammen mit der Kamera kamen auch zwei Festbrennweiten nämlich das Fujinon XF 35mm F1.4 R und das XF 56mm F1.2 R. Das 35er konnte ich auch gleich ausgiebig in den Strassen Wiens testen, als ich mit Michael den Ing.WALK #005 (B&W Challenge) veranstaltet habe. Ich hatte zwar auch das 56er dabei aber das wäre mir auf der Straße zu lange gewesen. Ich bin mir sicher, dass Michael an dieser Stelle schmunzeln muss, da ich mich nicht nur ein Mal bei ihm "beschwert" habe, dass mir mein Canon 100 - 400mm zu kurz sei. Aber der Wunsch nach langen Objektiven war dem Umstand geschuldet, dass ich mich mit meiner DSLR eher am Rand des Geschehens aufhielt um nicht all zu sehr aufzufallen. Das eine DSLR von Natur aus größer ist -ganz besonders wenn man so wie ich den Hochformatgriff dran hat- und beim Abdrücken eine gewisse Geräuschkulisse erzeugt, ist irgendwie klar. Ich hatte aber beim Fotografieren immer das Gefühl, dass ich die Menschen mit der riesigen Kamera (und den riesigen Objektiven) störe. Und dann kam natürlich noch der -in den aktuellen DSLRs kaum mehr vernehmbaren- Spiegelschlag dazu, der bei meinr 5D auch aus größerer Entfehrnung noch wahrnehmbar war.

Fuji X-Pro1 mit XF 35mm F1.4 R
1/250sec, f/4.0, ISO 200

Durch das Fehlen eines Spiegels inklusive allem was dazu gehört (Spiegelkasten, Dachkantenprisma, Spiegelschlag, etc.) sind die Fuji Kameras (zumindest die X100T und die X-Pro 1) deutlich kleiner und leiser. Die X100T ist wenn der elektronische Verschluss ausgewählt ist fast absolut geräuschlos, nur das Objektiv macht beim Scharfstellen ein Geräusch! Und damit ist für mich auch irgendwie das "Problem" des Störens weniger geworden. Es ist natürlich klar, dass ein Fotograf *immer* jemandem im Weg steht, aber das liegt in der Natur der Sache. Michael sagt dazu immer "Sei die Mitte wenn du fotografierst". Von daher ist es nur logisch, dass ein Fotograf auf den Veranstaltungen die er fotografiert immer irgendwie sichtbar ist. Aber mit einer kleineren Kamera fällt man nicht sofort als Fotograf auf und kann das eine oder andere "Candid" also nicht gestellte Foto so etwas leichter machen. Ach ja, die Objektive von Fuji haben -formatbedingt- auch einen geringeren Durchmesser als Objektive für Vollformatkameras. Daher wirken die Fuji Objektive auch nicht so "aufdringlich", selbst wenn man zu den lichtstarken Varianten (f/2.8 oder schneller) greift. Damit hat sich aber auch mein Verhalten beim Fotografieren verändert. Einerseits hat die X100T kein Zoomobjektiv und andererseits ist sie nicht so riesig und laut. Ich traue mich einfach mehr, weil die Kamera in den Augen vieler nicht so "professionell" wirkt und die Menschen weniger "Angst" vor einem haben. Wer stört sich schon zum Beispiel in der Stadt an einem Touristen mit einer kleinen Kompaktkamera? Oder man wird bei einer Veranstaltung für einen Gast gehalten, der zufälliger weise eine kleine Kamera dabei hat. Jedoch brauchen sie die Bilder aus dieser (und anderen "kleinen" spiegellosen) Kameras nicht hinter denen ihrer "großen Brüder" verstecken.

