Mirrorless und DSLR - Warum es kein Kampf sein kann

Leider muss ich sagen, dass ich scheinbar eher für meine fotografische Kompetenz als "Gearhead" bekannt sein dürfte, als für meine Werke. Dies scheint sich auch in meinen Beiträgen widerzuspiegeln. Es war mir daher unangenehm wieder einen Beitrag zum Thema Kameras und Objektive zu verfassen aber aus aktuellem Anlass muss es sein.

Der genannte Anlass ist das Erscheinen der Sony alpha 9. Dabei handelt es sich um eine spiegellose Profikamera, die auf professionelle Sportfotografen abzielt. 24 Megapixel Auflösung und 20 Bilder pro Sekunde in der Serienbildfunktion!!! Damit macht Sony auf sich aufmerksam und das zurecht. Sony hat mit den hauseigenen Kameras großes erreicht und das kann keiner abstreiten - Die leidige Frage hingegen ist: Was ist nun besser, die spiegellose Kamera wie Sony und Fujifilm sie herstellen oder die klassische DSLR oder Spiegelreflexkamera die Canon und Nikon noch stark am Herzen liegt.

Aus meiner Sicht ist das jedoch die falsche Frage. Ich muss hier auch mal in den Raum werfen, dass die Gerüchte meines Umstieges von Canon zu Fujifilm weit übertrieben sind. Ich habe deutlich unterschiedliche Anforderungen an SLRs und Mirrorless Kameras:

SLRs sind meine Arbeitstiere. Sie sind robust, schwer wie ein Stein und trotz komplexer Mechanik nicht tot zu bekommen. Eine SLR liegt typischerweise in der Hand wie ein perfekt an die Hand angepasster Ziegelstein unterstützt durch die Tatsache, dass ich noch keine ohne Batteriegriff dauerhaft verwendet habe. Man blickt durch den Sucher und sieht jenes Licht wie es im Objektiv gesammelt wird, egal wie viel davon. Das macht sie zum Wunderwerkzeug bei wenig Licht und auch der eigene Sensor für die automatische Scharfstellung spielt seine Stärken gegenüber anderen Systemen bei wenig Licht aus.

Mirrorless Kameras halten nicht unbedingt weniger aus als SLRs, sind aber aufgrund des wegfallenden Schwingspiegels deutlich kleiner und kompakter. Typischerweise ist der verwendete Sucher (Nein, das Display an der Kamerarückseite ist kein Sucher und auch kein Ersatz) ein Elektronischer, in dem das Bild des Sensors dargestellt wird. Es gilt also gegenüber SLRs: "What you see is what you get" (Du bekommst was du siehst). Natürlich ist das ein Vorteil für diesen Typ, da fehlerhaft belichtete Fotos fast unmöglich werden. Der Nachteil: bei wenig Licht ist das Sucherbild nicht mit SLRs vergleichbar. Je weniger Licht desto schwerer die Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt.

Nun zur Bildqualität: hier sind keine ernstzunehmenden Unterschiede zu erkennen. Die Fotos aus beiden Kameratypen sind gleichermaßen gut und beide Kameras erfüllen ihre Arbeit wie erwartet. Das brachte mich auch dazu, Interesse am Fujifilm System zu finden. Ich hatte keine leichte und kleine Kamera mit der ich unauffällig sein kann (sofern das bei meiner Größe und Körpervolumen überhaupt möglich ist). Ich liebe meine Canon Kameras, allen voran meine 6D, nur ist sie mit Batteriegriff und Zoomobjektiv kaum etwas, das ich jeden Tag herumtragen kann (ich habe es übrigens mehr als ein Jahr versucht). Die Fujifilm X-T1, mit einer Festbrennweite, leistet großartige Dienste und ermöglicht es mir jeden Tag mit einer Kamera herumzulaufen. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen fällt ihr Gewicht kaum auf und sie macht einfach nur Spaß.

Kurz gesagt: Jede Kamera hat ihre Stärken und Schwächen und jede Kamera ist ein Werkzeug das einen Zweck erfüllt. Für manche sind Mirrorless Kameras besser, für andere SLRs. Ich habe mich dazu entschlossen die Brücke zu schlagen und bei beiden Systemen ihre Stärken zu nützen und ich sehe keinen Grund dafür, mich auf Eines zu begrenzen.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

Ich und meine SLRs - bei Nacht eine unschlagbare Kombination. In diesem Fall handelt es sich um ein Komposit aus zwei Fotos.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

IMMERMEHR in Oslip - bei wenig Licht fällt es mir leichter ohne Verwackeln zu belichten, wenn die Kamera etwas mehr Gewicht hat. Außerdem spielt hier der Autofokus seine Stärken aus und der SLR Sucher macht es einfach die Bildkomposition zu steuern.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Bei viel Licht und Naturfotos spielt die Fujifilm X-T1 ihre Stärken aus. Wie in diesem Beispiel sind die Fotos schon ohne Rohdatenetwickung großartig. Canons Jpeg Konverter in der Kamera funktioniert lange nicht so gut wie jener in der X-T1.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Der Klassiker - ein Sonnenuntergang. Seit meiner Zeit mit der vollmechanischen analogen Minolta X-700 konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen solche Fotos zu machen, die X-T1 mache es mir einfach. Auch hier ist das Foto direkt aus der Kamera.

Foto Walk #010 - relaunch

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Warum schon wieder #010? 

Nachdem unser letzter Foto Walk ja im Wahrsten Sinn des Wortes in's Wasser gefallen ist, dachten wir uns, dass wir die Nummer 10 nochmal verwenden. 

Wann & Wo? 

Ja, es ist etwas kurzfristig, aber dank der sozialen Medien verbreitet sich die Information schnell und vielleicht hat ja der Eine oder Andere doch Zeit, wir treffen uns am Montag, 1.Mai um 15.00 bei der Karlskirche.  Der 1.Mai ist ja hier in Österreich ein Feiertag, also ideal für einen Foto Walk! Und auch das Wetter sollte nicht all zu schlecht sein!

Für wen? Und was kostet es?

Da es sich lediglich um ein privates Treffen von Fotobegeisterten handelt, kann natürlich jeder der Freude an der Fotografie hat kommen! Und jeder der etwas lernen will sich! Und kosten tut es natürlich nichts, außer ein paar Stunden deiner Zeit!

Thema

Michael und ich haben uns auf folgendes Thema bzw. Challenge geeinigt: Limit yourself to grow!  Jeder Teilnehmer darf sich (selber) etwas aussuchen, dass er während des Foto Walks nicht verändert. Das kann die verwendete Brennweite sein, oder die Blende, oder das Bildformat (1:1, 16:9, ...), oder, oder, oder ...

