Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?!?

Lieber Freund,

Also eigentlich ist es ja genau anders herum. Oder doch nicht? Das wird mir jetzt alles ein wenig zu kompliziert! Ich jedenfalls halte es oftmals so, dass ich Dinge einfach viel zu kompliziert angehe. Ja, als technisch interessierter Mensch der noch dazu bereits eine wissenschaftliche Ausbildung hinter sich hat und eine zweite gerade angefangen hat, neigt man gerne dazu, Dinge komplizierter zu machen als sie unbedingt sein müssten.

Das ist jetzt an und für sich nichts schlechtes, aber manchesmal hindert es einen trotzdem etwas zu tun, das man gerne tun wollte. Kleinen Beispiel gefällig? Damit ich nicht immer solche Fotos von Whisky und anderen Getränken machen muss...

... habe ich mir vor einiger Zeit eine kleine Lichtbox gebastelt. Das sah dann ungefähr so aus...

Ironischerweise und das kannst du anhand der Daten unter den beiden Instargam-Posts sehen, dass ich die kleine Box schon vor einiger Zeit gebaut habe. Und das Foto mit Whisky und Bier entstand erst später. Warum habe ich diese Box also nicht für das Foto verwendet? Ganz einfach, weil es mir zu umständlich (d.h. kompliziert) war. Noch dazu habe ich den Fokus auch verhaut, alles in allem also keine großartige Leistung von mir. Nicht mal die 80% Hürde erreiche ich damit vermutlich...

Gemacht habe ich diese Box also eigentlich, weil ich meiner anderen Passion - dem Whisky - wieder mehr Raum geben wollte. Und ich wollte mich durch diese Vereinfachung - nämlich das ich die zu verkostenden Whiskys einfach und zugleich schön für meinen Blog fotografieren kann - anspornen auch öfter dort was zu posten. Im Endeffekt hat es aber nichts genutzt, weil es letzten Endes doch (noch immer) zu kompliziert war.

Warum ich dir das alles erzähle ist, weil es manchmal dann doch so Momente gibt, in denen eine einfache Idee dann plötzlich alles tatsächlich einfacher macht. Ich habe letztens nämlich mein Whiskykabinett umgeräumt und hatte irgendwie Lust den Whisky mit dem klingenen Namen 66.62 (wer mer Infos haben will, schaut einfach auf meinem Whiskyblog nach) zu verkosten und einen entsprechenden Beitrag zu schreiben. "Zufällig" (ich glaube ja nicht an Zufälle) fiel mir die extra Hohlkehle die ich für meine kleine Lichtbox angefertigt habe, in die Hände. "Zufällig" passte die auch genau so auf meinen Schreibtisch, dass ich nicht nur eine schöne Hohlkehle hatte, sondern auch eine Beleuchtung. Aber siehe selbst, wie mein Aufbau aussieht.

Vorteil dieses Systems ist es, dass alles immer da ist. Ich muss nur die Hohlkehle zwischen Beleuchtung (immer da, damit ich was beim Arbeiten sehe) und Schreibtisch (no na, auch immer da...) klemmen. Als Standfläche habe ich eine meiner externen 3.5" Festplatten auserkoren, du errätst es sicher, die ist auch immer griffbereit. Somit habe ich nicht nur ein komplettes Mini-Studio-Set-Up zur Hand sondern auch, dank des schwedischen Möbelriesen, wunderschöne Kanten bei meinem Glas.

Es ist nämlich gar nicht so einfach (ein nettes Video zu dieem Thema findet sich hier ), ein durchsichtiges Glas vor einem weißen Hintergrund so abzulichen, dass dieses auch noch als Glas erkennbar ist. Dazu verwendet man so genannte Flags aus schwarzem Karton, die man im richtigen Winkel aufstellt und die dann die Kante des Glases schwarz einfärben. Eigentlich ist es nur die Reflexion, aber ich schweife ab. Mein Schreibtisch im Sekretär-Style vom gelb-blauen Möbelriesen ist nämlich (mehr oder weniger) schwarz. Und die beiden Seitenwände bewirken nun, dass mein Glas wunderschöne Kanten erhält. Aufgefallen ist mir das aber erst nachdem ich das Foto gemacht habe ;)

Manchesmal ist es also durchaus auch das einfache, das nicht viel darüber nachdenken und einfach "machen", was scheinbar zufällig zum Ziel führt. Ich bin jedenfalls glücklich, dass ich mit dieser einfachen Konstruktion genau das nun erreiche, das ich mit meinter tollen Lichtbox (nicht das ich die nicht mögen würde) nicht erreicht habe. Bis zum nächten Mal, Dein

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