Fuji X-Pro1 mit XF 35mm F1.4 R
1/500sec, f/4.0, ISO 200

Und dann war da noch die Hochzeit meines Bruders. Viele Fotografen raten davon ab, Hochzeiten innerhalb der Familie zu fotografieren und ich kann auch nachvollziehen wieso sie dieser Meinung sind. Aber schlussendlich habe ich mich entschieden, die Hochzeit doch zu fotografieren. Diese Entscheidung ist allerdings gefallen, bevor ich zu Fuji gewechselt bin. Ich hatte zwar vor die X100T bei der Hochzeit einzusetzen, aber die Hauptkamera wäre meine 5D gewesen. Ich habe lange darüber nachgedacht ob ich die Hochzeit, trotz meines Wechsels zu Fuji mit meiner "alten" und "eingespielten" Ausrüstung oder doch mit meiner "neuen" Ausrüstung fotografieren sollte. Aus vier Gründen habe ich mich dann entschieden, die Hochzeit komplett mit Fuji zu fotografieren. Erstens wäre es nicht konsequent von mir gewesen, zuerst zu wechseln und dann wieder zurück zu gehen. Zweitens konnte ich bis zur Hochzeit genug Zeit mit meinem neuen System verbringen um die notwendige Sicherheit im Handling zu erlangen. Drittens hatte ich vor den Peli-Case mit meiner DSLR Ausrüstung immer in der Nähe zu haben, als Backup sollte etwas mit meinen beiden Fujis sein (so wie Michael neben seiner 5DMkII und 6D auch noch die 40D im Rucksack hatte). Und viertens würde Michael mir sowieso unterstützend zur Seite stehen, was sollte also passieren? 

Fuji X100T (23mm)
1/125sec, f/2.8, ISO 3200

Abgesehen von einem kleinen Missgeschick -der Blitztranciever von Michael rutschte ihm vom Blitzschuh der Kamera (das Ding ließ sich leider nicht -wie die Blitze- fixieren) und überlebte den Aufprall aus etwa 4m Höhe auf dem Steinboden nicht- lief alles mehr oder weniger nach Plan. Und obwohl nur die Batteriefachtüre abgerissen ist, weigerten sich alle Blitze fortan von ihm ausgelöst zu werden. Derzeit liegt das Teil bei mir zerelgt am Tisch, vielleicht lässt sich da noch was richten, es dürfte jedenfalls ein elektronisches Problem sein. Aber ansonsten verlief die Hochzeit ohne nennenswerte Zwischenfälle. Das Wetter wollte nicht ganz mitspielen, aber das lag außerhalb unserer Möglichkeiten. Das Gruppenfoto konnten wir jedoch retten, auch wenn es nicht ganz das "übliche" geworden ist. Haben Michael und ich Momente verpasst? Mit Sicherheit, aber das lag weder daran dass wir nicht aufmerksam gewesen wären, noch an unserer Ausrüstung. Während der Hochzeit passieren so viele Dinge, dass man nur versuchen kann, die schönsten und wichtigsten einzufangen. Alle Momente zu dokumentieren wird einem nie gelingen. Glücklicherweise bekommt das Brautpaar üblicherweise am wenigsten davon mit, die beiden sind nämlich meist so nervös oder mit anderen Dingen beschäftigt, dass vieles einfach an ihnen vorübergeht ohne dass sie es merken. Dafür sind dann die Fotografen (bzw. Videografen) da. Um möglichst viele Momente einzufangen die das Brautpaar an diesem großen Tag sonst nie sehen würde. Wichtig ist es also "nur" die wichtigsten Momente einzufangen, dann hat man schon gewonnen. Und das ist uns beiden mit Sicherheit gelungen.

Fuji X100T (23mm)
1/125sec, f/4.0, ISO 2000

Dass ich nach der Tafel, als das Licht im Saal fast komplett abgeschaltet wurde und die Party begann mit dem Autofokus zu kämpfen hatte ist aber nicht weiter überraschend, ob sich Michael so viel leichter getan hat wage ich zu bezweifeln. Einen Vorteil hatte ich aber, denn Wände waren weiß und wurden von Spots angestrahlt. Dadurch hatte ich im Vergleich zum Hauptmotiv (den tanzenden Gästen) einen relativ großen Kontrastunterschied und das war sehr hilfreich für den Kontrastautofokus. Problematischer waren eher die schnellen Bewegungen der Tänzer. Ich habe mich also immer wieder spontan entschieden auf manuellen Fokus umzusteigen. Und die Menge an unscharfen bzw. nicht brauchbaren Fotos hielt sich (überraschenderweise?) in Grenzen! Und beim Sichten der fast 3.000 Fotos wich die anfängliche Skepsis purer Begeisterung, ich habe nämlich nur bei zwei oder drei Gelegenheiten das gerade gemachte Foto am Kamerabildschirm angesehen. Meist ging es so schnell, dass ich dafür einfach keine Zeit hatte und die Belichtung kontrolliere ich sowieso "live" im Sucher über die Belichtungsanzeige und das Bauchgefühl. Und da Michael und ich -natürlich- in RAW fotografieren, ist es "ausreichend" die Belichtung in einem Bereich von etwa +/- 2/3 Blenden bezogen auf die "optimale" Belichtung zu treffen, dann hat man beim Entwickeln keine Probleme. Das ist aber nicht wirklich ein Problem für uns beide, da wir das eigentlich immer hinbekommen. Nicht ausschließlich, aber gerade die Fotos die ich mit dem XF 56mm gemacht habe sind direkt aus der Kamera bereits so gut, dass es kaum einer "Entwicklung" in LIghtroom bedarf. Und die Schärfe des Objektivs ist einfach nur unglaublich! 