Wichtige Information zum Schluss :)

Wie oben erwähnt, handelt es sich um ein privates Treffen von Fotobegeisterten. Es handelt sich nicht um eine klassische Veranstaltung, auch wenn auf Facebook "LDAMiAb Photography" als Veranstalter steht. Wir übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Schäden, Verletzungen, usw. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und auf eigene Gefahr! Die Kosten für die Anreise, Mittagessen, Fahrkarten, usw. sind von jedem selbst zu tragen!

Carpe Diem

Lieber Freund,
Dieser Spruch ist so alt wie das Internet, vermutlich sogar älter. Oftmals mit "Nutze den Tag" übersetzt, sollen uns diese beiden Worte dazu anregen, etwas aus der - wenigen - Zeit die wir haben, zu machen. Es ist nicht näherhin bezeichnet, wie wir den Tag nutzen sollen, nur das wir es sollen. Ich möchte dir an dieser Stelle dazu eine ganz spezifische Frage stellen, nämlich "Wann hast du die Menschen die dir wichtig sind, das letzte Mal fotografiert?"

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Der Hintergrund dieser Frage ist kein Zufälliger. Mir ist erst kürzlich sehr drastisch vor Augen geführt worden, wie wenige Fotos ich von den Menschen die ich liebe - dazu zählt natürlich und vor allem meine Familie - tatsächlich habe. Ich rede hier nicht von Schnappschüssen vom letzten Geburtstag beim Kerzenausblasen oder beim Grillen im Garten mit der "Chef-Koch" Schürze vor dem Bauch. Ich meine wirklich schöne, stilvolle Porträts. Gestellt oder auch "candid", wie man so schön sagt. Was war nun passiert?

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Das ist eigentlich schnell erklärt, mein Opa ist gestorben. Zugegeben, es war nicht unerwartet - war er schon fast 90 und auch gesundheitlich nicht mehr so gut beisammen - traurig sind wir natürlich trortzdem. Und am heutigen Tag, da dieser Artikel online geht (was in keinster Weise geplant war oder auch nur vorhergesehen worden konnte; manch einer wird es Zufall nennen, aber ich glaube nicht an den Zufall...), tragen wir ihn zu Grabe. Der erste Gedanke, welcher mir damals (das ist nicht einmal zwei Wochen her, aber es kommt mir wie eine Ewigkeit vor) nach Erhalt der Nachricht in den Sinn kam war dieser: "Gott sei Dank, dass ich letztes(!) Jahr bei der Osterjause ein paar schöne Fotos gemacht habe!" So lange ist es nämlich her, dass ich Fotos vom Opa (und der Oma!) gemacht habe. Ja, von Weihnachten sind noch ein paar Fotos da, aber eben mehr diese "Schnappschüsse", nichts was man auf der Todesanzeige oder der Einladung zum Begräbnis verwenden wollen würde.

Wann hast du die Menschen das letzte Mal fotografiert, die du liebst?

Ich will dich hier nicht in Panik versetzen, aber in der heutigen Zeit, wo alles so schnell passiert, wo man von einem "Event" zum Nächsten hetzt, kann es leicht geschehen, dass man auf die wirklich wichtigen Dinge vergisst. Und auch wenn das vielleicht nicht für *alle* Familien gelten mag, in 99% der Fälle ist es die Familie, die nicht auf dich vergisst (die meisten "Freunde" schon, außer vielleicht die wirklich ganz, ganz, ganz Guten). Trotz aller Probleme die man mit seinen Elter, Geschwistern, usw. haben mag, am Ende des Tages rücken alle zusammen, wenn es notwendig ist. Besuche deine Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, usw. wieder einmal. Höre ihnen zu, wenn sie über die Vergangenheit sprechen, über ihre Vergangenheit, was sie erlebt und erduldet haben. Es ist nicht deine Vergangenheit, aber es ist deine Herkunft. Ob sie dir gefällt oder nicht.

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Und nimm deine Kamera mit! Sag einfach "Ignoriere die Kamera, und erzähle mir aus deinem Leben." Du kannst auch ein Diktiergerät (oder dein Smartphone) mitlaufen lassen. Dann kannst du dich auf dein Gegenüber konzentrieren und hast nachher aber auch die (teilweise) berührenden Geschichten gespeichert. Was du dann damit machst, überlasse ich ganz dir. Du kannst ein Buch erstellen. Mit Fotos und den Geschichten. Oder du druckst ein paar Fotos aus und schenkst sie her. Oder, oder, oder, deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Den Teil mit dem Erzählen aus der Vergangenheit habe ich leider bei meinem Opa verpasst. Aber ich weiß, dass mein Papa oft bei der Sonntagsjause zugehört hat. Ein Teil des Wissens, hat also mein Papa gespeichert. Nun liegt es an mir, mich mit ihm zusammen zu setzen.

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Glaube mir, ich denke mir auch immer wieder, "Warum soll ich mich jetzt hier eine Stunde hinsetzen und mich vollquatschen lassen?" oder so ähnlich. Aber die Freude über die wenigen Fotos die ich jetzt noch von meinem Opa habe, wiegen das wieder total auf! Es kostet vielleicht ein wenig Überwindung (nicht Jedem, das ist mir schon klar, einigen fällt es leichter als anderen) aber es lohnt sich! Die Fotos hier im Artikel sind alle bei besagter Osterjause 2016 entstanden. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich mich damals entschieden hatte, ein wenig Zeit meiner Familie zu schenken. Das erste Bild ganz oben habe ich auf 20 x 30 ausgedruck und in einen schlichten Rahmen gegeben. Das bekommt meine Oma dann nach dem Begräbnis zur Erinnerung an ihen Mann. Und ich bin mir sicher, dass sie sich sehr darüber freuen wird. Bis zum nächsten Mal, Dein

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Foto der Woche - relaunch

Lieber Freund,
Das Foto der Woche ist diesmal einen Tag zu früh, magst du dir denken. Und eigentlich schreibt Lukas ja nicht wirklich viel zu seinen Fotos, magst du dir auch denken. Und du hast natürlich, so wie immer, Recht.

Nachdem ich den (mittlerweile) vorletzen Podcast von Valerie Jardin (Hit The Streets No.29) gehört hatte, habe ich mit Michael beschlossen, das Foto der Woche von nun an immer Samstags zu veröffenlichen. Der Titel der Folge 29 lautete "PR Basics for Photographers with Alec Holsterman", ich glaube das muss ich nicht einmal übersetzen, damit jeder weiß, worum es da wohl ging. Eines der Dinge war, wann es am Besten ist, Inhalte zu posten. Laut Holsterman ist sowohl der Montag als auch der Freitag nicht gut (noch im bzw. schon im Wochenende), Dienstag bis Donnerstag ist viel besser. Samstag ist auch noch OK, Sonntag ist für viele ein Familientag, also auch nicht optimal.