Fuji X100T (23mm)
1/500sec, f/8.0, ISO 800

Abschließend lässt sich folgendes Fazit meiner Reise von Canon zu Fuji ziehen: Etwas Neues zu beginnen ist anfangs immer schwer oder vielleicht sogar beängstigend. Das habe ich selbst schon oft bemerkt, zuletzt als ich Anfang des Jahres bei einem neuen Arbeitgeber zu arbeiten begann. Aber es ist auch spannend, herausfordernd und interessant. Man lernt über seinen eigenen Schatten zu springen und meistens geht es gut aus. Und selbst wenn es einmal nicht gut ausgeht, hat man doch neue Erfahrungen gemacht und einiges gelernt. So geht es mir auch mit Fuji. Die anfängliche Skepsis ob ich überhaupt wechseln sollte -weil eigentlich war ja alles soweit in Ordnung- oder ob ich mit dem neuen System zurecht kommen werde ist schnell einer Euphorie gewichen als ich sah wozu die Fuji Kameras fähig sind, wenn man weiß was man tut. Besonders angetan hat es mir die Kompaktheit meiner beiden Fujis. Und natürlich die Bildqualität, vor allem was Kontrast und Schärfe betrifft. In dieser Hinsicht war mein Umstieg nicht wie befürchtet ein Rückschritt sondern ein Schritt in die richtige Richtung.

by MiAb

Das zeigt sich auch daran, dass ich zumindest eines der beiden Objektive die ich im Blogbeitrag "Schöne neue Welt" auf meinen virtuellen Einkaufszettel gesetzt habe, schlussendlich auch gekauft habe, nämlich das Samyang 8mm (KB 12mm) F2.8 UMC II Fisheye. Das XF 16mm F1.4 R WR (KB 23mm) musste zugunsten meiner Reise nach London zur Whisky Exchange 2015 noch beim Händler bleiben. Im Übrigen, das Bild zeigt meine *komplette* Ausrüstung, ja die kleine Tasche fasst alle meine Kameras und Objektive. Vielleicht komme ich ja dazu, zu dem einen oder anderen Objektiv einen kleinen Testbericht zu verfassen, denn jetzt beginnt ja bald der Advent, die ruhigste und besinnlichste Zeit des Jahres, so sagt man zumindest. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Photo+Adventure, die am 21. und 22.November in Wien stattfindet. Michael und ich werden von dort berichten und auch versuchen ein kurzes unterhaltsames Video über die Messe zu produzieren. Und sollte uns das nicht gelingen, wird es zumindest einen Bericht und ein paar tolle Fotos geben.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

"Schöne neue Welt" ?!?

In meinem letzten Beitrag "Entwerder - Oder" habe ich berichtet wie ich begonnen habe seitdem ich die Fuji X100T mein Eigen nenne mich in Richtung Fuji und weg von Canon zu bewegen. Wie geht es nun weiter? Und werde ich zu Fuji wechseln? Werde ich bei Canon bleiben?