Wiener Neustadt, 2017

Wiener Neustadt, 2017

Unsere "normalen" Beiträge posten wir ja jetzt schon eine ganze Weile regelmäßig immer Mittwochs zu Mittag, damit man etwas für die Mittagspause zum Lesen hat. Natürlich teilen wir auch den einen oder anderen Beitrag auf Facebook zwischendurch, so wie es sich gerade ergibt, aber die Artikel auf unserer Seite gehen immer Mittwochs online. Außer eben besagtem Foto der Woche. Das hatten wir bisher immer Sonntags online gestellt, doch ab Ostern 2017 machen wir das nun Samstag Mittag. Aber um doch nicht ganz mit unserer Tradition zu brechen, ist hier doch noch ein Foto, mein Foto der Woche quasi. Bis zum nächsten Mal, Dein

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Lost in Question

Lieber Freund,
zugegeben, der Titel klingt bei weitem nicht so gut, wie der des Films, von dem ich mich inspirieren habe lassen. Aber "Question" passt einfach besser als "Translation" in diesem Zusammenhang.

Was meine ich nun damit? Eigentlich wollte ich bereits letzte Woche darüber schreiben, doch da kam die erfreuliche Meldung, dass der Verlag Edition Lammerhuber einige prestigeträchtige Preise abgeräumt hat, dazwischen (Hier zum Nachlesen). Worüber ich nun schreiben will ist folgendes: In letzter Zeit habe ich vermehrt Postings - vor allem auf Facebook - vom Typ "Diese oder Jenes Objektiv?" oder "Dieses Zoom und diese Festbrennweite oder nur diese (andere) Festbrennweite?" gesehen.

Was mich an solchen Postings stört, ist nicht die Tatsache, dass jemand eine Frage hat oder etwas nicht weiß (Da gibt es doch diesen Spruch "Ich weiß, dass ich nichts weiß", oder? Total philosphisch!!) sondern, dass die Frage so nicht beantwortet werden kann. Weder die verwendete Kamera (zugegeben, das ist jetzt nicht so wichtig, aber doch), noch der (geplante?) Einsatzzweck wird genannt. Oder warum man zwischen diesen beiden Objektiven wählen will/muss. Ich bin immer versucht einfach mit "Ja" zu kommentieren, tue dies aber um den lieben Friedens willen nicht. Wäre zum Beispiel die Frage sich zwischen (ich nehme das, was ich von Fuji kenne) dem 23mm und dem 14mm (bei Fuji beide f/1.4) zu entscheiden, kommt es eben genau auf den Einsatzzweck an. Für Porträts würde ich das 14mm nicht nehmen (und das 23er auch nur wenn es eines der beiden sein *muss*), für Landschaftsaufnahmen sehrwohl.

Auch stellt sich die Frage, ob man bereits das eine oder andere bzw. beide Objektive bereits besitzt oder nicht. Möchte ich einfach nur mein GAS gerechtfertigt bekommen? Ich disskutiere oft mit Michael, auch über verschiedenste Objetive, Kameras, usw., aber immer im Kontext. Erst gestern schrieb mir Michael, nachdem er ein YouTube Video vom 16-55mm f/2.8 vs. 18-55mm f/2.8-4 OS von Fuji gesehen hat, dass er der Meinung ist, das 18-55er sei ein optimaler Allrounder, vor allem für Video. Mit einer Frage im Sinne von "16-55er oder 18-55er" hätte weder ihm weiter geholfen werden können (er überlegt nämlich zu Fuji zu wechseln...) noch hätte ich ihm helfen können. Ich hätte ihm nämlich zum 16-55er wegen der besseren Lichtstärke geraten. Es sei denn, er wolle es (auch) für Videos einsetzen, dann wäre meine Wahl wie die seine ausgefallen. Kontext ist wichtig.

Ich möchte dich hier nicht verängstigen, Fragen zu stellen. Ganz im Gegenteil, frage soviel du willst! Ich werde dich deswegen auch nicht schief anschauen oder gar nieder machen. Aber ich werde nachfragen. "Wofür möchtest du die Objektive verwenden?" oder "Was möchtest du damit erreichen?" wären Fragen, die du dann von mir zu hören bekommen würdest. Im persönlichen Gespräch geht das natürlich viel einfacher als im Internet. Da ist nicht jeder immer gleich online, da schaut nicht jeder alle 5 Sekunden auf FB nach, ob schon wer auf seinen Post geantwortet hat (wobei es auch solche Menschen gibt...). Daher glaube ich, dass es wichtig ist, gerade online, eine gewisse "Fragen Etikette" zu haben. Kurz und prägnant zusammenfassen, was ich wissen möchte. Und dabei nicht vergessen, notwendige Hintergrundinformationen zu geben. Der andere vor dem Bildschirm weiß nicht, dass du gerne Landschaften fotografierst. Oder Menschen, oder Architektur. Du weißt es, aber der andere möglicherweise nicht.

In meinen fast 13 Jahren als Chemiker habe ich gelernt, dass man (im Labor) nie zu viel aufschreiben kann, immer nur zu wenig. Und Michael, so wie jeder andere Wissenschaftler, würde mir da beipflichten. Bedenke also, wenn du jemanden um Rat fragst, ihm möglichst viele Informationen zukommen zu lassen. Nicht so einen langen Artikel, wie ich ihn gerade tippe. Aber zumindest, wofür du die zur Debatte stehenden Dinge nutzen möchtest. Bei Postings im Stile von "Objektiv 1 oder Objektiv 2?" scrolle ich einfach weiter. Die wenige Zeit, die ich versuche auf Facebook (oder Instagram, Twitter, …) zu verbringen, nutze ich nicht gerne, um einige wenige bis einige hunderte Kommentare zu durchforsten, ob da noch weitere Informationen vorhanden sind. Das mag jetzt vielleicht ein wenig anmaßend klingen, aber ich bin nun mal so, wie ich bin. Wem das nicht passt, der muss ja nicht mit mir interagieren ;)

Eigentlich habe ich auch noch über etwas anderes schreiben wollen, aber ich glaube der Artikel ist für heute lange genug. Und außerdem hat es nicht unbedingt etwas mit der hier angesprochenen Thematik rund um das Fragestellen zu tun. Ja, es war auch in Fragenform formuliert, aber hatte eher etwas mit Schärfe bzw. Unschärfe zu tun. Aber bevor ich mich an diesen Artikel mache, schaue ich mir zuerst das Video von Jared Polin aka The FRO an, in dem er über das Porträt von Melania Trump spricht. Das soll auch irgendwie unscharf sein oder so. Aber das habe ich nur so am Rande mitbekommen. Daher werde ich mir jetzt dieses Video ansehen, vielleicht hilft es mir ja bei meinem nächsten Artikel. Bis dahin alles Gute, Dein

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Ersten kommte es anders, und Zweitens als man denkt!

Lieber Freund,
wie schon im Titel angedeutet kommt es meist ganz anders, als man es plant. Eigentlich wollte ich mich mit ein paar Dingen näher auseinander setzen, welche mir in letzter Zeit häufiger - vor allem auf Facebook - über den Weg gelaufen sind. Zu dem Zeitunkt hatte ich aber noch nicht die Email vom Verlag Edition Lammerhuber gelesen, welche am Montag in meiner Mailbox wartete, als ich diese am Abend öffnete. Daher verschiebe ich meinen geplanten Artikel über die Problematik "Welche Kamera/Objektiv" und "Warum sind meine Bilder unscharf" auf ein anderes Mal.

Du erinnerst dich bestimmt an die Buchrezension von letzer Woche - Der lange Schatten von Tschernobyl - aus eben diesem Verlag. Nun, die Email betraf die Wahl des Best Publisher 2017 und auch des FEP Book Prize 2017 der Federation of European Professional Photographers (FEP). Dem Verlag Edition Lammerhuber wurde die Auszeichnung zum Best Publisher 2017 damit zum dritten Mal in Folge verliehen, und das ist durchaus eine Meldung wert! Die Begründung der Jury dafür ist simpel wie auch einleuchtend: "Ein außergewöhnlicher Verlag, der sich kaum bekannter Geschichten widmet und diese couragiert vorstellt, ohne in Stereotype zu verfallen". Außerdem gewannen fünf Bücher, publiziert eben in diesem Verlag, den FEP Book Prize 2017!

Hier eine kurze Übersicht der Bücher. Die Texte und Informationen sind alle den Presseinformationen des Verlages Edition Lammerhuber entnommen. Ein Klick auf den Titel bringt dich direkt zur Seite des Verlages!


In Love with Photography

Kategorie: Porträt
Fotograf: Volker Hinz
Autor: Peter-Matthias Gaede
ISBN: 978-3-903101-00-5
Inhalt: Ein Schatz, der von dem leidenschaftlichen Porträtfotografen in fast fünfzigjähriger Arbeit angehäuft wurde. […] Volker Hinz hat diejenigen fotografiert, die sonst hinter ihren Kameras verborgen bleiben. […] Van Ansel Adams bis Richard Avedon, von Peter Beard bis Alfred Eisenstaedt […] von Peter Lindbergh bis Lee Miller […]. Der langjährige Stern-Fotograf hatte sie alle vor seiner Linse.


Fields of Battle - Lands of Peace

Kategorie: Landschaft
Fotograf: Michael St Maur Sheil
ISBN: 978-3-903101-07-4
Inhalt: Das Buch zeigt in poetischen Fotografien, wie die Natur die blutigen Wunden des Ersten Weltkrieges auf magische Weise in blühende Landschaften verwendelt. Michael St Maur Sheil hat in einer zehn Jahre dauernden fotografischen Odyssee die Schauplätze des Ersten Weltkriegs [...] bereist und eine einzigartige Sammlung von Bildern geschaffen [...].


White Ebony

Kategorie: Reportage
Fotograf: Patricia Willocq
ISBN: 978-3-901753-87-9
Inhalt: White Ebony gibt in berührenden und engagierten Bilder ein eindrückliches Zeugnis vom Überlebenswillen und Mut einer stigmatisierten Minderheit in der Demokratischen Republik Kongo. So wenig wie der "schwarze Kontinent" in anderer Hinsicht so monochrom wie unsere Klischeevorstellungen ist, so wenig ist er es in den Hautfarben seiner Bewohner. […] "Dieses Buch soll Zeugnis sein für Hoffnung, Courage, Liebe und Erfolg und den Betroffenen jene Würde geben, die sie verdienen".


Copacabana Palace

Kategorie: Reportage
Fotograf: Peter Bauza
ISBN: 978-3-903101-19-7
Inhalt: Copacabana Place ist die Geschichte von einem nie fertiggestelltn Wohnungsprojekt am westlichen Stadtrand Rio de Janeiros, […]. Die sechs Häuser sind zum Zufluchts- und Hoffnungsort für etwa 300 "sem teto, sem terra" - "ohne Dach und ohne Land" - Familien geworden. […] Copacabana Palace ist ein typisches Beispiel für den Überlebenskampf, der von Millionen Brasilianern unter den gleichen Umständen geführt werden muss.


Bis zum Horizont

Kategorie: Reportage
Fotograf: Emil Gataullin
Autor: Peter-Matthias Gaede
ISBN: 978-3-903101-16-6
Inhalt: Er sieht, was andere übersehen würden. Er zaubert mit dem Nichts. […] Sein Thema: das russische Dorf, fernab der großen Entscheidungen und Sensationen. […] Gataallins Bilder sind weder verklärend noch zynisch. Sie sind eine Liebeserklärung an ein Russland, das jenseits von Moskau beginnt. Sie schreiben dem Betrachter nichts vor - und sind gerade deshalb so geheimnisvoll.


Da gibt es ja wieder ein paar interessante Bücher, die es sich sicherlich lohnt anzusehen. Ich werde definitiv versuchen, an das eine oder andere Exemplar heranzukommen. Falls du das auch möchstest, schau einfach auf die Homepage des Verlages Edition Lammerhuber! Bis zum nächsten Mal, Dein

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Der lange Schatten von Tschernobyl

Lieber Freund,
Als am 26.April 1986 gegen Mitternach mit einem Sicherheitstest im AKW Tschernobyl nahe Prypjat (UdSSR, heute Ukraine) begonnen wurde, konnte niemand ahnen, welch große Katastrophe sich - auch (und besonders!) für Österreich - anbahnte. Nicht einmal 90 Minuten später veranlasste der zuständige Leiter die Notabschaltung, doch da war es bereits zu spät. Der Reaktor hatte die kritische Masse überschritten und die Kernschmelze nahm ihren nicht mehr aufhaltbaren Lauf. Bis 2011 wurde dieser Super GAU auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) alleine auf der (siebenteiligen Skala) auf Stufe 7 ("katastrophaler Unfall") geführt. Dann gesellte sich Fukushima dazu. Mit dem Unterschied, dass die Welt davon mehr oder weniger "sofort" erfuhr.