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich mag meine Canon 5D und auch die vielschichtigen Einsatzmöglichkeiten. Und obwohl die 5D schon relativ alt ist, bin ich noch immer mehr als zufrieden mit der Bildqualität die ich erhalte. Die Überlegung zu Fuji zu wechseln hat also nichts mit mangelnder Qualität oder einer generellen Unzufriedenheit Canon gegenüber zu tun. Nein, im ersten Moment kam mir sogar der Gedanke "Rückschritt" in den Sinn. Quasi von Vollformat zurück zu APS-C. Aber auch das ist so nicht richtig. Daher beschloss ich, mich umfassend zu informieren, um dann eine -für mich schlüssige- Entscheidung treffen zu können. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich so viel wie möglich über die Fuji Kameras mit Wechselobjektivsystem wissen wollte. Auf der Suche nach weiteren Informationen, unter anderem ob ich meine bestehenden Objektive von Canon weiter verwenden könnte, bin ich auf die Seite von Marco Larousse gestoßen, nämlich http://fujixfiles.blogspot.co.at! Erst kürzlich begannen Scott Bourne (http://weshootfuji.com) und er einen Podcast zu produzieren, den ich natürlich sofort begonnen habe anzuhören. Auch habe ich die Seiten der beiden nach nützlichen Informationen zu durchforsten begonnen um zu sehen, ob ein Wechsel zu Fuji wirklich das ist, was ich möchte. Nach unzähligen Berichten, Tests und Tipps bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich das Abenteuer zu Fuji zu wechseln eingehen möchte.

Die erste Frage nach meiner Entscheidung lautete daher "Welche Kamera?" Der Wunsch nach einem Fujifilm-X-Trans-Sensor schränkte die Auswahl für den Anfang nicht wirklich ein wie ich feststellen musste. In die nähere Auswahl kamen nach gründlicher Internetrecherche die X-Pro 1, die X-T1 und die X-T10. Und dann war da die Frage nach den Objektiven. Ich habe mich dann letztendlich entschieden, eine X-Pro 1 und ein oder zwei Objektive zu kaufen. Die Kosten dafür halten sich in einem überschaubaren Rahmen und sollte ich das Fuji-System doch nicht so mögen wäre es auch nicht so schlimm die Kamera und die Objektive wieder an den Mann zu bringen. Ein weiterer Grund für die X-Pro 1 (und gegen die X-T1) war die Kompaktheit der Range-Finder Kameras und das ist eines der Merkmale warum ich die X100T so mag. Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht irgendwann (auch) eine X-T1 besitzen werde.

Die Wahl der Objektive die ich mir gerne zulegen wollte gestaltete sich da viel einfacher. Zugegeben, die Auswahl an Fujinon Objektiven ist nicht gerade klein (und das ist keine Kritik an Fuji, immer weiter so, die Roadmap für 2015 & 2016 sieht gut aus) aber mir war klar, dass ich für den Anfang nur Festbrennweiten wollte. Da die X100T ein 23mm (KB 35mm) Objektiv besitzt, würde ich diese Brennweite für den Anfang sicher nicht benötigen. Also eine Portraitbrennweite und dazu noch eine "normale" oder etwas "weitwinkeligere" Brennweite. Für Ersteres hat Fuji das XF 56mm F1.2 R (KB 85mm) in seinem Lineup. Auch der zweite Wunsch kann problemlos erfüllt werden. Entweder mit dem XF 35mm F1.4 R (KB 50mm) oder dem XF 16mm F1.4 R WR (KB 23mm). Oder mit Beiden. Somit war klar, welche Linsen und Kamera ich haben möchte. Ach ja, dank des Podcasts "WeShootFuji" bin ich auch noch auf ein 8mm Fisheye Objektiv (KB 12mm) aufmerksam geworden. Aber nicht von Fuji (die haben -noch- keines im Lineup) sonder eines Drittherstellers. Prinzipiell bin ich nicht so der Fan von Fisheye-Fotos aber es gibt durchaus interessante Einsatzmöglichkeiten. Daher wird dies nicht eine der ersten Linsen sein, die ich kaufe, aber ich lasse sie vorläufig auf meiner Liste.

Für den Anfang habe ich mir dann die X-Pro 1 sowie das 56mm und das 35mm geordert und werde mich nun auf das Abenteuer Fuji einlassen. Die größte Hürde wird wohl der Kontrast-Autofokus sein, der eine andere Arbeitsweise als der Phasen-Autofokus der Spiegelreflexkameras hat. Das der Autofokus nicht so schnell sein wird wie der einer Spiegelreflexkamera war mir klar. Aber das andere Arbeitsprinzip des Autofokus ist etwas mit dem man erst lernen muss umzugehen wenn man sein fotografisches Leben lang nur mit Spiegelreflexkameras fotografiert hat. Aber das ist eine Herausforderung auf die ich mich schon freue und ein wenig Erfahrung konnte ich ja schon mit der X100T sammeln.

Ob ich nun bei Fuji bleibe und mir weitere Objektive für die X-Pro 1 kaufe kann ich derzeit noch nicht sagen, aber es ist sehr wahrscheinlich. Ob ich wieder zu Canon zurückkehre oder im Gegenteil meine komplette Canon Ausrüstung verkaufe weiß ich (auch) noch nicht. Aber solche Entscheidungen trifft man nicht sofort, dafür nimmt man sich Zeit. Und aus diesem Grund muss ich leider auf meinen nächsten Beitrag verweisen, den ich hier verfassen werde, nachdem ich einige Zeit mit dem Fuji-System verbracht habe.

Alle Fotos in diesem Beitrag wurden mit der Fuji X-Pro 1  mit dem XF 35mm F1.4 R gemacht.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

"Entweder - Oder" ?!?

"Warum hast du das getan?" Diese oder eine ähnliche Frage hätte mich aus Michaels Mund nicht überrascht, als wir uns das letzte Mal bei einem Kaffee trafen und ich ihm meine Entscheidung mitteilte. Aber stattdessen überraschte er mich mit "Ja, das macht durchaus Sinn für dich!" Zugegeben, wirklich überrascht war ich über seine Reaktion auch wieder nicht, dafür kenne ich ihn zu gut. Aber ich hätte damit gerechnet, dass er mich zuerst nach meinen Motiven befragt, bevor er sich eine Meinung über meinen Schritt bildet. Offenbar bemerkte er meine Entwicklung bereits frühzeitig und wartete nur darauf, dass ich mich "oute" ;)

 

Begonnen hat meine Reise im Dezember 2014, genauer gesagt am 4.Adventsamstag, als ich mir die Fujufilm X100T gekauft habe. Einen ersten Erfahrungsbericht habe ich hier verfasst. Mit dem Kauf der X100T begann irgendwie ein neues Kapitel in meiner fotografischen Laufbahn. Die letzten Monate vor dem Kauf der X100T habe ich meine Kamera (eine Canon 5D) nur noch mitgenommen, wenn ich sie sicher brauchte. Und selbst dann hatte ich immer irgendwie das Gefühl "unnötig" viel mit mir herum zu schleppen. Nicht das ich ich den Spaß an der Fotografie verloren hatte, in dem Fall würde ich mein ganzes Zeug verkaufen und mir ein neues Hobby suchen, aber ich hatte nicht mehr das Gefühl "einfach nur fotografieren" zu gehen. Ich habe mir immer vorher überlegt, was ich fotografieren will und welche Ausrüstung ich dazu mitnehmen muss/soll. Das ich einfach meine Kamera genommen und losgezogen wäre, kam mir damals nicht in den Sinn.

Wie Michael in seinem ausgezeichneten Beitrag über Hochzeit und Fotografie dargelegt hat, sollte man sich für solche Shootings (und andere) natürlich ordentlich vorbereiten und darauf auchen, alles dabei zu haben was benötigt werden könnte. Das möchte ich auch gar nicht in Frage stellen, aber es tut manchmal einfach nur gut, ohne großen Plan und ohne Ziel mit der Kamera los zu ziehen und Fotos zu machen. Minimalismus pur. Und genau das gelang mir längere Zeit nicht (mehr). Aber dank der geringen Abmessungen und der Einfachheit der X100T -und damit meine ich lediglich, dass die Kamera ein fest verbautes 23mm (entspricht KB 35mm) Objektiv besitzt- gelang es mir immer wieder mal ganz spontan ein paar Fotos zu machen. Das heißt, wenn ich die Kamera nicht daheim vergessen hatte. Anfangs passierte mir dies öfter, weil ich einfach vergessen habe daran zu denken meine X100T einzupacken. Auch hatte ich die 52-Wochen-Challenge von Jenna Martin entdeckt, jedoch muss ich gestehen das ich aufgrund persönlicher Umstände nach ein paar Wochen "aufgeben" musste. Aber die Liste mit 52 Themen hängt noch immer bei mir an der Türe und das eine oder andere Mal suche ich mir ganz spontan ein Thema aus, schnappe meine X100T und ziehe los.