©  Edition Lammerhuber

© Edition Lammerhuber

Dass eine Katastrophe im AKW Tschernobyl stattgefunden hatte wurde noch längere Zeit der internationalen Gemeinschaft (wie auch der Regierung der UdSSR) vorenthalten, zumindest wie groß das Ausmaß tatsächlich war. Erst als -ich glaube- in Schweden in einem AKW die Detektoren Alarm schlugen, "flog" alles auf. Für die vielen Menschen in Prypjat und der Umgebung, ebenso wie für die angereisten Experten zu spät. Auch Österreich bekam einiges ab, laut Wikipedia war Österreich unter den traurigen Top 5(!), was die Strahlenbelastung betraf. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch zu jung, um mich an Details zu erinnern oder die Tragweite zu bergreifen. Woran ich mich aber erinnern kann ist, dass es eine Zeit gab in der wir nicht in der Sandkiste spielen konnten/durften. Und auch Erdbeeren (die mochte ich schon damals), gab es "auf einmal" nicht mehr.

In der Schule lernten wir dann darüber und auch das Zivilwarnsystem wurde in Österreich eingeführt. Über all das kannst du aber auch viel ausführlicher in dem oben verlinkten Wikipedia Artikel lesen. Durch einen Artikel von National Geographic wurde ich auf den Fotografen Gerd Ludwig aufmerksam. Er besuchte (mehrfach?) das Sperrgebiet rund um Prypjat (Warum heißt das AKW eigentlich nicht so?) und publizierte auch ein Buch darüber. Um genau dieses Buch geht es hier in meinem Rezensionsvideo. Der österreichische(!) Verlag Edition Lammerhuber hat sich auf die Fahne geschrieben, ein Verlag für Fotografen zu sein, wie auch auf deren Homepage zu lesen ist:

"Was man liebt, das macht man am besten. Und wir lieben Bücher, wir lieben Fotografie. Das Fotobuch ist das ideale Medium, um diese beiden Vorlieben zu vereinen. Fotografie dokumentiert die Welt auf unvergleichliche Weise und prägt unser Menschheitsgedächtnis wie kein anderes Medium. Wir wollen nicht nur Bücher mit den faszinierendsten Themen aus Kunst und Wissenschaft, mit exzellenter Fotografie, ganz besonderen Texten und hervorragenden Autoren verlegen, sondern vor allem Bücher, die etwas zu sagen haben, die wichtige Themen in die Mitte der Gesellschaft tragen. Wir sehen das mit emotionaler Fotografie aufgeladene Buch als Referenzpunkt für Kommunikation, die weit über die verkaufte Auflage hinauswirkt. Wir glauben, mit einem Buch ganz viel bewegen zu können. Ein Buch ist für uns daher auch keine Ware, sondern eine Kulturtechnik, die ihresgleichen sucht."

- Homepage Edition Lammerhuber

Bevor es zum Video geht, hier noch die Daten zum Buch Der lange Schatten von Tschernobyl

  • Hardcover im Schuber, 29 x 31 cm
  • 252 Seiten und 127 Fotos
  • ISBN: 978-3-901753-66-4
  • Mit einem Essay von Mikhail Gorbachov (ja, DER!)

Ich hoffe dir hat das Video gefallen und mehr noch, ich hoffe ich habe es dir so schmackhaft machen können, dass du jetzt auch eines haben möchtest. Da wir in Österreich und auch in Deutschland (noch) eine Buchpreisbindung haben, sparst du dir nichts, wenn du das Buch über Amazon kaufst, aber du kannst ein österreichisches Unternehmen direkt unterstützen, wenn du das Buch beim Verlag (Klicke auf den Buchtitel etwas weiter oben) kaufst. Innerhalb Österreichs und Deuschlands bezahlst du auch keine Versandkosten! Und außerdem, wie Frau Lammerhuber mir in unserem Email-Verkehr schrieb, gibt es dort noch "viele interessante Bücher, über die es sich lohnt zu berichten". Viel Spaß also beim Stöbern! Ich werde mich definitiv auf der Seite noch umschauen und das eine oder andere Fotobuch bestellen. Und natürlich werde ich dann auch wieder hier auf LDAMiAb.com berichten! Bis zum nächsten Mal, Dein

10 Tipps um wieder Inspiration zu finden

Lieber Freund,
erst letztens habe ich darüber geschrieben, wie ich mein "Foto-Mojo" zurück bekommen möchte. Mit einem Fotoprojekt nämlich. Und mit den Fotowalks, die Michael und ich immer wieder machen (der letzte war gerade erst am 18.März, freue dich schon auf die Fotos, die wir hier in Kürze präsentieren). Ein paar Fotos habe ich schon für mein Fotoprojekt gemacht, aber noch zu wenig, um dir hier etwas zu zeigen. Hier sind nun 10 Ideen, um eine Fotoblockade zu überwinden. Meine Top 10 quasi.



1. Mache eine Liste

So Meta, meine Liste beginnt mit dem Tipp, eine Liste zu machen. Doch was soll auf der Liste stehen? Nun, das könnten zum Beispiel genau die Dinge sein, die ich auf meine Liste setze. Oder auch nur ein paar meiner Tipps. Es kann aber auch so konkret sein wie: "Ein (bestimmtes) Buch lesen", "Portraits von [Name] machen", usw.


2. Triff dich mit anderen Fotografen

Dank sozialer Medien, ist es heute so einfach wie nie, andere Fotografen aus deiner Umgebung zu finden oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Zugegeben, ich bin eher der introvertierte Typ, aber dank Facebook und Co. ist die Hürde mit anderen (gleichgesinnten) zu Kommunizieren und Bekanntschaften (oder Netzwerke) aufzubauen deutlich geringer geworden.


3. Fotowalks

Nimm an Fotowalks teil oder, wenn du keine in deiner Gegend findest, veranstalte selber einen. So wie Michael und ich es tun. Und nutze die sozialen Medien um andere Fotografen darauf aufmerksam zu machen.


4. Workshops

Workshops sind eine großartige Idee, Neues zu lernen und nebenbei auch Gleichgesinnte zu treffen. Zugegeben, ein wenig Geld muss man schon investieren, aber du musst ja nicht alle 2 Wochen an einem andere Workshop teilnehmen.


5. Fotobücher

Hast du schon ein paar Fotobücher von Fotografen, die du bewunderst? Wann hast du darin letztens geblättert? Oder gibt es einen Fotografen dessen Bilder du auf Instagram, Facebook, usw. gesehen hast und die du magst? Dann schau doch, ob du ein Fotobuch von ihm bekommst, und lass dich instpirieren.


6. Besuche (Foto) Auststellungen

Oder Museen. Und lass dich dort inspirieren. In manchen Museen darf man auch Fotografieren, bei manchen Auststellungen (z.B.: im Kunst Haus Wien) darf man auch Fotografieren. Oder man lässt sich eben nur inspirieren.


7. Limit yourself - Beschränke dich in der Auswahl deiner Kamera

Ein Klassiker unter den Tipps. One camera - one lens, eine Kamera - ein Objektiv. Für einen Monat zum Beispiel. Egal was du fotografierst, du darfst nur die eine Kamera und das eine Objektiv (vielleicht sogar eine Festbrennweite?) verwenden. Oder du testest das mal bei einem Fotowalk aus.