Wie viele die mich kennen wissen, bin ich jemand der einfach schon aus Prinzip im RAW-Format fotografiert. Die Möglichkeiten ein Foto zu retten, weil man sich ein wenig vertan hat -ja, das passiert auch den Besten- sind einfach unglaublich und Speicherplatz (sprich Festplatten und Speicherkarten) kosten heute schon so gut wie nichts mehr um als Argument gegen RAW und für JPEG herzuhalten. Die Herausforderung für mich nach einem Fotoshooting war und ist die Motivation aufrecht zu erhalten aus den gerade eben gemachten Fotos das Beste herauszuholen. Manchmal war das schon recht schwer für mich und meistens lag es daran, dass ich beim Machen des Fotos etwas sah, es sich aber nachher am Bildschirm in Lightroom anders darstellte und nicht ganz dem entsprach was ich eigentlich direkt in der Kamera erreichen wollte. Ich bin ein großer Fan von (starken) Kontrasten, dem Spiel von Licht und Schatten (ja Lichter dürfen bei mir "ausfressen" und Schatten "absaufen") und satten Farben. Mir gelang es jedoch nicht immer, diese Ergebnisse auch direkt aus der Kamera heraus zu erhalten. Ich will nicht behaupten, dass die Kamera dazu nicht fähig wäre, aber die Schuld nur bei mir zu suchen wäre auch nicht ganz richtig. Zumal sich dieses "Problem" seit dem ich die X100T einsetzte fast vollständig gelöst hat. Ja, ich fotografiere noch immer in RAW und ja, ich benutze nach wie vor Lightroom. Aber die Zeit die ich in Lightroom damit verbringe die Fuji-RAW-Dateien zu bearbeiten ist drastisch kürzer als mit den Canon-RAW-Dateien. Warum?

Ich weiß, dass ich auch bei den Canon DSLRs die Möglichkeit habe, gewisse Presets vorzunehmen und damit die Post-Processing-Zeit zu verkürzen. Die Möglichkeit jedoch die "alten" Fuji-Analog-Filme zu simulieren (und dank RAW auch im Post-Processing noch zu wechseln) ist einfach genial. Das war -wie auch schon in meinem Blog-Beitrag vom Dezember 2014 geschrieben- eine der ersten Einstellungen die ich ausprobiert habe und auf "Velvia" stehen gelassen habe. Und die so aus der Kamera kommenden Dateien sind schon sehr nahe an dem, wie ich meine Bilder gerne habe. Ich ertappe mich manches mal dabei, das eine oder andere Bild ohne irgendwelche Bearbeitungen direkt verwenden zu wollen. Und genau das erhöht für mich den Spaßfaktor schon beim Fotografieren selber, da ich weiß, dass ich die Bilder nur noch sehr wenig -oder gar nicht- bearbeiten muss sondern mehr Zeit zum Fotografieren habe. Gut, man mag mir vorhalten, dass ich einfach zu blöd oder zu faul bin, mich mit den verschiedenen Einstellungen einer DSLR (egal welcher Marke) zu befassen. Und möglicherweise stimmt es sogar -zumindest der Teil mit der Faulheit. Aber mal ehrlich, ich will fotografieren und nicht in irgendwelchen Menüs irgendwelche Regler hin und her schieben. Das mache ich dann in Lightroom sowieso ;) Bei der X100T habe ich einfach die Filmsimulation "Velvia" ausgewählt und für viele meiner Fotos passt es auch so. Ich konzentriere mich lieber darauf, meinen Bildaufbau und die Belichtung zu verbessern, das ist schon nicht immer ganz einfach und man lernt ja nie aus.

Wozu das alles geführt hat und ob ich tatsächlich zu Fuji gewechselt bin, werde ich in zwei weiteren Beiträgen beleuchten. Im Übrigen sind alle Bilder in diesem Beitrag mit der Fuji X100T gemacht worden.

aus Wien, Lukas D. Albert für LDAMiAb.com

CES 2015

Mein Erster Blogpost 2015! Durch einen Jobwechsel habe ich die letzten Wochen eher weniger in diese Richtung getan, aber das wird sich im neuen Jahr ändern!