8. Don't chimp - Nicht spicken

Wenn du unterwegs bist und Fotos machst, schalte die automaische Bildanzeige nach dem Auslösen ab. Oder klebe ein Stückchen Pappe vor den Bildschirm. Schaue dir die Fotos erst an, wenn du wieder daheim bist. Du könntest nahtürlich die Fotos auch auf deine Festplatte laden und noch ein paar Tage warten, bevor du sie dir ansiehst. Vor nicht all zu langer Zeit war das die einzige Möglichkeit. Es dauerte nun mal ein paar Tage, bis der Film entwickelt war.


9. Nur 36 Fotos

Auch ein Klassiker. Beim nächsten Mal wenn du deine Kamera nimmst und losziehst um Fotos zu machen, beschränke dich auf 36 Fotos. Mehr Fotos haben auf einen 35mm Film auch nicht gepasst. Damals kostete jedes Foto echtes Geld, heute nicht mehr. Bevor ich damals ein Foto gemacht habe, habe ich zweimal darüber nachgedacht, ob es mir das tatsächlich wert ist. Warum nicht auch heute?


10. Habe deine Kamera *immer* dabei

Egal ob es eine Fuji X100(S/T/F) ist, eine Olympus OM-D..., eine Ricoh oder dein Smartphone. Und wann immer du etwas siehst, das dir gefällt, nimm dir die Zeit ein (paar) Foto(s) zu machen. Denke gar nicht viel darüber nach. Wenn dir etwas gefällt, versuche es in einem Foto festzuhalten. Denke nicht, "Wozu soll ich das fotografieren, da bekomme ich sowieso keine Likes dafür", oder "Ich habe keine Zeit". Ein paar Minuten Zeit hat man immer und es ist doch egal, wie viele Likes man bekommt. Wichtig ist, dass du Freude daran hast und dass du das Foto magst!



So, das waren zehn Dinge die mir so eingfallen sind, um wieder etwas kreativer zu werden. Vielleicht fallen dir ja auch noch andere ein. Dann kannst du sie gerne in den Kommentaren mit mir teilen. Ich denke mal, den einen oder anderen Tipp werde ich sicherlich in nächster Zeit auch mal selber ausprobieren...
Bis zum nächsten Mal, Dein

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Schuster bleib bei deinen Leisten

Lieber Freund,
vielleicht bist du ja bereits darauf gekommen, wieso ich die Entscheidung von Fuji richtig fand, das Vollformat zu überspringen und stattdessen eine Mitelformatkamera (bzw. -sensor) zu bauen. Sollte dem nicht sein, hier nun die Auflösung ;)

Warum ich es richtig finde, ist auch der gleiche Grund, warum ich es nicht gut finde, dass Canon und Nikon versuchen eine spiegellose Kamera zu etablieren. Fuji revolutionierte die APS-C Klasse mit ihrem X-Trans Sensor der, allen Kritiern zum Trotz, überragende Ergebnisse liefert und sich vor Vollformatsensoren nicht zu verstecken braucht. Vielleicht nicht auf Vollformat Niveau, aber zumindest auf "normalem" APS-C Niveau bewegen sich die Micro 4/3" Sensoren die in den diversen Kameras von Olympus und Panasonic verbaut sind.

Ich finde das es kaum Sinn macht, eine Kamera für einen mehr oder weniger gesättigten Markt zu entwickeln. Nehmen wir mal an, Fuji würde einen Vollformatsensor einsetzen. Dann müsste Fuji eine komplett neue Objektivlinie (ähnlich wie Canon mit dem EF bzw. EF-S) einführen. Die Objektive wären logischerweise größer und teurer. Die Fuji Vollformatkamera wäre nur "eine unter vielen", da das Hauptmerkmal der X-Series - ihre Kompaktheit bei überragender Bildqualität - verloren gehen würde. Und alle meine bestehenden Objektive kann ich natürlich auch nicht verwenden, Stichwort "Bildkreis".

Canon (und auch Nikon) haben schon frühezeitig einen "paralellen" Objektivpark aufgebaut um Vollformat und APS-C zu bedienen. Und natürlich kann ich die EF Objektive auch an APS-C Kameras vrwenden. Für die spiegellose M Serie von Canon gibt es wiederum ein paar Objektive und einen Adapter, um die EF(-S?) Objektive einsetzen zu können. Aber auch hier geht der Vorteil der relativ kompakten M5 sofort verloren, wenn ich die "riesigen" EF Objektive anschraube. IMHO ist das der "Fehler" den die Kamerahersteller machen. Man kann nicht überall "gleich gut" sein. Geht es um Vollformat kommt man um Canon oder Nikon (Sony vielleicht auch noch) nicht herum. Möchte ich etwas Kompakteres, werde ich je nach Anforderung an die Bildqualität und Kompaktheit bei Fuji, Olympus oder Panasonic landen.

Ja, die M5 von Canon ist schon sehr kompakt. Aber ob die Bildqulität mit einer Fuji X-Pro2 mithalten kann? Ich denke nicht, vielleicht mit einer Olympus OM-D [weitere Buchstaben und Zahlen einfügen] Mark I oder II (wer denkt sich solche Namen aus?!?), aber die ist nochmal ein ganzes Stück kompakter als besagte M5. Du siehst, worauf ich hinaus will. Jede dieser (etablierten) Kameras hat ihre Stärken und Schwächen. Jede dieser Kameras hat ihre "Ecke". Möchte nun ein Hersteller (sei es Canon, Nikon, Fuji, wer auch immer...) in eines der anderen Segmente ("Ecken") expandieren, muss die Kamera schon "etwas besonderes" sein, um dort gegen den "Platzhirsch" etwas ausrichten zu können.

Ich hoffe, dass die verschiedenen Hersteller weiter an Innovationen arbeiten, und auch vielleicht das eine oder andere Mal mit einer Überraschung auf den Markt kommen. Und Konkurrenz belebt bekanntermaßen auch das Geschäft. Aber ich glaube auch, dass die Hersteller nicht den Fehler machen dürfen, sich zu sehr auf "Ich muss auf biegen und brechen in diesem (für uns neuen) Markt eine Kamera platzieren" versteifen sollten. Und es könnte durchaus Sinn machen, zu schauen was der Kunde wirklich will. Um jemanden dazu zu bewegen sein "Öko-System" zu verlassen, sprich den Kamerahersteller zu wechseln, bedarf es mehr als nur "mehr Megapixel", "mehr ISO", mehr, mehr, mehr... Das ganze System muss stimmig sein. Das war auch der Grund für meinen Wechsel von Canon zu Fuji. Aber das ist (nein eigentlich "war") eine andere Geschichte (Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Alles Liebe,

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Quo vadis?

Lieber Freund,
du hast es sicherlich in den diversen Onlinemedien gelesen oder zumindest gesehen, auch wenn ich die Beiträge jetzt nicht mehr finden kann. Also muss ich es aus meinem Gedächtnis zusammen stückeln. Nikon kündigte das Ende ihrer "DL" Linie an. Und das, soweit ich mich erinnere, obwohl die Kameras noch gar nicht auf dem Markt waren. Zuerst wurde der Marktstart verschoben, dann ganz abgesagt. Ich glaube die Kameras hätten einen 1 Zoll großen Sensor haben sollen und eine "bessere" Optik als "normale" Kompaktkameras.

Anmerkung: Einen Tag nachdem ich diese Zeilen getippt hatte, haben Marco und Scott im Mirrorless Podcast (vom 28.02.2017) von Photofocus genau darüber gesprochen. Ich habe mich also noch richtig erinnert ;)

Soweit so gut. Oder auch nicht. Wie es mit Nikon weitergeht, werden die kommenden Monate (oder Jahre?) zeigen. Aber diese Nachrichten haben mich zum Nachdenken angeregt. Und das, was mir so in den Sinn gekommen ist, möchte ich für dich in Worte fassen. Dabei geht es mir überhaupt nicht darum, einen Kamerahersteller "runter zu machen" oder einen (anderen) "in den Himmel zu heben". Ich schreibe dir hier einfach, was mir so zu dem Thema "Spiegellose vs. Spiegelreflex" in den Sinn kommt.

Das das Kompaktkamerasegment schon seit längerem nicht so gut läuft dürfte angesichts der immer besser werdenden Smartphonekameras wenig verwundern. Das Handy ist immer und überall, um einen populären Refrain der EAV, ein wenig abgewandelt, zu benutzen. Was liegt also näher, für ein schnelles Foto das Handy zu benutzen. Noch dazu kann ich das Bild dann auch ausgesprochen schnell mit anderen Menschen teilen. Auf Facebook, Google+ oder Instagram. Ob per Email, WhatsApp oder MMS. Per Bluethoot, WLan oder AirDrop.

All das können Kompaktkameras nicht. Zumindest nicht so einfach. Manche haben WLan (so wie auch meine X100T), aber die Kamera mit dem Handy zu verbinden ist alles andere als "einfach" und "intuitiv". Zumindest bei weitem nicht so "einfach" und "intuitiv" wie das Teilen, etc. mit dem Handy. Da verwundert es wenig, wenn die Menschen zu der einfacheren Lösung greifen. Nach dazu, wenn die Bildqualität der aktuellen Smartphones denen der Kompaktkameras, obwohl diese - etwas - größere Sensoren haben, ebenbürtig ist.

Natürlich verstehe ich auch die Kamerahersteller, wenn sie versuchen sich an die sich ändernden Märkte anzupassen. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Vor der Präsentation der Fuji GFX (eine Mittelformatkamera mit 50 Megapixel) munkelte man, dass Fuji vielleicht an einem Vollformatsensor arbeite. Manche waren nach der Ankündigung enttäuscht, ich finde die Entscheidung von Fuji im APS-C Bereich zu bleiben und direkt zum Mittelformat zu "springen", richtig. Warum dem so ist verrate ich dir nächste Woche im zweiten Teil. Bis dahin, alles Liebe,

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Tempus fugit

Lieber Freund,

In einem Podcast hörte ich letztens: "I don't take photographs, I make photographs". Dieser Ausspruch - von Ansel Adams - lässt sich nur schwer ins Deutsche übersetzen. Denn sowohl "make (a) photograph" als auch "take (a) photograph" würden wir mit "(ein) Foto machen" übersetzen. Aber im Englischen sind damit zwei Dinge gemeint. Ersteres ist mehr "zufällig ein Foto machen", Zweiteres ist "mit einer (bestimmten) Absicht ein Foto machen".

Interessant, das man bei einem Gemälde zum Beispiel nicht "take a painting" sondern "make a painting" sagt. Da steckt Arbeit dahinter. Man muss sich etwas anstrengen, damit etwas gescheites entsteht. Warum also nicht bei einem Foto auch? Das hat vermutlich die gleichen Gründe, wieso heute fast niemand mehr malt (ich sage bewusst "fast niemand" mehr, wohl wissend, dass es sicherlich noch einige gibt die es tun). Es kostet Zeit (und Geld) und viel viel Übung und Training.

Cluny, Frankreich, 2015

Zeit ist etwas, das wir gerade in der heutigen Zeit "nicht mehr haben". Ich setzte diese Worte absichtlich in Anführungszeichen, da wir niemals Zeit "haben", wir besitzen die Zeit nicht. Zeit ist nichts greifbares, wie Geld oder ein Auto. Wir haben nicht einmal einen "Sinn" der die Zeit erfassen könnte. Wir benutzen (selbst) geschaffene Dinge um Zeit zu messen. Auch können wir sie nicht speichern, bewahren oder nehmen. Nach Aristoteles ist sie das "Maß jeder Bewegung" ohne jedoch selbst bewegt zu werden. Veränderungen geschehen in der Zeit, sie selbst jedoch verändert sich nicht. Und im natürlichen Sprachgebrauch benutzen wir sehr wohl die Phrasen "Ich habe keine Zeit" oder "Dafür nehme ich mir (gerne) Zeit". Alles sehr philosophisch, oder?

Nachdem wir also keine Möglichkeit haben, die Zeit zu beeinflussen - weder zu unseren Gunsten noch Ungunsten - warum fangen wir nicht einfach an, die Dinge zu tun (uns dafür "Zeit nehmen"), die uns (oder anderen!) Freude bereiten? Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, unsere Zeit ist begrenzt. "Unsere Zeit", nicht "die Zeit" wohlgemerkt. Wir hetzen heute von einer "Aktivität" zur nächsten, ohne uns wirklich richtig Zeit dafür zu nehmen. Ich habe das Gefühl - geht es dir nicht auch so - dass so mancher Zeitgenosse nur dann "zufrieden" ist, wenn er möglichst Vieles am Tag schafft. Zwar ist das alles sehr anstrengend und muss auch den Anderen entsprechend leidvoll zur Schau getragen (bzw. auf Sozialen Medien, etc. mitgeteilt) werden, aber nur so gelingt es dem Betroffenen ein Gefühl von Erfolg zu bekommen.

München, 2016

Ich habe beschlossen, diesem Trend nicht (weiter) zu folgen. Mehr als einmal kam es mir in den Sinn - während ich mit dem Fotoapparat unterwegs war - "eigentlich könntest du schon weitergehen, jetzt bist du schon 10 Minuten am gleichen Fleck" oder "eigentlich könnte ich jetzt das, oder das, oder das machen". Abgesehen von meinen gelegentlichen Referenzen auf einen Fotoapparat, was hat das bitte alles auf einem Fotoblog zu suchen, magst du dich jetzt fragen.