Die CES 2015 in Las Vegas ist vorbei und brachte viel neues aber auch bereits Bekanntes und Bewährtes. Nein, ich war nicht auf der CES, ich habe sie von daheim -also vor dem Rechner- mit verfolgt. Einerseits hat Jared Polin aka The Fro ein lustiges aber auch informatives Video über die CES gemacht (Hier geht's zum Video), andererseits haben viele andere elektronische Medien (Heise online, Fstoppers, PetaPixel, usw.) darüber berichtet.

Nachdem die CES -Consumer Electronics Show- ja viel mehr Bereiche als "nur" digitale Fotografie und Zubehör abdeckt, habe ich mich durch die vielen Artikel gewühlt um herauszufinden was wohl auf der Photo+Adventure 2015 -heuer wieder in der Messe Wien- so alles gezeigt wird. Über die letztjährige Photo+Adventure in Linz -Kenner wissen, dass die Messe zwischen den beiden Standorten jährlich wechselt- habe ich ja berichten können, nachzulesen in diesem Beitrag.

Hier mal eine kurze Aufstellung über Themen bzw. Geräte welche, so hoffe ich, auf der Photo+Adventure 2015 zu Gesicht bekommen werde.

  • Canon: Es wurden 7 neue Kompaktkameras vorgestellt, ich bin gespannt was die kleinen neuen können und ob es sich vielleicht lohnen könnte, sich eine anzuschaffen. Schließlich sind da Angaben wie 30- und 50-fach Zoom und Auflösungen bis zu 20 Megapixel gefallen. Ob diese Kameras einer DSRL den Rang ablaufen können? Man darf gespannt sein. Auch interessant, die Canon CS100, welche eine 1TB HDD sowie einen CF+SD Kartenleser integriert hat. Zusätzlich können Bilder von kompatiblen Kameras kabellos übertragen werden. Und anschließend kann man sie auf seinem Fernseher betrachten. Eine interessante Option für Familientreffen bei denen man sich die Schnappschüsse gleich bei der Jause ansehen kann?
  • Nikon: Das neue 300mm f/4E PF ED VR besitzt eine Fresnellinse um Chromatische Abberationen zu verringern und spart zudem einiges an Gewicht und Größe ein. Eine interessante Technologie, Canon Enthusiasten kennen es unter dem Begriff "DO-Linsen"
  • SanDisk: Neu vorgestellt wurde auf der CES unter anderem eine "SSD plus" die mit einer Zugriffsgeschwindigkeit von bis zu 520MB/s richtig schnell ist. Bin schon gespannt, zu welchem Preis die SSD's -es sollen wohl die Größen 120GB und 240GB angeboten werden- über den Ladentisch gehen werden.
  • Wacom: Zwei neue Grafiktabletts mit 13,3 und 27(!) Zoll Diagonale lassen die Herzen von Grafikern und Fotografen die gerne und viel retuschieren (müssen) höher schlagen. Das 13,3 Zoll Gerät ist eigentlich ein Windows 8.1 Tablet, das 27 Zoll Teil ist ein reines LCD-Tablet für den Anschluss an einen PC oder Mac. Erstere Variante kostet je nach Größe der verbauten SSD ab rund 1.300.-, letzeres wird wohl deutlich über 2.000.- kosten und relativ schwer sein, nix also für den portablen Einsatz.
  • Fujifilm: Nachdem ich mir ja eine X100T zugelegt habe und sie sehr mag (siehe auch in meinen Kurztest) bin ich gespannt was Fujifilm so alles an anderen Kameras und Objektiven hat. Bisher habe ich diese Marke eher Stiefmütterlich behandelt, aber das wird sich in Zukunft ändern. Auf der CES wurde jedenfalls ein Fujinon XF 16-55mm f/2.8 R LM WR Objektiv vorgestellt. Laut Fujifilm die ideale Linse für Photojournalisten!

Außerdem planen Michael Abraham  und ich, das eine oder andere kurze Video auf der Photo+Adventure zu machen. Letztes Jahr verhinderte leider die Grippe ein mitkommen von Michael nach Linz, aber heuer sind wir fest entschlossen auch das eine oder andere (lustige?) Video auf der Photo+Adventure zu produzieren.

aus Wien, Lukas D. ALBERT für LDAMiAb.com