Ich glaube das bisher gesagte ist genau der Grund warum man (zumindest im Englischen) sowohl "make" als auch "take" sagen kann. In den Zeiten als wir noch mit echtem Film fotografierten, (mussten) wir uns die Zeit nehmen, das Foto "ordentlich" zu machen, schließlich kostete jeder Druck auf den Auslöser bares Geld. Heute kostet es uns (augenscheinlich) nichts mehr. Masse statt Klasse, könnte man auch sagen. Nicht nur im Bereich der Fotografie. Immer mehr, immer höher, immer schneller, immer besser, immer, immer, immer,...

Stift Admont, Steiermark, Österreich, 2016

Ich bin da genau so schuldig, wie fast jeder Andere, keine Frage ;) Die Frage die du dir stellen solltest ist (und ich sollte das auch tun): "Wann fange ich an, mir Zeit für Dinge zu nehmen, die mir wichtig sind?" und "Wann fange ich an, die Dinge nicht mehr zu machen, die mich (eigentlich) gar nicht interessieren?" Die (einfach zu gebende, aber alles andere als einfach umzusetzende) Antwort muss lauten: "Heute" und "Morgen fange ich wieder damit an, weil ich schon wieder aufgehört habe" und "Am Tag danach fange ich auch wieder damit an, weil ..." und so weiter. Ich glaube, das ist - ebenso wie die Debatte RAW vs. JPEG - eine niemals endende Geschichte.

Viele meine Fotos (gerade in letzter Zeit) sind nicht gerade "toll", weil ich mir einfach nicht die Zeit genommen habe, sie zu machen. Ich kam an einem mehr oder minder interessanten Ort vorbei, machte ein paar Schnappschüsse und zog weiter, da ich ja noch "Termine" hatte. Damit soll jetzt aber Schluss sein. "Der Weg ist das Ziel" sagt ein Sprichwort, das ich eigentlich gar nicht so mag. Denn wenn schon der Weg das Ziel ist, wozu sollte ich mich dann anstrengen? Habe ich dann nicht mein Ziel schon erreicht, einfach dadurch, dass ich mich auf den Weg gemacht habe?

Aber in diesem Zusammenhang passt es ganz gut. Das Ziel, wenn ich mit meinem Fotoapparat unterwegs bin, ist, dass ich Spaß habe, ein paar schöne Stunden (wo auch immer!) verbringe und vielleicht auch das eine oder andere gute oder schöne Foto mache. In diesem speziellen Fall kann der Weg also auch das Ziel sein, oder was denkst du?
Bis zum nächsten Mal, Dein

Fotoprojekt?!?

Lieber Freund,

Mit der Zeit wird es ganz schön anstrengend, immer wieder etwas neues für den Blog zu finden. Auf der anderen Seite habe ich in Eric Kims Blog gelesen, dass er sich auch wiederholt. Natürlich nicht 1:1 aber zumindest thematisch. Und das es in der Fotografie nun mal nur eine bestimmte Anzahl an Themen gibt, ist auch klar. So habe ich erst letzte Woche über die Debatte RAW vs. JPEG geschrieben, nachdem ich dies bereits letztes Jahr getan hatte. Also habe ich mich eigentlich bereits wiederholt.

Stift Admond, Steiermark, 2016

In einem anderen Artikel auf meinem Whiskyblog schrieb ich davon, dass es ein "alter" Lehrertipp ist, wichtige Dinge zu wiederholen. Damit sie hängen bleiben und vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis übernommen werden. Aber keine Sorge, ich fange hier jetzt nicht an, psychologisch zu werden. Stattdessen werde ich mich auf etwas anderes konzentrieren, nämlich (Foto) Projekte.

Ich glaube darüber habe ich nämlich noch nicht geschrieben. Letztes Jahr haben Michael und ich ja an einer 52 Wochen Challenge teilgenommen und einige nette Fotos produziert. Hier geht's zu meinem Flickr Album und hier zu Michaels Album auf 500px. Ich muss gestehen, dass es gegen Ende hin ein wenig anstrengend geworden ist. Aber trotzdem war es irgendwie auch inspirierend und fordernd. Heuer jedoch nehmen Michael und ich an nichts teil, werden aber weiter unsere Foto Walks machen. Was hat das jetzt mit einem Fotoprojekt zu tun?

Houses of Parliament, London, 2016

Eigentlich gar nichts. Aber seit dem Abschluss der 52 Wochen Challenge setzte bei mir irgendwie eine "Instpirations-Durststrecke" ein. Ja, ich habe meine X100T (fast) täglich dabei, aber irgendwie gelingt es mir kaum, mich zu motivieren und Fotos zu machen. Um mein "Foto-Mojo" zurück zu bekommen, habe ich wieder begonnen zu lesen, nämlich "Street Photography 102" von Eric Kim. Und das aller erste Kapitel ist "Projects". Eric empfiehlt, wenn man fotografisch Wachsen will, persönliche Fotoprojekte zu machen.

Ich glaube, ich sollte ein Fotoprojekt wiederaufnehmen, das ich vor vielen Jahren begonnen hatte, dann aber irgendwie nicht mehr weiter verfolgt habe. Vielleicht in etwas abgewandelter Form als damals, aber mal schauen. Die Tipps die Eric in dem PDF gibt, sollen einem helfen und quasi eine Richtschnur sein. Keine in Stein gemeißeltes Gesetz. Einen seiner Tipps werde ich gleich befolgen. Er empfiehlt nämlich, das Projekt zu beginnen, und erst wenn man einige Fotos zusammen hat, Freunde und Verwandte fragen, was sie davon halten. Ich werde also nicht verraten, was ich mache. Nur so viel: Es hat etwas mit Wien zu tun.

Du könntest auch ein Fotoprojekt starten. Ich weiß, dass Michael auch eines vor einiger Zeit begonnen hat, aber ich glaube, das liegt derzeit auch "auf Eis", wie man so schön sagt. Der Vorteil an solch einem Projekt ist, dass du ganz alleine bestimmen kannst, wie schnell oder langsam es voran geht. Oder wann es zu Ende ist. Damit setzt man sich nicht selber unter Druck und die Freude am Fotografieren bleibt. Ich werde mich jetzt ins Internet stürzen und ein wenig recherchieren, für mein Projekt. Vielleicht kann ich ja in ein paar Monaten, oder einem Halben Jahr, oder einem Jahr, hier im Blog etwas über mein Projekt berichten, wenn es dann ein wenig läuft.
Bis dahin alles Gute,